Suncontract GmbH
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Die eigene Website von Suncontract GmbH sagt es selbst, unverblümt: "Die neue Website befindet sich im Aufbau, kommen Sie später wieder vorbei." 5 Unterseiten, keine Fotos, keine Kundenstimmen. Wer daraus schliesst, hier gebe es wenig zu holen, würde sich täuschen. Auf den wenigen Seiten, die es gibt, erklärt die Firma präziser als die meisten Mitbewerber, was sie technisch tut und warum.
Wer die Firma ist
Suncontract beschreibt sich selbst als "SOLAR PROFI" und baut nach eigenen Angaben seit 15 Jahren Fotovoltaikanlagen. Die Firma nennt kein Gründungsjahr, nur diese Zeitspanne, weshalb sich daraus kein genaues Datum ableiten lässt. Geführt wird das operative Geschäft von 2 Standorten aus: einem Büro an der Eulerstrasse 15 in Basel und einer Werkstatt mit Lager an der Schorenweg 9 im nahen Arlesheim. Diese Trennung zwischen Planungsbüro in der Stadt und Werkstatt im Umland ist bei einem Kleinbetrieb dieser Grösse kein Zufall, sondern spricht für eine Firma, die tatsächlich selbst montiert und lagert, statt reine Vermittlungsarbeit zu leisten.
Die eigene Konstruktion für Gründächer
Der technische Schwerpunkt der Firma liegt auf aufgeständerten Anlagen auf begrünten Dächern. Die Website erklärt den Hintergrund direkt: Aufgrund der Erfahrungen mit Ost-West-Standardkonstruktionen hat Suncontract eine eigene Konstruktion entwickelt, die im Vergleich mit Standardanlagen mehr Ertrag liefert und weniger Unterhalt benötigt. Auf einem begrünten Flachdach sitzt eine gewöhnliche, flach aufgeständerte Ost-West-Anlage nah an der Substratschicht und der Bepflanzung, was Wartung und Bewuchskontrolle erschwert. Eine höher aufgeständerte, eigens entwickelte Unterkonstruktion schafft dort mehr Abstand zur Vegetation, ohne auf den Ertragsvorteil einer geneigten Ausrichtung zu verzichten, was laut Website den tieferen Unterhaltsaufwand erklärt. Für Kundschaft, die das nicht will oder deren Dach dafür nicht infrage kommt, baut Suncontract ausdrücklich auch alle anderen gängigen Anlagenvarianten.
Was Suncontract realisiert
Auf der Seite Realisierung fasst die Firma ihr Angebot zusammen: Sie realisiert Fotovoltaikanlagen mit oder ohne Speicher, für einzelne Nutzer oder für einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), und analysiert dafür gemeinsam mit der Kundschaft die Situation vor Ort, um die optimale Lösung zu erarbeiten. Für Gewerbebetriebe mit hohen Stromrechnungen bietet Suncontract eine Lastganganalyse des Stromverbrauchs an, um den Effekt eines Stromspeichers zu berechnen, bevor investiert wird. Ein Speicher lässt sich dabei auch unabhängig von einer Fotovoltaikanlage installieren, um die Netzgebühren zu kappen und die Netzbelastung zu vermindern, denn Betriebe mit Lastgangmessung bezahlen in der Regel eine hohe monatliche Gebühr für den höchsten Leistungsbezug innerhalb einer Viertelstunde. Solche reinen Speicherlösungen hätten laut Website teilweise eine sehr kurze Amortisationszeit, wobei die Firma dafür keine konkrete Zahl nennt. Für die richtige Dimensionierung analysiert Suncontract die Lastgangdaten mehrerer Jahre und simuliert den Effekt des Speichers vorab, statt nach Bauchgefühl zu planen.
Wohin der Strom fliesst, wenn er nicht sofort verbraucht wird
Auf der Seite zu den Fotovoltaikanlagen erklärt Suncontract den Weg des erzeugten Stroms Schritt für Schritt, statt es bei einem allgemeinen Verweis auf "sauberen Strom" zu belassen. Direkt im Gebäude versorgt die Anlage Maschinen und Lampen, und ist ein Elektroauto vorhanden, lässt sich dieses über eine Ladestation ebenfalls mit dem selbst erzeugten Strom laden. Der Eigenverbrauch der produzierten Elektrizität sei, so die Website wörtlich, die energetisch sinnvollste und ökonomisch rentabelste Verwendung des Stroms. Wird der Strom nicht auf diese Weise gebraucht, fliesst er ins öffentliche Netz und wird dort zum jeweiligen Rückliefertarif des Energieversorgers vergütet, was in der Regel deutlich weniger einbringt als der eigene Verbrauch. Erst der sinnvolle Aufbau einer Anlage mit Speicher, die Integration und Steuerung der direkten Verbraucher im Haus und optional die Kommunikation mit weiter entfernten Verbrauchern über ZEV, vZEV oder LEG ergebe, so die Website, eine wirklich nützliche Einrichtung, eine Formulierung, die zeigt, dass Suncontract eine Solaranlage als Gesamtsystem verkauft und nicht nur als Dach voller Module.
Speicherlösungen im Detail
Auf der eigenen Seite zum Thema Speicher erklärt Suncontract, wie ein Stromspeicher im Zusammenhang mit einer Fotovoltaikanlage funktioniert: Tagsüber produzierter, nicht sofort selbst genutzter Strom wird zwischengespeichert und später, bei wenig Sonneneinstrahlung oder in der Nacht, wieder abgegeben. Das entlastet das Netz und erhöht den Eigenverbrauch, was den energetischen und finanziellen Nutzen der eigenen Produktion vergrössert. Ein Speicher kann laut Suncontract auch eigenständig sinnvoll sein, unabhängig von einer Fotovoltaikanlage, wenn ein Betrieb hohe Gebühren für stark schwankenden Lastgang bezahlt. Wird der Speicher richtig dimensioniert und konfiguriert, amortisiere sich die Investition, so die Website, in wenigen Jahren, wobei auch hier keine genaue Zahl publiziert wird. Auch im Zusammenhang mit ZEV, vZEV oder einer LEG könne ein Speicher sinnvoll sein.
ZEV, vZEV und LEG erklärt
Ungewöhnlich ausführlich für eine so schlanke Website erklärt Suncontract die 3 rechtlichen Modelle, mit denen Nachbarn selbst produzierten Strom teilen können, und macht damit deutlich, dass die Firma nicht nur Einzeldächer, sondern auch Zusammenschlüsse plant. Ein ZEV, ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, liegt vor, wenn mehrere Zähler verschiedener Verbraucher hinter einem gemeinsamen Hauptzähler liegen, der allein gegenüber dem Verteilnetzbetreiber abgerechnet wird, vorausgesetzt mindestens 10 Prozent der gesammelten Anschlussleistung stammt aus erneuerbarer Produktion. Ein vZEV, ein virtueller ZEV, ist laut Suncontract gesetzlich seit dem 1.1.2025 möglich und braucht anders als ein klassischer ZEV keinen gemeinsamen Sammelzähler mehr, weil die Zählerdaten vom Verteilnetzbetreiber geliefert werden, was aufwändige elektrische Installationen erspart. Er bleibt aber auf den Bereich der eigenen Anschlussleitungen begrenzt, maximal bis zur Verteilkabine. Eine LEG, eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft, wird laut Website ab dem 1.1.2026 möglich und erlaubt Nutzenden innerhalb derselben Gemeinde und desselben Netzbetreibers, auch das öffentliche Verteilnetz für den gemeinsamen Verbrauch zu nutzen, gegen eine leicht reduzierte Netzgebühr. Die genauen Bedingungen dafür will der Bund laut Suncontract im Lauf des Jahres 2025 bekanntgeben. Wer diese 3 Modelle so präzise samt Stichtag auseinanderhält, hat sich offensichtlich damit befasst, statt sie nur als Schlagworte auf die Website zu setzen.
Verdict
Der grösste Einwand liegt auf der Hand: Die Website selbst nennt sich unfertig, es gibt keine Referenzprojekte, keine Preisangaben und keine Fotos vergangener Arbeiten, sodass sich die Qualität der Ausführung von aussen nicht beurteilen lässt. Was die wenigen Seiten aber zeigen, ist eine Firma, die eine echte technische Nische besetzt (die eigene Aufständerung für Gründächer) und ihre Kundschaft nicht mit Marketingfloskeln, sondern mit einer sauberen, aktuellen Erklärung der Schweizer Eigenverbrauchsmodelle abholt. Wer sich für Suncontract interessiert, sollte vor der Offerte gezielt nach abgeschlossenen Projekten fragen, telefonisch unter 061 273 20 80 oder an einer der beiden Adressen in Basel und Arlesheim.