LENTEC GmbH

Martinsbruggstrasse 67, 9016 St. Gallen · seit 2015

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

LENTEC GmbH ist kein reiner Solarinstallateur, sondern zuerst eine Netzbau- und Elektrotechnikfirma, die Photovoltaik als eine von zwei Sparten unter der Rubrik "Erneuerbare Energien" führt, neben E-Mobilität. Die eigene Startseite stellt sich so vor: "Erst 2015 gegründet, haben wir uns in kurzer Zeit mit drei Standorten und einem Starken Team zum bewährten Partner unserer Kunden aus Gewerbe, Industrie, Kommunen und für die Haustechnik privater Arbeitgeber entwickelt." Die drei Kerngeschäfte auf der Website sind Netzbau (mit den Unterpunkten Kabelbau, Spleissen und Montagen), Elektrotechnik (Installationen, Gebäudeautomation, Netzwerk und IT) und eben Erneuerbare Energien mit Photovoltaik und E-Mobilität.

Gegründet 2015 von zwei Namen

An anderer Stelle auf derselben Startseite, im Abschnitt zur eigenen Ausbildung, nennt die Website das Gründungsjahr ein zweites Mal, diesmal mit Namen: "2015 von Marco Wolff und Patrick Betschart gegründet, hat sich das Unternehmen rasant entwickelt und beschäftigt aktuell 12 Mitarbeiter." Wichtig für die Einordnung: Die "3 Standorte" aus dem ersten Zitat und die "12 Mitarbeiter" aus dem zweiten stehen in zwei getrennten Absätzen zu zwei verschiedenen Themen, Firmenvorstellung hier, Ausbildung dort. Die Website verknüpft die beiden Zahlen nirgends ausdrücklich, weshalb hier nicht behauptet wird, dass sich die 12 Mitarbeitenden gleichmässig oder überhaupt auf 3 Standorte verteilen; beide Fakten werden getrennt berichtet.

Wo die eigentliche Photovoltaik-Beschreibung fehlt

Die Navigation führt unter "Erneuerbare Energien" die Unterpunkte "Photovoltaik" und "E-Mobilität" mit jeweils eigener Seite. Auf beiden Unterseiten findet sich in der ausgelesenen Fassung jedoch keine beschreibende Textpassage, keine Nennung von Leistungsumfang, Modulmarken, Kilowattpeak-Grössen, Preisen oder eines Bezugs zwischen Photovoltaik und E-Mobilität, sondern nur die Navigationsstruktur und ein Bildslider mit dem Alt-Text "photovoltaik" beziehungsweise dem entsprechenden Pendant für E-Mobilität. Auch die Referenzenseite listet keine benannten Projekte oder Kundennamen, sondern ausschliesslich eine Reihe von Bilddateien unter der Einleitung "Wir arbeiten unter anderem für", ohne Bildunterschriften mit Firmennamen im ausgelesenen Text. Das ist eine echte Lücke der Website selbst und keine Verzerrung durch die Auslesemethode: Auch ein zweiter Abruf derselben Unterseiten über eine andere Fetch-Methode ergab dieselben leeren Textkörper. Für einen Verzeichniseintrag heisst das, dass sich zur eigentlichen Photovoltaik-Dienstleistung von LENTEC, anders als beim Netzbau- und Elektrotechnik-Kerngeschäft, aus der eigenen Website keine inhaltliche Beschreibung gewinnen lässt, nur die Tatsache, dass es die Sparte gibt.

Was der Netzbau-Hintergrund für die Photovoltaik bedeutet

Die Reihenfolge der Menüpunkte ist selbst ein Hinweis: Netzbau steht auf der Website vor Elektrotechnik, und Erneuerbare Energien mit Photovoltaik und E-Mobilität steht an dritter Stelle. Die Unterpunkte von Netzbau, Kabelbau, Spleissen und Montagen, beschreiben klassische Tiefbau- und Leitungsarbeiten für Strom- und Kommunikationsnetze, wie sie Energieversorger und Telekomanbieter ausschreiben, nicht das übliche Einstiegsgeschäft eines reinen Dachsolarbetriebs. Für eine Photovoltaikanlage kann das ein Vorteil sein, etwa wenn eine Liegenschaft ohnehin einen neuen Hausanschluss oder eine Erdverkabelung braucht und dieselbe Firma beides ausführen kann, ohne einen zweiten Subunternehmer zu koordinieren. Ob LENTEC diesen Zusammenhang in der Praxis aktiv anbietet, sagt die Website nirgends ausdrücklich; sie legt nur die Nachbarschaft der drei Sparten im selben Betrieb offen.

Zwei Gründer, keine Aufgabenteilung genannt

Marco Wolff und Patrick Betschart werden als Gründer namentlich genannt, doch welcher der beiden operativ für Netzbau, für Elektrotechnik oder für die Erneuerbaren Energien zuständig ist, verrät die Website nicht. Anders als bei einigen Mitbewerbern im selben Verzeichnis, die einen eigenen "Leiter Photovoltaik" mit Namen ausweisen, bleibt bei LENTEC offen, wer als Ansprechperson für eine Solaranfrage zuständig wäre. Für eine Firma mit nach eigener Aussage 12 Mitarbeitenden ist das nicht ungewöhnlich, schmälert aber die Möglichkeit, sich vorab gezielt an eine benannte Fachperson zu wenden, wie es bei grösseren Anbietern der Region üblich ist.

Netzbau und Elektrotechnik als eigentlicher Kern

Was die Website dagegen deutlich macht, ist die Herkunft der Firma aus dem Netzbau: Kabelbau, Spleissen und Montagen bilden die erste Menürubrik, noch vor der Elektrotechnik mit Installationen, Gebäudeautomation sowie Netzwerk- und IT-Arbeiten. Die Selbstbeschreibung "Wir sind in der ganzen Schweiz präsent" verweist auf einen landesweiten statt rein regionalen Tätigkeitsradius, wobei die Website hierzu keine Liste konkreter Kantone oder Städte nennt, ausserhalb des Firmensitzes selbst. Als Anspruch formuliert die Firma zudem: "Was uns neben unserer fachlichen Kompetenz und dem Einsatz innovativer Technologien besonders leistungsstark macht, ist unsere hohe Flexibilität als kleiner Player. Mit einer flachen Hierarchie und schnellen Entscheidungswegen sind wir in der Lage, die Wünsche und Anforderungen unserer Kunden optimal zu erfüllen."

Ausbildung für den eigenen Nachwuchs

Für ein Unternehmen mit 12 Mitarbeitenden legt LENTEC sichtbaren Wert auf die eigene Nachwuchsförderung: "Um uns für das weitere Wachstum zu verstärken und unser Wissen weiterzugeben, bilden wir junge engagierte Nachwuchskräfte zu Montageelektrikerinnen und Elektroinstallateurinnen aus." Eine konkrete Zahl laufender Lehrverhältnisse nennt die Seite nicht, aber die Existenz zweier eigener Berufsbilder in der Ausbildung (Montageelektriker und Elektroinstallateur) bestätigt, dass die Kernkompetenz weiterhin im Elektrohandwerk liegt, aus dem heraus die Photovoltaik-Sparte betrieben wird.

Standorte: mehr behauptet als belegt

Der Seitentitel einzelner Unterseiten nennt neben St. Gallen auch Appenzell, zum Beispiel als "Standorte | St. Gallen | Appenzell". Das ist jedoch ein Metadaten-Titel und keine im sichtbaren Seitentext bestätigte Adresse: Die einzige konkrete, im Fliesstext gelesene Adresse bleibt der Sitz an der Martinsbruggstrasse 67 in St. Gallen. Wo genau die auf der Startseite erwähnten weiteren 2 Standorte liegen, verrät der ausgelesene Seiteninhalt nicht, weder auf der Startseite noch auf der eigens dafür verlinkten Standorte-Unterseite.

Für wen sich LENTEC eignet

LENTEC passt am ehesten zu Gewerbe-, Industrie- und Kommunalkunden, die ohnehin Netzbau- oder Elektroarbeiten ausschreiben und die Photovoltaik oder eine Ladeinfrastruktur direkt beim selben, bereits beauftragten Elektrobetrieb mitbestellen wollen, statt zwei verschiedene Firmen zu koordinieren. Für private Bauherrschaften, die zuerst eine ausführliche, eigenständige Photovoltaik-Beratung mit Leistungsdaten und Referenzprojekten auf der Website suchen, bietet der gelesene Auftritt davon nichts: keine Kilowattpeak-Angaben, keine Preisspanne, keine benannten Referenzanlagen und keine textliche Beschreibung der Photovoltaik-Leistung selbst, nur den Umstand, dass die Sparte neben E-Mobilität existiert. Wer stattdessen einen jungen, seit 2015 gewachsenen Betrieb mit flacher Hierarchie und Sitz in St. Gallen sucht, der seine Wurzeln offen als Netzbaufirma benennt und Photovoltaik als Erweiterung des bestehenden Elektrogeschäfts anbietet, findet in LENTEC eine passende Adresse, sollte aber vor der Beauftragung gezielt nach den fehlenden technischen und preislichen Details fragen: nach der angebotenen Modulleistung in Kilowattpeak, nach Herstellermarken, nach einer verbindlichen Preisspanne und danach, ob ein konkreter Mitarbeiter als Fachperson für die Photovoltaik-Sparte benannt werden kann, bevor ein Angebot unterschrieben wird.

Mehr aus St. Gallen & Appenzell

Alle ansehen