Hansesun Photovoltaik (Liechtenstein) AG
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Hansesun wirbt mit einem Satz, der in der Solarbranche selten zu lesen ist: "Seriös zum sauberen Strom: Wir verzichten auf Anzahlungen." Bezahlt wird laut eigener Aussage erst nach Lieferung und Montage der Anlage, während der gesamten Projektlaufzeit "entstehen keine finanziellen Vorleistungen." Wer schon einmal eine Anzahlung an einen Handwerksbetrieb geleistet hat, der dann Monate auf sich warten liess, versteht sofort, warum das ein Argument ist, das die Firma in den Vordergrund stellt.
Zwölf Jahre in der Vierländerregion
Die Firma beschreibt sich selbst als "Spezialist für Photovoltaik", und zwar "seit 12 Jahren in der gesamten Vierländerregion Bodensee." Diese Formulierung ist eine Zeitspanne, kein Gründungsjahr, und wird hier deshalb auch nur als solche wiedergegeben. Zur Vierländerregion passt, dass Hansesun im Footer der eigenen Seite eigene Standorte für "Hansesun Vorarlberg", "Hansesun Tirol", "Hansesun Deutschland" und "Hansesun Schweiz" nennt, neben dem Hauptsitz in Ruggell. Der Anspruch, eine Region über vier Länder hinweg zu bedienen, ist bei einer Firma mit Sitz in einem Fürstentum von der Grösse Liechtensteins durchaus glaubwürdig: Von Ruggell aus sind Vorarlberg, das St. Galler Rheintal und Teile des deutschen Bodenseeraums in wenigen Autominuten erreichbar.
Ein Ansprechpartner, auch für den Netzanschluss
Das zweite zentrale Versprechen lautet "alles aus einer Hand": "Wir planen und montieren die PV-Anlage, übernehmen den Netzanschluss und wickeln alles Bürokratische ab. Unsere Kunden haben nur einen Ansprechpartner." Konkreter wird die FAQ-Seite bei der Frage, wer die Anlage ans Netz anschliesst: "Bei Hansesun gibt es alles aus einer Hand, ganz ohne Subunternehmen und Wartezeiten: Als Elektroinstallateur übernehmen wir den Netzanschluss selbst und verkürzen so die Zeit bis zur Sonnenstromproduktion." Als Verantwortlicher für diesen Bereich ist im Team ausdrücklich ein "Leitung Elektroinstallation" genannt, Dominik Matt. Beide Leitbehauptungen aus dem Briefing, keine Anzahlung und alles aus einer Hand bis zum Netzanschluss, halten der Prüfung auf der eigenen Website stand.
Wie lange ein Projekt dauert
Zur Projektdauer äussert sich Hansesun konkret: "Aktuell liegt die Projektlaufzeit bei etwa drei Monaten, von der Planung bis zur Inbetriebnahme." Das ist die Zeitspanne für eine sorgfältige Planung samt Bewilligungsverfahren, nicht die reine Montagezeit, die laut mehreren Kundenstimmen deutlich kürzer ausfällt: Ein Kunde aus Eschen berichtet, seine Anlage sei "innerhalb von nur einem Tag" montiert worden, ein anderer aus Triesen schreibt von einer Montage "trotz des grossen Formats und dem schlechten Wetter", die dennoch zügig verlief.
Was tatsächlich verbaut wird
Bei den Komponenten nennt Hansesun konkrete Partnerfirmen statt allgemeiner Qualitätsversprechen: Wechselrichter und Monitoring-Plattform kommen von SolarEdge, die Unterkonstruktion vom österreichischen Hersteller Aerocompact. Auf die Wechselrichter gibt Hansesun "12 Jahre Garantie", und die Module sollen laut eigener FAQ "bis zu 25 Prozent mehr Ertrag" liefern, ergänzt um Einzelmodul-Überwachung und lebenslanges Online-Monitoring. Bei Stromspeichern nennt die Firma eine Zyklenfestigkeit von "bis zu 10.000 Ladezyklen", was nach eigener Rechnung für "30 bis 40 Jahre" reicht, mit einer Umschaltung in den Inselbetrieb "in wenigen Sekunden" bei einem Stromausfall. Bestehende Anlagen ohne Speicher lassen sich laut FAQ zudem nachrüsten, auf die Frage, ob sich ein Speicher bei einer bereits installierten PV-Anlage ergänzen lässt, antwortet die Seite knapp mit "Ja."
Zum Verhalten bei Schnee ist die FAQ ungewöhnlich ehrlich, statt das Problem kleinzureden: Ist die gesamte Anlage von einer Schneedecke bedeckt, "wird die PV-Anlage während dieser Zeit keinen Strom erzeugen können", weil die Module Licht brauchen. Bei nur teilweiser Bedeckung können die verbauten leistungsoptimierten Anlagen laut Hansesun aber bereits wieder produzieren, was bei einfacheren Wechselrichtern mit reinem Schattenmanagement nicht möglich sei.
Über die reine Stromproduktion hinaus positioniert sich Hansesun auch als Ansprechpartner für die Einbindung weiterer Verbraucher ins Energiesystem. Zu Wärmepumpe, Warmwasser und Elektroauto schreibt die Firma, man denke "schon bei der Planung und Dimensionierung ans grosse Ganze" und sorge "mit klugen Kombinationen und abgestimmter Steuerung für die optimale Nutzung der Sonnenenergie." Konkrete Produktnamen für diese Steuerung nennt die Seite dabei nicht, es bleibt bei der allgemeinen Zusage einer abgestimmten Planung. Für den Service nach der Installation verweist Hansesun auf ein eigenes, dauerhaft zuständiges Team: "Der Service wird dauerhaft von Hansesun übernommen, heute, morgen und in Zukunft", telefonisch und per E-Mail während der Geschäftszeiten erreichbar sowie jederzeit über das Anfrageformular auf der Website.
Was es kostet und was es bringt
Eine feste Preisliste veröffentlicht Hansesun nicht, das würde bei individuellen Dachsituationen auch wenig aussagen. Zur Wirtschaftlichkeit äussert sich die FAQ aber mit einer Grössenordnung: Je nach Grösse und Nutzung amortisiere sich eine Anlage "nach fünf bis zehn Jahren", was einer jährlichen Rendite von "10 bis 20%" entspreche. Eine konkrete Kundenstimme aus dem Kanton nennt eine kürzere Zahl für den eigenen Fall: "Die Amortisationszeit meiner Anlage beträgt jetzt übrigens sechs, bis maximal sieben Jahre", schreibt ein Kunde aus Mauren zu seiner 13,02-kWp-Anlage. Diese beiden Angaben, die allgemeine FAQ-Spanne und die individuelle Kundenaussage, widersprechen sich nicht direkt, beziehen sich aber auf unterschiedliche Anlagen und sollten nicht verwechselt werden.
Referenzen mit echten Zahlen statt Behauptungen
Was die Website von vielen Mitbewerbern unterscheidet, ist die Bereitschaft, konkrete installierte Leistungen samt Standort zu veröffentlichen statt nur allgemein von "vielen zufriedenen Kunden" zu sprechen. Aufgeführt sind unter anderem eine Anlage mit 13,02 kWp in Mauren, eine mit 39,15 kWp in Balzers, zwei mit je 15,75 kWp in Eschen, eine mit 9,3 kWp in Triesenberg, eine mit 27,9 kWp in Triesen und eine mit 11,25 kWp in Gamprin-Bendern. Bei den grösseren Referenzprojekten nennt Hansesun ein Gewerbegebäude in Ruggell für die Pantec Engineering mit 102 kWp installierter DC-Leistung auf 272 Modulen, dazu zwei Einfamilienhäuser in Ruggell mit 17,63 kWp respektive 18,45 kWp.
Wie es sich einordnet
Für eine Firma dieser Grösse ist die Kombination aus einem klaren Zahlungsversprechen, dem eigenen Netzanschluss durch die eigene Elektroinstallationsabteilung und einer Liste konkreter, mit Ort und Leistung versehener Kundenanlagen ungewöhnlich transparent. Was auf der Website fehlt, ist eine Angabe zur Mitarbeiterzahl über die namentlich genannten fünf Ansprechpersonen hinaus, sowie jede Aussage zu einem konkreten Gründungsjahr, nur die Zeitspanne "seit 12 Jahren" wird genannt.
Für wen sich das eignet
Wer im Bodenseeraum, egal ob auf liechtensteinischer, vorarlbergischer, St. Galler oder süddeutscher Seite, eine Anlage ohne Vorauszahlung sucht und den Netzanschluss nicht über eine zweite, separat zu koordinierende Firma abwickeln möchte, findet bei Hansesun ein Angebot, das genau diese beiden Punkte offen zum zentralen Verkaufsargument macht. Wer eine reine Inselanlage ohne Netzanschluss sucht, wird auf der Website nicht direkt angesprochen, das Kerngeschäft ist klar die netzgekoppelte Anlage mit optionalem Speicher.
Fazit
Die beiden Leitbehauptungen aus dem Briefing, keine Anzahlung und ein durchgängiger Service von der Planung bis zum Netzanschluss, bestätigen sich beide direkt auf der Website und werden durch benannte Ansprechpersonen und eine ungewöhnlich konkrete Referenzliste gestützt. Wer eine belastbare Hausnummer zu Preis oder Amortisation für die eigene Situation braucht, bekommt mit der FAQ-Spanne von fünf bis zehn Jahren immerhin einen Anhaltspunkt, eine verbindliche Aussage ersetzt das persönliche Angebot aber nicht.