AVOLTAVI
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Die meisten Angaben zu "jahrelanger Erfahrung" auf Solar-Websites lassen sich nicht überprüfen: eine runde Zahl, kein Name, keine Quelle. Bei AVOLTAVI aus Bulle ist das anders, weil die Firma eine Person konkret benennt. Auf der eigenen Seite steht wörtlich: "Lucien à installer sa première installation photovoltaïque en 2001, dans sa fabrique de production à côté de Munich. Convaincu par les énergies renouvelables, il a développé depuis +4000 installations photovoltaïques en Belgique dans un schéma d'autoconsommation." Übersetzt: Lucien Alain Aoudia, Mitgründer und Geschäftsführer von AVOLTAVI, installierte seine erste Photovoltaikanlage 2001 in einer Produktionsfabrik bei München und hat seither mehr als 4000 Eigenverbrauchsanlagen in Belgien gebaut. Seit 2012 berät er zudem Unternehmen bei deren Energieentwicklung, und bei AVOLTAVI wählt er die Lieferanten aus, um Kundinnen und Kunden Produkte mit den besten Garantien zu bieten.
Ein Gründungsduo mit unterschiedlichem Hintergrund
AVOLTAVI stellt Lucien Alain Aoudia und Nicolas Delbecq gemeinsam als "un duo de visionnaires" vor. Nicolas Delbecq bringt laut Website einen anderen Werdegang mit: nach einem Master in Administration an einer französischen Business School erwarb er 2009 einen MBA in Umwelttechnik und Finanzen in Kanada, beriet danach internationale Unternehmen beim Erwerb von Windparks in Europa und leitet heute die verschiedenen Energiewendeprojekte von AVOLTAVI, mit besonderem Fokus auf Photovoltaik- und Heizprojekte für Industriegebäude und Stockwerkeigentum. Zusätzlich wurde er laut eigener Aussage von der UN-Organisation UNITAR angefragt, um die durch die erneuerbaren Anlagen einer Nichtregierungsorganisation vermiedenen Kohlenstoffemissionen zu bewerten. Diese Kombination aus einem Praktiker mit über zwei Jahrzehnten Installationserfahrung und einem Finanz- und Energiestrategen ist ungewöhnlich für einen regionalen Solarbetrieb dieser Grösse.
Zahlen zum Unternehmen selbst
Getrennt von Luciens persönlicher Geschichte nennt AVOLTAVI eigene Unternehmenskennzahlen unter der Rubrik "Avoltavi in figures": Gründung im Jahr 2012, zwei Standorte in Bulle und Lully, 8 Mitarbeitende und mehr als 4000 im Jahr 2023 installierte Module. Die Mitarbeiterzahl wird hier als klare Zahl in der eigenen Statistik genannt, nicht nur aus gezählten Team-Kacheln abgeleitet, weshalb sie als belastbare Angabe gelten kann. Der zweite Standort in Lully bei Morges im Kanton Waadt kam nach eigener Aussage 2022 hinzu, wodurch AVOLTAVI seither in der gesamten Suisse romande tätig ist.
Mitglied bei Swissolar
AVOLTAVI beschreibt sich selbst als "proud members of the Swissolar association" und bietet darauf aufbauend umfassende Eigenverbrauchslösungen für Immobilienprojekte, Industrieanlagen und landwirtschaftliche Betriebe an. Die Mitgliedschaft bei Swissolar, dem Schweizer Fachverband für Sonnenenergie, ist eine überprüfbare Zugehörigkeit zu einer Branchenorganisation und keine reine Eigenbezeichnung wie "Experte" oder "Spezialist".
Leistungsangebot über die reine Montage hinaus
Neben der klassischen Photovoltaikinstallation für Dächer bietet AVOLTAVI Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Batteriespeicher, Wärmepumpen, die Übernahme administrativer Schritte sowie ein eigenes Produkt namens Solar-Contracting an, bei dem laut Menülongstruktur eine Anlage offenbar nicht zwingend selbst finanziert, sondern über einen Vertrag mit AVOLTAVI betrieben wird; Details zu den konkreten Vertragsbedingungen dieses Contracting-Modells nennt die Website an der besuchten Stelle allerdings nicht, weshalb sich dazu keine belastbare Aussage treffen lässt. Zusätzlich bietet die Firma einen Online-Rechner an, mit dem Interessierte das Potenzial des eigenen Dachs mit einem Werkzeug des Bundes abschätzen können, sowie eine kostenlose, unverbindliche Vor-Ort-Studie durch die eigenen Fachleute.
"Pro Sommateur" statt reiner Konsument
Ein Begriff, den AVOLTAVI auf der Startseite bewusst prägt, ist "Pro Sommateur": Wer eine eigene Anlage betreibt, soll sich laut dieser Beschreibung nicht mehr nur als Stromkonsument verstehen, sondern als aktiver Teil der Energieproduktion, näher am Status eines Produzenten als an dem eines reinen Abnehmers. Dazu passt die zweite Eigenleistung, die AVOLTAVI als "Advanced Energy Management" bewirbt: eine Echtzeitüberwachung und -steuerung der eigenen Photovoltaikproduktion zur Maximierung der Effizienz, verknüpft mit intelligenten Speicherbatterien, die tagsüber erzeugten Überschuss für den späteren Verbrauch zurückhalten, und mit der Möglichkeit, denselben Überschuss stattdessen direkt in ein Elektrofahrzeug zu leiten. Das positioniert AVOLTAVI weniger als reinen Modulverkäufer und mehr als Anbieter eines Gesamtsystems aus Erzeugung, Speicherung und Steuerung.
Eine eigene Referenzgalerie nach Produktart
AVOLTAVI zeigt unter der Rubrik "Our Achievements" eine Bildergalerie, die ausdrücklich nach Produktart sortiert ist: eine Übersicht in Kürze, dazu separate Kategorien für Photovoltaïque, für Borne et Batterie (Ladestation und Batterie) und für Pompe à chaleur (Wärmepumpe), sowie ein Link zu allen Fotos gemeinsam. Konkrete Projektadressen oder Kundennamen sind in den Bildunterschriften nicht enthalten, weshalb sich aus der Galerie selbst keine überprüfbaren Einzelprojekte zitieren lassen, sie belegt aber zumindest, dass die vier beworbenen Produktlinien, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Batteriespeicher und Wärmepumpe, tatsächlich in eigenen Referenzfotos dokumentiert sind, mit eigener Kategorie je Produktlinie, statt nur als Text auf der Leistungsseite zu stehen.
Zwei Standorte, eine gemeinsame Nummer
Der Hauptsitz liegt an der Avenue de la Gare 10 in 1630 Bulle im Kanton Freiburg, die Zweigstelle am Chemin de Préveyres 57G in 1132 Lully bei Morges im Kanton Waadt. Beide Standorte sind über dieselbe zentrale E-Mail-Adresse erreichbar, während jede Filiale eine eigene Telefonnummer führt, was insgesamt eher auf ein gemeinsames, kleines Backoffice als auf zwei unabhängig geführte Niederlassungen hindeutet. Die Website ist mehrsprachig aufgebaut, mit Französisch als Hauptsprache und einer englischen Version, aus der die oben zitierten Kennzahlen zu Standorten und Mitarbeitenden stammen.
Eine auffällige, nicht überprüfbare Nebenbemerkung
Auf derselben Seite erklärt AVOLTAVI, seit dem 1. Januar 2028 seien Stromfirmen und Energieversorger per neuem Energiegesetz verpflichtet, den nicht selbst verbrauchten Überschuss der Kundschaft abzukaufen. Dieses Datum liegt in der Zukunft, und wie die Formulierung "seit" mit einem noch nicht erreichten Datum zusammenpasst, klärt die Website nicht; die Aussage wird hier deshalb nur als Beobachtung wiedergegeben und nicht als geltendes Recht übernommen.
Für wen sich AVOLTAVI eignet
Wer in der Region Bulle oder im Raum Morges eine Anlage bauen will und Wert auf nachweisbare, nicht nur behauptete Erfahrung legt, findet bei AVOLTAVI mit der Geschichte von Lucien Alain Aoudia und der Swissolar-Mitgliedschaft zwei Anhaltspunkte, die sich unabhängig einordnen lassen, anders als die üblichen Pauschalversprechen vieler kleinerer Konkurrenten in der Gruyère. Für ein Projekt, das über die reine Dachanlage hinausgeht, etwa mit Ladestation, Batterie oder Wärmepumpe im selben Haus, spricht die Angebotsbreite ebenfalls für AVOLTAVI. Wer dagegen konkrete Preisangaben oder Vertragsdetails zum Solar-Contracting-Modell vor dem ersten Kontakt sucht, muss diese Informationen über eine persönliche Anfrage einholen, da die Website selbst dazu an keiner besuchten Stelle etwas Konkretes veröffentlicht und stattdessen direkt zur kostenlosen Vor-Ort-Studie führt.