Schibli AG Kompetenzzentrum Erneuerbare Energie

Klosbachstrasse 67, 8032 Zürich

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Die Schibli AG Kompetenzzentrum Erneuerbare Energie ist keine eigenständige kleine Firma, sondern die auf erneuerbare Energie spezialisierte Einheit der Schibli-Gruppe, eines Zürcher Unternehmens, das nach eigener Angabe in sechs Kompetenzbereichen tätig ist: Elektrotechnik, erneuerbare Energie, Elektrosicherheit, Gebäudetechnik, Automatik und IT. Zur Gruppe gehören neben dem Kompetenzzentrum unter anderem die Schibli AG Elektrotechnik, die Schibli Elektrotechnik AG, die Schibli Elektrotechnik GmbH, die Schibli AG Automatik, die Elektronorm AG, die Spetec AG und die Entec AG, während zentrale Dienste wie Geschäftsleitung, Marketing, Personal und Buchhaltung in der Schibli Support AG gebündelt sind. Wer beim Kompetenzzentrum Kunde wird, kann laut eigener Darstellung bei Bedarf auf das Wissen der ganzen Gruppe zurückgreifen, mit einem einzigen Ansprechpartner.

Was das Kompetenzzentrum anbietet

Das Angebot deckt die ganze Bandbreite der Gebäudeenergie ab: Photovoltaik-Anlagen für Privatkunden, Speicherlösungen, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge samt eigener Abrechnungslösung für Ladestationen, den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) für Mehrfamilienhäuser, Planung und Engineering für grössere Bauprojekte sowie Ersatzstromlösungen. Als Zielgruppen nennt die Website ausdrücklich Industrie und Gewerbe, Mehrfamilienhäuser und Wohnquartiere sowie Einfamilienhäuser und Villen. Das Kompetenzzentrum bedient also nicht nur Einfamilienhausbesitzer, sondern auch grössere Überbauungen und Gewerbekunden. Auf der Startseite beschreibt Schibli den eigenen Anspruch so: Honorar- und Beratungsdienstleistungen, Konzepterstellung, Machbarkeitsstudien und Vorprojekte, dazu die Planung und Realisierung ganzheitlicher Energiesysteme mit Monitoring sowie die Abwicklung von Baunebenleistungen mit Energieversorgungsunternehmen und Behörden. Auf Wunsch holt das Kompetenzzentrum für Kundinnen und Kunden auch zustehende Förderbeiträge ein, ohne dass die Website eine konkrete Fördersumme nennt. Ergänzt wird das technische Angebot durch eigene Wissenswerkzeuge: einen Solarrechner zur groben Einschätzung einer möglichen Anlage, einen Verweis auf Energiefranken.ch für Förderprogramme, das Gütesiegel Swissolar Solarprofi und eine Verlinkung zu Lokalerstrom.ch.

Ersatzstrom, der Punkt, an dem viele PV-Besitzer sich täuschen

Eine der ausführlicheren Seiten der Website widmet sich einem Missverständnis, das laut Schibli viele Photovoltaik-Besitzer teilen: dass ihre Anlage bei einem Stromausfall automatisch weiter Strom liefert. Schibli erklärt technisch, warum das nicht stimmt. Eine Standard-Photovoltaikanlage produziert Gleichstrom, der über einen Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt und ins Gebäudenetz eingespeist wird. Fällt das öffentliche Netz aus oder werden unzulässige Spannungen oder Frequenzen registriert, trennt sich der Wechselrichter aus Gründen des Personenschutzes automatisch vom Netz, auch wenn die Sonne weiterscheint. Das gilt laut Schibli auch für Anlagen mit Batteriespeicher: Ohne zusätzliche Komponente schaltet auch ein Speichersystem bei einem Netzausfall ab. Um eine Anlage tatsächlich ersatzstromfähig zu machen, muss sie mit einem zusätzlichen Kuppelschalter ausgerüstet werden, der das Gebäude bei einem Netzausfall vom öffentlichen Netz trennt und die Anlage in einen sogenannten Inselbetrieb versetzt. Wie lange die Notstromversorgung dann hält, hängt laut Schibli von der Leistung des Wechselrichters und der Photovoltaikanlage sowie von der Kapazität des Batteriespeichers ab, wobei üblicherweise schon bei der Installation festgelegt wird, welche Verbraucher im Notstrombetrieb versorgt werden dürfen. Schibli verweist zur Einordnung auf eine Statistik, wonach Verbraucher in der Schweiz 2021 im Schnitt eine Stromunterbrechung von 17 Minuten hinnehmen mussten, stuft das Thema aber trotzdem als zunehmend relevant ein, mit Verweis auf Energiekrise und mögliche Strommangellage.

Eine eigene Lehrstelle, aber nicht unter dem Namen Schibli-Akademie

Im ursprünglichen Rechercheansatz zu diesem Eintrag stand, das Kompetenzzentrum betreibe seine eigene "Schibli-Akademie"-Lehre als Elektroinstallateur:in EFZ mit Fokus auf erneuerbare Energie. Das lässt sich auf der Website so nicht bestätigen und wird hier korrigiert. Die Schibli-Akademie ist laut eigener Beschreibung ein gruppenweites Weiterbildungsprogramm für alle Mitarbeitenden der Schibli-Gruppe, unabhängig vom Beruf, das Fach-, Führungs- und Sozialkompetenzen über die ganze Karriere hinweg fördert, keine Lehrstelle. Die eigentliche Grundausbildung mit Fokus erneuerbare Energie läuft unter einem eigenen Namen, "Elektroinstallateur:in EFZ, Fachrichtung erneuerbare Energie", mit dem Kompetenzzentrum als eigenem Lehrbetrieb. Diese Lehre dauert laut eigener Angabe 4 Jahre, findet im Grossraum Zürich statt, umfasst 1 bis 2 Tage Berufsschule pro Woche und 4 überbetriebliche Kurse, lässt sich mit Berufsmatura kombinieren und beinhaltet ein mehrmonatiges Praktikum in einem klassischen Elektroinstallationsbetrieb der Gruppe. Praktisch ausgebildet wird schwerpunktmässig in den Bereichen Photovoltaik, Speicher, ZEV, Notstrom und E-Mobility, mit einem Lehrlings-Götti als fester Begleitperson während der ganzen Ausbildung. Wer sich vorab ein Bild machen will, kann sich laut Website auch für eine Schnupperlehre bewerben.

Nicht nur ein Zürcher Büro

Der Hauptsitz des Kompetenzzentrums liegt zwar mitten in der Stadt Zürich, doch das Angebot reicht laut eigener Beschreibung darüber hinaus: Regionale Standorte der Schibli AG Elektrotechnik bieten Photovoltaikanlagen und E-Mobility-Ladestationen zusätzlich in ihren eigenen Regionen an, mit eigenem Fachwissen des Kompetenzzentrums im Hintergrund. Konkret genannt werden ein Standort in Attinghausen im Kanton Uri, mit Mathias Venzin als Geschäftsführer der Schibli Elektrotechnik AG und Marco Käslin als dortigem Projektleiter Erneuerbare Energie, sowie ein Standort in Uetikon am See im Kanton Zürich mit Silvan Storrer als Projektleiter Erneuerbare Energie. Für Kundinnen und Kunden ausserhalb der Stadt Zürich bedeutet das einen regionalen Ansprechpartner, statt jede Anfrage über die Zentrale an der Klosbachstrasse laufen zu lassen.

Wer die Fäden zieht

An der Spitze der Schibli-Gruppe steht laut eigener Darstellung ein dreiköpfiges Führungsteam: Stefan Witzig als Group CEO, Sandro Kündig als Group CFO und Jan Schibli in der Geschäftsleitung der Gruppe. Das Kompetenzzentrum selbst hat seinen Sitz an der Klosbachstrasse 67 in Zürich und ist von Montag bis Donnerstag von 08:00 bis 12:00 und von 13:00 bis 17:00 erreichbar, freitags von 08:00 bis 12:00 und von 13:00 bis 16:30, unter der Telefonnummer +41 44 265 61 01.

Für wen sich das Kompetenzzentrum eignet

Das Angebot passt am besten zu Kundinnen und Kunden, die mehr wollen als eine reine Photovoltaikanlage, etwa ein Mehrfamilienhaus, das gleichzeitig einen ZEV bilden, Ladestationen für die Bewohner installieren und im Notfall den Betrieb aufrechterhalten will. Wer nur eine einzelne PV-Anlage auf einem Einfamilienhaus sucht, bekommt zwar auch dafür ein eigenes Angebot, dürfte bei einem kleineren, reinen Solarbetrieb aber unter Umständen persönlicher betreut werden, weil das Kompetenzzentrum Teil einer grösseren Unternehmensgruppe mit mehreren Geschäftsfeldern ist.

Fazit

Als Teil der Schibli-Gruppe deckt das Kompetenzzentrum Erneuerbare Energie mehr Bereiche ab als ein reiner Solarteur: Photovoltaik, Speicher, Elektromobilität, ZEV und, als Alleinstellungsmerkmal, eine klar erklärte Ersatzstromlösung samt Kuppelschalter für den Inselbetrieb. Die eigene Lehrstelle als Elektroinstallateur:in EFZ mit Fokus erneuerbare Energie ist real, trägt aber nicht den Namen Schibli-Akademie, wie im ursprünglichen Rechercheansatz behauptet, sondern läuft als eigenständiges Grundbildungsprogramm der Gruppe. Für Mehrfamilienhäuser, Gewerbe und alle, die neben der Solaranlage auch Notstrom oder Ladeinfrastruktur brauchen, ist das ein plausibler erster Kontakt in Zürich.

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