GBH Gebäudehüllen AG
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
GBH Gebäudehüllen AG stellt sich auf der eigenen Website nicht als Solarfirma vor, sondern als Fachbetrieb für Fassadenbau und Bedachungen, "vom Fachbetrieb", wie es im Seitentitel heisst. Photovoltaik ist bei GBH ein Leistungsbereich neben Fassadenbau in Glas, Eternit, Kunststoff, Aluminium, Holz und Naturschiefer, neben Fassaden- und Dachreinigungen, Balkonverglasungen sowie klassischen Steildach-Bedachungen mit Schiefer, Eternit oder Ziegel. Wer eine Solaranlage sucht, bekommt bei GBH also einen Betrieb, der Photovoltaik von Anfang an in den Kontext der ganzen Gebäudehülle stellt, nicht isoliert als Panel-Montage.
Was GBH bei Solar konkret anbietet
Auf der Website taucht Photovoltaik gleich zweimal auf: einmal unter "Fassadenbau" als "Photovoltaik | Solar Panels" und einmal unter "Bedachungen" als "Steildach mit Photovoltaik-Anlagen". Diese doppelte Einordnung ist kein Zufall, sondern spiegelt, wie GBH die Technik tatsächlich einsetzt, nämlich sowohl auf dem Dach als auch, seltener, an der Fassade selbst montiert. Der eigene Bildbereich zu "Fassadenbau Photovoltaik" zeigt dazu ein konkretes Referenzprojekt: eine Photovoltaik-Anlage am Swissmill-Turm in Zürich. In der Referenzenliste erscheint dieses Projekt mit der knappen Beschreibung "Swissmill, Zürich. Montage Photovoltaik-Anlage" und belegt, dass GBH nicht nur Einfamilienhäuser in der Region Bern, sondern auch technisch anspruchsvolle Grossobjekte in anderen Kantonen ausgerüstet hat.
Weitere Referenzprojekte, die auf derselben Seite genannt werden, zeigen die Bandbreite des Betriebs über Solar hinaus: eine Photovoltaik-Montage an der Stapfenstrasse 45 in Bern, ein Fassadenbau mit Naturschiefer an einem Mehrfamilienhaus in Worben sowie eine Glasfassade für Swisscom Schweiz in Liebefeld. Diese Auflistung zeigt, dass GBH ein Generalist der Gebäudehülle ist, für den Solar eine von mehreren Techniken ist, die im selben Projekt zum Einsatz kommen können, etwa wenn ein Dach gleichzeitig neu gedeckt und mit Photovoltaik ausgestattet wird.
Führung und Kontinuität
Auf der Startseite findet sich eine Mitteilung, die für einen Handwerksbetrieb ungewöhnlich offen über einen Führungswechsel informiert: Mitte März 2022 verstarb Ernst Rudin, bisheriger Inhaber und Geschäftsführer von GBH Gebäudehüllen AG, an den Folgen eines Unfalls. Laut der Mitteilung war es der ausdrückliche Wunsch der Familie, die Firma im Sinne von Ernst Rudin nahtlos weiterzuführen, und die Nachfolge wurde in kurzer Zeit geregelt. Seither führt Roger Sennhauser, ein diplomierter Spenglermeister mit grosser Erfahrung im Fassadenbau, die Geschäfte. Für eine Kundschaft, die einen Auftrag über mehrere Jahre laufen lassen will, etwa eine grössere Dachsanierung mit Solaranlage, ist diese Kontinuität in der Führung ein relevantes, weil öffentlich dokumentiertes Detail, statt einer reinen Innenangelegenheit.
Wie das Angebot aufgebaut ist
Die Website gliedert das Leistungsspektrum klar in drei Blöcke: Fassadenbau (mit den Materialoptionen Glas, Eternit, Kunststoff, Aluminium, Holz und Naturschiefer sowie Photovoltaik als eigenem Punkt), Bedachungen (Steildach in Schiefer, Eternit oder Ziegel, Steildach mit Photovoltaik-Anlagen, Dachsanierungen sowie Dämmungen) und einen separaten Bereich nur für Photovoltaik. Dazu kommen Fassaden- und Dachreinigungen sowie Balkonverglasungen als Zusatzleistungen. GBH beschreibt sich selbst als Betrieb mit "langjähriger, praktischer Erfahrung im Bereich Fassadenbau, Steildach-Bedachungen und Photovoltaik-Anlagen" und verspricht "fundiertes Wissen und Sachkompetenz betreffend Werkstoffen, Statik, Bauphysik und Wirtschaftlichkeit". Konkret heisst das laut eigener Darstellung eine unverbindliche Beratung, ein Angebot mit mehreren Varianten sowie anschliessend Unterhaltsarbeiten, die exakt auf die jeweilige Liegenschaft zugeschnitten sind, um eine hohe Lebensdauer und eine ansprechende Optik über Jahre zu erhalten.
Wie Solar sich mit dem Kerngeschäft verzahnt
Der Grund, warum Photovoltaik bei GBH unter zwei verschiedenen Menüpunkten auftaucht, liegt in der Bautechnik selbst: Eine auf dem Steildach montierte Anlage stellt andere Anforderungen an Unterkonstruktion, Abdichtung und Statik als ein Modul, das als Bestandteil einer Fassade dient und dort gleichzeitig Wetterschutz und Stromproduktion übernimmt. Ein Betrieb, der beide Disziplinen ohnehin schon für klassische Materialien wie Eternit, Naturschiefer oder Aluminium beherrscht, kann diese Statik- und Befestigungsfragen für Photovoltaik-Module mit demselben Fachwissen lösen, statt sie an eine spezialisierte Solarfirma auszulagern, die mit der übrigen Gebäudehülle nichts zu tun hat. Das erklärt auch, warum GBH bei einer Dachsanierung Photovoltaik direkt mitplant, statt sie als nachträgliche Zusatzleistung zu behandeln: Wird ein Steildach ohnehin neu eingedeckt, lässt sich die Photovoltaik-Anlage in derselben Bauphase auf die neue Unterkonstruktion abstimmen.
Die Fassaden- und Dachreinigungen, die GBH ebenfalls als eigenen Leistungspunkt führt, sind für Solareigentümer keine reine Nebensache. Verschmutzte oder bemooste Dachflächen mindern den Ertrag einer Photovoltaik-Anlage, und ein Betrieb, der Reinigung und Montage aus einer Hand anbietet, kann beides im selben Serviceauftrag koordinieren, ohne dass zwei verschiedene Firmen an ein und demselben Dach arbeiten müssen. Auch Balkonverglasungen, ein weiterer Punkt im Angebot, zeigen, wie breit GBH die Gebäudehülle insgesamt versteht: von der tragenden Fassade über die Bedachung bis zu Details wie dem Wetterschutz eines Balkons, mit Solar als einer von mehreren Techniken innerhalb dieses Ganzen statt als eigenständigem Produkt.
Was die Website nicht sagt
Zu Preisen, Richtwerten oder typischen Anlagengrössen für Photovoltaik macht die Website keine öffentliche Angabe; wer einen Kostenrahmen braucht, muss über das Kontaktformular oder telefonisch anfragen. Auch eine Mitarbeiterzahl in Worten nennt die Seite nicht, ebenso wenig ein Gründungsjahr des Unternehmens, weshalb sich weder eine Firmengrösse noch ein Alter des Betriebs beziffern lässt, ohne über das hinauszugehen, was GBH selbst veröffentlicht. Die Fotogalerie zu Referenzen ist nach Themen geordnet (Fassadenbau, Fassadenbau Photovoltaik, Bedachungen), enthält aber keine systematische Liste aller ausgeführten Projekte mit Jahr oder Leistung, wie sie manche Mitbewerber führen.
Für wen sich GBH eignet
GBH passt gut zu Eigentümerinnen und Eigentümern in und um Bern, die eine Solaranlage im Rahmen einer grösseren Fassaden- oder Dacharbeit realisieren wollen, etwa eine Steildachsanierung, die gleich mit Photovoltaik kombiniert wird, statt zwei getrennte Aufträge an zwei Firmen zu vergeben. Wer ein Referenzprojekt an einem architektonisch anspruchsvollen Grossobjekt wie dem Swissmill-Turm als Kompetenznachweis wertet, findet hier ein konkretes, überprüfbares Beispiel. Weniger geeignet ist GBH für alle, die vorab einen genauen Richtpreis online vergleichen wollen, denn diese Information liefert die Website nicht, und wer ausschliesslich eine reine Photovoltaik-Montage ohne begleitende Fassaden- oder Dacharbeiten sucht, findet bei spezialisierten Solarinstallateuren womöglich eine fokussiertere Auswahl.
Fazit
GBH Gebäudehüllen AG ist in erster Linie ein Fassaden- und Bedachungsbetrieb, der Photovoltaik konsequent als Teil der gesamten Gebäudehülle behandelt statt als eigenständiges Produkt, und das mit einem dokumentierten Referenzprojekt an einem der bekannteren Hochhäuser der Schweiz. Die geregelte Nachfolge nach dem Tod des Firmengründers spricht für Kontinuität, während fehlende Preisangaben und eine fehlende Mitarbeiterzahl bedeuten, dass sich Umfang und Kosten eines Projekts erst im persönlichen Gespräch klären lassen.