Alteno Solar AG
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Alteno Solar AG verkauft keine Solaranlagen. Das Unternehmen kauft, mietet und baut sie, um sie danach selbst zu besitzen und zu betreiben. Wer im Internet nach der Firma sucht, findet auf der Startseite kaum eine Adresse; die im Handelsregisterauszug der eigenen Website genannte Adresse, Murbacherstrasse 34 in Basel, taucht erst auf der Unterseite zu Gesellschaft und Statuten auf, nicht auf der Startseite selbst. Das prägt gleich den ersten Eindruck: Alteno Solar tritt weniger als Verkäufer mit Schaufenster auf, sondern eher als Investor, der im Hintergrund ein Portfolio an Solarkraftwerken aufbaut.
Was Alteno Solar tatsächlich tut
Die eigene Kurzbeschreibung ist unmissverständlich: "Die Alteno Solar AG investiert seit 1997 in Photovoltaik-Anlagen in der Schweiz und, über ihre Tochterfirmen, auch in Deutschland und Frankreich. Solarstromanlagen werden entweder selbst gebaut oder zugekauft." Das Unternehmen ist damit sowohl Bauherr neuer Anlagen als auch Käufer bestehender. Laut den eigenen Gesellschaftsstatuten wurde die Firma 1997 als GmbH gegründet und ist seit 1999 als Aktiengesellschaft nach Schweizerischem Obligationenrecht eingetragen, mit Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt und Sitz an der Murbacherstrasse 34 in Basel.
Das aktuelle Leistungsangebot umfasst laut eigener Aufstellung: Finanzierung, Bau und Betrieb eigener Solarstromanlagen, Stromverkauf, Eigenverbrauchslösungen mit und ohne Wärme, Eigenverbrauchslösungen für einen oder mehrere Bezüger über einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) oder einen virtuellen ZEV, E-Mobilität und Speicherlösungen, die technische Überwachung und Betriebsführung von Solarstromanlagen über den eigenen Leitstand PV-Care, Einsparcontracting zur Finanzierung fremder Anlagen sowie die Finanzierung, den Bau und Betrieb umweltfreundlicher Heizanlagen über Sektorkopplung.
Aktiv auf der Suche nach Dächern und bestehenden Anlagen
Alteno Solar wächst nach eigener Aussage nicht nur durch eigene Neubauten, sondern gezielt über zwei Kanäle, die auf der Website eigene Unterseiten haben. Unter "Dachflächen gesucht" sucht das Unternehmen Flach- und Schrägdächer mit Süd- oder Ost-West-Ausrichtung zur langfristigen Miete für den Bau neuer Anlagen; als Faustregel nennt die Website, dass eine Flachdachfläche von 1500 m2 eine Anlagengrösse von über 100 kWp ermöglicht, was einem Schrägdach von 750 m2 entspricht. Unter "Anlagen gesucht" kauft Alteno Solar bestehende PV-Anlagen ab etwa 50 kWp auf, etwa von Eigentümern, die ihre Anlage altershalber nicht mehr selbst betreuen können; als Beispiel nennt die Website eine 2019 gekaufte Anlage in Walkringen auf dem Dach eines Gewerbebetriebs mit 165 kWp Leistung. Für Rückfragen zum Anlagenkauf wird auf der Website ausdrücklich Geschäftsleiter Lukas Herzog als Kontaktperson genannt.
PV-Care: die eigene technische Betriebsführung
Für Anlagen, die überwacht werden sollen, betreibt Alteno Solar den Leitstand Smartblue. Technische Voraussetzung ist eine Verbindung zum Wechselrichter über einen Datenlogger oder Router, wofür das Unternehmen bei Bedarf eigene, günstigere M2M-SIM-Karten einsetzt. Weil Arbeiten auf dem Dach eine Absturzsicherung erfordern, sobald die Absturzhöhe laut Suva-Vorgabe 3 Meter übersteigt, prüft Alteno Solar dies vor Vertragsabschluss vor Ort und lässt bei Bedarf nachrüsten. Ein abgeschlossener PV-Care-Vertrag läuft laut Website über zwei Jahre und verlängert sich danach automatisch um jeweils ein weiteres Jahr, mit einer Kündigungsfrist von 90 Tagen.
Wichtig: Beratung zu ZEV läuft über eine Partnerfirma, nicht über Alteno Solar selbst
Ein Detail, das man beim Lesen der Website leicht überliest: Wer eine PV-Anlage für einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch selbst finanzieren will, wird von Alteno Solar für die Beratung ausdrücklich an eine Partnerfirma verwiesen. Die Website formuliert es so: "Wenn Sie die PV-Anlage selbst finanzieren, berät Sie unsere Partnerfirma Alteno AG in allen Belangen: vom Konzept über das Prüfen der Offerten bis hin zum Einholen von Subventionen." Diese Konzept- und Subventionsberatung ist also eine Leistung der separaten Alteno AG, nicht von Alteno Solar AG selbst. Was Alteno Solar AG in einem ZEV-Kontext tatsächlich selbst übernimmt, ist die Fremdfinanzierung: Sie finanziert, plant, baut und betreibt die Anlage, übernimmt auf Wunsch die Stromabrechnung, tritt als Vollversorgerin für die Liegenschaft auf und ist Ansprechpartnerin gegenüber dem lokalen Elektrizitätswerk. Alteno AG und Alteno Solar AG sind zwar personell eng verflochten, mehrere Verwaltungsratsmitglieder von Alteno Solar sitzen auch im Verwaltungsrat der Alteno AG, bleiben aber laut eigener Darstellung zwei getrennte Gesellschaften mit unterschiedlichen Rollen.
Beispiele aus dem eigenen Anlagenpark
Die Website zeigt Referenzanlagen mit technischen Details. Der Werkhof Laufen an der Neumatt 8 in Laufen ist im Bau (Baujahr 2025) und wird eine Solarleistung von 162 kWp erreichen, ausgestattet mit 331 Modulen zu je 490 Wp des Herstellers Longi, zwei Fronius-Tauro-Wechselrichtern mit je 50 kW und einem Fronius-Verto-Hybridwechselrichter mit 25 kW, einer erwarteten Jahresproduktion von 150'000 kWh und einem Batteriespeicher aus drei Fronius-Reserva-Einheiten mit zusammen 47.4 kWh. Eine ältere Anlage in Fehraltorf, Baujahr 2013 und 2025 zugekauft, leistet 240 kWp über 1263 Module zu je 190 Wp von Megasol und erzielte 2024 einen Ertrag von 110'500 kWh; ein Batteriespeicher ist dort laut Website derzeit nicht vorhanden.
Wer das Unternehmen führt
Im operativen Team nennt die Website Fabian Ruppen als Geschäftsführer, Lukas Herzog als Verwaltungsratsmitglied mit dem Spezialgebiet Photovoltaik, Contracting und Energieberatung, Susanne Hanser für Sekretariat und Buchhaltung, sowie Lorenz Matter und Nishagaran Punniyamoorthy für die Betriebsführung der Photovoltaikanlagen. Der Verwaltungsrat besteht aus Armin Amstutz, Giorgio Hefti (zugleich CEO der TRITEC Gruppe), Lukas Herzog, Guido Köhler als Präsident sowie Christoph Schings. Auffällig ist, dass die Website Lukas Herzog an zwei Stellen unterschiedlich betitelt: In der Anlagen-gesucht-Rubrik heisst er "Geschäftsleiter," im Verwaltungsrat-Verzeichnis wird derselbe Titel neben seinem Namen genannt, während separat Fabian Ruppen als "Geschäftsführer" geführt wird. Die Website löst diese doppelte Titulatur nicht auf, weshalb sie hier als Widerspruch benannt und nicht selbst entschieden wird.
Für wen sich Alteno Solar eignet
Alteno Solar passt zu zwei sehr unterschiedlichen Zielgruppen. Die erste sind Eigentümer grösserer Dachflächen, die weder selbst investieren noch die Anlage später selbst betreiben wollen, sondern lieber eine langfristige Miete kassieren. Die zweite sind Betreiber bestehender PV-Anlagen ab rund 50 kWp, die verkaufen möchten, etwa weil sie sich altershalber zurückziehen. Wer dagegen eine Anlage kaufen und selbst besitzen will, findet bei Alteno Solar kein passendes Angebot, weil das Geschäftsmodell konsequent auf Eigentum bei Alteno Solar selbst ausgerichtet ist, ergänzt durch die separate Beratung der Partnerfirma Alteno AG für alle, die selbst finanzieren wollen.
Das Fazit
Alteno Solar AG ist seit ihrer Gründung 1997 ein Solarproduzent im eigentlichen Sinn: Die Firma besitzt und betreibt ihre Anlagen dauerhaft, statt sie zu verkaufen, und wächst sowohl über Neubauten auf gemieteten Dächern als auch über den gezielten Zukauf bestehender Anlagen. Die grösste Sorgfalt beim Lesen der eigenen Website verdient die Rollenteilung zwischen Alteno Solar AG und der Partnerfirma Alteno AG: Wer eine eigenfinanzierte Anlage plant, landet bei der Beratung nicht bei Alteno Solar selbst, sondern bei dieser separaten Gesellschaft, auch wenn beide Firmen personell eng verbunden sind.