Solaire Plus

Haute Rive 22C, 2950 Courgenay

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Ein denkmalgeschütztes Haus im Jura bekommt normalerweise keine Photovoltaikanlage, weil die zuständige Denkmalpflege sichtbare Module auf der Strassenfront ablehnt. Solaire Plus aus Courgenay bewirbt genau für diesen Fall eine Lösung: Solarziegel, die statt aufgesetzter Module die Dachhaut selbst ersetzen und dabei wie gewöhnliche Ziegel aussehen sollen. Auf der Startseite heisst es dazu wörtlich, man wolle geschützten Gebäuden mit den innovativen Solarziegeln neues Leben einhauchen, konzipiert, um die Ästhetik und das architektonische Erbe zu bewahren, und stelle über eine Partnerschaft mit dem Hersteller Gasser Ceramic hochwertige Produkte zur Verfügung, die Tradition mit Technologie verbinden.

Vier Projekttypen statt eines Standardpakets

Solaire Plus gliedert sein Photovoltaikangebot im Menü und auf der Startseite konsequent in vier Kategorien: für das eigene Haus, für den Bauernhof, für ein Mehrfamilienhaus und für alle übrigen Spezialprojekte. Diese Aufteilung ist mehr als reine Navigationsstruktur, sie taucht sowohl im Hauptmenü als auch im Kennzahlenblock der Startseite identisch wieder auf und deutet darauf hin, dass die Firma landwirtschaftliche und mehrparteiliche Objekte tatsächlich als eigenständiges Geschäftsfeld behandelt, nicht nur als Fussnote zum klassischen Einfamilienhausgeschäft. Neben Photovoltaik bietet Solaire Plus Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Solarbatterien zur Speicherung des selbst erzeugten Stroms und eben die neuen Solarziegel als viertes Standbein an.

Ein genannter Zulieferer statt vager Qualitätsversprechen

Anders als viele Mitbewerber nennt Solaire Plus einen konkreten Modulpartner: Meyerburger, laut eigener Beschreibung ein europäischer Marktführer bei der Herstellung von Solarzellen und -modulen. Die Website betont dabei ausdrücklich, dass die Meyerburger-Systeme in der Schweiz entwickelt und ausschliesslich in Deutschland produziert werden, was laut Solaire Plus europäische Qualität und aktuelle Technologie garantiere. Ein genannter Herstellername lässt sich im Gegensatz zu allgemeinen Qualitätsversprechen tatsächlich unabhängig recherchieren, was diese Angabe wertvoller macht als die sonst übliche Werbeformel von "hochwertigen Komponenten", die auf vielen Konkurrenzseiten der Region ohne jeden konkreten Beleg steht.

Zahlen, die Solaire Plus selbst nennt

Auf der Website finden sich mehrere konkrete Werte, die alle als Eigenangaben von Solaire Plus zu verstehen sind und nicht als unabhängig geprüfte Fakten: Einsparungen von bis zu 80 Prozent auf der Stromrechnung, Subventionen von Bund und Kanton, die bis zu 30 Prozent der Installationskosten abdecken sollen, sowie eine Amortisationszeit von in der Regel 6 bis 10 Jahren. Für ein Einfamilienhaus im Kanton Jura beziffert die Website die Kosten einer Anlage auf zwischen CHF 10'000 und 25'000, abhängig von Grösse und Komplexität des Dachs. Zur Lebensdauer der Module macht Solaire Plus eine eigene Angabe von 25 bis 30 Jahren, verbunden mit einer Leistungsgarantie von mindestens 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität über 25 Jahre. Wichtig für Interessierte: Keine dieser Zahlen ist eine verbindliche Zusage für ein konkretes Projekt, sondern eine allgemeine Grössenordnung, die Solaire Plus selbst kommuniziert, und die tatsächliche Höhe der Subvention hängt ohnehin von Kanton und Gemeinde ab.

Bei den vier Projektkategorien fällt zudem auf, dass Solaire Plus die Bauernhof-Kategorie nicht als Untergruppe des Hauskonzepts behandelt, sondern als eigenständige Angebotslinie mit eigener Menüposition. Landwirtschaftliche Gebäude wie Scheunen oder Stallungen unterscheiden sich baulich deutlich von einem Wohnhaus, oft mit grösseren, flacheren Dachflächen und anderen statischen Anforderungen an die Unterkonstruktion, und dass eine Firma dafür eine eigene Kategorie führt, deutet zumindest auf entsprechende Erfahrung mit dieser Bauform hin, auch wenn die Website selbst keine konkrete Referenzliste für Landwirtschaftsprojekte zeigt.

Wie schnell es geht

Solaire Plus beschreibt den Ablauf einer Installation in drei Schritten mit jeweils eigener Zeitangabe: Eine erste Machbarkeitsstudie zur Bestimmung der optimalen Anlagengrösse dauert laut Website wenige Tage, die eigentliche Montage bei einem Einfamilienhaus in der Regel zwischen 1 und 3 Tagen je nach Dachkomplexität, und die anschliessende Inbetriebnahme mit Netzanschluss einen weiteren Tag. Insgesamt kommt Solaire Plus so auf einen Gesamtprozess von wenigen Tagen bis zu einer Woche, abhängig von der Projektgrösse. Die Website erklärt zudem den Unterschied zwischen Eigenverbrauch und Rückspeisung ins Netz: Wer mehr Strom produziert als selbst verbraucht wird, kann den Überschuss verkaufen, wobei laut Solaire Plus die meisten Anlagen auf eine Kombination aus möglichst hohem Eigenverbrauch und Rückspeisung des Rests ausgelegt werden.

Diese Aufschlüsselung nach Bauphasen ist an sich schon nützlicher als eine reine Gesamtangabe, weil sie zeigt, wo im Ablauf tatsächlich Wartezeit entsteht: nicht bei der Montage selbst, die laut Solaire Plus mit 1 bis 3 Tagen der kürzeste Teilschritt ist, sondern potenziell bei der vorgelagerten Machbarkeitsstudie und bei externen Faktoren wie der Terminierung durch den lokalen Netzbetreiber, zu denen die Website keine eigene Zeitangabe macht.

Erfahrung und Kundenzufriedenheit

Solaire Plus wirbt mit "mehr als 150 realisierten Installationen" und einer "100-prozentigen Kundenzufriedenheit" im Kanton Jura. Beide Zahlen sind Eigenangaben ohne verlinkte Bewertungsplattform oder unabhängige Quelle auf der Website selbst, weshalb sie als Werbeaussage und nicht als geprüfter Fakt zu lesen sind; eine externe Bestätigung über eine Plattform wie Google-Bewertungen verlinkt Solaire Plus an dieser Stelle nirgends. Auf der Startseite laufen zusätzlich zwei animierte Zähler unter den Überschriften "Années d'expérience" und "Installations", deren Zahlenwerte sich im abgerufenen Seitentext allerdings nicht auslesen liessen, weil sie erst per Skript im Browser eingeblendet werden; sie werden deshalb hier bewusst nicht wiedergegeben.

Kontakt

Solaire Plus hat seinen Sitz an der Haute Rive 22C in 2950 Courgenay, mit einer eigenen Telefonnummer für Anfragen und einer E-Mail-Adresse für den direkten Kontakt. Die gesamte Website ist auf Französisch gehalten und richtet sich sprachlich klar an die Bevölkerung des Kantons Jura, ohne eine deutsch- oder englischsprachige Version anzubieten.

Für wen sich das eignet

Am interessantesten ist Solaire Plus für Eigentümerinnen und Eigentümer eines denkmalgeschützten oder optisch sensiblen Gebäudes, die bisher dachten, eine Solaranlage komme für sie gar nicht infrage: Die Solarziegel-Partnerschaft mit Gasser Ceramic ist ein konkretes Angebot für genau diese Zielgruppe, das die meisten reinen Modulinstallateure im Kanton so nicht führen. Für ein gewöhnliches, unter keinem Schutzstatus stehendes Einfamilienhausdach ist der Mehrwert gegenüber anderen regionalen Anbietern deutlich weniger klar erkennbar, hier zählen vor allem der genannte Modulpartner Meyerburger und die vier klar voneinander getrennten Projektkategorien für Haus, Bauernhof, Mehrfamilienhaus und übrige Spezialprojekte. Wer konkrete, verbindliche Zahlen zu Kosten und Förderung für das eigene Dach will, muss trotz der veröffentlichten Bandbreiten eine individuelle Offerte einholen, weil die genannten Werte ausdrücklich als allgemeine Richtwerte formuliert sind und je nach Standort, Dachausrichtung und tatsächlichem Stromverbrauch der Haushalte deutlich abweichen können.

Mehr aus Neuenburg, Jura & Freiburg

Alle ansehen