SolarEcos GmbH
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Bettingen ist eine der kleinsten Gemeinden des Kantons Basel-Stadt, kaum mehr als ein Dorf am Fuss des Tüllinger Hügels, direkt an der Grenze zu Deutschland. Genau dort, an der Steinengasse 2, hat SolarEcos GmbH ihren Sitz. Die Website ist ein einfacher Jimdo-Baukasten ohne viel Schnickschnack, aber wer weiterliest, findet einen Geschäftsführer mit einem für einen Kleinbetrieb ungewöhnlich internationalen Werdegang.
Wer dahintersteht
Geschäftsführer Christian Gyr ist diplomierter Umweltnaturwissenschaftler der ETH mit Studienschwerpunkt Energieversorgung und -verbrauch. Seit 2009 arbeitet er nach eigenen Angaben in der Solarbranche: Von 2008 bis 2016 leitete er Projekte und Ausbildungen in Solarenergie bei Greenpeace International, von 2013 bis 2019 war er Geschäftsführer des PV-Startups Cameroon Solar Solutions, 2019 liess er sich an der TF Bern zum Solarteur ausbilden, und von 2020 bis 2023 verantwortete er die Projektleitung Photovoltaik bei der Solaik GmbH. Zweite feste Grösse im Team ist Alex Rodrigues, diplomierter Betriebsökonom HEG und Finanzfachmann, der laut Website seit 2004 in Energie- und Nachhaltigkeitsprojekten arbeitet und bei SolarEcos Marketing und Projektleitung übernimmt. Ergänzt wird das Duo, so die Website, durch ein Team von Installateuren aus verschiedenen Berufen: Solarinstallateur, Dachdecker, Elektriker, Sanitär.
Für die Montage selbst braucht es in der Schweiz eine Installationsbewilligung des Eidgenössischen Starkstrominspektorats ESTI nach Art. 14 der Niederspannungs-Installations-Verordnung. SolarEcos nennt auf der Über-uns-Seite die eigene Bewilligungsnummer, SOB 336944-1, mit Christian Gyr als Inhaber, und verweist zur Kontrolle auf das öffentliche ESTI-Verzeichnis. Das ist eine Angabe, die man nicht bei jedem Kleinbetrieb findet, und sie lässt sich unabhängig nachschlagen.
Was die Firma anbietet
SolarEcos beschreibt sich selbst als Solartechnik-Expertin, die massgeschneiderte Lösungen für individuelle Energiebedürfnisse anbietet und Solaranlagen in, so der eigene Wortlaut, bester Qualität liefert und installiert. Konkret heisst das laut der Leistungen-Seite: Planung, Installation und Inbetriebnahme schlüsselfertiger Anlagen, in allen gängigen Varianten, von der reinen Netzeinspeisung über einen zusätzlichen Batteriespeicher für höheren Eigenverbrauch bis zur Notstromfunktion für mehr Autonomie bei einem Stromausfall. Die administrative Abwicklung, von der Baubewilligung bis zur Anmeldung der Fördergelder und der Einspeisevergütung, übernimmt die Firma nach eigener Aussage ebenfalls.
Zur Qualitätssicherung schreibt SolarEcos, dass sie bereits bei einer realistischen Planung und der Wahl bewährter Komponenten beginnt, sich über eine fachgerechte Installation ohne Kollateralschäden fortsetzt und erst bei der Übergabe endet: mit Instruktion der Kundschaft und einer vollständigen Anlagedokumentation. Kommt es dennoch zu einem Defekt, verspricht die Website eine schnelle Diagnose und, je nach Fall, Ersatz oder Reparatur.
Dazu kommt eine Anlageüberwachung, die laut Website nicht nur einen kompletten Wechselrichterausfall meldet, sondern auch einen Minderertrag durch Modulfehler erkennt, Fehlermeldungen per Mail verschickt und die Erträge täglich, monatlich oder jährlich auf einem Online-Portal sichtbar macht. Bei der Wartung nennt SolarEcos ein konkretes Ziel: Eine Anlage soll 25 Jahre oder länger Strom produzieren, wofür eine mindestens jährliche Sichtkontrolle empfohlen wird. Diese erfasst mechanische Veränderungen der Unterkonstruktion, Verschmutzung, Hotspots, Delaminierung, Glasbruch, Kabelschäden und Korrosion, ergänzt bei Bedarf durch elektrische Messungen wie Isolationswiderstand, Kennlinien-Messung, Thermographie oder Elektrolumineszenz. Bei begrünten Flachdach-Anlagen weist die Website auf ein Detail hin, das man leicht übersieht: Bewuchs kann Module teilweise beschatten, und die dadurch entstehenden Zelltemperaturen können gegen 100 Grad erreichen, weshalb solche Anlagen regelmässig gemäht und gejätet werden müssen.
Was es kostet
Zahlen nennt SolarEcos konkreter als viele Mitbewerber. Für eine schlüsselfertige Anlage bis 12 kWp rechnet die Firma mit rund CHF 3'000 Investition pro kWp, exklusive Mehrwertsteuer, bei optimaler Modulausrichtung und ohne Batteriespeicher oder Smart-Energy-Technik. Nach Installation und erfolgreicher Kontrolle lassen sich die Bundesfördergelder über Pronovo geltend machen, und die Investition kann laut Website vollumfänglich von den Steuern abgezogen werden.
Zum Thema Eigenverbrauch liefert die Smart-Energy-Seite eine eigene kleine Tabelle mit Richtwerten: Ohne jede Optimierung liegt der Eigenverbrauch bei 20 bis 40 Prozent, mit Batteriespeicher steigt er auf 50 bis 80 Prozent, und wer zusätzlich grosse Verbraucher wie Warmwasser, Wärmepumpe oder Elektroauto einbindet, kommt laut dieser Tabelle auf 60 bis 90 Prozent.
Die Referenzliste als Leistungsnachweis
Statt Hochglanzfotos zeigt SolarEcos auf der Referenzenseite eine nüchterne technische Liste von 11 Anlagen, komplett mit Leistung, Jahresertrag und verbauten Komponenten. Die grösste, in Möhlin AG, kommt auf 31.08 kWp und 28'750 kWh Jahresertrag mit Sunpower-Modulen und 2 BYD-B-Box-Speichern zu je 11.0 kWh. Die kleinste, in Movelier JU, liegt bei 9.62 kWp mit LG-Modulen und einem sonnen-Speicher. Dazwischen finden sich Anlagen in Witterswil, Oberdiessbach, Liestal, Rünenberg, Lengnau, Rodersdorf und Diepflingen, dazu eine im eigenen Bettingen: 12.0 kWp, Solyco-Module und ein BYD-B-Box-Speicher samt Notstrom-Umschaltung. Als Modulmarken tauchen in der Liste unter anderem LG, Trina, Axitec, Sunpower und Jasolar auf, bei den Wechselrichtern vor allem Fronius und SMA, vereinzelt auch SolarMax. Auffallend oft kombiniert die Liste Fronius- oder SMA-Wechselrichter mit BYD-Speichern auf einem Novotegra-Topfix-Montagesystem, was eher auf ein enges, bewährtes Komponenten-Set als auf ständige Neuerfindung schliessen lässt. Mehrere Anlagen, etwa in Rünenberg und Möhlin, kombinieren das zusätzlich mit einer Ladestation fürs Elektroauto.
Energieberatung und Afrika-Engagement
Neben der Photovoltaik bietet SolarEcos auch klassische Energieberatung an: den Gebäudeenergieausweis der Kantone GEAK, die Beurteilung Energetisch Wirtschaftlich Investieren EnWI bei Gebäudesanierungen, und einfache Stromspar-Analysen für Haushalte. Ungewöhnlich für einen Basler Kleinbetrieb ist der Auslandbezug auf der Ressourcen-Seite: SolarEcos nennt dort Cameroon Solar Solutions und EndaSolar Energy Solutions als Kooperationspartner für ländliche Elektrifizierung in Kamerun, Zentralafrika und Tansania. Cameroon Solar Solutions ist dieselbe Firma, die Christian Gyr laut seinem eigenen Lebenslauf von 2013 bis 2019 leitete, bevor er 2019 seine Solarteur-Ausbildung in Bern machte. Als nützliche Links verweist die Website ausserdem auf Swisssolar als Branchenverband Solar, das Netzwerk Photovoltaik-Gutachter Schweiz und Pronovo als Vollzugsstelle für die PV-Förderung, Referenzen, die man nicht bei jedem kleinen Installateur verlinkt findet.
Verdict
Die Schattenseite bleibt der Webauftritt selbst: ein einfacher Jimdo-Baukasten ohne Kundenstimmen und ohne Fotos laufender Baustellen, und die Firma nennt kein Gründungsjahr, nur den Einstieg des Geschäftsführers in die Branche 2009. Wer aber die nüchterne Referenzliste und die klare Kostenangabe pro kWp gegen die Hochglanzversprechen mancher grösserer Anbieter hält, bekommt hier einen Kleinbetrieb mit nachvollziehbarem Leistungsausweis, einer offiziellen ESTI-Bewilligung und einem Geschäftsführer, dessen Werdegang sich Station für Station belegen lässt. Wer in Bettingen oder Umgebung baut, erreicht die Firma unter +41 61 601 07 77 und kann sich vorab anhand der Referenzliste selbst ein Bild davon machen, welche Komponenten für ähnlich grosse Dächer infrage kommen.