aaresolar
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Die meisten Solarteure verkaufen ein Dach voller Module. Aaresolar aus Bettlach verkauft nach eigener Darstellung ein System: Auf der Startseite steht wörtlich, dass alle Komponenten ineinandergreifen und die Firma das Energiesystem eines Hauses als Ganzes plant, nicht Modul, Speicher und Wärmepumpe als 3 getrennte Projekte. Eine eigene Kachel für Energie-Managementsysteme beschreibt das so: intelligente Systeme, die Strom, Wärme und Verbrauch sinnvoll verbinden, für ein Zuhause, das mitdenkt. Diese Rahmung zieht sich durch die ganze Website, von der Produktübersicht bis zu den Referenzprojekten.
Konkret bietet aaresolar 7 Leistungsbereiche an: Solaranlagen, Energie-Managementsysteme, Stromspeicher, Wärmepumpen, Ladelösungen für Elektrofahrzeuge, Energieberatung sowie Service und Support nach der Installation. Jeder dieser Bereiche wird auf der Seite kurz erklärt, etwa dass eine Wärmepumpe auf das übrige Energiesystem des Hauses abgestimmt werden soll statt isoliert ausgelegt zu werden, oder dass eine Ladelösung den eigenen Solarstrom fürs Auto nutzbar macht statt zusätzlichen Netzstrom zu ziehen.
Zur eigenen Wirkung nennt die Website 3 Kennzahlen unter dem Titel "Sonnenenergie in Zahlen": eine Kostenersparnis von 70 Prozent, eine Emissionsreduktion von 90 Prozent und eine Steigerung des Immobilienwerts um 10 Prozent. Eine Methodik oder eine Vergleichsbasis für diese Zahlen liefert die Seite nicht, weshalb sie hier als das behandelt werden, was sie sind: eigene Marketingaussagen der Firma, nicht unabhängig geprüfte Werte. Für eine konkrete Einschätzung der eigenen Situation ersetzen sie kein individuelles Angebot.
Handfester wird es bei den Referenzprojekten, die die Website unter "HARD FACTS" mit echten Zahlen unterlegt. Bei Familie Müller wurde ein Flachdach mit Dachbegrünung ausgestattet, mit 24 Modulen à 460 Wp für eine Gesamtleistung von 11.04 kWp, montiert auf einer erhöhten Spezialunterkonstruktion, die eigens für begrünte Dächer entwickelt wurde, um die Belüftung der Bepflanzung nicht zu beeinträchtigen. Bei Familie Gebhardt in Bettlach selbst kam ein Steildach mit Kreuzverbund-Ziegeleindeckung zum Einsatz, hier mit 26 Modulen à 455 Wp und einer Gesamtleistung von 11.8 kWp, wofür ein flächenbündiges Einlegesystem für mehr Stabilität und weniger Hitzestau unter den Ziegeln sorgen soll. Ein drittes Projekt für Kaufmann & Molnar wird nicht über technische Kennzahlen erzählt, sondern über die Entscheidungsfindung: Die Kunden hatten bereits eine Konkurrenzofferte eines Grossanbieters vorliegen und entschieden sich trotzdem für aaresolar, nach eigener Aussage wegen ehrlicher Beratung und einem persönlichen Ansprechpartner, der bleibt, nicht weil es das günstigste Angebot war.
Diese Betonung von Vertrauen statt Preis zieht sich auch durch die Kundenstimmen. Marcel Beyeler schreibt, nach 5 Monaten Betrieb noch zu 100 Prozent zufrieden zu sein, Mark Witmer lobt, dass das gesamte Energiemanagementsystem tadellos läuft, und Daniela Schneider beschreibt Beratung, Planung, Ausführung und Inbetriebnahme als durchgehend zufriedenstellend. Alle 3 Zitate stammen von echten Vornamen und Nachnamen statt von anonymen Sternebewertungen, was sich mit der Selbstbeschreibung deckt, kein Grosskonzern zu sein, sondern ein Betrieb, der immer erreichbar ist und laut eigener Aussage viele Projekte über Weiterempfehlungen gewinnt.
Beide Referenzprojekte zeigen ausserdem, wie unterschiedlich die technische Auslegung je nach Dachtyp ausfällt: Beim Gründach der Familie Müller musste die Unterkonstruktion zuerst erhöht werden, damit die Bepflanzung darunter weiterhin ausreichend Luft bekommt, ein Detail, das ein Anbieter ohne Erfahrung mit begrünten Flachdächern leicht übersehen könnte. Beim Ziegeldach der Familie Gebhardt ging es dagegen um ein flächenbündiges Einlegesystem, das die Dachziegel möglichst plan mit den Modulen abschliessen lässt, was laut Website sowohl die Stabilität erhöht als auch Hitzestau unter den Modulen verringert. Diese Detailtiefe in der technischen Beschreibung, die über blosse Kilowattpeak-Angaben hinausgeht, ist auf Handwerker-Websites eher selten und spricht dafür, dass die Referenztexte tatsächlich von den ausführenden Personen stammen statt von einer reinen Marketingagentur formuliert zu sein.
Was die Website nicht liefert, ist eine öffentliche Preisliste oder eine Musterrechnung für eine Standardanlage. Kosten werden ausschliesslich über die genannten Prozentwerte zur Ersparnis kommuniziert, nie als konkreter Frankenbetrag für eine bestimmte Anlagengrösse. Wer eine Einschätzung für die eigene Situation will, muss den auf der Seite verlinkten Rückruf-Service nutzen oder direkt unter info@aaresolar.ch beziehungsweise der Telefonnummer +41 77 408 73 13 Kontakt aufnehmen. Auch zur Teamgrösse oder zu Zertifizierungen einzelner Gewerke macht die Website keine Angaben in Zahlen, weshalb sich daraus keine seriöse Kopfzahl oder Zulassungsliste ableiten lässt.
Auch die Sprache, in der aaresolar für sich wirbt, unterscheidet sich von der üblichen Branchenrhetorik aus Kilowattpeak und Amortisationstabellen. Die Startseite spricht davon, dass Energie mehr sei als Technik, dass es um Sicherheit, Planbarkeit und eine Entscheidung gehe, die sich über Jahrzehnte tragen soll, und dass eine Solaranlage kein System von der Stange sei, sondern eine Lösung, die zum jeweiligen Zuhause passt. Diese Formulierungen bleiben bewusst allgemein und lassen sich, anders als die Referenzprojekte mit ihren konkreten Modulzahlen, nicht überprüfen, sie beschreiben eher eine Haltung als eine nachweisbare Leistung. Für die Einschätzung eines konkreten Angebots zählt am Ende trotzdem eher, was in den HARD FACTS steht, als der einleitende Werbetext darüber.
Im Vergleich zu Anbietern, die Photovoltaik als eigenständiges Produkt verkaufen und Speicher oder Wärmepumpe erst auf Nachfrage dazu anbieten, dreht aaresolar die Reihenfolge um: Das Energiemanagement steht zuerst, die einzelnen Komponenten sind Bausteine davon. Für jemanden, der ohnehin nur ein Dach mit Modulen sucht, ohne Interesse an Speicher, Wärmepumpe oder Lademanagement, ist dieser ganzheitliche Ansatz möglicherweise mehr Beratungsaufwand, als nötig wäre. Für jemanden, der ein Haus energetisch als Ganzes neu aufstellen will, liefert genau diese Denkweise den strukturierten Rahmen dafür, inklusive der ausdrücklichen Zusage, auch nach der Inbetriebnahme persönlich erreichbar zu bleiben statt nach der Montage zu verschwinden.
Die Website nennt auch, dass der Rückruf-Service über ein Formular mit Vor- und Nachname, E-Mail, Telefonnummer und einer Einwilligung zur Datenverarbeitung läuft, statt direkt ein Kontaktformular ohne diese Angaben zu verlangen. Das ist ein kleines, aber typisches Detail dafür, dass die Firma mit echten Rückrufen statt mit einer reinen Kontaktbox arbeitet: Ein Anruf setzt eine Telefonnummer voraus, und dass diese explizit als Pflichtfeld verlangt wird, deutet darauf hin, dass der Rückruf tatsächlich stattfindet und nicht nur als Formularfeld existiert.
Am überzeugendsten wirkt aaresolar dort, wo die Website weg von Prozentzahlen und hin zu echten Projekten wechselt: den 11.04 kWp auf dem Gründach der Familie Müller, den 11.8 kWp auf dem Ziegeldach der Familie Gebhardt und der Geschichte einer Familie, die eine günstigere Offerte eines Grossanbieters bewusst ausgeschlagen hat. Diese 3 Beispiele tragen die eigentliche Aussage der Firma deutlich besser als die eingangs genannten Prozentwerte, die ohne Herleitung bleiben.