Allenbach Holzbau und Solartechnik AG
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Wer bei Allenbach Holzbau und Solartechnik anruft, wählt keine reine Solarfirma, sondern einen Zimmerei- und Baubetrieb aus Frutigen, der sich selbst "Die Solarholzbauer" nennt und Photovoltaik als eine von mehreren Sparten neben Umbau, Neubau und Service-Schreinerei führt. Die Website bewirbt das offen mit dem Claim "Aus Frutigen. Seit über 100 Jahren", und die Firma erzählt ihre Geschichte auf einer eigenen, ausführlichen Jubiläumsseite statt in einem kurzen Absatz. Für wen das interessant ist: Wer ohnehin an Dach, Fassade oder Holzbau eines Hauses arbeiten lässt und die Solaranlage gleich mitplanen möchte, statt 2 getrennte Firmen zu koordinieren.
Eine Firmengeschichte mit 2 Gründungsmomenten
Die eigene Jubiläumsseite beginnt mit Gottfried Allenbach, der laut den zitierten Erinnerungen seines Sohnes Hans Allenbach am 24. Dezember 1879 in Wengi geboren wurde und 1902 als selbstständiger Zimmermann zu arbeiten begann. An anderer Stelle derselben Seite datiert die Firma die Gründung des heutigen Baugeschäfts auf 1944 durch seinen Sohn Hans Allenbach, der damit "den Grundstein für die heutige Familienfirma" gelegt habe. Es stehen hier also 2 leicht unterschiedliche Gründungsangaben auf derselben Website, 1902 als Beginn von Gottfried Allenbachs selbstständiger Zimmermannstätigkeit und 1944 als das Jahr, das die Firma selbst als eigentlichen "Grundstein" bezeichnet. Die Marketingzeile "111 Jahre Allenbach Holzbau und Solartechnik" passt zu keinem der beiden Jahre exakt und wirkt wie eine seit einiger Zeit nicht mehr aktualisierte Kennzahl. Weitere Stationen sind dagegen eindeutig datiert: 1995 erweiterte Peter Allenbach das Geschäftsfeld um Trockenbau und Parkettarbeiten, 2006 kam die Zertifizierung nach ISO 9001 dazu, ab 2009 spezialisierte sich die Firma zusätzlich auf Planung und Montage von Solaranlagen, seit 2018 bietet sie mit dem "Umbaucoach" eine Begleitung für Bauherren bei Umbauten an, und 2022 übergab Marc Allenbach die Geschäftsleitung an Reto Feuz, der die Firma seither führt, während Marc Allenbach weiterhin Eigentümer ist.
Wie viele Leute dort arbeiten, ist nicht eindeutig
Auf derselben Porträt-Seite nennt die Website 2 unterschiedliche Mitarbeiterzahlen: An einer Stelle ist von einem "Familienunternehmen mit 30 Mitarbeitern" die Rede, an anderer Stelle heisst es "Die 20, grösstenteils langjährigen, Mitarbeiter legen sich gerne ins Zeug". Beide Angaben stehen unkommentiert nebeneinander, ohne dass die Website den Widerspruch auflöst, weshalb sich zur exakten Teamgrösse nichts Verlässliches sagen lässt ausser dieser Bandbreite von 20 bis 30 Personen. Klar ist dagegen, dass laut Website etwa 70 Lehrlinge in traditionellen Handwerksberufen ausgebildet wurden und aktuell rund ein Viertel der Belegschaft in einer Aus- oder Weiterbildung steht. Über die Jahre sind laut eigener Zählung mehr als 3000 Projekte für Privatpersonen, Unternehmenskunden, Planer und Architekten entstanden.
Solartechnik als eigene Sparte, nicht als Anbau
Photovoltaik, Elektromobilität und Stromspeicher bilden bei den Solarholzbauern eine eigene Navigationsebene neben Holzbau. Die Firma begleitet laut eigener Darstellung den gesamten Prozess einer Photovoltaik-Anlage, von der Dachanalyse über Bewilligungen und Installation bis zur Wartung und Überwachung, und bietet dazu eine Eigenstromanalyse an, allerdings vorerst nur im Kanton Bern und gegen Bezahlung. Ein Unterschied zu reinen Solarteuren zeigt sich beim Thema Dachtyp: Die Website erklärt Aufdach- und Indachanlagen nüchtern gegeneinander, Aufdach günstiger und schneller montiert, Indach optisch ansprechender, aber wegen der in Europa produzierten, teureren Indach-Komponenten und des höheren Spenglereiaufwands mit höheren Kosten verbunden, eine Abwägung, die ein Betrieb mit eigener Spenglerei- und Zimmereikompetenz aus erster Hand kennt.
Zum Thema Förderung erklärt die Firma auf ihrer Photovoltaik-Seite den allgemeinen Rahmen in der Schweiz: Der Bund fördert Anlagen jeder Grösse über Pronovo mit einer Einmalvergütung, die laut Website maximal 30 Prozent der bei Inbetriebnahme relevanten Investitionskosten abdeckt und sich aus einem Grundbeitrag sowie einem leistungsabhängigen Beitrag zusammensetzt. Für kleinere Anlagen unter 100 Kilowatt läuft das laut Website über die sogenannte KLEIV nach Inbetriebnahme, für grössere Anlagen ab 100 Kilowatt über die GREIV, die schon vor dem Bau zugesichert werden kann, und für Anlagen ohne Eigenverbrauch bis 150 Kilowatt gibt es die HEIV. Zusätzliche Boni nennt die Website für steile Dächer über 75 Grad Neigung, für Standorte über 1500 Meter über Meer und für gebäudeintegrierte Anlagen. Das ist allgemeine Marktinformation, wie sie auch andere Anbieter kommunizieren, keine firmenspezifische Preiszusage, aber sie zeigt, dass sich die Solarholzbauer die Mühe machen, Kundinnen und Kunden durch das Förderdickicht zu führen, statt nur auf eine externe Beratungsstelle zu verweisen.
Als Referenz für die eigene Praxis nennt die Firma ihre eigene Dachanlage: 350 Quadratmeter Fläche, 53 Kilowatt-Peak installierte Leistung und ein Jahresertrag von 52'000 Kilowattstunden, was laut Website dem Stromverbrauch von rund 15 Einfamilienhäusern entspricht und zusätzlich rund 30'000 Kilometer jährliche Fahrleistung mit dem eigenen Elektrofahrzeug deckt. Überschüssigen Strom speichert die Firma in einer 100-Kilowattstunden-Industriebatterie von Tesla (PowerPack) mit einer Lade- und Entladeleistung von bis zu 50 Kilowatt, was sie selbst als "Peak Shaving" bezeichnet.
Referenzprojekte mit Namen und Zeitrahmen
Die Referenzenliste der Solarholzbauer nennt konkrete Objekte statt anonymer Fallstudien. Für die Wandfluh Produktions AG in Frutigen montierte die Firma auf dem neuen Firmengebäude eine Photovoltaikanlage mit 830 Quadratmetern Fläche. Beim "Chalet Sonnenhalde" in Kandersteg, einem über 50 Jahre alten Chalet, das nach einem Generationenwechsel an Stephan Berger und Brigitte Curtins überging, wurde ein Neubau errichtet, der sich an der ursprünglichen Architektur orientiert. Ein 1940 gebautes Einfamilienhaus in Frutigen, das 1970 in den Besitz der Familie Zürcher kam, wurde nach mehr als 40 Jahren und mehreren kleineren Umbauten saniert. Für Nicola und Cloé Straubinger realisierte die Firma zwischen März 2025 und März 2026 ein schlüsselfertiges 5½-Zimmer-Einfamilienhaus, das moderne Architektur mit der traditionellen Bauweise des Berner Oberlands verbindet. Beim Eiger Guesthouse in Mürren, direkt neben dem seit 4 Generationen von der Familie Stähli geführten Hotel Eiger, das die Familie 1999 als kleines 14-Zimmer-Hotel "Belmont" übernahm und seither ausbaute, standen ab 2025 grössere Investitionen an. Und Familie Schmid-Oester wollte bereits beim Bau ihres Eigenheims im Jahr 2010 unabhängig vom Stromnetz werden und Energie selbst erzeugen.
Service-Abo und Hagel-Check als Nachsorge
Neben Neuanlagen bietet die Firma ein laufendes Service-Abo in 2 Stufen an. Die Variante BASIS umfasst 24/7-Monitoring von Ertrag, Eigenverbrauch und Funktionsstatus sowie eine Fehlermeldung innert 2 Arbeitstagen bei Unregelmässigkeiten. Die Variante PLUS ergänzt das um eine jährliche Sichtkontrolle, einen Soll-Ist-Vergleich des Ertrags, die Reinigung von Wechselrichtern und Speichersystem sowie Kleinreparaturen bis 75 Franken inklusive, grössere Reparaturen werden separat offeriert. Nach Hagelereignissen bietet die Firma zusätzlich eine Funktionsanalyse mit Drohnen-Thermografie an, um Mikrorisse, Zellbrüche und Hotspots zu erkennen, die mit blossem Auge unsichtbar bleiben, inklusive Dokumentation für Versicherungszwecke.
Für wen das passt
Als Finanzierungshinweis nennt die Website die Möglichkeit, Ersparnisse der zweiten und dritten Säule in die Anlage zu investieren, mit einem Anlagehorizont von 15 bis 20 Jahren, ohne dabei konkrete Zinssätze oder Kosten für den einzelnen Fall zu nennen. Wer eine Solaranlage isoliert und möglichst günstig will, findet bei einem reinen Preisvergleich vermutlich spezialisiertere Solarteure. Wer dagegen Holzbau, Dachsanierung und Solartechnik bei einer Firma bündeln will, die seit Generationen am selben Standort in Frutigen arbeitet und ihre eigene Anlage als Referenz vorzeigen kann, findet hier einen Betrieb, der die Gebäudehülle und die Energieerzeugung als ein zusammenhängendes Projekt behandelt statt als 2 getrennte Aufträge.