Petesa GmbH
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Auf der eigenen Website wirbt Petesa GmbH aus Basel damit, "Alle rechnen schön. Kaum jemand rechnet ehrlich." Der Satz ist eine klare Ansage an die Konkurrenz, aber auch ein Massstab, an dem sich die Firma selbst messen lassen muss: Wer so auftritt, sollte auf der eigenen Seite auch tatsächlich Bandbreiten statt Wunschzahlen zeigen. Genau das tut Petesa bei den beiden veröffentlichten Projektbeispielen.
Was es ist
Petesa GmbH sitzt an der Neuweilerstrasse in Basel und plant und installiert nach eigener Aussage seit ihrer Gründung im Jahr 2012 Solar- und Elektroanlagen. "Seit unserer Gründung im Jahr 2012 realisieren wir Solar- und Elektroanlagen mit einem klaren Anspruch: sauber geplant, fachgerecht umgesetzt und realistisch gerechnet", schreibt die Firma über sich selbst. An anderer Stelle auf derselben Seite ist dagegen von "Über 8 Jahre Erfahrung in Solar- und Elektroinstallationen" die Rede. Beide Angaben stehen nebeneinander auf der Website und widersprechen sich: Aus dem Gründungsjahr 2012 ergeben sich inzwischen deutlich mehr als 8 Jahre Tätigkeit. Welche der beiden Angaben aktuell ist, lässt sich von aussen nicht auflösen, die Website selbst trifft dazu keine Aussage.
Was man bekommt
Der zentrale Unterschied zu vielen anderen Anbietern liegt laut Petesa nicht im verbauten Produkt, sondern in der Art, wie gerechnet wird. Die Firma wirbt ausdrücklich mit konservativen Ertragsannahmen statt Wunschzahlen, mit Bandbreiten statt fixer Versprechen, mit realistischen Eigenverbrauchsquoten und mit der Berücksichtigung von Wartung, Alterung und späteren Ersatzinvestitionen. Konkret zeigt sich das an zwei auf der Website veröffentlichten Projekten. Bei einem Einfamilienhaus in Basel mit Satteldach in Süd-West-Ausrichtung nennt Petesa eine Anlagenleistung von 9.2 kWp, einen Jahresertrag von 8'900 bis 9'200 kWh, einen Eigenverbrauch von rund 30 bis 35 Prozent, einen Autarkiegrad von rund 35 bis 40 Prozent und eine Amortisation von 17 bis 19 Jahren. Eine Batterie wurde für dieses Haus laut Firma bewusst nicht empfohlen, weil sie die Amortisation deutlich verlängert hätte. Bei einer Gewerbeimmobilie in der Zentralschweiz mit Flachdach und Ost-West-Aufständerung nennt die Website eine Anlagenleistung von rund 11 bis 14 kWp verteilt auf 28 bis 36 Module, einen Jahresertrag von rund 10'000 bis 13'000 kWh und eine Amortisation von 16 bis 19 Jahren, ebenfalls ohne Batterie, um eine gleichmässige Stromproduktion über den Tag zu erreichen statt Zusatzkosten für einen Speicher zu tragen, der sich bei diesem Verbrauchsprofil nicht gelohnt hätte.
Bei der Installation setzt Petesa nach eigener Aussage auf eigene Montageteams statt auf Subunternehmer: "Eigene Installations-Teams, keine Subunternehmer", heisst es dazu auf der Website. Neben der eigentlichen Solaranlage bietet die Firma auch Wartung, Reinigung und Funktionsprüfungen durch das eigene Team sowie ein Live-Monitoring-System an, mit dem sich die aktuelle Stromproduktion jederzeit online verfolgen lässt. Dass dieselben Leute planen, montieren und später auch warten, bedeutet zugleich, dass eine Kundin oder ein Kunde bei einem Problem nach der Inbetriebnahme nicht zwischen Verkäufer, Subunternehmer und Serviceabteilung vermitteln muss, sondern einen einzigen Ansprechpartner über die gesamte Lebensdauer der Anlage behält.
Was auffällt
Besonders deutlich wird die eigene Rechenlogik in der FAQ-Sektion der Website. Auf die Frage, ob eine Batterie zwingend nötig sei, antwortet Petesa mit einem klaren Nein und erklärt, dass sich eine Batterie nur bei sehr hohem Eigenverbrauch und einem passenden Verbrauchsprofil überhaupt amortisiere. In vielen Einfamilienhäusern verlängere eine Batterie die Amortisation deutlich, und genau dann rate man aktiv davon ab, auch wenn dadurch ein Zusatzauftrag entfällt. Bei den Ertragsprognosen verweist die Firma explizit darauf, mit realen Wetterdaten, konservativen Leistungsannahmen und der Alterung der Module zu rechnen, und nennt als Beispiel für den eigenen Ansatz die Formulierung "8'900 – 9'200 kWh statt 'garantiert 10'500 kWh'". Zur Lebensdauer der Komponenten schreibt Petesa: Solarmodule halten laut eigener Angabe 25 bis 30 Jahre und länger, Wechselrichter meist 12 bis 15 Jahre, die Unterkonstruktion oft länger als das Dach selbst. Bei Google weist die Firma nach eigener Darstellung, geprüft über den Dienst Trustindex, die Bewertung "Ausgezeichnet" aus 15 Bewertungen aus, mehrere Kundenstimmen loben dabei ausdrücklich die ehrliche statt beschönigende Beratung.
Wie es organisiert ist
Der Ablauf ist auf der Website in vier Schritten beschrieben: eine schnelle Online-Offerte, eine individuelle Offerte innert 48 Stunden, die technische Planung samt Bewilligungen und Netzbetreiber-Anmeldung, und schliesslich Montage und Inbetriebnahme. Kontakt ist laut Website telefonisch von Montag bis Freitag zwischen 08 und 17 Uhr möglich. Eine konkrete Mitarbeiterzahl über die reine Erfahrung an Jahren hinaus nennt die Website nicht.
Was es kostet
Konkrete Preise pro Kilowattpeak oder eine Preisliste veröffentlicht Petesa nicht, was bei individuell geplanten Anlagen nicht unüblich ist. Stattdessen liefert die Firma die beiden oben genannten Beispielrechnungen samt Amortisationsspanne, die sich auf 16 bis 19 Jahre belaufen, je nach Objekt. Damit lässt sich zumindest grob abschätzen, in welchem Zeitrahmen sich eine vergleichbare Anlage rechnen könnte, eine verbindliche Aussage zu den eigenen vier Wänden ersetzt das aber nicht, dafür ist laut Website eine individuelle Offerte nötig.
Wie es sich vergleicht
Im Vergleich zu Anbietern, die auf der eigenen Seite mit einer einzelnen, optimistischen Ertragszahl werben, sticht Petesa dadurch heraus, dass beide veröffentlichten Beispiele als Bandbreite und nicht als Punktwert angegeben sind, und dass eine Batterie in beiden Fällen ausdrücklich nicht verbaut wurde, weil sie sich nicht gerechnet hätte. Das lässt sich als Beleg für die eigene "ehrliche Planung" lesen, es bedeutet aber auch, dass wer unbedingt eine Speicherlösung möchte, in den Beispielen der Firma keine passende Referenz findet, sondern das im persönlichen Gespräch klären muss.
Für wen sich das eignet
Petesa passt gut zu Eigenheimbesitzerinnen und -besitzern in der Region Basel sowie zu kleineren Gewerbeimmobilien, die vor einer Kaufentscheidung realistische statt beschönigte Zahlen sehen wollen und bereit sind, auf eine Batterie zu verzichten, wenn sie sich nicht rechnet. Wer dagegen von vornherein eine möglichst hohe Autarkie mit Speicher anstrebt, unabhängig von der reinen Wirtschaftlichkeit, sollte das im Erstgespräch klar ansprechen, da die veröffentlichten Referenzen genau in die andere Richtung zeigen.
Fazit
Petesa GmbH positioniert sich konsequent gegen Ertragsprognosen, die auf dem Papier besser aussehen als im Alltag. Die beiden veröffentlichten Projektbeispiele mit klaren Bandbreiten statt Bestwerten und der offenen Abkehr von der Batterie in beiden Fällen stützen diese Positionierung mit konkreten Zahlen statt nur mit einem Werbeversprechen. Ein Punkt bleibt unklar: Ob die Firma seit 2012 oder seit über 8 Jahren am Markt ist, sagt die Website an zwei Stellen zwei unterschiedliche Dinge, ein Detail, das sich im Gespräch mit der Firma leicht klären liesse, das aber in dieser Form auf der Website stehen bleibt.