ETron Engineering GmbH

Elisabethenanlage 7, 4051 Basel · seit 2021

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ETron Engineering verkauft keine Solarmodule und montiert auch keine. Die 2021 im Herzen von Basel gegründete GmbH ist ein Elektroplanungsbüro, das nach eigener Beschreibung als unabhängige Dienstleisterin im Elektroengineering auftritt und Bauherren, Generalplaner und weitere Partner bei sämtlichen Bedürfnissen rund um Elektroanlagen begleitet. Für wen sich das lohnt, wird klarer, wenn man sich anschaut, wofür die Firma tatsächlich engagiert wird: nicht um ein Dach mit Modulen zu belegen, sondern um eine Photovoltaikanlage in ein grösseres Bauprojekt hinein sauber zu planen, zu koordinieren und gegenüber Behörden und ausführenden Firmen zu vertreten.

Was die Firma wirklich anbietet

Die eigene Dienstleistungsliste liest sich technisch und ist entsprechend lang: Stark- und Schwachstromanlagen, Sicherheitsstromversorgung, Netzberechnungen und NISV, Beleuchtungsanlagen mit Minergie-Nachweis, ICT- und Kommunikationsanlagen, Brandschutzanlagen, Blitzschutz, Gebäudeautomation mit KNX und Smart Home, Alarmierungskonzepte, Parkleitsysteme, technische Fachkoordination zwischen Heizung, Lüftung, Klima, Gebäudeautomation und Elektro, und eben auch Photovoltaikanlagen und ZEV, also den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch. Dazu kommen 3D-Modelling, Batteriespeicheranlagen und, als eigener Punkt aufgeführt, Bauherrenberatung und -vertretung über sämtliche Leistungsphasen gemäss der Schweizer Planungsnorm SIA 108. Photovoltaik ist bei ETron also ein Teilgebiet unter vielen, eingebettet in die gesamte Elektroplanung eines Gebäudes, nicht das Kerngeschäft für sich allein.

Sechs Grundsätze statt Werbeversprechen

Auffällig ist, wie offen die Firma ihre eigene Arbeitsweise beschreibt. In einem selbst verfassten Manifest mit sechs Punkten schreibt ETron unter anderem, dass sie für den Qualitätserhalt bewusst ein begrenztes Auftragsvolumen in Kauf nimmt, statt um jeden Preis zu wachsen, und dass Wachstum erst stattfinden soll, wenn passende Fachkräfte verfügbar sind. Ein weiterer Punkt verspricht, dass Kostenangaben stets auf verfügbaren oder erarbeiteten Grundlagen basieren und offen dargelegt werden, statt Probleme zu verharmlosen. Ein dritter hält fest, dass die Firma langfristige Konzepte anstrebt, bei denen Investition und Amortisation im Gleichgewicht bleiben. Solche Selbstverpflichtungen sind naturgemäss nicht unabhängig überprüfbar, sie zeigen aber, welchen Anspruch die Firma öffentlich an sich selbst stellt, und decken sich mit dem Bild eines kleinen, auf Qualität statt Volumen setzenden Planungsbüros.

Ein Team mit klaren Rollen

Das Team besteht aus fünf namentlich genannten Personen: den beiden Geschäftsführern Yanik Gnägi und Antonino Santacroce, die beide auch als Projektleiter arbeiten, dazu Dritan Seydini als Projektleiter für Elektro und Photovoltaik sowie Loxone-Spezialist, Orlando Perri als Sachbearbeiter und Elektroplaner, und Marius Zwahlen als Elektroplaner und Junior-Projektleiter. Zwei offene Stellen für Projektleitung beziehungsweise Junior-Projektleitung in der Elektroplanung deuten darauf hin, dass die Firma aktuell wächst. Eine Gesamtzahl an Mitarbeitenden nennt die Website nirgends, die Aufzählung liest sich aber wie ein vollständiges Team und nicht wie ein Ausschnitt.

Referenzen mit echten Leistungsangaben

Auf der Referenzseite listet ETron zahlreiche Projekte, von denen mehrere direkt mit Photovoltaik zu tun haben und mit konkreten Zahlen belegt sind. Bei der Wohnüberbauung Magnolienpark plante die Firma eine Photovoltaikanlage mit 850 Glas-Glas-Modulen à 455 Watt, einer Gesamtleistung von 386 kW und einer Verteilanlage mit 630-Ampere-Einspeisung, kombiniert mit einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch. Beim Helvetia Campus Basel wurden für drei Gebäude separate Anlagen mit 58, 62 und 66 kWp geplant, dazu Blitzschutz, während für den Verwaltungsbau 2 desselben Campus zusätzlich 100 kWp sowie die gesamte Elektro- und Gebäudeautomationsplanung zu Buche stehen. Bei der Wohnüberbauung Badmatte in Oberentfelden, sechs Doppel-Mehrfamilienhäuser mit 131 Wohnungen, plante ETron eine 300-kWp-Anlage inklusive E-Mobilitätskonzept für die Aussenwohngruppen. Auch kleinere Projekte tauchen auf: Für ein Einfamilienhaus in Ramlinsburg wurde eine 8.58-kWp-Aufdachanlage vom Typ K2 auf 44 Quadratmetern realisiert. Diese Bandbreite, von der Einfamilienhausanlage bis zur mehrere hundert Kilowatt starken Überbauung, zeigt, dass sich ETron nicht auf eine Projektgrösse beschränkt.

Ein weiterer Beleg für die Reputation der Firma ist ein aktueller Wettbewerbserfolg: ETron holte den ersten Platz im Planerwahlverfahren für die Gesamtsanierung und Umnutzung der historischen Gebäude am Petersplatz 14 sowie der Hebelstrasse 1, 3 und 5 in Basel für die Universität Basel, ein Mandat, das die Fachplanung der Elektroanlagen und Gebäudeautomation umfasst. Beim Helvetia Campus Basel läuft zudem seit Januar 2022 ein eigenes Mandat für das Projekt-Qualitätsmanagement, zusätzlich zur reinen Elektroplanung.

Neben den reinen Photovoltaikmandaten taucht ETron auch bei grossen Bestandsbauten auf, ohne dass dort Solar im Vordergrund steht: Für den Novartis Campus Basel übernahm die Firma die Fachplanung respektive Fachbauleitung für die Sanierung der gesamten Raumautomation gleich an zwei Standorten, und im Gewerbepark Gretherpark Muttenz verantwortet sie das Projekt-Qualitätsmanagement für die Sanierung der Elektro-Infrastruktur samt diversen Mieterausbauten. Das zeigt, dass Photovoltaik und ZEV bei ETron eingebettet sind in ein deutlich breiteres Geschäft mit Elektroplanung für Bestandsbauten, nicht als isoliertes Zusatzangebot.

Der Partnerbereich, mit einer nötigen Korrektur

ETron betreibt für Bauherren und Elektrounternehmer einen eigenen Partnerbereich mit Merkblättern und Formularen. Wichtig ist hier eine Präzisierung: Anders als man aus einem reinen Link auf den Bauherren-Abschnitt schliessen könnte, liegen die Werkzeuge zur Solarplanung nicht in diesem Bauherren-Abschnitt selbst, dieser sammelt vor allem Formulare zu Gebäudeversicherung, Brandschutz und kantonalen Förderbeiträgen. Der Solarkataster für Basel-Stadt, das Pendant Geoview für Basel-Landschaft, ein Wirtschaftlichkeitsrechner von Swissolar und ein Leitfaden von Swissolar zum Eigenverbrauchszusammenschluss ZEV liegen stattdessen in einem eigenen Abschnitt zu Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, der sowohl Bauherren als auch Elektrounternehmern offensteht. Die Werkzeuge decken also beide Basler Halbkantone ab und sind nicht exklusiv für Bauherren reserviert, was die eigentliche Nützlichkeit des Portals eher noch erhöht, als sie einzuschränken.

Kosten und was fehlt

Einen Stundensatz, ein Honorarmodell oder eine Beispielrechnung für ein Planungsmandat veröffentlicht ETron nirgends, was für ein auf SIA-108-Leistungsphasen basierendes Ingenieurbüro nicht unüblich ist: Solche Honorare hängen stark vom Projektumfang ab und werden praxisüblich individuell offeriert. Wer eine reine Handwerkerofferte für eine einzelne Solaranlage sucht, ist bei ETron ohnehin an der falschen Adresse, die Firma plant und vertritt, sie baut nicht.

Für wen sich ETron eignet

ETron Engineering passt zu Bauherrschaften und Generalplanern, die bei einem grösseren Bau- oder Sanierungsprojekt in der Region Basel eine unabhängige Elektroplanung inklusive Photovoltaik und ZEV brauchen und dabei jemanden wollen, der die eigenen Interessen gegenüber Installationsfirmen und Behörden vertritt. Für private Einfamilienhausbesitzer mit einer einzelnen, unkomplizierten Dachanlage ist das Angebot in der Regel überdimensioniert, es sei denn, das Vorhaben ist Teil eines grösseren Umbaus, wie das Beispiel Ramlinsburg zeigt. Wer sich einen ersten Überblick über die eigenen Fördermöglichkeiten in Basel-Stadt oder Basel-Landschaft verschaffen will, findet im öffentlich zugänglichen Teil des Partnerbereichs zumindest die passenden externen Werkzeuge verlinkt, unabhängig davon, ob am Ende ein Auftrag zustande kommt.

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