AGROLA

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Auf der AGROLA-Website gibt es ein Hauptmenü "Private" und dort taucht Solar nicht auf. Wer als Privatperson eine Solaranlage sucht, findet unter diesem Menüpunkt nur Mobilität, Holzpellets und Heizöl. Solar erscheint ausschliesslich in den Menüs "Landwirtschaft" und "Firmen", jeweils neben Mobilität, Wärme und Strom. Das ist eine ungewöhnlich klare Aussage dafür, wen AGROLA als Solarkunden sieht, und wen nicht.

Was das Unternehmen ist

AGROLA AG beschreibt sich selbst als "Ihre Partnerin für Energie und Mobilität" und ist Teil der fenaco-Genossenschaft, wie das Unternehmen auf der eigenen Seite zu seinem Unternehmensprofil schreibt. Das Kerngeschäft von AGROLA liegt historisch im Treibstoffhandel: Über 400 AGROLA-Tankstellen sind laut eigener Aussage über die Schweiz verteilt, dazu kommen Elektromobilität, Wasserstoff und Ladelösungen. Neben Mobilität bietet die Firma Holzpellets aus regionaler Produktion mit ENplus-Zertifizierung sowie Heizöl an, inklusive einer eigenen Marktbeurteilung, mit der Kunden den Heizölmarkt beobachten können. Solar ist bei AGROLA also ein Geschäftsfeld unter mehreren, eingebettet in ein grösseres Energie- und Mobilitätsunternehmen, nicht das Kerngeschäft eines spezialisierten Solarinstallateurs.

Warum das für Solarkunden wichtig ist

Die Menüstruktur der Website zeigt deutlich, dass sich das Solarangebot von AGROLA an 2 Zielgruppen richtet: an landwirtschaftliche Betriebe und an Firmenkunden. Für beide Gruppen listet die Website unter dem jeweiligen Menüpunkt die gleichen 4 Kategorien: Solar, Mobilität, Wärme und Strom. Für Privatpersonen, die eine Aufdach-Solaranlage auf dem eigenen Einfamilienhaus suchen, gibt es dagegen keinen entsprechenden Menüpunkt, das private Angebot beschränkt sich auf Mobilität, Holzpellets und Heizöl. Wer als Landwirt oder Unternehmen anfragt, bewegt sich damit in einem Segment, das AGROLA offensichtlich bewusst von der Privatkundschaft trennt, während ein Interessent ohne landwirtschaftlichen oder gewerblichen Hintergrund auf der Website keinen direkten Zugang zum Solargeschäft findet.

Das Referenzprojekt am Flughafen Zürich

Als konkretes Beispiel nennt AGROLA auf der eigenen Startseite ein Projekt auf dem Gebiet Rächtenwisen des Flughafens Zürich, wo eine neue, moderne Frachthalle entsteht. AGROLA hat nach eigener Aussage auf dem Dach dieses Gebäudes eine Solaranlage realisiert, die den spezifischen Anforderungen des Flugbetriebs entspricht, etwa mit Blick auf Blendung oder Statik in unmittelbarer Nähe zum Flugfeld. Details zur Leistung der Anlage in kWp oder zum Zeitpunkt der Fertigstellung nennt die Startseite nicht, das Beispiel dient in erster Linie als Beleg für Kompetenz bei technisch anspruchsvollen Gewerbedächern statt als vollständige Fallstudie.

Elektromobilität als zweites Standbein

Neben klassischer Photovoltaik investiert AGROLA sichtbar in Ladeinfrastruktur. Die Website nennt i-charging als "unser Exklusivpartnerunternehmen" und kündigt einen neuen Lader namens "MAX" an, den i-charging lanciert hat. Ergänzend berichtet die Firma über ihre Beteiligung an einem Beitrag des Schweizer Mobilitätsmagazins "GO!" zum Thema Microgrids, ohne dabei ein eigenes Microgrid-Referenzprojekt namentlich zu nennen. Für Firmenkunden, die Solarstrom, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur kombinieren wollen, ist das ein Hinweis darauf, dass AGROLA diese Themen zusammen denkt, auch wenn die Startseite selbst kein einzelnes Kombinationsprojekt im Detail beschreibt.

Führung und Kommunikation

Daniel Bischof, laut Website Vorsitzender der Geschäftsleitung von AGROLA, war im Interviewformat "Zäme im Zäntrum" der Plattform J zu Gast. Die Website nennt weder Datum noch Gesprächsinhalt im Detail, verweist aber prominent auf den Auftritt, was zusammen mit dem Verweis auf die eigene fenaco-Zugehörigkeit ein Bild eines Unternehmens zeichnet, das sich öffentlich sichtbar als Teil der breiteren fenaco-Gruppe positioniert statt als eigenständige Solarfirma aufzutreten.

Das energy club Treueprogramm

Für Kunden mit der AGROLA energy card wirbt das Unternehmen mit bargeldlosem Tanken an den eigenen Tankstellen ohne Jahresgebühr, verbunden mit einer monatlichen Detailrechnung, sowie mit Punkten, die im hauseigenen energy club™ gegen Prämien eingelöst werden können. Das Programm betrifft in erster Linie das Mobilitätsgeschäft, zeigt aber, dass AGROLA seine Kundenbindung über das gesamte Energie- und Mobilitätsangebot hinweg organisiert, statt für Solarkunden ein eigenständiges Programm zu führen.

Wo AGROLA in der fenaco-Gruppe steht

AGROLA gehört zur fenaco-Genossenschaft, wie das Unternehmen auf einer eigenen Unterseite zu seinem Unternehmensprofil festhält. fenaco ist die grosse schweizerische Agrargenossenschaft hinter der LANDI-Ladenkette, und AGROLA bildet innerhalb dieser Struktur den Energiebereich. Die eigene Pressestelle verweist Medienanfragen zur "fenaco-LANDI Gruppe" ausdrücklich an die Medienstelle von fenaco selbst, statt sie bei AGROLA zu beantworten, was die enge Einbindung in den grösseren Konzern zusätzlich unterstreicht. Für Kunden bedeutet das, dass eine Solaranfrage bei AGROLA letztlich bei einem Unternehmen landet, dessen primäre Kundenbeziehung meist schon über den lokalen LANDI-Laden oder die eigene Tankstelle besteht, und nicht bei einem eigenständigen, unabhängigen Solarbetrieb ohne weitere Geschäftsfelder.

Was es kostet

Weder für die Solaranlagen unter Landwirtschaft und Firmen noch für das Referenzprojekt am Flughafen Zürich nennt die Website Preise, Fördersätze oder Amortisationszeiten. Auch zum neuen i-charging-Lader "MAX" fehlen Preisangaben auf der Startseite. Konkrete Zahlen liefert einzig der Heizölbereich mit einer laufenden Marktbeurteilung, die aber den Heizölpreis betrifft und nicht die Kosten einer Solaranlage.

Wie es sich einordnet

Im Vergleich zu spezialisierten Solarfirmen ist AGROLA ein diversifizierter Energiekonzern, bei dem Photovoltaik eine von mehreren Sparten neben Treibstoff, Holzpellets, Heizöl und Elektromobilität ist. Das kann ein Vorteil sein, wenn ein landwirtschaftlicher oder gewerblicher Kunde ohnehin schon Kunde bei AGROLA ist und Solar, Wärme und Mobilität aus einer Beziehung heraus abwickeln will. Für jemanden, der ausschliesslich eine Solaranlage sucht und sonst keinen Bezug zu AGROLA hat, dürfte ein spezialisierter Anbieter direkter zum Ziel führen, schon weil das Solargeschäft auf der Website selbst kein eigenständiges Schaufenster bekommt.

Für wen sich das Unternehmen eignet

AGROLA passt am ehesten zu landwirtschaftlichen Betrieben und Firmenkunden, die bereits Treibstoff, Heizöl oder Holzpellets bei AGROLA beziehen und ihre Solaranlage bei demselben Anbieter mitbestellen möchten, sowie zu Betrieben mit anspruchsvollen Dachflächen wie im Beispiel der Frachthalle am Flughafen Zürich. Privatpersonen mit einem Einfamilienhaus sind dagegen laut eigener Menüstruktur der Website nicht die vorgesehene Zielgruppe für das Solargeschäft.

Verdict

AGROLA ist kein klassischer Solarinstallateur, sondern ein fenaco-Energiekonzern, der Photovoltaik gezielt Landwirtschafts- und Firmenkunden anbietet und dafür ein technisch anspruchsvolles Referenzprojekt am Flughafen Zürich vorweisen kann. Wer zu dieser Zielgruppe gehört und ohnehin auf das breite AGROLA-Angebot setzt, bekommt Solar aus einer Hand mit Mobilität, Wärme und Strom. Wer nur eine Solaranlage sucht und sonst nichts mit AGROLA zu tun hat, findet auf der Website selbst kaum Material, um sich vorab ein eigenes Bild zu machen, weder zu Preisen noch zu weiteren Referenzprojekten über die eine genannte Frachthalle hinaus.

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