Fortis Solar

Fürstenlandstrasse 107, 9014 St. Gallen

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

"Sie haben das Dach. Alles Weitere übernehmen wir." So fasst Fortis Solar das eigene Geschäftsmodell zusammen, und ein Referenzprojekt liefert dafür gleich die Grössenordnung: Für die Kindlimann AG hat das St. Galler Unternehmen über 6'500 m² Solarfläche verbaut, mit der ein erheblicher Teil des Eigenbedarfs an Strom nach eigener Aussage künftig selbst produziert wird.

Was das Unternehmen ist

Fortis Solar AG mit Sitz an der Fürstenlandstrasse 107 in St. Gallen bezeichnet sich als "Anbieter von gewerblichen Photovoltaikanlagen" und arbeitet nach eigener Aussage eng mit Eigentümern grosser Gebäude zusammen. Kunden kommen laut Website aus dem Immobilien-, Industrie- und Gewerbesektor. Das Unternehmen deckt den gesamten Lebenszyklus einer Anlage ab: Projektentwicklung und Planung, Bau und Ausführung, Contracting und Finanzierung sowie Betrieb und Unterhalt. Bei der Finanzierung berät Fortis Solar zu Fördergeldern und verschiedenen Finanzierungsoptionen und investiert nach eigener Aussage bei Bedarf auch selbst in eine Anlage, ohne dass die Website dafür Konditionen oder Beteiligungsmodelle im Detail beschreibt.

Das Referenzprojekt Kindlimann AG

Das prominenteste Projekt auf der Website ist die Anlage für die Kindlimann AG mit mehr als 6'500 m² Solarfläche. Die Website beschreibt das Projekt mit dem Satz, ein erheblicher Teil des Eigenbedarfs an Strom werde die Kindlimann AG fortan selbst produzieren, formuliert also bewusst vorsichtig ("erheblicher Teil") statt eine vollständige Eigenversorgung zu behaupten. Eine Leistung in kWp oder ein Ausführungsjahr nennt die Website für dieses Projekt nicht.

Die weiteren Referenzen: unterschiedliche Baustadien

Auf der eigenen Referenzseite listet Fortis Solar 6 weitere Projekte, jedes mit Auftraggeber, Ort, Ausführungsjahr und Status. Für LIDL Schweiz DL AG in Derendingen läuft ein Kundenauftrag, der laut Website als "in Ausführung" für 2026 geführt wird, also noch nicht fertiggestellt ist. Für Fäh Maschinen- und Anlagenbau AG in Glarus dagegen ist ein ebenfalls für 2026 terminiertes Projekt bereits als "realisiert" markiert. Novosette GmbH in Salez und Valrheno Immobilien AG in Montlingen führt die Website je als realisiertes Contracting-Projekt aus dem Jahr 2025, während ein Projekt für Thoma Immobilien Treuhand AG in Amriswil erst für 2027 vorgesehen und entsprechend noch in Ausführung ist. Der Curling Club Uzwil rundet die Liste als realisiertes Projekt aus dem Jahr 2026 ab. Diese Mischung aus abgeschlossenen und laufenden Aufträgen über mehrere Jahre zeigt ein Unternehmen mit einer gefüllten Projektpipeline, auch wenn keines dieser 6 Projekte mit einer eigenen Leistungsangabe in kWp versehen ist.

Eine Kennzahlen-Anzeige ohne lesbare Zahlen

Unter der Überschrift "Fakten schwarz auf weiss" wirbt Fortis Solar mit 3 Kennzahlen: der Anzahl verbauter Solarmodule, dem jährlich erzeugten Solarstrom in kWh und den eingesparten Tonnen CO2-Ausstoss. Auf der aus dem Cache gelesenen und per Fetch bestätigten Version der Seite zeigen alle 3 Zähler den Wert 0 an, ebenso wie die kWp-Angaben bei allen sechs oben genannten Referenzprojekten. Das deutet auf eine Zähler-Animation hin, die erst beim Scrollen im Browser hochzählt und ohne dieses Auslösesignal keinen echten Wert ausgibt. Für diesen Text bedeutet das: Keine dieser Zahlen lässt sich derzeit verifizieren, weshalb hier bewusst keine Modulzahl, keine kWh-Angabe und kein CO2-Wert genannt wird, obwohl die Website den Anspruch erhebt, genau das "schwarz auf weiss" zu zeigen.

Wie das Unternehmen sich positioniert

Fortis Solar beschreibt die eigene Arbeitsweise mit den Schlagworten ökonomisch, ökologisch und fortschrittlich und betont "eine offene Kommunikation" sowie "ein hohes Qualitätsbewusstsein" in der Zusammenarbeit mit Auftraggebern. Besonders wichtig sei dem Unternehmen eine lokale und regionale Wertschöpfung, eine Formulierung, die zum Sitz in St. Gallen und zu Referenzprojekten in Derendingen, Glarus, Salez, Montlingen, Amriswil und Uzwil passt, also durchwegs Standorten in der Ost- und Zentralschweiz.

Eine schlanke, auf Kontaktaufnahme ausgerichtete Website

Die Struktur der Website ist bewusst schlank gehalten: Dienstleistungen, Referenzen, Über uns und Kontakt sind die einzigen Hauptpunkte im Menü, dazu ein durchgängig sichtbarer Button für eine "Unverbindliche Projektanfrage". Statt mit technischen Datenblättern oder Modulherstellern zu werben, setzt Fortis Solar auf Aussagen zur eigenen Haltung: "Gemeinsam leisten wir einen bedeutenden Beitrag zur Schweizer Wirtschaft und zu einer umweltfreundlichen Energieversorgung", heisst es im Abschnitt "Für ökologischen und ökonomischen Mehrwert", direkt gefolgt vom Hinweis, man stehe als "dynamisches Schweizer Unternehmen" für Fairness, Zuverlässigkeit und Qualität. Eine eigene Seite mit Kundenlogos ist zwar unter der Überschrift "Unsere Auftraggeber" angelegt, in der abgerufenen Fassung der Seite liessen sich daraus aber keine zusätzlichen Firmennamen über die sechs bereits in der Referenzliste genannten hinaus ablesen, wahrscheinlich weil die Logos ebenfalls nur als Bilder ohne begleitenden Text eingebunden sind.

Was es kostet

Fortis Solar nennt auf der eigenen Website keine Preise, keine Fördersätze und keine Amortisationszeiten für eine gewerbliche Photovoltaikanlage. Zur Finanzierung heisst es lediglich, das Unternehmen berate zu Fördergeldern und biete unterschiedliche Finanzierungsoptionen, bei Bedarf auch mit eigener Investition. Ohne eine unverbindliche Projektanfrage über das eigene Kontaktformular lässt sich keine Kostenindikation gewinnen.

Wie es sich einordnet

Innerhalb dieser Kategorie positioniert sich Fortis Solar klar als Entwickler und Betreiber für grosse Gewerbedächer, nicht als Installationsbetrieb für kleinere Anlagen. Die 6 dokumentierten Referenzprojekte verteilen sich über mehrere Kantone der Ost- und Zentralschweiz und über drei Ausführungsjahre, was für ein Unternehmen dieser Grösse auf eine kontinuierliche Auftragslage hindeutet. Die defekte Zähleranzeige auf der eigenen Startseite ist dagegen ein Schönheitsfehler, der bei einem Unternehmen, das ausdrücklich mit "Fakten schwarz auf weiss" wirbt, unnötig ist und die eigene Glaubwürdigkeit an dieser einen Stelle schwächt.

Für wen sich das Unternehmen eignet

Fortis Solar passt zu Eigentümern grosser Gewerbe-, Industrie- oder Logistikgebäude in der Ost- und Zentralschweiz, die eine Solaranlage nicht selbst planen und finanzieren wollen, sondern den gesamten Prozess von der Projektentwicklung bis zum laufenden Betrieb an einen einzigen Partner abgeben möchten. Für eine kleinere Anlage auf einem Einfamilienhaus oder einem kleinen Gewerbebetrieb mit wenig Dachfläche ist das Unternehmen mit seinem Fokus auf grossflächige Referenzprojekte wie Kindlimann AG eher nicht die richtige Adresse.

Verdict

Mit dem Kindlimann-Projekt und 6 weiteren, klar nach Status und Jahr dokumentierten Referenzen zeigt Fortis Solar eine reale Projektpipeline für gewerbliche Grossanlagen in der Ost- und Zentralschweiz. Wer sich vor der Kontaktaufnahme eine Vorstellung von der tatsächlichen Anlagengrösse in kWp machen will, wird von der eigenen Website allerdings im Stich gelassen: Die dafür vorgesehenen Zahlen werden schlicht nicht angezeigt, weder bei den Referenzprojekten noch bei den zusammenfassenden Kennzahlen auf der Startseite.

Mehr aus Gewerbe & Grossanlagen

Alle ansehen