eConnect Bubikon
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Im September 2015 gründeten Adrian Rosenthaler, Thomas Boos und Fredi Boos in einem Gästezimmer an der Pommernstrasse 10 in Bubikon die Motyxia GmbH, ein Unternehmen für den Vertrieb von Elektronikprodukten. Aus dieser wenig glamourösen Anfangsgeschichte ist über 10 Jahre ein Betrieb geworden, der heute unter dem Namen eConnect GmbH Photovoltaik, Batteriespeicher, Elektroinstallationen, Ladeinfrastruktur und sogar eigene Dacharbeiten anbietet. Die eigene Firmengeschichte auf der Website ist ungewöhnlich offen über diesen Weg, samt der Kehrtwende, die alles änderte: Bereits 2016 gab das Unternehmen den Elektronikvertrieb komplett auf und konzentrierte sich stattdessen auf intelligente Energielösungen und Energiemanagement.
Vom Energiemanagement zur eigenen Photovoltaik
Photovoltaik kam nicht am Anfang, sondern als logische Konsequenz: 2017 und 2018 wurde sie gezielt ins Portfolio integriert, weil, wie die Firma es selbst beschreibt, wer Energie intelligent steuern wolle, sie auch selbst erzeugen können müsse. Den eigentlichen Umbau zum Elektrounternehmen markiert das Jahr 2019. Fredi Boos schloss im April die Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Elektroinstallateur ab, das Unternehmen erhielt die allgemeine Installationsbewilligung, Adrian Rosenthaler und Fredi Boos kauften ihre Anteile zurück und übernahmen die volle unternehmerische Verantwortung, und aus Motyxia wurde die eConnect GmbH. Im August 2019 kam die erste Mitarbeiterin dazu, im Oktober eine weitere Person, und der Sitz zog an die Rosengartenstrasse 11 in Bubikon um. Im selben Jahr wurde eConnect Mitglied bei Swissolar und erhielt das Qualitätslabel Solarprofi, ausserdem realisierte die Firma die damals grösste Photovoltaikanlage in Rüti, ohne dass die Website dazu eine Leistung in kWp nennt.
Das Wachstum blieb danach nicht stehen. Ende 2020 erreichte eConnect die Marke von 10 Mitarbeitenden. 2021 folgte mit 356 kWp Leistung die damals grösste Photovoltaikanlage im Turbenthaler Ortsteil Saland, parallel dazu engagierte sich die Firma im Projekt Refugees Go Solar und im Klimaschulprojekt My Blue Planet. 2022 zog der Betrieb an die heutige Adresse an der Industriestrasse 37 in Bubikon um, mit eigener Werkstatt, Lager im Erdgeschoss und grösseren Büroräumen, und realisierte mit 1'360 Solarmodulen und über 550 kWp Leistung die bis dahin grösste Photovoltaikanlage von Bubikon. Im gleichen Jahr nahm eConnect nach eigenen Angaben die erste bidirektionale Ladestation des Unternehmens in Betrieb.
Auszeichnungen statt nur Eigenlob
2023 gewann eConnect den Solarpreis für eine Photovoltaikanlage auf 2 Mehrfamilienhäusern in Zürich, ein Projekt, das die Firma bereits 2021 realisiert hatte und für das die Auszeichnung erst 2 Jahre später kam. Im gleichen Jahr schloss der erste Lernende die Ausbildung zum Elektroinstallateur EFZ ab, was zeigt, dass die Firma selbst ausbildet statt nur Fachkräfte am Markt abzuwerben. International bemerkenswert ist die Einladung von Huawei nach Shenzhen, wo eConnect als "Excellent Smart PV Installer from Switzerland" ausgezeichnet wurde, eine Anerkennung eines grossen Modul- und Wechselrichterherstellers für einen Betrieb aus dem Zürcher Oberland statt umgekehrt.
Wie ernst die Firma die Qualität ihrer Komponenten nimmt, zeigt eine Notiz im eigenen Blog: 2 Mitarbeitende von eConnect reisten nach Shanghai und besuchten dort unter anderem das Werk des Modulherstellers AIK, um sich vor Ort ein Bild von Planung, Montagequalität und den eingesetzten Komponenten zu machen, statt sich allein auf Datenblätter zu verlassen. Das ist ein anderer, jüngerer Blogeintrag als die Huawei-Einladung nach Shenzhen und zeigt, dass solche Werksbesuche bei eConnect kein isolierter PR-Auftritt waren, sondern offenbar wiederholt stattfinden.
2024 kam mit der Müller-Heizung-Service AG und deren Inhaber Tobias Aeppli eine Partnerschaft dazu, die Solar, Strom und Wärme systematisch verbinden soll. Daraus entstand an der Dürntnerstrasse 11 in Hinwil ein gemeinsames "Zentrum für Wärme und Energie", offiziell eröffnet am 5. April 2025. Wer eine Solaranlage mit einer Wärmepumpe oder einer Heizungssanierung kombinieren will, bekommt damit über eConnect Zugang zu einem Partnerbetrieb fürs Heizungshandwerk, statt selbst zwei getrennte Firmen koordinieren zu müssen.
Was der Betrieb heute anbietet
Auf der Dienstleistungsseite trennt eConnect sein Angebot sauber in 3 Sparten. Unter Solar firmieren Solaranlagen, Batteriespeicher, Wartung und Reinigungen, unter Strom die allgemeinen Elektroinstallationen, Ladestationen, Energiemanagement und individuelle Lösungen, und unter Dach die Erneuerung von Dacheindeckungen, kleinere Dachsanierungen, Dachreparaturen und Dachkontrollen, ausdrücklich mit eigenen, internen Dachdeckern statt mit einem Subunternehmen. Das ist ein reales Argument bei einer Aufdachanlage, wo die Qualität der Dachanschlüsse mindestens so wichtig ist wie die Module selbst: Wenn dieselbe Firma dafür verantwortlich ist, Dach und Anlage abzudichten, gibt es keine Reibungsfläche zwischen zwei Gewerken, die sich im Streitfall gegenseitig die Schuld zuschieben können.
Die Website wirbt zudem damit, eine Solaranlage schlüsselfertig "All-Inklusive ohne versteckte Kosten" zu liefern, nennt dazu aber keine konkrete Preisspanne, keinen Preis pro kWp und keine Angabe zu Förderbeiträgen oder Amortisationszeiten. Wie bei den meisten Anbietern in diesem Markt bleibt eine verbindliche Zahl der individuellen Offerte vorbehalten, weshalb sich die Kostenaussage der Website nur als Versprechen zur Struktur der Rechnung lesen lässt, nicht als Preisangabe.
Auch zu den einzelnen Referenzprojekten aus der Firmengeschichte, etwa der Anlage in Rüti oder den beiden preisgekrönten Mehrfamilienhäusern in Zürich, liefert die Website keine Angaben zu den Investitionskosten oder zur Wirtschaftlichkeit für die jeweiligen Eigentümerschaften. Wer die Firmengeschichte liest, bekommt also ein sehr genaues Bild davon, wie schnell und in welchen Schritten das Unternehmen gewachsen ist, aber kein Bild davon, was ein vergleichbares Projekt am eigenen Haus kosten würde. Das ist keine Besonderheit von eConnect, sondern die Regel in diesem Marktsegment, doch angesichts der sonst ungewöhnlich offenen Kommunikationskultur der Firma fällt die Zurückhaltung bei Zahlen zu Kosten und Rendite auf.
Vom Hobby zum Team mit rund 30 Leuten
Die Firmengeschichte endet mit einer knappen, aber aussagekräftigen Zusammenfassung: Aus einem Hobby im Gästezimmer sei ein Unternehmen mit rund 30 Mitarbeitenden geworden. Im Jubiläumsjahr 2025 feierte das Team das 10-jährige Bestehen mit einer 2-tägigen Reise nach Deutschland samt Besuch im Europa-Park, liess einen eigenen Firmensong aufnehmen und rüstete den Pausenraum mit einem Töggelikasten auf, Details, die wenig mit Photovoltaik zu tun haben, aber ein Bild einer Firma zeichnen, die ihr Wachstum nicht nur in Kennzahlen feiert. Wichtiger für eine Kaufentscheidung sind die technischen Meilensteine daneben: eine Mitgliedschaft bei Swissolar seit 2019, ein Solarpreis 2023, eine Herstelleranerkennung durch Huawei und mehrere selbst realisierte Grossanlagen mit klar benannten Leistungswerten. Für Hausbesitzerinnen und -besitzer im Zürcher Oberland, die eine Solaranlage im Zusammenhang mit Elektroarbeiten, Dachsanierung oder einer Wärmepumpe planen, ist eConnect damit ein Betrieb, dessen Wachstum sich nicht nur behauptet, sondern anhand konkreter Jahreszahlen und Projekte nachvollziehen lässt.