Lio-Solar GmbH

Hauptstrasse 112, CH-9052 Niederteufen

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Lio-Solar aus Niederteufen kam nicht über den Verkauf an Hausbesitzer ins Solargeschäft, sondern über die Werkstatt dahinter. Das Ingenieurbüro beschreibt seine Anfänge auf der eigenen Seite so: Es habe "bereits seit vielen Jahren Solarteure bei der Projektierung und Problemen als Dienstleister unterstützt". Mit anderen Worten: Bevor hier je eine Anlage für einen Endkunden geplant wurde, löste das Team Probleme, die anderen Solarfirmen zu kompliziert oder zu zeitaufwendig waren. Erst danach baute Lio-Solar das eigene Endkundengeschäft auf, und mittlerweile bietet die Firma nach eigener Aussage "in der ganzen Schweiz Komplettanlagen von A-Z und weitere Lösungen im Energiebereich für Endkunden" an. Wer sich für Lio-Solar entscheidet, bekommt also ein Team, das seine Branche nicht nur von der Kundenseite, sondern auch von der technischen Problemlösungsseite kennt.

Zwei Standorte, zwei Geschäftsführer

Der Hauptsitz liegt an der Hauptstrasse 112 in Niederteufen, im Kanton Appenzell Ausserrhoden; einen Nebenstandort führt die Firma laut eigener Beschreibung in Leibstadt im Aargau. Im Impressum selbst taucht nur die Niederteufener Adresse als registrierter Sitz auf, was für ein Ingenieurbüro mit einem zusätzlichen Aussenstandort normal ist. Geführt wird das Unternehmen von zwei Personen: Dipl. Ing. Dominik Di Bella und B.Sc. Ing., MLaw Noah Mazenauer, beide als Geschäftsführer aufgeführt. Dass einer der beiden zusätzlich zum Ingenieurtitel einen Masterabschluss in Recht (MLaw) trägt, ist für ein Solarunternehmen dieser Grösse ungewöhnlich und deutet darauf hin, dass Vertrags- und Bewilligungsfragen intern statt extern abgedeckt werden. Kontakt läuft über die zentrale Nummer +41 79 849 96 53 oder per E-Mail an info@lio-solar.ch, mit direkten Adressen für beide Geschäftsführer.

Was Lio-Solar anbietet

Das Leistungsspektrum ist nach Gebäudetyp gegliedert, nicht nach Produkt. Für Einfamilienhäuser gibt es die klassische Komplettlösung. Für Mehrfamilienhäuser wirbt die Firma damit zu zeigen, "wie Mieter und Eigentümer gemeinsam vom selbst produzierten Strom profitieren", was auf ein Modell für den gemeinsamen Eigenverbrauch zwischen mehreren Parteien im selben Gebäude hindeutet, ohne dass die Seite den Begriff ZEV selbst verwendet. Für Gewerbe und Landwirtschaft lautet das Versprechen, "Stromkosten senken, Eigenverbrauch erhöhen, am Strommarkt teilnehmen", also auch die Teilnahme am freien Strommarkt statt nur Eigenverbrauch und Rückspeisung zum festen Tarif.

Dazu kommen zwei Bereiche, die viele kleinere Solarteure nicht selbst anbieten: Ladeinfrastruktur und Speicher. Bei den Ladelösungen unterscheidet Lio-Solar zwischen "AC-Lader mit bis zu 22 kW" für den Hausgebrauch und "DC-Schnelllader mit bis zu 360 kW" für höhere Leistungsanforderungen, etwa im gewerblichen Umfeld oder bei Fahrzeugflotten. Bei den Batteriespeichern deckt die Firma nach eigener Aussage die gesamte Spannbreite ab, "von kleinen Hausspeichern bis zu mehreren MWh grossen Grosspeichern für Industrieanlagen, sowie den Landwirtschaftsbereich". Das ist ein deutlich breiteres Speicherangebot, als man von einem Ostschweizer Ingenieurbüro dieser Grösse erwarten würde, und passt zur Herkunft aus der technischen Projektierung: Grössere, komplexere Speicherprojekte sind eher ein Planungsproblem als ein Verkaufsproblem.

Wie der Ablauf organisiert ist

Lio-Solar nennt sein Angebot "Lio-Solar-Komplettservice" und beschreibt es mit "Alles aus einer Hand! Planung, Bauantrag, Installation, Elektroarbeiten, Fördermittelbeantragung, etc." Das heisst konkret: Die Firma übernimmt nicht nur die Montage der Module, sondern auch die Baueingabe bei der Gemeinde und die Beantragung von Fördergeldern, zwei Schritte, die bei manchen Anbietern separat organisiert oder an Dritte ausgelagert werden. Für die Kundschaft bedeutet das einen einzigen Ansprechpartner über den gesamten Prozess, von der ersten Beratung bis zur elektrischen Inbetriebnahme.

Der erste Kontakt läuft über eine "Persönliche Beratung", die die Firma selbst so beschreibt: "Von der Beratung über die Planung bis zur Installation. Wir suchen gemeinsam mit Ihnen nach der besten Lösung für Sie." Auf der eigenen Kontaktseite kündigt Lio-Solar zudem an, im Beratungsgespräch über neueste Technologien zu informieren, eine Wirtschaftlichkeitsanalyse für das jeweilige Projekt zu erstellen und über Fördermöglichkeiten aufzuklären. Diese Analyse wird also offenbar für jedes Projekt einzeln gerechnet statt pauschal auf der Website veröffentlicht, was bei einer derart individuellen Angebotspalette, von der Einfamilienhausanlage bis zum industriellen Grossspeicher, auch kaum anders sinnvoll möglich wäre.

Was zum Preis bekannt ist

Zu konkreten Preisen, Förderbeiträgen oder Amortisationszeiten macht die Website keine Angaben. Das "Lio-Solar-Versprechen" verspricht zwar "faire Preise", nennt aber keine Zahl, keine Preisspanne und keinen Rechenweg. Wer eine grobe Kosteneinschätzung sucht, muss die kostenlose Offerte anfordern, die auf der Startseite prominent verlinkt ist; eine öffentlich einsehbare Preisliste oder ein Kalkulationstool gibt es nicht. Bei einer Investition, die schnell in den fünfstelligen Frankenbereich reicht, ist das ein Punkt, den man vor der ersten Kontaktaufnahme wissen sollte: Ein Vergleichsangebot lässt sich hier nicht am Bildschirm zusammenklicken, sondern nur nach einem Gespräch, in dem die individuelle Wirtschaftlichkeitsanalyse entsteht.

Wie es sich einordnet

Verglichen mit reinen Verkaufs- und Montagebetrieben liegt die Stärke von Lio-Solar in der technischen Tiefe: Ein Unternehmen, das jahrelang für andere Solarteure die schwierigen Projektierungsfragen gelöst hat, bringt diese Erfahrung jetzt in eigene Projekte ein, statt sie erst aufzubauen. Das zeigt sich am breiten Speicherangebot bis in den Industriemassstab und an der Kombination aus Ingenieur- und Rechtskompetenz in der Geschäftsführung. Wer dagegen vor allem einen schnellen Fixpreis für eine Standardanlage auf dem Einfamilienhausdach sucht, findet bei reinen Modul-und-Montage-Anbietern unter Umständen ein transparenteres Preisschild, weil dort weniger kundenspezifische Planung nötig ist.

Auch die Selbstbezeichnung passt zur Herkunft: Die Firma nennt sich auf der eigenen Seite durchgehend "Ingenieurbüro für Solarenergietechnik" und nicht Solarteur oder Installationsbetrieb, ein Begriff, den man sonst eher bei Planungsbüros ohne eigene Montagecrew findet. Bei Lio-Solar gehört die Montage aber ausdrücklich zum Leistungsumfang dazu, die Bezeichnung beschreibt hier also eher die Denkweise hinter dem Angebot als eine Einschränkung des Leistungsumfangs.

Für wen sich das lohnt

Am ehesten passt Lio-Solar zu Bauherrschaften mit einem Projekt, das über die Standardanlage hinausgeht: Mehrfamilienhäuser mit gemeinsamer Stromnutzung, Landwirtschaftsbetriebe mit Marktteilnahme-Ambitionen, Gewerbebetriebe mit Bedarf an schnellladefähiger Ladeinfrastruktur oder Betriebe, die einen Speicher im mehrstelligen kW- bis MWh-Bereich brauchen. Für ein einfaches Einfamilienhausdach ohne besondere Anforderungen ist das technische Zusatzwissen weniger entscheidend, schadet aber auch nicht.

Fazit

Lio-Solar bietet, was man von einem Ingenieurbüro mit B2B-Wurzeln erwartet: solide technische Kompetenz, ein ungewöhnlich breites Speicher- und Ladeangebot und einen Rundum-Service von der Bewilligung bis zur Fördermittelbeantragung. Wer konkrete Zahlen zu Preisen oder Amortisation vor dem ersten Gespräch sucht, wird auf der Website nicht fündig, muss also den direkten Kontakt suchen. Für alle, deren Solarprojekt komplizierter ist als das Standarddach, ist das ein naheliegender Ansprechpartner in der Region St. Gallen und Appenzell.

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