Heinz Schmid AG

Wildbachstrasse 12, 8400 Winterthur · seit 1973

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Als das jüngste Hagelunwetter über Winterthur zog, tat die Heinz Schmid AG etwas, das man von einem Handwerksbetrieb nicht unbedingt erwartet: Sie schrieb ihren eigenen Photovoltaik-Kunden, bevor diese überhaupt anriefen. Auf der Startseite steht ein Hinweis, der so konkret ist, dass er nach echter Erfahrung mit beschädigten Anlagen klingt und nicht nach einer generischen Warnung. Wer sichtbare Schäden an der PV-Anlage feststellt, solle die Anlage vorsorglich abschalten, heisst es dort, und der Hauptschalter befinde sich neben dem Wechselrichter. Dazu kommen kurze, konkrete Regeln: die Anlage nur aus sicherer Entfernung prüfen, beschädigte Bereiche nicht betreten, keine Reparaturen selbst vornehmen. Das ist keine Marketingfloskel, sondern eine Anleitung, die jemand geschrieben hat, der weiss, wo bei einer Aufdach-Anlage die Gefahr liegt.

Ein Betrieb mit langer Geschichte unter dem Dach

Diese Nüchternheit passt zur Geschichte der Firma. Sie beginnt 1973 in einer kleinen Werkstatt an der Wildbachstrasse 6 in Winterthur, gegründet von Josef Dosch und Heinz Schmid unter dem Namen Dosch und Schmid. Die beiden stellten nach und nach eigene Monteure ein, und im Januar 1980 wurde aus dem Zweimannbetrieb die Firma Heinz Schmid AG. Mit wachsendem Team drängte sich ein Umzug in eine grössere Liegenschaft auf, an die heutige Adresse Wildbachstrasse 12. Der Generationswechsel folgte auf die gleiche unaufgeregte Art: 1992 begann Sohn Pascal Schmid im elterlichen Betrieb seine Lehre als Elektromonteur, 2002 bestand er die Prüfung zum eidgenössisch diplomierten Elektroinstallateur, und 2008 übernahm er die Geschäftsführung. Heute zählt das Team um Pascal Schmid über 50 Mitarbeitende, davon 11 Lehrlinge, was für einen Winterthurer Elektrobetrieb eine beachtliche Grösse ist und zugleich zeigt, dass hier weiterhin selbst ausgebildet statt nur eingekauft wird.

Photovoltaik ist bei Heinz Schmid AG kein eigenständiges Start-up-Geschäft, sondern eine von mehreren Sparten eines klassischen Elektrounternehmens. Die Website listet Installationen, Photovoltaik, E-Mobility-Lösungen, Stromspeicher, Elektrotankstellen, Gebäudeautomation, Glasfaser, Multimedia, Service, Planung, Neubau, Umbau und Kontrollwesen als Dienstleistungen auf. Das bedeutet: Wer eine PV-Anlage bei diesem Betrieb bestellt, bekommt in der Regel auch gleich die Hausanschlusstechnik, die Ladestation für das Elektroauto oder die spätere Elektrokontrolle aus einer Hand, ohne dass mehrere Handwerker koordiniert werden müssen. Das ist der Vorteil eines Vollsortiment-Elektrikers gegenüber einem reinen Solarinstallateur: weniger Schnittstellen, ein Ansprechpartner für den ganzen elektrischen Teil des Hauses.

Was die Projektliste zeigt

Auf der Projektseite finden sich, statt bloss werblicher Beispielbilder, konkrete Projektnamen, die auf ein breites Einsatzspektrum schliessen lassen. Darunter eine Photovoltaikanlage auf einem Landwirtschaftsbetrieb in Frauenfeld, eine Anlage auf einem Velounterstand in Winterthur, eine Indach-Photovoltaik mit Batteriespeicher an einem Einfamilienhaus, eine kombinierte Dach- und Fassadenanlage an einem Gewerbebau, eine PV-Anlage auf einer Bowlinghalle in Rümikon und eine Indach-Lösung an einem Mehrfamilienhaus in Zürich. Weitere Projekte kombinieren Photovoltaik direkt mit einem Batteriespeicher, etwa an einem Doppeleinfamilienhaus an der Weinlandstrasse, an einem freistehenden Einfamilienhaus mit Indach-Montage und an einem Objekt, das die Website nur mit dem Kürzel Wüb Grafenstein bezeichnet, ohne die Abkürzung aufzulösen. Die Website nennt zu keinem dieser Projekte eine Leistung in kWp, ein Baujahr oder einen Preis, weshalb sich daraus keine Grössenordnung ableiten lässt, aber die schiere Bandbreite der Gebäudetypen, vom Bauernhof über den Veloabstellplatz bis zur Bowlinghalle, spricht für einen Betrieb, der PV nicht nur auf Einfamilienhausdächern kennt. Bezeichnend ist auch, dass mehrere Projekte Photovoltaik direkt mit einem Batteriespeicher kombinieren statt die beiden als getrennte Angebote zu führen, was bei einem Vollsortiment-Elektriker naheliegt, der ohnehin die gesamte Hauselektrik plant, aber bei einem reinen Modulverkäufer seltener der Fall ist. Die einzige Anlage ausserhalb des Kantons Zürich und seiner unmittelbaren Nachbarschaft ist jene in Frauenfeld im Kanton Thurgau, was zeigt, dass der Betrieb bei Bedarf auch über das engere Winterthurer Einzugsgebiet hinaus arbeitet, ohne dass die Website daraus ein eigentliches Einzugsgebiet als Werbeaussage macht.

Zur Kundenbindung gehört offenbar auch ein 24-Stunden-Pikettdienst, der auf der Startseite mit einer eigenen Telefonnummer beworben wird, 052 232 36 36, getrennt von der allgemeinen Kontaktnummer. Für Betreiber einer PV-Anlage, die im Ernstfall schnell jemanden erreichen wollen, der die eigene Anlage kennt, ist das ein reales Argument, auch wenn die Website nicht spezifiziert, was der Pikettdienst im Detail abdeckt oder ob er zusätzlich verrechnet wird.

Dass Kontrollwesen als eigene Dienstleistung neben Photovoltaik und Neubau aufgeführt wird, passt zum Bild eines Betriebs, der eine Anlage nicht nur montiert, sondern auch später an derselben Adresse betreut. Die Website erklärt nicht, in welchem Umfang das geschieht, aber sie listet es bewusst als eigenständige Sparte und nicht bloss als Fussnote unter Service.

Was die Website nicht sagt

Was die Website ausdrücklich nicht liefert, ist Transparenz bei Preisen. Es gibt keine Preisliste, keine Anhaltspunkte zu Kosten pro kWp, keine Angaben zu Förderbeiträgen oder zur Amortisationszeit einer Anlage. Wer eine Offerte will, muss den Kontakt suchen, was bei den meisten regionalen Elektrikern so ist, hier aber besonders auffällt, weil sonst kaum Angaben zu finden sind, die eine grobe Kosteneinschätzung erlauben würden. Auch zu Zertifizierungen oder Fachverbandsmitgliedschaften schweigt sich die Dienstleistungsseite aus, es werden nur die Sparten selbst benannt.

Unter der Rubrik Engagement listet die Firma mehrere Logos auf, darunter Helping Hands, FC Räterschen, FC Winterthur, den Quartierverein Wildbach, Hope is Life, den Turnverein Räterschen, TV Pflanzschule und Cinema Solaire. Was genau dieses Engagement umfasst, ob es sich um Sponsoring, Mitgliedschaft oder blosse Verlinkung handelt, erklärt die Seite nicht, es sind ausschliesslich Logos ohne Begleittext. Ein Leser sollte das als Hinweis auf lokale Verankerung lesen, nicht als belegte Sponsoringsumme.

Für wen sich das eignet

Für Hausbesitzerinnen und -besitzer in und um Winterthur, die eine PV-Anlage nicht isoliert betrachten, sondern im Zusammenhang mit der gesamten Elektroinstallation, Ladeinfrastruktur oder einer geplanten Sanierung, ist Heinz Schmid AG ein naheliegender Ansprechpartner. Der Vorteil liegt weniger in einem besonders günstigen PV-Spezialpreis, den die Firma ohnehin nicht kommuniziert, sondern in der Kombination aus lokaler Präsenz seit 1973, eigener Lehrlingsausbildung und einem Pikettdienst, der auch nach der Installation erreichbar bleibt. Wer ausschliesslich den günstigsten Anbieter für eine Aufdachanlage sucht und keinen Wert auf zusätzliche Elektroarbeiten legt, findet bei reinen Solarfirmen möglicherweise spezialisiertere Vergleichsangebote.

Der Umgang mit dem Hagelunwetter ist dabei mehr als eine Randnotiz. Ein Betrieb, der aktiv und mit technisch korrekten Anweisungen auf seine bestehenden PV-Kunden zugeht, statt nur auf Anfragen zu warten, zeigt, dass die Anlagen nach der Installation nicht aus dem Blick geraten. Für einen Markt, in dem viele Anbieter nach der Montage kaum noch erreichbar sind, ist das ein Detail, das im Alltag zählt, auch wenn es sich nicht in einer Kennzahl ausdrücken lässt.

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