ElectroSolar SA
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«Le soleil directement dans votre prise», die Sonne direkt in der eigenen Steckdose, so beschreibt ElectroSolar SA auf der eigenen Startseite sein Kerngeschäft. Das Unternehmen sitzt in Uvrier bei Sion und ist seit der Gründung 2013 auf die Installation von Photovoltaikanlagen spezialisiert. Es ist Mitglied bei Swissolar unter dem Label «Les Pros du solaire» und deckt neben dem Wallis auch die Kantone Freiburg und Waadt ab. Nach eigenen Angaben hat die Firmengemeinschaft bereits 200 Anlagen realisiert, die zusammen eine Jahresproduktion von 3500 MWh erreichen, was laut ElectroSolar dem Jahresverbrauch von 180 Haushalten entspricht. Diese Zahlen sind auf der Startseite als eigener Abschnitt «Qui sommes-nous» ausgewiesen und nicht nur beiläufig erwähnt, was auf ein Unternehmen hindeutet, das seine eigene Leistungsbilanz aktiv kommuniziert.
Das zentrale Versprechen von ElectroSolar lautet «une prestation clé en main, pas de sous-traitance»: eine Leistung aus einer Hand, ohne Subunternehmer. Konkret heisst das, dass die Firma jeden Schritt selbst ausführt, von der ersten Beratung bis zur laufenden Überwachung der Anlage, statt Teilarbeiten an Dritte weiterzureichen, wie es bei kleineren Handwerksbetrieben üblich ist. Der Ablauf gliedert sich in 6 Etappen. Zuerst analysiert ein Fachexperte vor Ort das Produktionspotenzial des Dachs und berät persönlich zur passenden Lösung. Danach folgt eine technische Projektstudie, die das System für die individuelle Situation berechnet, bevor das eigene Team Montage und elektrischen Anschluss übernimmt. Nach der Montage kümmern sich die eigenen Monteurinnen und Monteure um die Inbetriebnahme, sodass Kundinnen und Kunden ab diesem Zeitpunkt selbst produzierten Strom nutzen und dessen Produktion verfolgen können. Es folgt die Organisation der vorgeschriebenen elektrischen Kontrolle nach den geltenden Starkstrom-Installationsvorschriften, die auf der Website mit dem französischen Kürzel OIBT bezeichnet wird, und schliesslich ein Überwachungsmodul, mit dem Kundinnen und Kunden ihre Energieproduktion im Detail verfolgen können. Für die Erstberatung samt Konzept verspricht ElectroSolar ein kostenloses Angebot im Wert von CHF 500, ganz ohne Verpflichtung.
Rechtlich stützt sich die Firma auf die allgemeine Installationsbewilligung mit eidgenössischem Meisterdiplom sowie auf die Berechtigung, selbst nach den geltenden Normen zu kontrollieren. Für die Montage verwendet ElectroSolar nach eigener Aussage Material von Schweizer und europäischen Lieferanten. Ein Praxisbeispiel, das die Firma selbst beschreibt, ist ein Pilotprojekt in der Gemeinde St-Martin im Val d’Hérens: Zusammen mit der Fachhochschule HES-SO Sierre hätten 45 Grundeigentümerinnen und -eigentümer ein vergleichbares Vorgehen durchlaufen, wovon ElectroSolar mittlerweile mit 20 von ihnen an der Umsetzung der eigenen Photovoltaiklösung arbeitet. Das Unternehmen hofft, dieses Modell künftig auf einen Teil der insgesamt rund 400 Grundeigentümerinnen und -eigentümer der Westschweiz auszuweiten, die im gleichen Rahmen erfasst wurden. Ein solches Vorgehen unterscheidet sich deutlich von einer Einzelofferte für ein Einfamilienhaus, weil mehrere Dächer, mehrere Eigentümerschaften und eine externe Fachhochschule gleichzeitig koordiniert werden müssen, bevor überhaupt die erste Anlage montiert wird.
Am Hauptsitz in Uvrier steht ElectroSolar mit eigenem Personal für das Wallis gerade, während Freiburg und die Waadt über eine im Impressum genannte Partnerfirma abgedeckt werden: EnergieVerteSwiss Sàrl in Attalens, mit eigener Telefonnummer, eigener E-Mail-Adresse und eigener Website. ElectroSolar selbst betreibt also nur den einen Standort in Uvrier, für Wallis-Kundschaft ändert das nichts, sie hat direkten Zugriff auf das Kernteam am Hauptsitz.
Unabhängige Überwachungsportale
Auf der Unterseite zu den eigenen Lösungen beschreibt ElectroSolar ein Detail, das sich beim ersten Besuch der Startseite nicht zeigt: Die Firma arbeitet mit 2 verschiedenen Monitoring-Portalen von Drittanbietern, über die Kundinnen und Kunden nicht nur die eigene Anlage, sondern sämtliche von ElectroSolar in der Schweiz realisierten Installationen in ihrer laufenden Produktion verfolgen können. Diese Portale sind öffentlich verlinkt, ein Grad an Transparenz über die tatsächliche Leistung der eigenen Referenzen, den die reine Bildergalerie mit ihren allgemein gehaltenen Werbesätzen auf der Startseite allein nicht bietet. Beide Portale gehören etablierten Fremdanbietern aus der Solarbranche und nicht ElectroSolar selbst, was die Zahlen zusätzlich einordnet: Die Firma zeigt fremd erhobene Messdaten, statt eigene, intern erstellte Statistiken zu präsentieren, die sich schwerer nachprüfen liessen. Ergänzend beschreibt dieselbe Unterseite ein separates Überwachungsmodul, mit dem der verbrauchte, gespeicherte und ins Netz eingespeiste Strom pro Anlage einzeln ausgewiesen wird, über Web oder App.
Dieselbe Unterseite zeigt zudem, dass ElectroSolar Photovoltaik nicht auf das klassische Schrägdach beschränkt: Im Angebot sind auch Lösungen für historische Gebäude, Carports, Verglasungen, Fassaden, Zäune, Wintergärten und sogenannte Solarbäume sowie autonome Inselanlagen für Chalets, Boote, Wohnwagen oder Gartenhäuser, die ganz ohne Netzanschluss auskommen. Eine Finanzierung der Anlage bietet die Firma auf Anfrage an, konkrete Zinssätze oder Laufzeiten nennt die Website dazu nicht, sodass sich das nur im persönlichen Gespräch klären lässt. Für Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer mit einem denkmalgeschützten Gebäude oder einer ungewöhnlichen Dachform ist allein schon diese Bandbreite an Trägersystemen ein Argument, das über die reine Standardmontage auf einem geneigten Ziegeldach hinausgeht.
Für wen sich ElectroSolar eignet
Am stärksten ist ElectroSolar dort, wo Kundinnen und Kunden einen einzigen Ansprechpartner für Planung, Bau und späteren Betrieb wollen, statt Gewerke selbst zu koordinieren, und wo die spätere Produktion nachvollziehbar bleiben soll. Die eigene Erfahrung mit einem kommunalen Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit einer Fachhochschule zeigt zudem, dass die Firma auch grössere, koordinierte Vorhaben mit mehreren Grundstücken gleichzeitig stemmen kann, nicht nur Einzelaufträge für ein Einfamilienhaus.
Weniger geeignet ist ElectroSolar für Kundschaft, die zuerst online einen Richtpreis oder eine Amortisationsrechnung ermitteln möchte, bevor sie überhaupt Kontakt aufnimmt: Einen Solarrechner gibt es auf der Website nicht, und konkrete Preise pro Kilowattpeak oder eine Amortisationsdauer nennt ElectroSolar öffentlich ebenfalls nicht, diese Angaben bleiben offensichtlich dem persönlichen, kostenlosen Beratungsgespräch vorbehalten. Auch inhaltlich wirkt die Website an einigen Stellen nicht mehr ganz aktuell: Der Copyright-Vermerk im Fusszeilenbereich datiert auf 2022, und einzelne Blogeinträge auf der Startseite stammen aus den Jahren 2018 und 2019, ein Zeichen dafür, dass der Newsbereich der Seite seit einiger Zeit nicht mehr aktiv gepflegt wird.
Unterm Strich ist ElectroSolar eine seit ihrer Gründung 2013 am Markt etablierte, auf Photovoltaik fokussierte Firma mit Sitz mitten im Wallis, die ihr Leistungsversprechen, alles selbst zu machen, mit einer über 200 Anlagen umfassenden Erfahrung, einer Zertifizierung als «Pro du solaire» und öffentlich einsehbaren Produktionsdaten untermauert. Die Kombination aus lokaler Verankerung im Wallis, einem dokumentierten öffentlichen Referenzprojekt und nachprüfbaren Leistungsdaten macht ElectroSolar zu einer soliden Adresse für alle, die eine Anlage ohne mehrere separate Vertragspartner realisieren wollen.