Heizplan AG
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Heizplan AG aus Gams im St. Galler Rheintal führt eine Firmengeschichte, wie sie kaum ein anderer Solaranbieter der Region vorweisen kann: Peter und Heidi Schibli gründeten den Betrieb 1983 in Altstätten, zu einer Zeit, in der erneuerbare Energien laut eigener Darstellung noch kaum Beachtung fanden. Aus dieser Gründung ist ein Familienunternehmen geworden, das mittlerweile mit einem eigenen 40-Jahre-Jubiläum wirbt und 3 eigene Gebäude gebaut hat, die zwischen 2001 und 2018 Solarpreise gewannen.
Von 4 auf 60 Mitarbeitende
Die eigene Unternehmensseite beschreibt den Weg von der Zweipersonenfirma zum heutigen Betrieb konkret: Der Mitarbeiterstab habe sich in den letzten Jahren von 4 auf 60 Mitarbeitende entwickelt. 2011 übernahmen Stéphanie und Raphael Schibli die Geschäftsleitung von der Gründergeneration, ein Führungswechsel innerhalb der Familie, kein Verkauf an aussenstehende Investoren. Die Website selbst nennt keine Jahreszahl für diese Wachstumsspanne von 4 auf 60, die Reihenfolge im Fliesstext legt aber nahe, dass es sich um eine langjährige Entwicklung seit der Gründung handelt, nicht um ein Ereignis eines einzelnen Jahres.
3 eigene Gebäude, ausgezeichnet mit Solarpreisen
Ungewöhnlich für einen Handwerksbetrieb ist, dass Heizplan nicht nur bei Kundenprojekten Photovoltaik verbaut, sondern auch eigene Gebäude als Vorzeigeprojekte gebaut hat. 2001 entstand der "Synergiepark für erneuerbare Energien" in Gams, ein Wohn- und Gewerbehaus nach dem damaligen Stand der Technik und den Minergie-Standards, das im selben Jahr den Schweizer Solarpreis gewann, 2002 den Europäischen Solarpreis und 2004 den Best-of-Solarpreis. 2011 eröffnete die Firma den Solarpark als eigene Produktions- und Montagewerkstatt, der im selben Jahr gleich 3 Auszeichnungen erhielt: den Schweizer Solarpreis, den Europäischen Solarpreis und den 1. Norman Foster Solar Award. 2017 kam der Energiepark dazu, ein nach eigener Beschreibung energieoptimiertes Gebäude, das auch als Innovationsprojekt dienen sollte und 2018 mit dem PlusEnergieBau-Solarpreis ausgezeichnet wurde. Zuletzt ehrte der Schweizer Solarpreis 2024 Peter Schibli persönlich, dazu kommt eine ältere Auszeichnung von 1996 für die Umsetzung der Energie-2000-Ziele. Insgesamt zählt die eigene Auflistung 9 Solarpreise oder Ehrungen zwischen 1996 und 2024.
4 Montagearten für jedes Dach
Auf der eigenen Leistungsseite zu Photovoltaikanlagen erklärt Heizplan die 4 Montagearten, die sie anbietet. Bei der Aufdachmontage wird die Anlage parallel zur Dachhaut direkt in die Dachkonstruktion oder Dachhaut eingebaut, ausschliesslich mit Aluminium und Edelstahl. Die Indachmontage integriert die Module bündig ins Dach für eine glatte Fläche, was laut Website eine enge Zusammenarbeit zwischen Dachdeckern und Solartechnikern erfordert. Bei der Flachdachmontage wird die Anlage aufgeständert, standardmässig in Ost-West-Ausrichtung mit rund 10 Grad Neigung, und mit Betonsteinen oder Kies beschwert statt fest verschraubt, was laut Heizplan bauseits statisch geprüft werden muss. Bei der Fassadenmontage schliesslich richtet sich die Modulgrösse nach der verfügbaren Fläche, mit dem Vorteil, dass im Winter kein Schnee an der Fassade haften bleibt und die Solarzellen bei tiefen Temperaturen und intensiver Wintersonne besonders effektiv arbeiten. Die gesamte Montage, vom Zuschnitt der Unterkonstruktionen in eigenen Hallen bis zur Elektroinstallation, erledigt Heizplan nach eigener Aussage aus einer Hand.
Bewilligungen und Förderbeiträge inklusive
Für Spezialprojekte berechnet und projektiert Heizplan laut eigener Beschreibung zunächst die besprochenen Möglichkeiten, holt anschliessend die nötigen Bewilligungen bei den Gemeinden ein und füllt die Formulare für Förderbeiträge selbst aus. Erst nach Eintreffen der Bewilligungen installiert die Firma die Anlage und übergibt am Schluss eine umfassende Dokumentation mit allen relevanten Informationen zur neuen Anlage.
Neben Photovoltaikanlagen führt Heizplan als eigene Hauptrubriken auch Wärmepumpen und Batteriespeicher sowie Ladestationen für Elektrofahrzeuge, mit separaten Unterseiten zu Luft-Wasser- und Erdsonden-Wärmepumpen sowie zu Batteriespeicher, Stromspeicher, Solarstromspeicher und Energiespeicher. Die Firma positioniert sich damit ausdrücklich als Anbieter für das ganze Energiesystem eines Hauses, nicht nur für das Solardach allein.
Was das FAQ zu Lebensdauer und Kosten sagt
Im eigenen FAQ beantwortet Heizplan technische Fragen mit konkreten Zahlen statt Ausflüchten. Die Hersteller der Photovoltaikmodule geben laut Website Produktgarantien zwischen 10 und 15 Jahren, die durchschnittliche Lebensdauer einer Anlage liege aber bei etwa 30 bis 40 Jahren. Die Investitionskosten seien in fast allen Kantonen von den Steuern abziehbar. Eine Notstromfunktion lasse sich bei entsprechend notstromfähigem Wechselrichter nachrüsten, liefere im Ernstfall aber nur bis zu einer maximalen Leistung von rund 3 kW, wofür ausreichend Solarleistung oder ein Batteriespeicher nötig sei. Einen pauschalen Preis für eine Photovoltaikanlage nennt Heizplan bewusst nicht, mit der Begründung, dass Dachzustand, Montagesystem, Anlagengrösse, Anlagenart und Zusatzoptionen wie Speicher oder Datenauswertung zu unterschiedlich seien, um eine seriöse Pauschalzahl zu liefern.
Zu weiteren praktischen Fragen antwortet Heizplan im FAQ auf der Startseite direkt und ohne Umschweife. Zur aktuellen Lieferfähigkeit räumt die Firma offen ein, dass es aufgrund der globalen Ereignisse nach wie vor zu unterschiedlich langen Lieferzeiten komme, denen sie mit gezieltem und frühzeitigem Einkauf entgegenzuwirken versuche. Wer bereits eine Photovoltaikanlage besitzt und nachträglich einen Batteriespeicher nachrüsten möchte, benötigt laut Heizplan in jedem Fall einen batteriefähigen Wechselrichter, wobei die Firma anbietet, die Systemvoraussetzungen zu prüfen. Auf die Frage nach Dachformen, die sich nicht belegen lassen, antwortet Heizplan, dass es für nahezu jede Herausforderung eine Lösung gebe, die Umsetzbarkeit aber oft eine Frage der Investition sei, und dass die Statik des Dachs der entscheidende Punkt bleibe. Für eine erste Offerte will Heizplan die Adresse und Angaben zum Gebäude, Dachart, Fotos oder idealerweise Pläne, dazu Wünsche zu Voll- oder Teilbelegung, Aufdach- oder Indachsystem, Modulfarbe, Arbeitssicherheit, Schneefang, batteriefähigem Wechselrichter, Speicher, Ladestation, Elektroinstallation und Notstromfunktion, notfalls auch durch eine persönliche Besichtigung vor Ort durch den eigenen Aussendienst.
Erreichbar ist Heizplan laut eigenen Angaben Montag bis Freitag von 07:30 bis 12:00 und 13:00 bis 17:00 Uhr, eine Gebäudebesichtigung oder Beratung gibt es gerne nach vorheriger Anmeldung.
Was fehlt
Die Website führt eine eigene Referenzen-Seite mit Filtern für Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Ladestationen und Batteriespeicher, die Projekte selbst werden dort aber offensichtlich erst per Skript nachgeladen: In der abgerufenen Fassung der Seite stehen unter jeder Filterüberschrift keine Projekte. Konkrete kWp-Zahlen zu eigenen Referenzanlagen oder eine Übersicht bereits realisierter Kundenprojekte mit Leistungsangaben liessen sich dadurch nicht finden. Auch eine aktuelle Mitarbeiterzahl über die im Fliesstext genannten 60 hinaus, etwa Stand heute, nennt die Website nicht gesondert.
Für wen sich Heizplan eignet
Heizplan passt zu Bauherren im St. Galler Rheintal, die einen etablierten, seit 1983 familiengeführten Betrieb mit einer aussergewöhnlichen Auszeichnungsgeschichte suchen und dabei alle 4 gängigen Montagearten, von Aufdach bis Fassade, aus einer Hand abgedeckt haben wollen, inklusive Bewilligungs- und Förderabwicklung. Wer stattdessen konkrete kWp-Zahlen zu abgeschlossenen Projekten vergleichen will, bevor er sich für einen Anbieter entscheidet, findet diese Angaben bei Heizplan nicht und muss dafür das persönliche Beratungsgespräch suchen oder einen anderen Anbieter mit einer ausführlicheren Referenzliste danebenlegen.