Freesuns
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Freesuns aus Colombier verkauft keine Module, die auf ein bestehendes Dach montiert werden, sondern Solarziegel, die das Dach selbst bilden. Auf der Startseite bewirbt die Firma ihr Produkt als "100% coverage, no compromises", also volle Flächendeckung ohne Kompromisse, ausdrücklich gedacht für traditionelle Gebäude und Baudenkmäler. Statt eines Panels, das man einem Haus nachträglich aufsetzt, verspricht Freesuns eine Dacheindeckung, die von Weitem wie ein gewöhnliches Ziegeldach aussieht und trotzdem Solarstrom erzeugt. Für Eigentümerinnen und Eigentümer eines geschützten oder einfach optisch empfindlichen Gebäudes ist das ein anderes Versprechen als das der meisten Anbieter in dieser Liste, die mit Leistung pro Quadratmeter werben.
Was Freesuns als Firma ausmacht
Die Website beschreibt die eigene Mission in einem Satz: Man wolle eine Welt, in der Stromerzeugung nachhaltig, sauber und schön zugleich ist, und jedem ermöglichen, Solarstrom zu erzeugen, ohne die architektonische Integrität seines Gebäudes zu opfern. Daraus leitet die Firma 4 Eigenschaften ab, mit denen sie sich selbst beschreibt. Unter "Powerful" verspricht sie die höchste Solarzellen-Abdeckung für alle Dachtypen und damit maximale Solarleistung. Unter "Beautiful" betont sie, dass sich die Ziegel sowohl in traditionelle als auch in moderne Architektur einfügen. Unter "Simple" beschreibt Freesuns eine komplette Leistung aus einer Hand: Planung, Installation, Inbetriebnahme, Netzanschluss und laufende Überwachung der Anlage. Unter "Profitable" positioniert die Firma das eigene Dach als wertschöpfenden Vermögensgegenstand, im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Dach, das über die Zeit nur an Wert verliert. Eine konkrete Rendite, eine Amortisationszeit oder einen Preis nennt die Seite dabei nicht, die Aussage bleibt auf der Ebene eines allgemeinen Werteversprechens.
Was "aus einer Hand" bei Freesuns bedeutet
Die 5 Stationen, die Freesuns unter "Simple" nennt, Planung, Installation, Inbetriebnahme, Netzanschluss und Überwachung, klingen zunächst nach dem Standardversprechen jedes Solarinstallateurs. Bei einem Ziegelprodukt wie diesem hat die Planungsphase aber mehr Gewicht als bei einer aufgesetzten Panelanlage: Weil die Ziegel selbst die wetterfeste Dachhaut bilden, muss die Auslegung von Anfang an mit der Dachform, der Ausrichtung und, bei einem geschützten Gebäude, mit den Auflagen der Denkmalpflege zusammenpassen. Eine nachträgliche Korrektur wie beim Umlegen einzelner Module ist bei einem Ziegeldach, das gleichzeitig die Wetterhülle des Hauses ist, ungleich aufwendiger. Dass Freesuns diesen Schritt ausdrücklich als eigenen Punkt in der eigenen Leistungsbeschreibung führt und nicht nur die Montage bewirbt, passt zu einem Produkt, bei dem ein Planungsfehler direkt die Dichtigkeit des Dachs betrifft.
Die "Profitable"-Aussage ohne Zahlen dahinter
Von den 4 genannten Eigenschaften ist "Profitable" die am wenigsten konkrete. Die Website vergleicht das eigene Produkt mit einem gewöhnlichen Dach, das über die Zeit an Wert verliert, und stellt dem die Aussage entgegen, die eigene Installation schaffe Wert. Wie sich dieser Wert beziffert, ob über eingesparte Stromkosten, über einen höheren Wiederverkaufswert der Liegenschaft oder über eine Einspeisevergütung, bleibt offen. Für eine Kaufentscheidung in dieser Grössenordnung ist das der Punkt, an dem ein Beratungsgespräch die Website ersetzen muss: Erst dort dürfte sich zeigen, mit welcher Fläche, welcher Ausrichtung und welchem lokalen Stromtarif tatsächlich zu rechnen ist.
2 Referenzprojekte mit Denkmalschutz-Bezug
Am konkretesten wird die Website bei 2 Projektbeispielen. Das erste ist ein Dorfhaus in der Waadt, dessen energetische Sanierung laut eigener Beschreibung dem ursprünglichen Charakter des Gebäudes voll gerecht wird und dem Haus damit eine neue Lebensphase verschafft. Das zweite Beispiel liegt im Kanton Solothurn: ein modernes Wohnhaus, dessen Solar-Dachfläche sich in die Linien des Baus einfügt, statt sich als separates Bauteil abzuheben, und das Ästhetik, Leistung und handwerkliche Ausführung miteinander verbindet. Beide Beispiele werden nur mit Kanton und Gebäudetyp benannt, nicht mit Adresse, Baujahr oder installierter Leistung. Wer sich für die technischen Details eines dieser Projekte interessiert, muss direkt bei Freesuns nachfragen, die Website selbst bleibt bei der Beschreibung.
Für verschiedene Dachformen gedacht
Neben den Referenzprojekten beschreibt die Website die eigene Produktpalette knapp, aber konkret: Freesuns bietet Lösungen für unterschiedliche Dachformen an, von quadratischen bis dreieckigen Flächen, für traditionelle wie moderne Bauten und sowohl für Neubauten als auch für Sanierungen. Das erklärt, warum sich die beiden gezeigten Referenzprojekte so stark unterscheiden: ein historisches Dorfhaus und ein zeitgenössisches Einfamilienhaus im gleichen Produktkatalog. Für ein Unternehmen, das sich explizit auf Heimatschutz-Situationen spezialisiert, ist diese Formenvielfalt kein Nebensatz, sondern die technische Voraussetzung dafür, überhaupt für ein breites Spektrum an Gebäuden infrage zu kommen.
Mehrsprachig und auf mehrere Länder ausgerichtet
Die Website ist auf Französisch, Englisch und Deutsch verfügbar, was für einen Solaranbieter mit Sitz im Kanton Neuenburg nicht selbstverständlich ist. Auch die Kontaktangaben zeigen über die Schweiz hinaus: Neben einer Schweizer Telefonnummer nennt die Seite eine zweite Nummer mit französischer Vorwahl. Für die Westschweizer Kundschaft in dieser Kategorie ist vor allem relevant, dass Freesuns von Colombier aus operiert und dort auch postalisch erreichbar ist, während die zweigleisige Erreichbarkeit zeigt, dass sich das Geschäftsmodell nicht nur an eine einzige Landesgrenze richtet.
Was die Website nicht sagt
Freesuns veröffentlicht auf der Startseite weder eine Preisspanne noch eine typische Anlagengrösse in Kilowatt-Peak, weder eine Garantiedauer noch eine Angabe zur Teamgrösse oder zum Gründungsjahr der Firma. Auch ein Wirkungsgrad oder eine Leistungsangabe pro Ziegel fehlt. Für eine Kategorie, in der Kaufentscheidungen leicht mehrere Zehntausend Franken bewegen, ist das eine Lücke, die man vor einer Kontaktaufnahme kennen sollte: Alle Zahlen zu Kosten und Ertrag gibt es erst im persönlichen Gespräch, nicht auf der Website selbst.
Für wen sich das eignet
Freesuns passt am besten zu Eigentümerinnen und Eigentümern eines geschützten, alten oder einfach optisch heiklen Gebäudes, denen ein sichtbares Solarpanel-Feld auf dem Dach ein Dorn im Auge wäre. Das Beispiel aus der Waadt zeigt, dass sich das Angebot ausdrücklich auch an denkmalgeschützte oder heimatstilgeprägte Bauten richtet, nicht nur an moderne Neubauten. Wer dagegen in erster Linie die günstigste Kilowattstunde sucht und keine besonderen Anforderungen an die Optik des Dachs stellt, findet mit einer klassischen Modulanlage anderer Anbieter in dieser Liste vermutlich ein einfacheres und transparenter bepreistes Angebot.
Fazit
Freesuns besetzt in dieser Kategorie eine Nische, die sonst kaum ein Anbieter bedient: eine Solaranlage, die als Dachziegel und nicht als aufgesetztes Panel daherkommt, ausdrücklich für Häuser, bei denen das Erscheinungsbild zählt. Die beiden gezeigten Projekte, ein Waadtländer Dorfhaus und ein Wohnhaus im Kanton Solothurn, belegen diesen Anspruch mit echten, wenn auch knapp beschriebenen Beispielen. Wer eine Preisliste oder technische Kennzahlen sucht, wird auf der Website nicht fündig, das ist der Preis für ein Produkt, das sich offenbar stärker über Beratung als über Online-Konfiguration verkauft. Für ein denkmalgeschütztes oder einfach optisch anspruchsvolles Dach im Neuenburger Gebiet lohnt sich eine Anfrage trotzdem.