OptimaSolar Fribourg-Freiburg

Rue de la Lenda 15, 1700 Fribourg

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OptimaSolar Fribourg-Freiburg ist keine Installationsfirma, die eine Anlage verkauft und dann geht. Es ist eine Genossenschaft, die auf Dächern von Gewerbebetrieben, öffentlichen Bauten und Privathäusern in der Region Freiburg selbst baut, selbst finanziert und selbst betreibt. Wer sein Dach zur Verfügung stellt, muss dafür nicht investieren: OptimaSolar übernimmt die Anlage komplett und verkauft den erzeugten Strom weiter, ursprünglich zu Fr. 0.13 pro Kilowattstunde. Diesen Tarif hat die Genossenschaft laut eigener Newsseite auf Fr. 0.10 pro Kilowattstunde gesenkt, und zwar am 16. Juli 2020, nicht 2019, wie ein früherer Rechercheansatz zu diesem Betrieb annahm. Der Fehler liegt nur ein Jahr daneben, ist aber genau die Art von Detail, die sich sonst unbemerkt festsetzt.

Wie die Genossenschaft arbeitet

Auf der Startseite beschreibt sich OptimaSolar so: "La coopérative OptimaSolar Fribourg-Freiburg construit et exploite des installations solaires sur les toits d'entreprises, de bâtiments publics et de maisons privées." Die Anlagen stünden in der Region und produzierten Solarstrom "transparent, durable et économique". Das Menü der Website listet die praktische Seite dieses Modells auf: Wer Solarstrom beziehen will, kann das direkt tun, ebenso für Elektromobilität; wer selbst ein Dach besitzt, kann es der Genossenschaft zur Verfügung stellen; wer den eigenen Strom selbst nutzen will, findet Angebote zu Autoconsommation und zu einer Eigenverbrauchsgemeinschaft; und wer sich finanziell beteiligen will, kann Mitglied der Genossenschaft werden. Das ist die Struktur, die eine klassische Installationsfirma nicht bietet: OptimaSolar ist gleichzeitig Bauherrin, Betreiberin und Stromverkäuferin auf den Dächern, die andere ihr überlassen.

Die Anlagen, die die Genossenschaft nennt

Im Menü "Installations" führt die Website 9 Projekte einzeln auf: SINEF, CIS, die Aula Wünnewil, das Schwimmbad Courtepin, das Schwimmbad Marly, DOSF, die Feuerwache Rue, eine Eigentumswohnung (Copropriété) und eine Geflügelhalle. Zu einem Teil davon liefert die eigene Newsseite Zeitpunkte und Zahlen. Am 21. November 2023 ging laut Website die Anlage auf der neuen Feuerwache in Rue in Betrieb, nachdem die Genossenschaft im Juli desselben Jahres den Bewohnerinnen und Bewohnern von Rue und den Gemeinden der Glâne-Sud die Möglichkeit angeboten hatte, sich finanziell an der 7. OptimaSolar-Anlage zu beteiligen. Am 18. Oktober 2023 vermeldete die Website, die Anlage auf dem DOSF-Gebäude in Freiburg sei in Betrieb, nachdem im Februar desselben Jahres dort ein Informationsabend zum Thema Solarenergie stattgefunden hatte. Die Anlage auf dem Schwimmbad Marly lief laut einem Eintrag vom 25. November 2022 bereits seit dem Sommer, nachdem die Finanzierung für eine geplante Anlage von über 1000 Quadratmetern auf dem neuen Schwimmbad Marly im Februar 2022 innerhalb von 2 Monaten zustande gekommen war. Für die Aula Wünnewil vermeldet die Website den Abschluss der Bauarbeiten am 7. November 2020, nachdem im Dezember 2019 eine Zeichnungsphase über Fr. 127'000 für genau diese Anlage abgeschlossen worden war. Für Courtepin nennt die Website den Baubeginn am 6. März 2021 sowie einen im Juli 2020 gewonnenen neuen Partner, den Verein des Schwimmbads Courtepin, für die damals 4. Photovoltaikanlage der Genossenschaft. Zu SINEF, CIS, der Eigentumswohnung und der Geflügelhalle nennt die Website auf der Startseite selbst keine weiteren Einzelheiten; sie erscheinen nur als Projektnamen im Installationsmenü.

Auch abseits der einzelnen Bauprojekte listet das Menü der Website konkrete Nutzungsformen für den eigenen Solarstrom: eine Rubrik zur Elektromobilität, eine zum reinen Eigenverbrauch und eine zur gemeinschaftlichen Eigenverbrauchsgemeinschaft für mehrere Parteien in einem Gebäude oder Areal. Weitere Angaben dazu, etwa Bedingungen oder Kosten für eine Teilnahme, macht die Startseite nicht, sodass sich diese 3 Angebote nur als Überschriften und nicht als ausformulierte Leistungsbeschreibungen bewerten lassen.

Die zweite Solaranlage der Genossenschaft, so ein Eintrag vom 31. August 2019, produziert bereits seit dem 26. Mai 2019 Strom. 2017 war OptimaSolar zudem Thema einer Sendung des Westschweizer Fernsehens RTS.

Eine zweite, deutschsprachige Website derselben Genossenschaft

Die zweite zu prüfende Angabe stimmt: Unter optimasolar-freiburg.ch betreibt dieselbe Genossenschaft eine praktisch identische, deutschsprachige Spiegelseite. Kontaktperson, Adresse und Bankverbindung sind auf beiden Websites wortgleich: "OptimaSolar Fribourg-Freiburg, c/o Laurent Thévoz, Rue de la Lenda 15, 1700 Fribourg" beziehungsweise "1700 Freiburg" auf der deutschen Seite, mit derselben IBAN CH77 0839 0033 8107 1000 3 und derselben Telefonnummer 079 387 81 40. Auch die Newsseite ist inhaltlich dieselbe, nur übersetzt und mit denselben Datumsangaben, samt der leicht ungeordneten Reihenfolge: Der Eintrag zur Tarifsenkung vom 16. Juli 2020 steht auf beiden Sprachversionen zwischen den Einträgen vom Dezember 2019 und vom August 2019, statt chronologisch davor. Das ist eine kleine, aber durchgängige Unstimmigkeit auf der eigenen Website und keine Verwechslung unsererseits.

Mitgliedschaft und Kosten

Was OptimaSolar von seinen Mitgliedern oder von Dachbesitzern konkret verlangt, etwa einen Anteilsschein-Betrag oder eine Mindestdachfläche, veröffentlicht die Website nicht. Genannt wird nur der Strompreis, zu dem die Genossenschaft ihren Solarstrom abgibt: aktuell Fr. 0.10 pro Kilowattstunde, nach der Senkung von Fr. 0.13. Zu Fördermitteln, Bundessubventionen oder einer Amortisationsdauer für die Genossenschaft selbst finden sich auf der Website keine Angaben, und diese Lücke wird hier offen benannt statt mit einer Schätzung gefüllt. Auch zu einem konkreten Verfahren, wie sich ein Dachbesitzer oder eine interessierte Gemeinde meldet, etwa über ein Kontaktformular mit festen Bearbeitungsfristen, sagt die Startseite nichts weiter, ausser dass eine Kontaktseite existiert.

Für wen sich das eignet

Das Modell richtet sich klar an 2 sehr unterschiedliche Gruppen. Wer ein grosses Dach besitzt, etwa eine Gemeinde, ein Gewerbebetrieb oder ein Schwimmbadverein, aber selbst nicht in eine Solaranlage investieren will, bekommt mit OptimaSolar eine Partnerin, die Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb komplett übernimmt, wie die 9 gelisteten Referenzprojekte zeigen. Wer dagegen selbst kein geeignetes Dach hat, aber die Energiewende in der Region Freiburg finanziell mittragen will, kann laut Website als Genossenschafterin oder Genossenschafter beitreten oder sich an einer Eigenverbrauchsgemeinschaft beteiligen. Für Interessenten, die eine eigene Anlage kaufen und selbst besitzen wollen, ist OptimaSolar dagegen nicht die richtige Adresse: Das ganze Geschäftsmodell beruht darauf, dass die Genossenschaft Eigentümerin der Anlage bleibt.

Fazit

OptimaSolar Fribourg-Freiburg ist ein regional verankertes Contracting-Modell mit einer nachvollziehbaren Geschichte: 9 benannte Referenzanlagen seit mindestens 2019, eine öffentlich dokumentierte Tarifsenkung und eine zweisprachige Doppelpräsenz unter 2 Domains, die sich als dieselbe Organisation mit denselben Kontaktdaten verifizieren lässt. Was fehlt, sind Preistransparenz auf der Investitionsseite und ein klar benanntes Gründungsjahr der Genossenschaft selbst. Für ein Gewerbe, eine Gemeinde oder einen Verein mit einer freien Dachfläche im Kanton Freiburg, der eine Anlage ohne eigenes Kapital will, ist das trotzdem ein konkretes, mit echten Projekten belegtes Angebot und keine reine Absichtserklärung.

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