OptimaSolar Solothurn

Berntorstrasse 10, Postfach 623, 4502 Solothurn

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

OptimaSolar Solothurn ist die Schwestergenossenschaft von OptimaSolar Fribourg-Freiburg, mit eigener Website, eigenem Vorstand und eigenen Anlagen im Kanton Solothurn. Auf der eigenen Startseite beschreibt sich die Genossenschaft so: "Die Genossenschaft OptimaSolar Solothurn plant, finanziert und betreibt seit 15 Jahren Solaranlagen auf grossen Dächern von öffentlichen Bauten, Gewerbe- und Landwirtschaftsbetrieben sowie auf Privathäusern." Wer ein grosses Dach besitzt, muss also weder selbst planen noch selbst bezahlen: Die Genossenschaft übernimmt Planung, Finanzierung und Betrieb komplett und verkauft den erzeugten Strom weiter, wie die Website es formuliert, "transparent, nachhaltig und kostengünstig".

Was die Website tatsächlich bestätigt

Beide zu prüfenden Angaben aus der Recherche halten der eigenen Website stand. Erstens bietet OptimaSolar Solothurn tatsächlich eine "Solarstrom-Vignette" an, mit der Kundinnen und Kunden regional produzierten Solarstrom samt Herkunftsnachweis beziehen können: Die Startseite bewirbt sie direkt unter der Überschrift "Solarstrom-Vignette jetzt! Solarstrom aus der Region beziehen mit Herkunftsnachweis" und führt sie zusätzlich als eigenen Menüpunkt unter "Angebot". Zweitens bestätigt die aktuelle Projektliste der Startseite exakt die genannte Kombination aus einem laufenden und mehreren abgeschlossenen Bauprojekten: "PV-Anlage und Batteriespeicher im Blumenhaus in Bau" steht dort neben "PV-Anlage Badi Eichholz ist in Betrieb" und "Anlagen Alterszentrum Wengistein und FC Riedholz am Netz". Die Blumenhaus-Anlage mit Batteriespeicher befindet sich damit laut eigener Aussage noch im Bau, während Badi Eichholz, Alterszentrum Wengistein und FC Riedholz bereits ans Netz angeschlossen sind. Beide Leads stimmen also, ohne Korrektur.

Das Angebot im Detail

Das Hauptmenü der Website gliedert das Angebot in 7 Punkte: ein Dach zur Verfügung stellen, Solarstrom für Gemeinden, Solarstrom für Landwirte, die erwähnte Solarstrom-Vignette, Solarstrom für Elektromobilität, Solarstrom für den Eigenverbrauch, Solarstrom für Nachbarn sowie die Möglichkeit, selbst Genossenschaftsmitglied zu werden. Diese Aufzählung zeigt, dass sich OptimaSolar Solothurn nicht nur an klassische Dachbesitzer richtet, sondern auch an Landwirtschaftsbetriebe mit grossen Stall- oder Scheunendächern und an Gemeinden mit öffentlichen Liegenschaften. Konkrete Vertragsbedingungen, etwa eine Mindestdachfläche, eine Vertragsdauer oder einen Pachtzins für das zur Verfügung gestellte Dach, nennt die Startseite selbst nicht.

Der Menüpunkt "Solarstrom für Nachbarn" fällt dabei besonders auf, weil er ein drittes Modell neben dem klassischen Dachverpachten und dem reinen Strombezug andeutet: eine Art lokale Stromabnahme unter Nachbarn im Einzugsgebiet einer Anlage. Die Startseite führt diesen Punkt jedoch nur als Menütitel, ohne die genaue Funktionsweise, etwa ob dafür ein Vertrag mit der Genossenschaft nötig ist oder ob die Belieferung automatisch über das lokale Netz erfolgt, zu erläutern. Ebenso verhält es sich mit "Solarstrom für Elektromobilität": Der Menüpunkt existiert, konkrete Ladeleistungen, Tarife oder Vertragsformen für Fahrzeughalter werden auf der Startseite selbst nicht genannt.

Vergleich zur Schwestergenossenschaft in Freiburg

OptimaSolar Solothurn teilt mit der Genossenschaft in Freiburg denselben Markennamen und dasselbe Grundprinzip aus Planung, Finanzierung und Betrieb ohne Investition des Dachbesitzers, tritt aber als eigenständige Organisation mit eigener Adresse, eigenem Vorstand und eigener Projektliste auf. Während die Freiburger Website einen konkreten Kilowattstunden-Tarif für ihren Solarstrom nennt, verzichtet die Solothurner Seite auf eine vergleichbare Preisangabe und wirbt stattdessen mit der Solarstrom-Vignette als eigenständigem Zusatzprodukt. Beide Genossenschaften nutzen zudem eine vergleichbare Struktur aus Referenzprojekten, die auf der jeweiligen Startseite mit Namen, aber ohne technische Kennzahlen aufgeführt werden.

Die aktuellen Projekte

Unter "Aktuell" listet die Website neben den bereits genannten Anlagen zusätzliche Referenzen: eine PV-Anlage bei der BIA in Dulliken, eine Solaranlage auf dem Mehrzweckhaus Etziken, eine Anlage bei Oberli Gartenbau, eine Solaranlage auf der Turnhalle Gerlafingen mit einem eigens verlinkten Video der Firma Rohn Elektro, eine neue Anlage auf einer Wohnüberbauung in Biberist sowie eine PV-Anlage bei der Montech AG, die laut Website bereits am Netz ist. Belegbare Kennzahlen wie eine Leistung in Kilowattpeak oder eine Investitionssumme nennt die Website zu keinem dieser Projekte; sie werden nur mit Namen und Betriebsstatus aufgeführt, teils ergänzt durch ein Video.

Kontakt und Erreichbarkeit

Die Genossenschaft ist unter der Adresse Berntorstrasse 10, Postfach 623, 4502 Solothurn erreichbar. Für Auskünfte nennt die Website 2 getrennte Kontaktwege: eine allgemeine Telefonnummer, 032 623 08 71, mit festen Öffnungszeiten dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 17 Uhr, sowie eine separate Nummer für Information und Beratung, 079 390 08 91, unter der E-Mail-Adresse solothurn@optima-solar.ch. Zusätzlich bietet die Website ein Newsletter-Abonnement an, aktuell beworben mit einem "Frühlings-Newsletter". Die Seite verweist zudem auf eigene Mitgliedschaften und eine namentlich nicht näher spezifizierte Partnerin, ohne diese auf der Startseite selbst zu benennen.

Was die Website offenlässt

Wie bei der Schwestergenossenschaft in Freiburg fehlt auch hier eine belastbare Preisangabe für Dachbesitzer oder für Genossenschaftsmitglieder: Weder ein Pachtzins noch ein Mindestbeitrag noch ein konkreter Kilowattstunden-Tarif für die Solarstrom-Vignette ist auf der Startseite beziffert. Ebenso wenig nennt die Website ein konkretes Gründungsjahr der Genossenschaft in Zahlen; die einzige Zeitangabe ist die relative Formulierung "seit 15 Jahren", aus der sich kein Jahr ableiten lässt, ohne zu spekulieren. Diese Lücken werden hier offen benannt, statt mit einer plausibel klingenden Schätzung gefüllt zu werden, weil eine falsche Zahl bei einer Investitionsentscheidung mehr schadet als eine fehlende.

Für wen sich das eignet

Am stärksten profitieren Akteure mit grossen, aber ungenutzten Dachflächen und ohne eigenes Interesse an einer Investition: Landwirtschaftsbetriebe mit Stalldächern, Gemeinden mit Turnhallen oder Verwaltungsgebäuden und Gewerbebetriebe wie das bereits angeschlossene Alterszentrum Wengistein. Für Privatpersonen ohne eigenes grosses Dach bleibt der Zugang über die Solarstrom-Vignette oder eine reine Genossenschaftsmitgliedschaft, beides ohne physische Anlage auf dem eigenen Grundstück. Wer dagegen eine eigene, selbst finanzierte Anlage mit eigenem Eigentum am System sucht, ist bei diesem Contracting-Modell falsch, weil die Genossenschaft Eigentümerin der Anlage bleibt.

Auffällig ist zudem, dass eine der Referenzen, die Solaranlage auf der Turnhalle Gerlafingen, mit einem eingebetteten Video der Elektrofirma Rohn Elektro beworben wird, während die Website selbst nur einen Hinweiskasten zeigt und die inhaltliche Erläuterung dem verlinkten Video überlässt. Für Leserinnen und Leser ohne Zugriff auf dieses Video bleibt offen, wie gross diese Anlage ist oder wann sie gebaut wurde.

Fazit

OptimaSolar Solothurn bestätigt beide geprüften Kernaussagen mit eigenen Angaben: eine laufende Solarstrom-Vignette mit Herkunftsnachweis und eine im Bau befindliche Blumenhaus-Anlage mit Batteriespeicher neben mehreren bereits am Netz befindlichen Referenzprojekten. Zusammen mit der 15-jährigen Betriebserfahrung und einem breiten Angebot für Gemeinden, Landwirte und Privatpersonen wirkt die Genossenschaft als eingespielte regionale Contracting-Anbieterin. Wer allerdings vor Vertragsabschluss konkrete Zahlen zu Pachtzins, Mindestlaufzeit oder Stromtarif braucht, findet diese auf der Website nicht und muss sie direkt bei der Genossenschaft erfragen.

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