Swissolaire

Chemin des Terraux 4, 1670 Ursy · seit 2005

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Wer die Geschichte von Swissolaire liest, bekommt zuerst die Geschichte eines Zimmermanns erzählt, nicht die eines Solarteurs. Marc Champy, der die Firma heute führt, begann 1989 mit einer Zimmermannslehre und schloss 1994 als jüngster Absolvent seines Jahrgangs die Maîtrise Charpente ab, das eidgenössische Meisterdiplom im Zimmereigewerbe. Erst 2008 kreuzte sich sein Weg mit dem von Herrn Cusin, der Swissolaire 2005 gegründet hatte. 2013 stieg Champy ins Unternehmen ein, und 2016 übergab ihm Cusin bei seiner Pensionierung die Schlüssel der Firma. Zwischen 2016 und 2021 realisierte das Team laut eigenen Angaben über 200 Installationen. Diese Kontinuität, ein Handwerker übernimmt von einem anderen, statt dass eine Investorengruppe eine Marke kauft, prägt bis heute den Ton der Firma: Sie beschreibt sich selbst nicht als Grosskonzern, sondern als Betrieb, dessen Priorität es sei, nahe an den Kundinnen und Kunden zu bleiben und sich an deren Anliegen anzupassen.

Der Sitz liegt am Chemin des Terraux 4 in Ursy, mitten im Glânebezirk des Kantons Fribourg. Von dort aus deckt Swissolaire hauptsächlich die Kantone Fribourg und Waadt sowie das untere Wallis ab, wie die Firma selbst schreibt. Das Bürotelefon ist werktags von 08:00 bis 12:00 und von 13:00 bis 17:00 Uhr besetzt, an Wochenenden bleibt das Büro geschlossen, für den Unterhalt gibt es eine eigene Nummer.

Inhaltlich baut das Angebot auf vier klar getrennten Montagearten auf, und die Website erklärt jede davon mit einem eigenen Argument statt mit einer allgemeinen Floskel. Die integrierte Installation versenkt die Module in der Dachfläche, sodass Neigung und Form der Eindeckung exakt übernommen werden, das Ergebnis soll optisch möglichst unauffällig bleiben. Die aufgesetzte Installation kommt ohne bauliche Eingriffe am Dach aus, die Module werden schlicht auf die bestehende Eindeckung montiert, was Aufwand und Kosten gegenüber der integrierten Variante senkt. Wer über genügend Land verfügt, kann sich für eine Freiflächenanlage entscheiden: eine oder mehrere Modulreihen auf dem Boden, die ans Hauptgebäude angeschlossen werden. Und für Flachdächer bietet Swissolaire eine Aufständerung im Ziehharmonika-Format an, die trotz fehlender natürlicher Neigung ein vergleichbares Ertragsergebnis erzielen soll. Diese vier Formate sind keine Nebensätze im Fliesstext, sondern eigene Kacheln auf der Startseite, jede mit eigener Kurzbeschreibung, was für eine Firma spricht, die tatsächlich unterschiedliche Dachsituationen bedient statt nur ein Standardprodukt zu verkaufen.

Was auf der Website an Nachweisen zu finden ist, wirkt für einen Kleinbetrieb überdurchschnittlich dokumentiert. Swissolaire nennt sich Mitglied bei "Pros du solaire", führt ein Solarteur-Diplom und ein Zertifikat im Projektmanagement für Solaranlagen, und ein eidgenössisches Fachdiplom im Solarbereich sei in Fertigstellung. Dazu kommen zwei Herstellerbindungen: ein anerkannter Installationsstatus bei Solaredge und ein anerkannter Kundendienststatus bei Fronius. Die Firma selbst betont, dass sämtliche verwendeten Produkte hoher Qualität entsprächen und in der Schweiz oder in Europa gefertigt würden, ein Punkt, den man bei einem Wechselrichter oder Modul aus Fernost nicht selbstverständlich voraussetzen kann.

Zahlen zur Einordnung, keine Versprechen

Konkrete Preise, Förderbeträge oder Amortisationszeiten nennt die Website nicht, auch keine kWp-Leistungswerte für typische Anlagen. Wer wissen will, was ein Dach in Ursy oder Umgebung tatsächlich kostet, muss die kostenlose Offerte anfordern, die auf der Startseite direkt verlinkt ist. Was die Firma stattdessen mit Zahlen unterlegt, ist der ökologische Effekt: Eine 4-kW-Anlage auf einem Einfamilienhaus vermeide über 30 Jahre rund 118 Tonnen CO2, was laut Swissolaire vier Vergleichswerten entspricht, darunter 37800 Liter Benzin, 13700 Kubikmeter Wasser, 12600 Quadratmeter Wald oder 72 Tonnen Kohle. Das sind allgemeine Vergleichsrechnungen zur Veranschaulichung, keine firmenspezifische Kennzahl, aber sie zeigen, dass Swissolaire seine Kommunikation eher auf Umweltwirkung als auf Renditeversprechen ausrichtet.

Zur Einordnung, was an Fördergeldern überhaupt im Raum steht, verweist die Unterseite zu den Subventionen auf das nationale Pronovo-Programm: Pronovo zahle eine Subvention von bis zu 30 Prozent des Preises der Photovoltaikanlage aus, für Anlagen zwischen 2 kWp und 100 kWp. Dazu komme, je nach Gemeinde, eine kommunale Förderung, und auf die Unterhaltskosten des Eigenheims lasse sich im laufenden Steuerjahr ein Abzug von rund 20 Prozent geltend machen. Das sind allgemeine, schweizweit beziehungsweise kantonal geregelte Fördermechanismen, keine Sonderkonditionen, die Swissolaire selbst gewähren würde, aber die Firma bereitet diese Information immerhin verständlich auf ihrer eigenen Seite auf, statt sie ganz zu verschweigen. Ob eine konkrete Gemeinde im Glânebezirk tatsächlich zusätzlich fördert, müsste man im Einzelfall bei der Wohngemeinde abklären, dazu äussert sich die Website nicht konkret.

Wie das zur Konkurrenz in der Region passt

In einer Region mit vielen kleinen, oft noch jungen Solarbetrieben sticht Swissolaire durch sein Alter heraus: 2005 gegründet, seit zwei Jahrzehnten am selben Standort, mit einem dokumentierten Führungswechsel statt einer stillen Umfirmierung. Das ist kein Ersatz für einen Kostenvoranschlag, aber ein Hinweis darauf, dass die Firma Anlagen über einen längeren Zeitraum verantworten musste und noch existiert. Für Auftraggeber im bas-Valais oder in der Waadt lohnt sich vorab die Abklärung, wie weit das reguläre Einsatzgebiet tatsächlich reicht, da die Firma selbst von einem Schwerpunkt in Fribourg spricht und die anderen beiden Kantone als sekundäres Gebiet nennt.

Für wen sich Swissolaire eignet

Am besten passt Swissolaire zu Eigenheimbesitzenden im Glânebezirk und angrenzenden Regionen, die eine auf ihre konkrete Dachform zugeschnittene Lösung suchen, sei es ein Flachdach, ein Steildach ohne bauliche Eingriffe oder eine Freiflächenanlage auf dem eigenen Land. Wer eine reine Vergleichsplattform mit anonymen Offerten mehrerer Anbieter sucht, ist bei einer lokalen Handwerksfirma wie dieser an der falschen Adresse, dafür bekommt man einen Ansprechpartner, der die Firma seit über einem Jahrzehnt kennt und sie seit 2016 selbst leitet. Ein kleiner Wermutstropfen: Wer ausserhalb des Kerngebiets Fribourg-Waadt-Unterwallis wohnt, muss vorab klären, ob Swissolaire überhaupt anreist, die Website grenzt das Gebiet klar ein, statt unbestimmt "die ganze Schweiz" zu versprechen. Genau diese Zurückhaltung wirkt aber eher glaubwürdig als einschränkend: Eine Firma, die ihr Einsatzgebiet nicht künstlich aufbläst, dürfte auch bei der Ausführung eher realistisch bleiben als überversprechen.

Unterm Strich bietet Swissolaire eine seltene Kombination: die handwerkliche Herkunft eines Zimmermannsbetriebs, zwanzig Jahre Firmengeschichte mit einem sauber dokumentierten Übergang, vier tatsächlich unterschiedene Montagearten und eine Reihe von Herstellerzertifizierungen, die über eine reine Wiederverkäuferrolle hinausgehen. Wer in der Kernregion wohnt und Wert auf einen etablierten, inhabergeführten Betrieb legt, sollte die kostenlose Offerte anfordern und sich das genaue Angebot für die eigene Dachform erklären lassen.

Ein letzter Punkt, der im Beratungsgespräch zur Sprache kommen dürfte: Da die Website weder eine feste Preisliste noch eine Amortisationsrechnung veröffentlicht, bleibt jede Kalkulation vorerst Sache der individuellen Offerte. Wer also schon vorab eine grobe Hausnummer für Fördergelder oder Steuerabzug haben möchte, findet auf der Subventionsseite immerhin die genannten Eckwerte zu Pronovo und zur kantonalen Regelung als Ausgangspunkt für das eigene Gespräch mit der Gemeinde.

Mehr aus Neuenburg, Jura & Freiburg

Alle ansehen