Swiss Solar City
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Swiss Solar City verkauft keine Photovoltaikanlage zum Mitnehmen. Das Unternehmen baut die Anlage auf Ihrem Dach oder Ihrer Freifläche, bezahlt sie, betreibt sie über Jahre hinweg selbst und lässt Sie den erzeugten Strom danach günstiger beziehen als vom lokalen Netzbetreiber, oder zahlt Ihnen stattdessen eine Dachmiete. Auf der eigenen Website bezeichnet sich die Firma als integrierter Generalunternehmer, und die dort genannten Zahlen stützen diese Einordnung: mehr als 2'600 realisierte Projekte und über 80 industrielle Anlagen, die Swiss Solar City nach eigenen Angaben nach wie vor selbst betreibt.
Was das Unternehmen konkret anbietet
Die Ansprache auf der Startseite richtet sich klar an Firmen mit einer grossen Dachfläche oder ungenutztem Land: "Haben Sie eine grosse Dachfläche?" Swiss Solar City plant, baut, finanziert und betreibt Solarkraftwerke für Unternehmen in der ganzen Schweiz und gliedert die eigene Arbeit in vier Phasen: Planung, Bau, Finanzierung sowie Betrieb & Optimierung. Als integrierter Generalunternehmer koordiniert die Firma die Bauphase mit ausgesuchten Partnerfirmen, statt jedes Gewerk selbst auszuführen. Die Finanzierung und der langfristige Betrieb bleiben dagegen bei Swiss Solar City.
Das Unternehmen finanziert eine Anlage nach eigener Aussage bis zu 100% vor. Unabhängig vom gewählten Finanzierungsmodell profitiert der Kunde in jedem Fall von günstigem Solarstrom für den Eigenverbrauch, denn genau darüber entsteht die Kosteneinsparung: Der selbst verbrauchte Strom wird günstiger verrechnet, als der übliche Netzbezug kosten würde, und Swiss Solar City übernimmt die dafür nötige Messung und Abrechnung.
Das Modell "Smart Contracting" und eine Kundenstimme dazu
Swiss Solar City nennt sein Modell ohne Kapitaleinsatz "Smart Contracting." Ein auf der Website zitierter Kunde, nur mit den Initialen MT und als CEO ausgewiesen, beschreibt seinen eigenen Weg dorthin so: "Ursprünglich wollten wir selber investieren. Swiss Solar City hat uns aber mit ihrer Smart Contracting Lösung schliesslich überzeugt. Nun profitieren wir von tiefen Solarstromkosten ohne einen Franken Investition." Das Zitat ist deshalb aufschlussreich, weil dieser Kunde ursprünglich selbst finanzieren wollte und erst nach einem Vergleich der Zahlen umgeschwenkt ist, statt von Anfang an ohne eigenes Kapital dagestanden zu haben.
Zwei weitere Stimmen runden das Bild ab. Eine Geschäftsführerin (Initialen PB) beschreibt einen deutlichen Rückgang der eigenen Stromgestehungskosten und lobt eine reibungslose, schnelle und effiziente Umsetzung. Ein Director Operations (Initialen GV) bezeichnet Swiss Solar City als kompetenten Anbieter der gesamten PV-Lösung: Planung, Installation, Betrieb und Verrechnung aus einer Hand. Keines der drei Zitate nennt das dahinterstehende Unternehmen beim Namen; es handelt sich also um anonymisierte, aber echte Kundenaussagen und nicht um ausführlich dokumentierte Fallstudien.
Der Massstab in eigenen Zahlen
Swiss Solar City veröffentlicht auf der Startseite einige wenige, aber konkrete Kennzahlen. Über alle realisierten Projekte hinweg gibt das Unternehmen eine jährliche Stromproduktion aus eigenen Solarkraftwerken von 19'000 MWh an, eine durchschnittliche Kostenersparnis der Kundschaft von 12,3 Rappen pro kWh sowie 11'400 Tonnen vermiedenen CO2-Ausstoss. Dazu kommen mehr als 2'600 abgeschlossene Projekte und über 80 industrielle Grossanlagen, die aktuell selbst betrieben werden und auf denen laut Website auch der eigene Online-Rechner für den Kostenvorteil basiert.
Die auf der Website gezeigten Referenzprojekte nennen echte Kundennamen und echte Anlagengrössen statt runder Beispielwerte: eine Dachanlage für Ferrowohlen in Wohlen mit 7446 kWp, eine Anlage für den Chemiekonzern DSM in Sisseln mit 2897.34 kWp, eine Freiflächenanlage für Huber Kunststoff in Gossau mit 735.715 kWp und eine weitere Freiflächenanlage für die AEW Energie AG in Spreitenbach mit 622.0 kWp. Allein diese vier Beispiele zeigen die Grössenordnung, in der Swiss Solar City unterwegs ist: ein Anbieter für industrielle Megawatt-Projekte, nicht für Einfamilienhausdächer.
Wer das Unternehmen führt
Als Führungsteam nennt die Website Vahan Bammerlin als Geschäftsleiter, Furcy Hamoir als Responsable Romandie (verantwortlich für das Geschäft in der Westschweiz) sowie Stephan Ensmann und Michael Hohn, beide im Bereich Business Development. Im Footer der Seite werden drei Standorte aufgeführt: Basel, Lausanne und Zürich, was zur eigenen Romandie-Rolle im Führungsteam passt. Der eingetragene Sitz ist an der St. Alban-Vorstadt 108 in Basel, die auf der Website angegebene allgemeine Kontaktnummer lautet +41 58 255 04 25.
Wie sich die Firma für Interessenten aufstellt
Ein Besucher findet auf der Website drei praktische Werkzeuge statt reiner Werbetexte: einen Kostenvorteil-Rechner, der 6 Angaben zum Gebäude abfragt und daraus eine Schätzung des finanziellen Nutzens einer industriellen PV-Anlage ableitet, ein herunterladbares Whitepaper, das laut Anbieter Erkenntnisse aus Literatur und Praxis zusammenführt, sowie eine Liste von Kriterien, die aus Sicht von Swiss Solar City vor dem Abschluss einer mehrjährigen Contracting-Beziehung geprüft werden sollten: die nachweisliche Kompetenz des Partners, dessen Verständnis für die tatsächlichen Bedürfnisse des Unternehmens, die technologische Reife der vorgeschlagenen Lösung und die erwarteten Stromgestehungskosten. Das ist inhaltlich nichts, was nur Swiss Solar City anbietet, zeigt aber zumindest, worauf das Verkaufsgespräch hinausläuft.
Worauf man achten sollte
Weil das gesamte Modell auf einem langfristigen Vertrag beruht, zählen Vertragslaufzeit, Ausstiegs- beziehungsweise Rückkaufkonditionen und die Eigentumsfrage am Vertragsende hier mehr als der reine Anschaffungspreis einer gekauften Anlage, doch die öffentliche Website von Swiss Solar City nennt diese Details nicht. Ebenso wenig findet sich ein Gründungsjahr oder eine in Worten genannte Mitarbeiterzahl, sodass beides hier nicht beziffert werden kann; wer Swiss Solar City mit einem Mitbewerber bezüglich Firmenalter oder Teamgrösse vergleichen will, muss direkt nachfragen. Offen kommuniziert wird dagegen, dass für die Bauphase ausgesuchte Partnerfirmen zum Einsatz kommen, was bei einem Generalunternehmer üblich ist, aber wichtig zu wissen ist, wenn man erwartet, dass durchgehend ein einziges Team vor Ort arbeitet.
Für wen sich das eignet, und das Fazit
Swiss Solar City passt zu genau einem Kundentyp: einem Unternehmen oder einer Institution mit grosser Dachfläche oder ungenutztem Land, bei dem das fehlende Kapital das grössere Hindernis ist als der fehlende Wille. Wer über nennenswertes Dach- oder Freiflächenpotenzial im industriellen Massstab verfügt und lieber laufend günstigen Strom bezieht, statt Kapital in Hardware und Betriebsverträge zu binden, findet hier den passenden Ansprechpartner. Wer dagegen die Anlage von Anfang an selbst besitzen will oder eine Lösung im Massstab eines Einfamilienhauses sucht, für den sprechen die eigenen Referenzprojekte von Swiss Solar City eine andere Sprache. Die veröffentlichten Kennzahlen, von den über 2'600 abgeschlossenen Projekten bis zu den namentlich genannten Megawatt-Anlagen, geben Interessenten immerhin etwas Konkretes an die Hand, um eine Offerte damit zu vergleichen, statt dem Generalunternehmer die eigene Werbung einfach glauben zu müssen.