TAMAR SOLAR

Esplanade de Pont-Rouge 4, 1212 Lancy

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TAMAR SOLAR führt zwei Standorte in der Waadt- und Genferseeregion: ein administratives Zentrum an der Esplanade de Pont-Rouge 4 in Lancy, direkt bei Genf, und ein technisches Zentrum an der Rue Galilée 15 in Yverdon-les-Bains. Diese Aufteilung in Verwaltung und Technik ist ungewöhnlich detailliert für einen regionalen Solarinstallateur und deutet auf eine Firma hin, die administrative Abläufe und die eigentliche technische Ausführung organisatorisch getrennt hat. Laut eigener Auskunft in der FAQ deckt das Installateursnetzwerk von TAMAR ganz Suisse Romande ab, in der Deutschschweiz und im Tessin ist die Firma dagegen noch nicht vertreten.

Das Kerngeschäft ist die Planung und Installation von Photovoltaikanlagen auf Dächern oder auf eigens dafür vorgesehenen Tragkonstruktionen, inklusive technischer Dimensionierung, Optimierung des Eigenverbrauchs und Netzanschluss. Dazu kommt die Installation von gewerblichen Batteriespeichern für Industrie-, Landwirtschafts- und Dienstleistungsbetriebe zur Optimierung des Eigenverbrauchs und zur Absicherung der Stromversorgung, sowie die Lieferung und Montage von Sandwichpaneelen für Dächer, die gleichzeitig Wärmedämmung und Dichtigkeit sicherstellen und sich besonders für Sanierungen eignen, bei denen erst ein geeigneter Untergrund für die Solaranlage geschaffen werden muss.

Zwei Dienstleistungen fallen besonders auf, weil sie über das übliche Angebot eines Solarinstallateurs hinausgehen. Erstens montiert und demontiert TAMAR Fallschutznetze nach der Norm EN 1263-1 und den Vorgaben der Suva, zur Absicherung von Baustellen bei Arbeiten in der Höhe. Zweitens führt die Firma die gesicherte Demontage und Entsorgung von Eternit-Dächern durch, also faserzementhaltigen Bedachungen mit Asbestgehalt, unter Einhaltung von Einschliessungsverfahren zum Schutz der beteiligten Arbeitskräfte. Diese zweite Leistung erklärt sich unmittelbar aus dem Kerngeschäft: Wer in einem älteren Haus eine Solaranlage aufs Dach setzen will und dabei auf ein Eternitdach stösst, kann bei TAMAR die Sanierung und die Solarinstallation aus einer Hand beziehen, statt zwei getrennte Fachfirmen koordinieren zu müssen.

Bei der Finanzierung bietet TAMAR neben dem klassischen Kauf ein sogenanntes „Contracting photovoltaïque" an. Dabei übernimmt TAMAR die Installationskosten vollständig, während die Kundschaft laut eigener FAQ nur für den tatsächlich produzierten und verbrauchten Strom zu einem im Vertrag festgelegten Tarif bezahlt. Am Ende der Vertragslaufzeit geht die Anlage in den Besitz der Kundschaft über, die die Solarproduktion danach kostenlos weiternutzen kann. Eine Speicherbatterie lässt sich laut FAQ ergänzen, wobei TAMAR selbst darauf hinweist, dass der Rückkaufpreis pro kWh dadurch steigt und das eigene Angebot dann weniger wettbewerbsfähig ausfallen kann als der reguläre Stromtarif des Netzbetreibers, eine Offenheit, die man nicht bei jedem Anbieter in dieser Form findet.

Der Ablauf eines Standardprojekts gliedert sich laut Website in fünf Schritte: eine kostenlose und unverbindliche Besichtigung mit Ertrags- und Kostenschätzung, die Meldung der Anlage bei den zuständigen Behörden, die eigentliche Installation inklusive Arbeiten in der Höhe, Netzanschluss und Verkabelung, eine unabhängige Kontrolle und Inbetriebnahme mit anschliessender Fernüberwachung per App, und schliesslich die Beantragung der einmaligen Vergütung (Rétribution Unique). Bei der behördlichen Meldung unterscheidet TAMAR: Anlagen ausserhalb geschützter Zonen brauchen laut eigener Aussage keine Baubewilligung, müssen aber vor Baubeginn den lokalen Behörden gemeldet werden, wobei einzelne Kantone zusätzlich einen Lageplan oder ein Prinzipschema verlangen können. Für die Rétribution Unique gilt laut FAQ eine andere Schwelle: Anspruch darauf hat jede feste Photovoltaikanlage mit mindestens 2 kWc Leistung, und TAMAR übernimmt nach eigener Aussage die komplette Antragsstellung für diese Vergütung.

Zur Garantie macht TAMAR eine über die Herstellergarantie hinausgehende eigene Zusage: Zusätzlich zu den in der Branche üblichen Herstellergarantien, die die FAQ mit 25 bis 30 Jahren für die Leistungsgarantie der Module und 10 bis 12 Jahren für den Wechselrichter beziffert, gewährt TAMAR selbst eine zweijährige Garantie auf Teile und Arbeitszeit. Bei einem Problem mit der Anlage innerhalb dieser Frist übernimmt die Firma laut eigener Aussage sämtliche Reparaturkosten, den Ersatz defekter Teile, die Arbeitszeit und die Anfahrt, ohne dass der Kundschaft Kosten entstehen. Diese zwei Jahre sind eine TAMAR-eigene Zusage und keine allgemeine Branchennorm.

TAMAR beantwortet auf seiner Website ausserdem eine ganze Reihe allgemeiner Fragen zur Photovoltaik, die zwar nicht firmenspezifisch sind, aber zeigen, wie ausführlich die FAQ-Seite aufgebaut ist: Für einen optimalen Ertrag sollten Module laut dieser FAQ in einem Winkel zwischen 20 und 40 Grad geneigt sein, wobei eine Anlage auch ausserhalb dieses Bereichs funktioniert, nur mit geringerem Ertrag. Die Lebensdauer der Module selbst beziffert TAMAR mit rund 25 bis 30 Jahren, jene von Wechselrichtern und übriger Systemtechnik mit 10 bis 20 Jahren, wobei Module auch nach Ablauf dieser nominellen Lebensdauer laut FAQ oft noch mehrere Jahre weiterproduzieren. Zur Produktion im Winter schreibt TAMAR, dass Schweizer Anlagen auch in der kalten Jahreszeit einen bedeutenden Ertrag liefern können, wenn auch geringer als im Sommer, ohne dafür eine konkrete Prozentzahl zu nennen. Diese Angaben sind allgemeine Fachinformationen zur Technologie Photovoltaik, keine Zusagen zu einer bestimmten Anlage, aber sie sind auf der eigenen Domain von TAMAR veröffentlicht und zeigen den Anspruch der Firma, Interessierte auch ohne Verkaufsgespräch verständlich zu informieren.

Bei den Kundenbewertungen zeigt sich ein durchwegs positives Bild: Auf der Website sind Google-Bewertungen mit dem Gesamturteil „EXCELLENT" auf Basis von 26 Bewertungen eingebunden, mit wiederkehrenden Stichworten wie Professionalität, guter Kontakt zu den Technikern und hochwertiger Kundendienst. Diese Zahl bezieht sich auf eine Drittplattform (Google, über den Anbieter Trustindex eingebunden) und ist damit belastbarer als eine reine Eigenauswahl von Zitaten.

Was auf der Website fehlt, sind ein Gründungsjahr der Firma, eine Angabe zur Teamgrösse in Worten sowie konkrete CHF-Beträge für ein Standardprojekt oder für den Tarif beim Contracting-Modell, der laut FAQ von Anlagengrösse, Vertragsdauer und lokalen Strommarktbedingungen abhängt, ohne dass eine Grössenordnung genannt wird.

Für wen eignet sich TAMAR SOLAR? Für Eigentümerinnen und Eigentümer in der Suisse Romande, die entweder ein älteres Dach mit Asbestbelastung sanieren müssen, bevor eine Solaranlage überhaupt möglich ist, oder die eine Finanzierungslösung ohne Eigenkapitaleinsatz über das Contracting-Modell suchen. Wer ausserhalb der Suisse Romande wohnt, muss sich nach eigener Aussage der Firma nach einem anderen Anbieter umsehen. Auch wer schlicht eine ausführliche, verständliche Aufklärung zu Photovoltaik vor dem ersten Beratungsgespräch sucht, findet auf der FAQ-Seite mehr Substanz als bei den meisten regionalen Mitbewerbern.

Insgesamt wirkt TAMAR SOLAR wie ein Anbieter mit einer klaren technischen Nische bei Fallschutz und Eternitsanierung sowie einer transparenten, wenn auch ohne Zahlen versehenen Beschreibung seines Finanzierungsmodells, ein solides Angebot für Kundschaft, die eine Solaranlage ohne grosse Vorabinvestition will. Der grösste offene Punkt bleibt die fehlende Preistransparenz, sowohl beim klassischen Kauf als auch beim Contracting-Tarif, was sich aber erst im individuellen Angebot klären lässt und für praktisch jeden Anbieter in diesem Markt gilt.

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