Genossenschaft Wintisolar

Lindenstrasse 24, 8400 Winterthur · seit 2018

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Die Genossenschaft Wintisolar sitzt an der Lindenstrasse 24 in 8400 Winterthur und beschreibt ihre Aufgabe so: "Als Genossenschaft Wintisolar beraten, planen und installieren wir Photovoltaikanlagen in der Region Winterthur." Ein eigener Newsbeitrag hält das Gründungsdatum fest: "Am 15. März 2018 wurden feierlich die sieben Unterschriften der Gründungsmitglieder unter die Gründungsurkunde gesetzt." Sieben Personen haben die Genossenschaft also gemeinsam ins Leben gerufen, nicht eine einzelne Gründerfigur, was die genossenschaftliche Rechtsform bereits im Ursprung widerspiegelt.

Eine Firma mit erklärten Werten, nicht nur einem Leitbild

Auf der eigenen Vision-Seite nennt Wintisolar konkrete Prinzipien statt allgemeiner Nachhaltigkeitsfloskeln. Bei den Hauptkomponenten einer Anlage, Modulen, Wechselrichtern und Unterkonstruktion, setzt der Betrieb "bevorzugt Produkte aus Europa ein, um eine möglichst regionale Wertschöpfung zu unterstützen und Transportwege zu verringern". 2 Prozent des eigenen Umsatzes fliessen laut Website in soziale Projekte. Für die eigenen Mitarbeitenden wurde die Viertagewoche eingeführt, und die Website hält ausdrücklich fest, dass man auch Menschen eine Arbeitsmöglichkeit bieten wolle, "denen die Integration in die Arbeitswelt nicht so einfach gelingt". Diese drei Punkte, europäische Beschaffung, eine feste Umsatzquote für soziale Zwecke und eine reduzierte Arbeitswoche, tauchen auf den Websites anderer Solarfirmen im Grossraum Zürich in dieser Konkretheit kaum auf.

Ein Team aus sechs sehr unterschiedlichen Handwerksbiografien

Die Team-Seite stellt sechs Personen einzeln vor. Präsident Luis Torres, gelernter Elektroinstallateur, ist laut eigener Aussage seit über zwanzig Jahren in der Solarbranche tätig und verantwortet Kund:innenberatung, Ausführungs- und Bauleitung sowie Planung. Vize Manuel Heim ist seit fast 15 Jahren im Solarbereich aktiv, arbeitet nach eigener Aussage aber heute hauptsächlich als selbstständiger Landschaftsgärtner und übernimmt bei Wintisolar gezielt Indach-Lösungen und Spezialprojekte, nicht das Tagesgeschäft. Dominic Steinmann kam laut Website Anfang 2023 dazu, gelernter Kaufmann mit "mehr als zwanzigjähriger Erfahrung in der Solarbranche", zuständig für Kund:innenberatung, Projektierung sowie Finanzen und Personal. Alejandro Garcia, gelernter Zimmermann und Maurer, ist laut eigener Rollenbeschreibung "der Chef auf dem Dach" für die Montagekonstruktion. Tarik Durmaz, gelernter Elektroinstallateur, arbeitet seit 2024 fest im Team und deckt sowohl die elektrische Einbindung als auch die Dachmontage ab. Christian Scherrer schliesslich bringt der Genossenschaft seit 2024 die eigene Elektrokonzession ein, wodurch Wintisolar nach eigener Aussage "alles aus einer Hand" anbieten kann, während er daneben als selbstständiger Elektriker mit dem Velo in Winterthur unterwegs ist.

Sieben Referenzprojekte mit realen Leistungsangaben

Statt allgemeiner Referenzfotos zeigt die eigene Projektseite sieben konkrete Anlagen mit technischen Angaben. Bei einem denkmalgeschützten Doppeleinfamilienhaus in der Kernzone, wo die gestalterischen Vorschriften der Denkmalpflege einzuhalten waren, entstanden zwei Anlagen auf Südost- und Nordwestdach mit je rund 18kWp und je eigenem Batteriespeicher. Bei einem anderen Objekt kombinierte Wintisolar ein Ost-West-System auf dem Flachdach mit einer zusätzlichen Fassadenlösung und band Batterie, Wärmepumpe und Autoladestation über das Energiemanagementsystem "Solar Manager" zusammen, um den Eigenverbrauch zu maximieren. Eine Indach-Anlage mit 6.44kWp ersetzte im Zuge eines kompletten Dachausbaus die gesamte Dacheindeckung auf Süd- und Gaubenseite, mit einem Indach-System der Marke SOLTOP aus Elgg. Bei zwei benachbarten Häusern installierte Wintisolar je rund 13kWp auf dem Schrägdach, ergänzt um einen gemeinsamen Batteriespeicher mit 10kWh Kapazität, der die Stromproduktion vom Tag in die Nacht verschiebt. Vier nebeneinanderliegende, begrünte Flachdächer erhielten je rund 13kWp auf einer eigens erhöhten Unterkonstruktion, die weiterhin Platz für die Dachpflege liess.

Ein weiteres Projekt verbindet die technische mit der sozialen Seite der Genossenschaft: Auf drei Einfamilienhäusern realisierte Wintisolar drei eigenständige Anlagen mit total 29.9kWp Leistung und je eigener Batterie, wobei laut Website "im Rahmen unseres Sozialprojektes" ein Mitarbeiter namens Samson aus Eritrea an diesen Objekten mitwirkte. Die allererste eigene PV-Anlage von Wintisolar, 7kWp auf dem Flachdach eines Wintergartens, mit unter Kies verlegter Unterkonstruktion zur Reduktion der Zusatzlast, diente gleichzeitig als Praktikumsplatz für eine Person namens Jihan, ebenfalls im Rahmen des genannten Sozialprojekts.

Die Verbindung zum Fussballstadion Schützenwiese

Ein Newsbeitrag beschreibt eine Besonderheit: Per Ende Oktober 2019 wurde der bereits bestehende "Verein AKW Schützi" in die Website der Genossenschaft Wintisolar integriert, und Wintisolar übernahm seither die technischen Aufgaben für die Photovoltaikanlage auf dem Fussballstadion Schützenwiese. Wichtig ist hier eine Unterscheidung, die die Website selbst durch getrennte Newsbeiträge nahelegt: Der Verein "Alternatives Kraftwerk Schützi" wurde bereits am 11. Juni 2014 von Personen aus dem Fan-Umfeld des FC Winterthur gegründet, vier Jahre vor der Genossenschaft Wintisolar selbst, und betrieb die Solaranlage auf dem neuen Tribünendach in ehrenamtlicher Arbeit, mit dem gesamten Stromertrag zugunsten der Nachwuchsförderung des FC Winterthur. Ein weiterer Beitrag erwähnt, dass das AKW bereits am 30. Dezember 2017, also vor der Wintisolar-Gründung, einen Betrag von CHF 14'000 in die Jugendförderung des FCW einzahlte. AKW Schützi und die Genossenschaft Wintisolar sind demnach zwei unterschiedliche, zeitlich getrennt entstandene Organisationen, die seit 2019 über dieselbe Website und dieselbe technische Betreuung verbunden sind, nicht von Beginn an dieselbe Institution.

Wachstum und Grosszügigkeit in den letzten Jahren

Mehrere Newsbeiträge dokumentieren die jüngere Entwicklung der Genossenschaft. Ab dem Jahr 2024 verfügt Wintisolar laut eigener Aussage über "ein komplettes Team", das die gesamte Solaranlage inklusive elektrischer Einbindung aus einer Hand anbieten kann, im selben Jahr wurde für alle Mitarbeitenden die Viertagewoche eingeführt. Aus dem Umsatz des Geschäftsjahres 2024 spendete die Genossenschaft CHF 32'000, den grössten Teil erneut an den Verein Aqua Viva sowie zusätzlich an den lokalen SV Veltheim zur Förderung finanziell schwächer gestellter Kinder und der Mädchen-Teams. Bereits Anfang 2024 waren aus dem Umsatz des Vorjahres CHF 26'142 an dieselbe Gewässerschutzorganisation gegangen. Ab August 2025 wird Wintisolar zudem zum Lehrbetrieb für die Ausbildung zum Montage-Elektriker EFZ, mit dem Lehrling Younes Khelifi als erstem Auszubildenden.

Mehr als reine PV-Montage

Über die eigentliche Solarinstallation hinaus bietet Wintisolar laut Angebotsseite Planung und Beratung für Vereine, öffentliche Institutionen und Unternehmen an, inklusive Ausschreibungen, Machbarkeitsstudien und Bauherrenvertretung. Zur Installation selbst zählen auch Smart-Home-Lösungen, Autoladestationen und kleinere Photovoltaik-Inselanlagen sowie allgemeine Elektroinstallationen im und um das Gebäude. Für bestehende Anlagen bietet die Genossenschaft Wartungsverträge, Gründachpflege, Modulreinigung, Überwachung, Repowering und Fehleranalysen an. Zusätzlich läuft im Rahmen des Förderprogramms von EnergieSchweiz eine Impulsberatung "erneuerbar heizen" für einen anstehenden Heizungsersatz, mit Kostenschätzung und Empfehlungen für Ein- und Mehrfamilienhäuser mit bis zu fünf Parteien.

Was die Website nicht zeigt

Zu allgemeinen Preisen pro Kilowatt-Peak oder einer typischen Amortisationszeit äussert sich keine der geprüften Seiten. Die Kostenschätzung im Rahmen der Heizungsberatung bezieht sich ausdrücklich nur auf den Heizungsersatz, nicht auf eine Solaranlage.

Für wen sich Wintisolar eignet

Wintisolar passt gut zu Kundschaft in und um Winterthur, der die genossenschaftliche Struktur und die dokumentierten sozialen Engagements wichtig sind, von der festen Spendenquote über die Viertagewoche bis zur gezielten Beschäftigung von Menschen mit erschwertem Arbeitsmarktzugang. Wer ein anspruchsvolles Dach hat, sei es denkmalgeschützt, mit Fassadenintegration oder als Indach-Lösung, findet in den gezeigten Referenzprojekten reale Vergleichsbeispiele. Vereine, Gemeinden und Unternehmen, die eine Solaranlage ausschreiben und dafür eine unabhängige Bauherrenvertretung suchen, werden im Beratungsangebot ausdrücklich als Zielgruppe genannt. Wer dagegen vorab eine öffentliche Preisorientierung sucht, findet auf keiner der geprüften Seiten eine Zahl dazu und muss den direkten Kontakt suchen.

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