Solpac SA

Rue des Tuillières 1, 1196 Gland

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Solpac SA hat seinen Hauptsitz an der Rue des Tuillières 1 in Gland, Kanton Waadt, betreibt daneben aber bereits ein kleines Filialnetz: eine Agentur in Châtel-Saint-Denis für den Kanton Freiburg, eine in Collombey für das Wallis und eine in Porrentruy für den Kanton Jura. Zusätzlich sind laut eigener Angabe Standorte in Neuenburg und im Tessin „en cours d'ouverture", also im Aufbau. Für eine Solarfirma dieser Grösse ist das eine ungewöhnlich breite geografische Ausrichtung, die deutlich über die Waadt und Genf hinausreicht und praktisch die gesamte Suisse Romande abdeckt.

Zur Firmengrösse macht Solpac auf der Startseite zwei konkrete Angaben: ein Team von mehr als 30 Mitarbeitenden und über 600 in der Schweiz realisierte Projekte. Beides sind Eigenangaben der Firma, keine extern geprüften Zahlen, aber sie sind präzise genug formuliert, um sie festzuhalten und im Zweifelsfall im Beratungsgespräch nachzufragen. Damit gehört Solpac zu den grösseren unabhängigen Solarinstallateuren, die in der Region Genf und Waadt tätig sind, jedenfalls gemessen an der Mitarbeiterzahl, die andere kleinere Anbieter im selben Gebiet gar nicht erst veröffentlichen.

Das Leistungsspektrum ist breit angelegt und geht über die reine Photovoltaikanlage hinaus. Solpac unterscheidet auf seiner Website zwischen Solaranlagen in Aufdach- und Indach-Montage, Solarcarports, professioneller Reinigung bestehender Anlagen sowie Beratung zu Fördergeldern. Dazu kommen Wärmepumpen, ein thermodynamischer Warmwasserboiler, Batteriespeicher, Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Klimaanlagen, Gebäudeenergieausweise (CECB) und sogar Wasseraufbereitung. Diese Bandbreite macht Solpac zu einem Anbieter, der ein Eigenheim in mehreren energietechnischen Bereichen gleichzeitig betreuen kann, nicht nur beim Dach.

Bei der eigentlichen Photovoltaikanlage bietet Solpac fünf verschiedene Montagearten an, was für einen Anbieter dieser Grösse ungewöhnlich ausführlich ist. Die Aufdachmontage beschreibt die Firma als das in der Schweiz meistgenutzte System, SIA-zertifiziert und geeignet für Flach- wie Schrägdächer. Die Indachmontage integriert die Module direkt in die Dachfläche, ist laut Website in den Farben Schwarz und Terracotta erhältlich und für Bauten in geschützten Ortsbildzonen gedacht, wo Gemeinden eine unauffällige Optik verlangen. Dazu kommen eine Freiflächenmontage am Boden für Grundstücke mit ungeeignetem Dach, eine Fassadenmontage mit besonders dünnen Modulen, die laut Solpac direkt in die Gebäudehülle integriert werden können, und der bereits erwähnte Solarcarport, der den Fahrzeugunterstand mit der Stromproduktion verbindet und die erzeugte Energie wahlweise ins Haus oder direkt in ein Elektrofahrzeug leitet.

Solpac nennt auf derselben Seite auch reale Referenzprojekte mit Modulanzahl und Ort: eine Installation mit 16 Solarmodulen in Orbe im Kanton Waadt, eine mit 12 Modulen im Wallis und eine mit 18 Modulen in Vevey, ebenfalls Kanton Waadt. Zur eigenen Montagepraxis schreibt die Firma ausserdem, sie übernehme die Installation „von A bis Z, ohne Subunternehmer", was zur mehrfach wiederholten Eigenaussage passt, mit einem festen, multidisziplinären Team statt mit wechselnden Fremdfirmen zu arbeiten. Zur erwarteten Ersparnis macht die Website eine konkrete, wenn auch allgemein gehaltene Aussage: Durch den Eigenverbrauch der produzierten Energie lasse sich die Stromrechnung um bis zu 70 Prozent senken. Das ist eine allgemeine Aussage zur Technologie Photovoltaik-Eigenverbrauch und keine firmenspezifische Garantie für ein bestimmtes Haus, aber sie steht so unmissverständlich auf solpac.ch.

Den eigentlichen Projektablauf beschreibt Solpac in vier Phasen: Beratung und individuelle Studie, Übernahme sämtlicher administrativer Schritte wie Baugesuch, Subventionsanträge und Meldung an den Netzbetreiber, die eigentliche Planung und Installation durch spezialisierte, laut eigener Aussage multidisziplinäre Teams, und schliesslich ein Wartungsangebot, das sowohl vorbeugende als auch kurative Instandhaltung sowie Reparaturen umfasst. Die kostenlose und unverbindliche Erststudie wird auf der Startseite mehrfach beworben.

Bei den Fördergeldern geht Solpac einen Schritt weiter als viele Mitbewerber: Unter dem Titel „La prime subvention Solpac" bietet die Firma nach eigener Aussage eine Prämie pro installiertem Solarmodul für Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer an, zusätzlich zu weiteren Subventionen, die je nach Kanton und Projektart verfügbar sind. Für die Übersicht über diese weiteren Fördermöglichkeiten verweist die Website auf drei externe Programme: Francsenergie für energetische Sanierungen aller Art, das Programme Bâtiment für Neubauten, und Pronovo für die einmalige Investitionshilfe, die Betreiberinnen und Betreiber von Photovoltaikanlagen erhalten können. Solpac stellt sich damit als Vermittler zwischen diesen offiziellen Förderstellen und der eigenen Kundschaft dar, ohne selbst einen konkreten Frankenbetrag für die eigene Modul-Prämie zu nennen.

Auf der Website veröffentlicht Solpac ausserdem eine Reihe von Kundenbewertungen mit Namen und Datum, die alle im Januar und Februar 2023 verfasst wurden. Wiederkehrende Themen sind die Professionalität des Montageteams, die Sauberkeit der Baustelle und eingehaltene Zusagen, auch wenn eine Bewertung ausdrücklich eine Lieferverzögerung von drei Monaten wegen eines Lieferengpasses bei den Modulen erwähnt, die den Kunden trotzdem zufriedengestellt zurückliess, weil Kommunikation und Nachbetreuung stimmten. Der Geschäftsführer Alexandre Girel wird auf der Website mit dem Bekenntnis zitiert, im Alltag auf kurze Lieferketten und Schweizer Produkte zu setzen, eine Aussage, die sich allerdings nicht weiter mit konkreten Lieferantennamen oder einem Anteil an Schweizer Komponenten belegen lässt.

Was auf der Website fehlt, sind ein Gründungsjahr der Firma (die Website nennt nur das Copyright-Jahr 2023, kein Gründungsdatum), konkrete Preise oder Preisspannen, Amortisationszeiten für typische Anlagen sowie kWp-Angaben zu einzelnen Referenzprojekten. Die auf der Startseite eingeblendeten Zähler für Mitarbeitende, Agenturen, Installationen und produzierte Energie in GWh sind als animierte Zahlen ohne JavaScript nicht auslesbar und werden deshalb hier nicht übernommen, die entsprechenden Fakten stammen stattdessen aus dem umliegenden Fliesstext der Seite, wo sie ausgeschrieben stehen.

Für wen eignet sich Solpac? Für Personen in der Waadt, in Genf oder in einem der Kantone mit eigener Solpac-Agentur, die einen grösseren, breiter aufgestellten Anbieter suchen, der neben der Solaranlage auch Wärmepumpe, Speicher, Ladestation und CECB-Ausweis aus einer Hand abdeckt, statt für jede Massnahme eine andere Fachfirma zu beauftragen. Wer ausschliesslich eine einzelne, kleine Solaranlage ohne Zusatzleistungen sucht, findet möglicherweise bei einem spezialisierteren, kleineren Betrieb einen persönlicheren Ansprechpartner, verliert dabei aber die Möglichkeit, mehrere Gewerke bei einer einzigen Firma zu bündeln.

Insgesamt macht Solpac mit über 30 Mitarbeitenden, mehr als 600 Projekten und einem Filialnetz in vier Kantonen den Eindruck eines der grösseren, professionell organisierten Solaranbieter der Region. Die Kundenbewertungen aus den ersten Betriebsjahren bestätigen ein durchwegs positives Bild, auch wenn ein Lieferengpass zeigt, dass die Firma von übergeordneten Marktproblemen wie Modulknappheit ebenso betroffen ist wie jeder andere Anbieter auch. Wer die Grösse und Diversifikation von Solpac zu schätzen weiss und den fehlenden Preisangaben mit einer eigenen Offertanfrage begegnet, findet hier einen soliden Kandidaten für ein grösseres Energieprojekt.

Mehr aus Waadt & Genf

Alle ansehen