Energiewendegenossenschaft Region Winterthur (ERW)

Technoparkstrasse 2, 8406 Winterthur

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Die Energiewendegenossenschaft Region Winterthur, kurz ERW, trägt ihr Konzept schon im eigenen Seitentitel: "Meine Solaranlage, selbst gebaut!" Das ist keine Marketingfloskel, sondern die tatsächliche Arbeitsweise der Genossenschaft mit Sitz an der Technoparkstrasse 2 in Winterthur, und sie unterscheidet die ERW von jedem klassischen Solarinstallateur in dieser Kategorie.

Das Selbstbau-Prinzip

Die ERW beschreibt ihr Kernangebot so: "Wir sind spezialisiert auf die Umsetzung von PV-Projekten im Selbstbau, das heisst, die Bauherrschaft hilft unter Anleitung unserer Bauleiter tatkräftig mit." Konkret bedeutet das: Ein Mitglied baut mit Hilfe anderer Mitglieder die eigene Anlage eigenhändig, begleitet von einem Anlagenplaner. Der grösste Kostenfaktor einer Solaranlage, die Arbeitsstunden, entfällt dabei nach eigener Beschreibung nicht einfach, sondern wird umgelenkt: Die von einem Mitglied geleisteten Arbeitsstunden werden, wie es die Website formuliert, "an einer anderen Anlage sprichwörtlich abgebaut", also bei einem späteren Projekt eines anderen Genossenschafters wieder eingebracht. Das ist ein Arbeitszeit-Tauschmodell, kein reiner Rabatt, und es setzt voraus, dass man selbst mit anpackt, nicht nur zahlt.

Die Transportdrohne

Für den Materialtransport aufs Dach setzt die ERW ein ungewöhnliches Hilfsmittel ein: "Mit unserer Transportdrohne fliegen die PV-Module ohne Kraftaufwand auf Ihr Dach." Die Website widmet dem Gerät eine eigene Navigationsseite ("Unsere Transportdrohne") und bewirbt es zusätzlich im Footer: "Neu: Transportdrohne für die effiziente und präzise Montage von Solarmodulen." Für ein Selbstbau-Modell, bei dem Laien unter Anleitung mitarbeiten, ist das ein sinnvolles Detail: Wer die Module nicht mehr von Hand über ein Steildach tragen muss, kann sich beim eigentlichen Montageschritt auf die Verkabelung und Befestigung konzentrieren.

Auch schlüsselfertig, für alle, die nicht mitbauen wollen

Wer keine Zeit oder kein Interesse am Selbstbau hat, ist bei der ERW trotzdem nicht falsch: "Auf Wunsch installieren wir Ihre PV-Anlage schlüsselfertig, ohne Ihre aktive Mithilfe." Das relativiert das Bild einer reinen Bastler-Genossenschaft, auch wenn der Selbstbau erkennbar das inhaltliche und historische Zentrum der Organisation bleibt.

Weitere Anlagetypen, bis in die Kernzone

Neben dem klassischen Einfamilienhaus-Dach bietet die ERW Indach-Anlagen an, die laut eigener Beschreibung "perfekt auf die Umgebung abgestimmt" sind, dazu Fassadenanlagen ("wichtig für den Winterstrom"), Anlagen auf Mehrfamilienhäusern inklusive Beratung für Mieterschaft und Stockwerkeigentümergemeinschaften, sowie Grossanlagen auf landwirtschaftlichen Gebäuden. Bemerkenswert ist die eigene Aussage zu geschützten Ortsbildern: "Kernzone und PV-Anlage schliessen sich nicht aus, ganz im Gegenteil. Unter Berücksichtigung der geltenden Vorschriften und in Absprache mit den zuständigen Ämtern planen wir Ihre PV-Anlage auch in Kernzonen oder auf inventarisierten Gebäuden." Dazu passt ein Kundenzitat von P. Brunner aus Andelfingen: "Unsere Indachanlage fügt sich sehr schön in die geschützte Kernzone ein. Die Planung und Kalkulation mit der ERW war sehr unkompliziert."

Das Kostenmodell einer Genossenschaft

Die ERW beschreibt sich ausdrücklich als "nicht gewinnorientierte Genossenschaft", die "nach dem Kostendeckungsprinzip" arbeitet. Konkret beziffert die Website eine Materialmarge von 10 %, mit der allfällige Garantierückstellungen und der Verwaltungsaufwand gedeckt werden. Die Planer arbeiten laut eigener Aussage mit kostengünstigen Pauschalen, die Selbstbaugruppen selbst arbeiten kostenlos, im Tausch gegen die eigene spätere Unterstützung durch andere Mitglieder. Einen absoluten Preis in Franken für eine typische Anlage nennt die Startseite an keiner Stelle, die genannten Zahlen betreffen ausschliesslich das Margen- und Kostenmodell, nicht eine konkrete Anlage.

Über 530 realisierte Projekte

Als einzige harte Kennzahl zum eigenen Track Record nennt die Website: "Bereits realisierte Projekte: über 530." Eine zweite Referenz stammt von einer Stockwerkeigentümergemeinschaft, nicht von einer Einzelperson: "Von A wie Angebot bis Z wie zuverlässig eine eindrückliche Leistung aller ERW Fachkräfte!", unterschrieben von der "STWEG Bühlackerweg 27-33/Waldeggstrasse 19-22" in Winterthur. Das ist ein Mehrfamilienhaus-Projekt mit einer konkreten, benannten Trägerschaft, kein anonymes Zitat. Ein drittes Zitat, von N. Wolfensberger aus Winterthur, ist kein Projektzitat, sondern eine Begründung für die Mitgliedschaft selbst: "Ich bin Mitglied der ERW, weil ich Teil der Energiewende sein möchte... Bei der ERW darf auch mitmachen, wer keine Anlage auf dem eigenen Hausdach plant oder sie schon lange realisiert hat." Das zeigt, dass die Genossenschaft auch Mitglieder ohne eigenes Solarprojekt aufnimmt, nicht nur Bauherrschaften.

Zertifizierungen

Im Footer weist die ERW zwei Mitgliedschaften aus: "Wir sind Mitglied bei: swissolar" und "sicherheits-charta", jeweils mit eigenem Logo. Eine nähere Erläuterung der Sicherheits-Charta liefert die Startseite nicht, weshalb hier nur die Mitgliedschaft selbst festgehalten wird, ohne deren Inhalt zu spekulieren.

Solarkurs und Beratung

Direkt im Seitentitel wirbt die ERW für einen Kurs: "Jetzt anmelden: Solarkurs." Beschrieben wird er so: "An unserem Solarkurs erhalten Sie praktische Informationen zum Selbstbau von Solaranlagen, können sich mit Interessierten aber auch Fachleuten austauschen und lernen die ersten Schritte kennen." Das passt zum genossenschaftlichen Modell: Wer sich für den Selbstbau interessiert, kann sich vorab informieren, statt direkt mit dem eigenen Dach ins kalte Wasser zu springen. Über die reine PV-Montage hinaus berät die ERW zudem zu Energiemanagement, Batteriespeicher, Eigenverbrauchsmodellen wie ZEV und LEG sowie dynamischen Tarifen, sowohl für Einfamilien- als auch für Mehrfamilienhäuser und sowohl für private als auch für gewerbliche Anlagen.

Mitgliedschaft statt Kundenverhältnis

Anders als bei einer gewöhnlichen Solarfirma ist der Einstieg bei der ERW über die Mitgliedschaft in der Genossenschaft geregelt, mit einem eigenen Navigationspunkt "Mitglied werden". Das Zitat von N. Wolfensberger macht deutlich, dass diese Mitgliedschaft nicht zwingend an ein eigenes Bauprojekt gekoppelt ist: Wer sich für die Energiewende engagieren will, kann laut dieser Aussage auch beitreten, ohne selbst je eine Anlage auf dem eigenen Dach zu realisieren oder zu planen. Die Website nennt dazu weder einen Mitgliederbeitrag noch eine Mindestlaufzeit, wer die genauen Bedingungen wissen will, muss über Telefon oder E-Mail nachfragen.

Für wen sich die ERW eignet

Am besten passt die ERW zu Hausbesitzern in der Region Winterthur, die selbst mit anpacken wollen, Zeit für die Mitarbeit an der eigenen und an fremden Anlagen mitbringen und dabei von den tieferen Kosten des Selbstbau-Modells profitieren möchten. Wer stattdessen eine reine schlüsselfertige Lösung ohne eigenen Einsatz sucht, bekommt diese zwar ebenfalls angeboten, findet aber wahrscheinlich spezialisiertere Anbieter, für die das schlüsselfertige Geschäft im Zentrum steht statt eine Zusatzoption zum genossenschaftlichen Kernmodell.

Fazit

Die Energiewendegenossenschaft Region Winterthur ist der ungewöhnlichste Eintrag in dieser Kategorie: eine gemeinnützige Genossenschaft, die Solaranlagen im Wortsinn gemeinsam mit ihren Mitgliedern baut, Arbeitsstunden zwischen Projekten tauscht und dabei über 530 realisierte Anlagen sowie eine eigene Transportdrohne für den Modultransport vorweisen kann. Wer bereit ist, selbst Hand anzulegen und im Gegenzug später bei einem anderen Mitglied mitzuhelfen, findet hier ein Modell, das die Materialkosten transparent auf eine 10-prozentige Marge begrenzt, ohne dabei einen absoluten Anlagenpreis zu nennen.

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