IWB Solarstrom Contracting

Margarethenstr 40, CH-4002 Basel

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IWB Solarstrom Contracting ist kein Angebot eines einzelnen Solarinstallateurs, sondern das Contracting-Produkt der Industriellen Werke Basel, dem Energieversorger im Besitz des Kantons Basel-Stadt. Wer sich hier meldet, bekommt es in der Praxis mit einem Verbund zu tun: IWB tritt als Vertragspartner auf, gebaut wird über die drei Tochterunternehmen Planeco, Kunz Solartech und Senero. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an Gewerbe, Industrie sowie Areal- und Stadtentwicklung, nicht an Privathaushalte mit einem gewöhnlichen Einfamilienhausdach.

Ein Kantonsbetrieb mit breiter Basis

IWB beschreibt sich selbst als "selbstständiges Unternehmen im Besitz des Kantons Basel-Stadt" und ist damit kein Gewinnprivate, sondern ein öffentlicher Versorger mit Auftrag. Das Kerngeschäft reicht über Solarstrom weit hinaus: Strom, Wärme, Trinkwasser, Telekom und Mobilitätslösungen für Basel-Stadt und, bei mehreren Sparten, auch für Kundschaft in der übrigen Schweiz. Bei der Wärme etwa versorgt IWB nicht nur Basel-Stadt mit Fernwärme und Erdgas, sondern beliefert nach eigenen Angaben auch 29 Gemeinden in den Kantonen Basel-Landschaft, Solothurn und Aargau mit Erdgas, und das Fernwärmenetz selbst ist laut den zuletzt veröffentlichten Zahlen innert vier Jahren um 14.4 Kilometer gewachsen. Nach eigenen Angaben beschäftigt IWB 1240 Mitarbeitende und hat 2025 insgesamt 462 PV-Anlagen realisiert, allerdings ist diese Zahl eine Angabe zum ganzen Unternehmen und nicht spezifisch zum Contracting-Programm. Der Hauptsitz liegt an der Margarethenstr 40 in CH-4002 Basel.

Was das Contracting konkret abdeckt

Das Prinzip ist auf der Produktseite in fünf Schritten festgehalten: Die Mindestgrösse der Solaranlage liegt bei 100 kWp, und IWB übernimmt Machbarkeitsprüfung, Planung, Finanzierung und Installation, danach auch Überwachung, Wartung und Instandhaltung über die gesamte Vertragslaufzeit. Der Kunde stellt nur die Dachfläche und eine ausreichende Trafostation beziehungsweise einen passenden Hausanschluss zur Verfügung. Bezahlt wird der produzierte Strom zu einem vertraglich vereinbarten Preis, ein Modell, das IWB selbst "Energieliefer-Contracting" nennt. Wer mehr Strom braucht, als die Anlage gerade liefert, bezieht ihn regulär vom Netz; produziert die Anlage mehr, als der Kunde selbst verbraucht, speist IWB den Überschuss ins eigene Netz ein und vergütet ihn.

Der Vertrag läuft laut Seite über 15 bis 30 Jahre zu einem fixen Strompreis, was vor Preisschwankungen schützen soll. Am Vertragsende hat der Kunde die Wahl: die Anlage zum Restwert übernehmen oder sie kostenfrei zurückbauen lassen. Einen konkreten Preis nennt die Seite nirgends, das Angebot ist ausdrücklich "auf Anfrage" und wird pro Projekt individuell erstellt.

Die Seite listet die Vorteile des Modells in sechs Punkten auf, und drei davon gehen über die reine Preisfrage hinaus: keine eigene Investition und keine Netzabgaben auf den selbst produzierten Strom vom eigenen Dach, ein Beitrag zur CO2-Reduktion und zu ESG-Zielen des Unternehmens, sowie eine gewisse Unabhängigkeit von Stromversorgern und politischen Entwicklungen, weil der Preis über die gesamte Laufzeit fixiert bleibt. Wie stark sich das im Einzelfall auf die Stromrechnung auswirkt, hängt naturgemäss vom jeweiligen Verbrauchsprofil ab und wird nicht pauschal beziffert.

Drei Tochterfirmen statt eines Installateurs

Die Seite ist an dieser Stelle deutlicher, als der erste Eindruck vermuten lässt: Planeco, Kunz Solartech und Senero werden ausdrücklich als "unsere erfahrenen Tochterunternehmen" bezeichnet, nicht bloss als externe Kooperationspartner. Planeco wird zusätzlich als "schweizweit führend im Bau von integrierten Anlagen" beschrieben. Das bedeutet: Wer bei IWB ein Angebot einholt, bekommt Planung und Bau faktisch über eine dieser drei Firmen, während IWB selbst als Vertragspartner, Finanzierer und Netzbetreiber auftritt. Für die Kundschaft ändert das wenig an den vertraglichen Zusagen, ist aber wissenswert, wenn man versteht möchte, wer tatsächlich aufs Dach steigt.

Die Zahlen, mit denen IWB wirbt

Direkt auf der Contracting-Seite präsentiert sich der Verbund aus IWB und seinen drei Solarfirmen mit vier Kennzahlen: über 1000 realisierte Solaranlagen, die Position als schweizweit führender Anbieter für Solar-Fassaden, 3 Standorte für kurze Reaktionszeiten und 150 Jahre gemeinsame Erfahrung. Diese Angaben stehen ausdrücklich unter der Überschrift "Ihr Solarstrom Contracting Partner in der Schweiz" und beziehen sich damit auf den ganzen Verbund, nicht auf IWB allein, und auch nicht ausschliesslich auf Contracting-Projekte: Die "über 1000 Solaranlagen" etwa dürften auch gekaufte Anlagen ausserhalb des Contracting-Modells umfassen, das sagt die Seite so nicht ausdrücklich, aber die Formulierung lässt keine engere Lesart zu.

Als Beleg, dass es sich nicht um reine Werbeversprechen handelt, verlinkt die Produktseite auf mehrere Fallbeispiele, unter anderem eines mit dem Titel "Mit Photovoltaik noch nachhaltigere Aluminiumprofile", das auf einen konkreten Industriekunden verweist, sowie zwei weitere zum Thema, wer in Photovoltaik investiert und wie sich das ins Kerngeschäft integrieren lässt. Die Titel allein bestätigen zumindest, dass reale Projekte dokumentiert sind, auch wenn die einzelnen Kennzahlen dieser Fälle auf der Übersichtsseite nicht ausgeschrieben stehen.

Der Ablauf bis zur Inbetriebnahme

IWB beschreibt den Prozess in drei benannten Schritten: "Check" ist eine kostenlose Erstberatung mit unverbindlicher Analyse vor Ort, "Change" die Erstellung eines Detailangebots mit Übergang in Planung, Finanzierung und Bau, "Now" schliesslich die Inbetriebnahme und der Start der vertraglich vereinbarten Vorteile. Wie lange dieser Weg von der ersten Beratung bis zur Inbetriebnahme im Schnitt dauert, beziffert die Seite nicht.

Wofür es nicht gedacht ist

Wer ein privates Einfamilienhaus besitzt, ist bei diesem Programm falsch: Die Mindestgrösse von 100 kWp entspricht üblicherweise mehreren hundert Quadratmetern Dachfläche und liegt damit klar im gewerblichen oder institutionellen Massstab. IWB führt für Privatpersonen und für kleinere Firmenanlagen andere Produkte, etwa eine eigene Solaranlage zum Kauf, das ist aber ein separates Angebot mit einem anderen Geschäftsmodell und gehört nicht zu diesem Contracting-Programm.

Reichweite und Einordnung

Das Contracting selbst ist laut eigener Angabe schweizweit verfügbar, nicht auf Basel-Stadt beschränkt, was es von reinen Kantonsversorgern unterscheidet, die ihr Programm auf das eigene Netzgebiet begrenzen. Das ergibt Sinn angesichts der drei Tochterfirmen, die ohnehin landesweit bauen. Für eine grössere Liegenschaft oder einen Gewerbebau mit passendem Stromverbrauch ist das ein Angebot mit öffentlich-rechtlichem Rückhalt und langer Vertragsbindung: 15 bis 30 Jahre sind eine lange Zeit, in der man an einen fixen Preis gebunden ist, was in Phasen fallender Strompreise ein Nachteil werden kann, auch wenn die Seite das naturgemäss nicht als Risiko darstellt. Wer eine unabhängige, kürzere oder flexiblere Lösung sucht, sollte das gegen die versprochene Preisstabilität und die Nullrisiko-Position abwägen, bevor er unterschreibt. Am Ende bleibt IWB Solarstrom Contracting ein Angebot für Betriebe mit einem grösseren, geeigneten Dach und einem entsprechenden Stromverbrauch, getragen von einem etablierten Kantonsversorger, aber ohne öffentlich einsehbare Preisliste, an der sich ein Angebot vorab spiegeln liesse.

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