Baobab Energy Sàrl

Valais central · seit 2017

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Baobab Energy Sàrl wirbt mit einem einzigen, konsequent durchgehaltenen Versprechen: 100 Prozent der Leistungen werden intern erbracht, inklusive Gerüstbau, ohne Subunternehmer. Das Unternehmen ist seit 2017 im zentralen Wallis aktiv und trägt das Label «Les Pros du Solaire» von Swissolar. Eine physische Adresse veröffentlicht die Website nicht, dafür aber eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse sowie die Angabe, in mehr als 35 Dörfern im zentralen Wallis präsent zu sein. Auf der Startseite fragt die Firma Besucherinnen und Besucher direkt, ob ihr Dach gut ausgerichtet ist («Mon toit est-il bien orienté?»), und verweist sie an die eigenen Fachleute, ein niederschwelliger Einstieg für alle, die noch gar nicht wissen, ob sich ihr Gebäude überhaupt für eine Anlage eignet.

Eine Bildergalerie unter «Une sélection de nos dernières installations photovoltaïques», eine Auswahl der jüngsten Photovoltaikinstallationen, zeigt realisierte Anlagen unter anderem in Réchy und Noës sowie mehrfach mit der allgemeinen Ortsangabe Valais, konkrete Gemeindenamen also, auch wenn die Bildunterschriften selbst nur allgemeine Werbesätze zu Umweltschutz, Einsparungen und Immobilienwert enthalten und keine technischen Angaben zu Leistung oder Kosten der einzelnen Projekte liefern.

Konkret bietet Baobab 3 Produktlinien an: Photovoltaikanlagen für Dächer, Batteriespeicher zur Zwischenspeicherung von überschüssigem Solarstrom und Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Bei allen drei Bereichen nennt die Website öffentlich tatsächliche Einstiegspreise statt vager, unverbindlicher Angaben: Eine schlüsselfertige Photovoltaikanlage für Privatpersonen, Stockwerkeigentümergemeinschaften und Unternehmen kostet laut Website ab CHF 9000, eine Ladestation für Privatpersonen oder eine Lösung für eine Stockwerkeigentümergemeinschaft ab CHF 1200. Nach Angaben der Firma reichen für eine Familie mit 5 Personen weniger als 40 Quadratmeter Solarpanels aus.

Ein Abo statt einer Zahlung in einer Summe

Neben der klassischen Kaufinstallation führt Baobab unter der Marke FlexiSun ein eigenes Abonnementmodell: eine Photovoltaikinstallation im monatlichen Abo, ohne grosse Anfangsinvestition, ab CHF 199 pro Monat. Das Modell ist im strukturierten Datenblock der Website als eigene Dienstleistung der Firma ausgewiesen, nicht als Angebot eines Drittanbieters, auch wenn der Name FlexiSun auf den ersten Blick nach einer separaten Marke klingt. Für Kundschaft, die nicht CHF 9000 auf einen Schlag investieren will oder kann, ist das eine Alternative zur klassischen Zahlung in einer Summe, wenn auch mit den üblichen Abwägungen eines Abos gegenüber einem Kauf, welche Bedingungen bei einem Umzug gelten oder wie sich die Eigentumsverhältnisse an der Anlage über die Laufzeit entwickeln, die die Website selbst nicht weiter vertieft. Ein eigenes Video zu FlexiSun ist auf der Startseite verlinkt, was zeigt, dass die Firma dem Abo-Modell ein eigenes Gewicht neben der klassischen Installation gibt statt es nur als Randnotiz zu erwähnen.

Zur Wirtschaftlichkeit macht Baobab eine konkrete Aussage: Die Website beziffert die Amortisationszeit einer Anlage mit 6 bis 8 Jahren und gibt an, dass 30 bis 40 Prozent des Anlagepreises durch Subventionen und weitere steuerliche Vorteile gedeckt würden, mit einem Maximalwert von bis zu 40 Prozent. Weder die genaue Berechnungsgrundlage der Amortisationszeit noch die einzelnen kantonalen Förderprogramme werden auf der Website konkret benannt.

Zahlen, die einen zweiten Blick verdienen

Auf der Startseite präsentiert Baobab eine Reihe von Kennzahlen zum eigenen Geschäft: mehr als 1000 realisierte Projekte, mehr als 200 installierte Ladestationen, mehr als 600 MWh erzeugte Energie, mehr als 1500 durchgeführte OIBT-Kontrollen und die bereits erwähnte Präsenz in mehr als 35 Dörfern. Diese 5 Zahlen stehen im Quellcode der Seite jeweils als feste Zielwerte eines animierten Zählers, sie sind also keine live berechneten Werte, sondern von der Firma selbst festgelegte Grössen. Auffällig ist die Zahl von über 1500 OIBT-Kontrollen im Verhältnis zu den übrigen Werten, mehr als die genannte Zahl an Projekten. Was diesen Unterschied erklärt, etwa mehrere Kontrollen pro Anlage über die Jahre, sagt die Website nicht.

Auf der Website tritt Baobab bewusst schlank auf: keine physische Adresse ist genannt, dafür aber das wiederholte Versprechen, sämtliche Arbeit inklusive Gerüstbau selbst und ohne externe Handwerker zu erledigen. Dieses Rundum-eigene-Team-Versprechen ist ein klar formuliertes Unterscheidungsmerkmal, das sich anhand der Website allein allerdings nicht unabhängig überprüfen lässt.

Für wen sich Baobab eignet

Am stärksten ist das Angebot für Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer im zentralen Wallis, die einen Fixpreis-Einstiegspunkt statt einer offenen Beratung ohne Richtwert suchen und die zwischen Kauf und Abo wählen wollen, statt nur eine einzige Finanzierungsform angeboten zu bekommen. Für Stockwerkeigentümergemeinschaften ist relevant, dass sowohl die Photovoltaikanlage als auch die Ladestation ausdrücklich auch für PPE-Strukturen angeboten werden, ein Detail, das nicht jede Firma auf der eigenen Startseite eigens ausweist, weil eine Anlage auf einem Mehrfamilienhaus rechtlich und organisatorisch anders läuft als bei einem freistehenden Einfamilienhaus mit einer einzigen Eigentümerschaft.

Wer stattdessen zuerst eine unabhängige, herstellerneutrale Beratung ohne vorgegebenes Produktportfolio sucht, findet auf der Website kein entsprechendes Angebot, Baobab präsentiert sich durchgehend als Anbieter eigener, klar geschnürter Pakete. Auch wer vor der ersten Kontaktaufnahme eine Liste konkreter Referenzprojekte mit Adresse, installierter Leistung und tatsächlichen Kosten einsehen möchte, wird auf der Website nicht fündig, die Bildergalerie zeigt zwar reale Ortsnamen, aber keine solchen technischen Detailangaben zu den einzelnen Anlagen.

Unterm Strich ist Baobab Energy ein junger, seit 2017 aktiver Walliser Betrieb, der sein zentrales Verkaufsargument, alles selbst zu machen, mit konkreten Einstiegspreisen und einem eigenen Abonnementmodell verbindet, 2 Details, die auf vergleichbaren Seiten eher selten so offen genannt werden wie hier. Die grosszügig gerundeten Kennzahlen zur eigenen Leistungsbilanz sollten Leserinnen und Leser als Firmenangaben und nicht als geprüfte Statistik lesen, während die genannten Einstiegspreise und die Amortisationsspanne konkrete, überprüfbare Ausgangspunkte für ein eigenes Angebot liefern.

Wer im zentralen Wallis wohnt und die Sache lieber mit einem klaren Fixpreis statt mit einer offenen Preisfrage angeht, bekommt so schon vor dem ersten Gespräch eine Grössenordnung, statt völlig blind in ein Erstgespräch gehen zu müssen, statt zuerst selbst herauszufinden, in welcher Grössenordnung sich eine Anlage überhaupt bewegt, bekommt bei Baobab mit den auf der Startseite genannten CHF 9000 als Einstieg einen konkreten Ankerpunkt, an dem sich ein eigenes Angebot später messen lässt. Die Kombination aus Kauf- und Abo-Option deckt zudem 2 sehr unterschiedliche finanzielle Ausgangslagen ab, Eigenkapital für eine Investition in einer Summe auf der einen Seite, ein monatlich budgetierbarer Betrag ohne grosse Anfangsinvestition auf der anderen, ein Zuschnitt, der sich eher an Privatpersonen und kleinere Stockwerkeigentümergemeinschaften richtet als an grössere Gewerbekunden mit eigener Finanzierungsabteilung und eigenem Treasury-Team.

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