ewz
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ewz, das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich, ist kein privater Solarinstallateur, sondern der städtische Energieversorger selbst, und das prägt das gesamte Angebot: Solaranlagen stehen auf der Startseite gleichberechtigt neben Strom, Elektromobilität, Fernwärme, Glasfaser und Liegenschaften als eines der Kerngeschäfte, mit "Solarenergie", "Solaranlage" und "Photovoltaik" als 3 eigene Themenseiten in der Fusszeile verlinkt.
Von der Potenzialanalyse bis zur Inbetriebnahme
Für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer beschreibt ewz den eigenen Beitrag so: "Unser Solarrechner zeigt Ihnen, ob sich eine Solaranlage für Sie lohnt. Falls ja, planen und installieren wir Ihre individuelle Anlage, von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme." Nach der Installation übernimmt laut Website ein "Energiemanager" die Optimierung des Eigenverbrauchs. Das deckt damit den ganzen Weg ab, den ein Eigentümer sonst bei mehreren verschiedenen Anbietern einzeln einkaufen müsste: Machbarkeitsprüfung, Planung, Installation, Inbetriebnahme und laufende Verbrauchsoptimierung aus einer Hand bei einem einzigen, städtischen Ansprechpartner.
Solarzüri: eine feste Einmalzahlung für 20 Jahre Solarstrom
Für alle, die kein eigenes Dach besitzen oder keine eigene Anlage bauen wollen, bietet ewz das Programm "ewz.solarzüri" an: "Einmalig CHF 250.00 (inkl. MwSt.) pro Quadratmeter bezahlen und 20 Jahre Solarstrom beziehen." Die Herkunft ist mit "Zürich" angegeben, was nahelegt, dass der bezogene Solarstrom aus städtischen Anlagen im Gebiet der Stadt Zürich stammt. Das ist ein konkretes, mit einer Zahl belegtes Angebot, wie es sonst kaum ein Anbieter in diesem Verzeichnis veröffentlicht, allerdings ohne Angabe, wie viel Fläche oder wie viel Jahresstromverbrauch ein Quadratmeter dabei tatsächlich deckt.
Solarquartier: Strom aus der eigenen Nachbarschaft
Als zweites Mieter-Angebot nennt die Website "ewz.solarquartier": "Als Mitglied einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft, beziehen Sie Solarstrom direkt aus Ihrem Quartier." Die Herkunft wird hier mit "Aus Ihrem Quartier" beschrieben, nicht mit der ganzen Stadt wie bei solarzüri, und die Website spricht von einer Mitgliedschaft in einer "LEG" (lokale Elektrizitätsgemeinschaft): "Es lohnt sich, als Produzent*in Mitglied einer LEG zu werden." Für Eigentümer, die selbst Solarstrom erzeugen, aber nicht selbst verbrauchen können, dient dasselbe Programm zusätzlich als Absatzkanal: "Verkaufen Sie den überschüssigen Solarstrom Ihrer PV-Anlage im Quartier. Dank ewz.solarquartier liefern Sie überschüssigen Solarstrom gewinnbringend in die Nachbarschaft."
Weitere Wege, überschüssigen Strom zu vermarkten
Neben solarquartier nennt die Website 2 weitere Verrechnungsmodelle für Eigentümer mit überschüssigem Solarstrom: den direkten Verkauf an die eigenen Mieter innerhalb des ewz-Versorgungsgebiets, sowie ein Modell über einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) für Liegenschaften ausserhalb dieses Gebiets, mit dem Ziel, "Ihren überschüssigen Solarstrom direkt an die Mieter Ihrer Liegenschaft" zu verkaufen. Damit deckt ewz sowohl den Fall ab, in dem der Vermieter selbst als Stromlieferant für das eigene Haus auftreten will, als auch den Fall einer Liegenschaft, die ausserhalb des städtischen Netzgebiets liegt.
Plug-and-play-Anlagen für den Balkon
Für Mieterinnen und Mieter ohne eigenes Dach, aber mit einem Balkon, führt ewz auch Steckersolargeräte: "Mit einer Plug & play Solaranlage für den Balkon produzieren Sie auf einfache Weise eigenen Solarstrom für Ihren Haushalt. Wir unterstützen Kund*innen von ewz mit einem Förderbeitrag von bis zu 400 Franken." Gekauft werden diese Anlagen laut Website nicht direkt bei ewz, sondern über die Plattform Topten, während die Anmeldung und das Fördergesuch über ewz selbst laufen. Zur Bewilligungspflicht schreibt die Website: "Für Plug & Play Solaranlagen mit einer Leistung von über 600 Watt benötigen Sie zusätzlich eine Bewilligung. Kleinere Anlagen müssen Sie lediglich anmelden." Auf die Frage, ob überschüssiger Strom aus einer solchen Kleinanlage verkauft werden kann, antwortet die Website knapp: "Ja. ewz vergütet den zurückgelieferten Strom aus erneuerbaren Energien. Das gilt auch für Plug & Play Solaranlagen."
Ein Konzern, der weit über Solar hinausgeht
Solaranlagen sind bei ewz nur eines von mehreren gleichwertigen Geschäftsfeldern. Auf der Startseite stehen Strom, Solaranlagen, Elektromobilität, Fernwärme, Glasfaser und Liegenschaften nebeneinander im Hauptmenü "Unser Angebot für Sie", und der einleitende Satz der Website beschreibt das Unternehmen entsprechend breit: "ewz liefert Ihnen Strom, Wärme und verbindet Sie über modernste Glasfasertechnologie. 100% erneuerbar." Wer bei ewz eine Solaranlage bestellt, bestellt sie also bei einem Konzern, der dieselbe Liegenschaft möglicherweise bereits mit Strom, Fernwärme oder Glasfaser versorgt, was die Abstimmung zwischen den verschiedenen Anschlüssen vereinfachen kann, aber auch bedeutet, dass Solaranlagen dort ein Geschäftsfeld unter vielen und kein alleiniger Fokus sind.
Energieberatung als zusätzlicher Einstiegspunkt
Neben dem Solarrechner bewirbt die Startseite auch eine allgemeine Energieberatung: "Wir zeigen Ihnen unkompliziert, wo Sie Energie sparen können. Buchen Sie Ihre Energieberatung." Ergänzt wird das um ein Whitepaper zur energetischen Sanierung, das laut Website hilft, "die ökonomischen und ökologischen Potenziale von energetischen Sanierungen" zu erkennen und zu nutzen. Für Eigentümerinnen und Eigentümer, die noch nicht wissen, ob sich für ihre konkrete Liegenschaft überhaupt eine Solaranlage lohnt oder ob zuerst eine Sanierung der Gebäudehülle sinnvoller wäre, bietet ewz damit einen Einstiegspunkt, der nicht sofort auf den Verkauf einer Anlage zielt, sondern zunächst auf eine allgemeine Einschätzung des gesamten Energiebedarfs der Liegenschaft.
Fördergelder vor Baubeginn beantragen
Ein praktischer Hinweis für alle, die eine grössere Anlage bauen: Die Website listet unter den Services zur Solaranlage einen eigenen Punkt "Fördergelder" mit dem Zusatz "Stellen Sie das Gesuch vor Baubeginn." Das ist ein Ablaufhinweis, kein Betrag, aber ein wichtiger, weil ein nachträglich gestelltes Gesuch bei vielen Förderprogrammen abgelehnt wird.
Was die Website nicht verrät
Zur Fläche oder Leistung der von ewz selbst betriebenen Solaranlagen, zur Zahl der bisherigen Installationen, zu einer Warteliste oder zu Lieferzeiten für eine individuelle Installation äussert sich die ausgewertete Startseite und die Solaranlagen-Unterseite nicht. Ebenso wenig zu den konkreten Kosten einer individuell geplanten und installierten PV-Anlage; hierfür verweist die Website auf den eigenen Solarrechner, dessen Ergebnis von der jeweiligen Liegenschaft abhängt und nicht auf der Website selbst veröffentlicht ist.
Für wen sich ewz eignet
Für Eigentümerinnen und Eigentümer innerhalb des ewz-Versorgungsgebiets, die eine Solaranlage bauen und dabei nicht mehrere Gewerke selbst koordinieren wollen, bietet ewz mit Planung, Installation, Inbetriebnahme und Energiemanagement aus einer Hand ein besonders geschlossenes Angebot. Für Mieterinnen und Mieter ohne eigenes Dach sind solarzüri und solarquartier 2 konkret ausgestaltete Alternativen, mit klar unterschiedlichem Modell: eine feste Einmalzahlung für 20 Jahre bei solarzüri gegenüber einer laufenden Mitgliedschaft in einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft bei solarquartier. Wer nur einen Balkon zur Verfügung hat, findet mit dem geförderten Plug-and-play-Angebot den niedrigsten Einstieg in diesem gesamten Verzeichnis, muss die Anlage aber selbst über Topten kaufen und lediglich die Anmeldung sowie das Förderdossier über ewz abwickeln.