Altherr Urnäsch AG & Altherr Gossau AG

Furt 2022, 9107 Urnäsch, mit einem weiteren Standort an der Industriestrasse 15, 9200 Gossau

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Die Firma, die heute unter zwei Namen auftritt, Altherr Urnäsch AG und Altherr Gossau AG, ist noch keine drei Jahre alt in ihrer jetzigen Form: Die Werner Altherr GmbH übernahm laut eigener Geschichtsseite "per 1. Juli 2022 die Firma Schwizer Spenglerei und Dach AG", woraufhin beide Betriebe in die heutigen Namen umbenannt wurden, "wobei der Standort Gossau weiterhin bestehen bleibt". Die beiden Firmen hätten schon vorher zusammengearbeitet und "dieselben Werte" sowie "die gleichen Strukturen" geteilt, bevor der Zusammenschluss formalisiert wurde. Zum Zeitpunkt der Fusion beschäftigte der kombinierte Betrieb nach eigener Angabe "über 50 Mitarbeiter, wovon 8 Lehrlinge", an zwei Standorten.

Zwei Standorte, zwei Kantone

Der eine Standort liegt an der Furt 2022 in Urnäsch, im Kanton Appenzell Ausserrhoden, der andere an der Industriestrasse 15 in Gossau, im Kanton St. Gallen. Jeder Standort hat eine eigene Telefonnummer und E-Mail-Adresse (Urnäsch: +41 71 364 10 28, Gossau: +41 71 388 33 60), was auf zwei eigenständig erreichbare Betriebe statt auf eine reine Zweigstelle hindeutet.

Photovoltaik als eine von mehreren Dachdisziplinen

Altherr positioniert sich als "Partner für die Gebäudehülle" und führt Photovoltaik entsprechend nicht als eigenständiges Kerngeschäft, sondern als eine von mehreren Kernkompetenzen neben Gebäudehüllen & Fassaden, Spenglerei & Blitzschutz, Gerüstbau und Kranarbeiten & Transporte. Bei den Solaranlagen selbst unterscheidet die Firma zwischen zwei Bauarten: Die Indach-Anlage habe einen doppelten Nutzen, weil die Module gleichzeitig Strom produzieren und "direkt die wasserführende Schicht" des Dachs bilden, während die Aufdach-Anlage nach eigener Beschreibung "die häufigste verbaute Solaranlage in der Schweiz" ist. Bei Batteriespeichern nennt die Website eine konkrete Grössenordnung: "Mit Batteriespeichern lässt sich der Eigenverbrauch um bis zu 60% erhöhen."

Bemerkenswert ist, dass Altherr die Überwachung einer bestehenden Photovoltaikanlage als eigene Kernkompetenz führt, getrennt von der Installation selbst: "Überwachung Photovoltaik" steht als eigener Navigationspunkt neben "Photovoltaik", nicht als Unterpunkt davon. Wer nach der Installation "ganz bequem die volle Kontrolle über den gesamten Anlagenzustand, über alle relevanten Daten und Ihre Erträge" behalten will, wie es die Firma selbst beschreibt, kann diesen Teil offenbar auch unabhängig von der ursprünglichen Montage beauftragen, etwa wenn eine bestehende Anlage von einem anderen Installateur stammt.

Wie der Auftrag organisiert ist

Bei einer neuen Anlage übernimmt Altherr nach eigener Aussage "alle Formalitäten" und organisiert "die Abnahmen mit den erforderlichen Vertretern", sodass die Kundschaft eine "schlüsselfertige" Anlage erhält. Für ein Gebäudehüllen-Unternehmen, das ohnehin Dach- und Fassadenarbeiten koordiniert, ist das ein naheliegender Zusatzservice: Die gleiche Firma, die das Dach für die Solaranlage vorbereitet, meldet die Anlage anschliessend auch an und begleitet die technische Abnahme, statt zwei getrennte Auftragnehmer miteinander abstimmen zu müssen.

Herkunft aus zwei alten Handwerksbetrieben

Die Namen der beiden Vorgängerfirmen, Werner Altherr GmbH und Schwizer Spenglerei und Dach AG, tauchen auf der Website noch als eigene Unterseiten auf, auch nach der Umbenennung von 2022. Das deutet darauf hin, dass beide Traditionsnamen in der Region weiterhin bekannt sind und die neue Firma bewusst nicht komplett unter einer neuen Marke verschwinden lässt. Für Kundschaft, die einen der beiden alten Betriebe schon kannte, etwa aus einer früheren Spenglerarbeit am eigenen Haus, dürfte der Übergang zur "Altherr"-Marke damit nachvollziehbar bleiben, auch wenn sich die rechtliche Struktur geändert hat.

Was sonst noch zum Angebot gehört

Über Photovoltaik hinaus bietet Altherr Gebäudeunterhalt an, beschrieben als "Dachunterhalt, ein Muss für jede Liegenschaft", sowie Bauführung und Energieberatung "von der Planung bis zur Schlussabnahme" und Drohnenaufnahmen für Dachausmass und Bilddokumentation. Auf der Startseite bewirbt die Firma zudem die Vermietung eines Kranfahrzeugs, eines "LKW MAN mit Palfinger" mit einer Reichweite von 32 Metern, was zeigt, dass die eigene Infrastruktur auch für grössere Bauprojekte ausgelegt ist, nicht nur für Einfamilienhausdächer.

Was zum Preis bekannt ist

Konkrete Preise, Fördersummen oder kWp-Angaben zu realisierten Anlagen nennt die Website nirgends. Die einzige belastbare Zahl mit Bezug zur Wirtschaftlichkeit ist die genannte Eigenverbrauchssteigerung von bis zu 60 Prozent durch einen Batteriespeicher, ohne dass diese Zahl mit einem konkreten Preis oder einer Amortisationszeit verknüpft wird. Wer eine Kostenschätzung für ein eigenes Projekt braucht, muss direkt Kontakt aufnehmen, entweder über die Nummer des Standorts Urnäsch oder über jene des Standorts Gossau, je nachdem, welcher Betrieb geografisch näher liegt.

Wie es sich einordnet

Der grösste Unterschied zu reinen Solarfirmen ist, dass Altherr Photovoltaik von Anfang an als Teil der Gebäudehülle behandelt statt als eigenständiges Produkt. Das ist besonders dann ein Vorteil, wenn Dach oder Fassade ohnehin saniert werden müssen: Statt einen Dachdecker und separat einen Solarteur zu koordinieren, die sich im Streitfall gegenseitig die Schuld an einer undichten Stelle zuschieben können, übernimmt hier ein einziger Betrieb beides. Wer dagegen ausschliesslich eine Solaranlage auf einem intakten, nicht sanierungsbedürftigen Dach will, bekommt bei einem reinen PV-Spezialisten möglicherweise eine fokussiertere Beratung zu Modulwahl und Wechselrichtertechnik, da diese nicht neben Spenglerei und Gerüstbau um Aufmerksamkeit konkurriert.

Für wen sich das eignet

Am besten passt Altherr zu Eigentümerschaften, bei denen eine Dach- oder Fassadensanierung ansteht und Photovoltaik gleich mitgeplant werden soll, sowie zu grösseren Liegenschaften, bei denen Gerüst- oder Kranarbeiten ohnehin nötig sind. Auch wer eine bestehende Anlage überwachen lassen will, ohne dass dieselbe Firma sie installiert hat, findet mit dem eigenständigen Überwachungsangebot einen passenden Ansprechpartner. Für eine reine Neuinstallation auf einem jungen, intakten Dach ohne weiteren Sanierungsbedarf lohnt sich ein Vergleich mit reinen Solarfirmen, insbesondere wenn eine schnelle, unkomplizierte Montage ohne begleitende Dacharbeiten im Vordergrund steht.

Fazit

Altherr Urnäsch AG und Altherr Gossau AG bringen aus der Fusion von 2022 die Breite eines etablierten Gebäudehüllen-Betriebs mit, der Photovoltaik nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Dach, Fassade und Spenglerei anbietet, inklusive einer eigenständigen Überwachungsleistung für bestehende Anlagen. Konkrete Zahlen zu Preisen oder Anlagengrössen bleiben auf der Website Mangelware, die Eigenverbrauchsangabe von bis zu 60 Prozent bei Batteriespeichern ist die einzige greifbare Grössenordnung.

Mit über 50 Mitarbeitenden zum Zeitpunkt der Fusion und eigener Kraninfrastruktur ist der Betrieb spürbar grösser aufgestellt als ein typischer Ein-Standort-Solarteur in derselben Region, was sich vor allem bei komplexeren Kombiprojekten aus Dachsanierung und Photovoltaik bemerkbar machen dürfte. Wer ein reines Vergleichsangebot für eine Standardanlage auf einem intakten Dach sucht, sollte trotzdem parallel bei einem spezialisierten Solarteur anfragen, um beide Ansätze, den integrierten Gebäudehüllen-Auftrag und die reine Solarinstallation, gegeneinander abzuwägen, bevor er sich für eine der beiden Varianten entscheidet.

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