NeoVac

Eichaustrasse 1, 9463 Oberriet SG

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NeoVac ist kein Solarinstallateur im klassischen Sinn. Das Unternehmen aus Oberriet im St. Galler Rheintal baut keine Module aufs Dach, es sorgt stattdessen dafür, dass der Strom, den eine Photovoltaikanlage produziert, innerhalb eines Gebäudes korrekt gemessen, verteilt und abgerechnet wird. Für Eigentümerschaften und Verwaltungen, die eine PV-Anlage mit einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) kombinieren oder eine Tiefgarage mit Ladestationen ausrüsten wollen, ist das die Ebene, auf der ein Solarprojekt tatsächlich rentabel wird oder eben nicht.

Eine Gruppe mit 50 Jahren Messtechnik-Erfahrung

NeoVac beschreibt sich selbst als Anbieter mit 50 Jahren Know-how im Messen, Abrechnen und Überwachen von Energieflüssen in Gebäuden. Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben 645 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unterhält ein schweizweites Servicenetz. Der Hauptsitz liegt an der Eichaustrasse 1 in 9463 Oberriet SG, von wo aus die Gruppe unter anderem Servicecenter-Teams in Oberriet selbst und in Dübendorf betreibt. Neben der Energie- und Wassermesstechnik gehören auch Tankschutz, Wassertechnik und industrielle Prozessautomation zum Portfolio, für den Rheintaler Solar-Interessenten sind aber zwei Sparten relevant: die ZEV-Abrechnung und die E-Mobility-Ladeinfrastruktur.

Verbrauchsabhängige Abrechnung statt Pauschale

Wer eine Liegenschaft mit gemeinsamer Solarproduktion betreibt, muss den erzeugten und bezogenen Strom fair auf die einzelnen Parteien verteilen. NeoVac bietet dafür unter dem Namen «Fairplay!» eine verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung an, die laut eigener Preisangabe bei 118.20 Franken pro Wohnung und Jahr beginnt. Für die reine Stromseite gibt es die ZEV-Abrechnung, bei der NeoVac wahlweise über die VEWA-Nebenkostenformulare oder über ein eigenes ZEV-Inkasso verrechnet. Das Unternehmen gibt an, bislang 49'395 Stromzähler in der Schweiz eingebaut zu haben, eine Zahl, die die Grössenordnung des Messgeschäfts zeigt, auch wenn sie sich nicht auf einzelne Kantone oder auf Anlagen mit PV-Bezug herunterbrechen lässt.

Ladeinfrastruktur mit dynamischem Lastmanagement

Der zweite Berührungspunkt zur Solarbranche ist die Elektromobilität. NeoVac plant, liefert und betreibt Ladestationen für Mehrfamilienhäuser, Stockwerkeigentum und Gewerbeareale, inklusive der Wallboxen selbst, der Installation in Tiefgaragen und des laufenden Service. Kern des Angebots ist ein integriertes dynamisches Lastmanagement: Es verteilt die verfügbare Anschlussleistung automatisch auf alle angeschlossenen Ladestationen, verhindert eine Überlastung des Hausanschlusses und macht damit teure Netzausbauten überflüssig, auch wenn mehrere Parteien gleichzeitig laden. Für Liegenschaften mit eigener PV-Anlage kommt eine Eigenverbrauchsoptimierung dazu, die den Strombezug der Ladestationen an die Solarproduktion, den Batteriespeicher oder die Wärmepumpe koppelt und so den Eigenverbrauch erhöht.

Bei der Abrechnung der Ladevorgänge lässt NeoVac den Eigentümerschaften die Wahl zwischen drei Modellen. Im ersten läuft alles über die klassischen Nebenkostenformulare, im zweiten über das hauseigene ZEV-Inkasso, im dritten, genannt «E-Mobility Go!», übernimmt NeoVac sämtliche Administration direkt gegenüber den Mieterinnen und Mietern oder Stockwerkeigentümern, inklusive Kreditkartenabrechnung und Support, während die Hardware von den Nutzenden selbst gekauft oder gemietet wird. Wer möglichst wenig Verwaltungsaufwand will, fährt mit diesem dritten Modell am einfachsten, zahlt dafür aber auch für die Dienstleistung, deren Höhe die Website nicht beziffert.

Für die tägliche Nutzung stellt NeoVac zwei eigene Apps bereit. Mit «myCharge V» überwachen Nutzende ihre Ladevorgänge in Echtzeit, steuern sie per App oder RFID-Karte und zahlen bequem über TWINT oder Kredit- beziehungsweise Debitkarte, inklusive Gastzugängen und Diebstahlschutz für die eigene Wallbox. Mit «myEnergy» erhalten Bewohnerinnen und Bewohner eine transparente Übersicht über den persönlichen Energieverbrauch samt Vergleich zum Liegenschaftsdurchschnitt und zu früheren Abrechnungsperioden, was gerade in einem ZEV mit gemeinsamer Solarproduktion hilft, den eigenen Anteil am Eigenverbrauch nachzuvollziehen, statt nur eine Jahresrechnung ohne Herleitung zu erhalten.

Referenzprojekte über die ganze Schweiz verteilt

Auf ihrer Referenzseite listet die Gruppe eine Reihe konkreter Ladeinfrastruktur-Projekte: 8 Ladestationen für einen Unternehmensstandort in Rossens, 25 Ladestationen in einer Tiefgarage in Bellinzona, 6 Stationen im Einkaufszentrum Shopping & Life in Mendrisio, 12 für die Jansen AG im eigenen Standort Oberriet, 17 Easee-Ladestationen im Sustenhaus in Zürich-Altstetten und 5 in einem Mehrfamilienhaus in Tagelswangen. Ein Projekt in Rebstein wird besonders ausführlich beschrieben: Dort sind 3 Mehrfamilienhäuser zu einem ZEV zusammengeschlossen, NeoVac übernimmt dort sowohl die 15-Minuten-Messung für den privaten Verbrauch als auch für den ZEV insgesamt und rechnet zusätzlich die Ladesäulen direkt ab, ein Beispiel dafür, wie eng Messung, ZEV-Abrechnung und Ladeinfrastruktur bei diesem Anbieter tatsächlich zusammenhängen, statt nur nebeneinander im Angebot zu stehen. Auch ein Projekt in Wädenswil taucht auf, wo Ladestationen in 7 einzelnen Garagen nachgerüstet wurden, ein Hinweis darauf, dass NeoVac nicht nur grosse Tiefgaragen, sondern auch kleinteilige Garagensituationen bedient.

Ausserhalb der Elektromobilität: das übrige Kerngeschäft

Die Ladeinfrastruktur und die ZEV-Abrechnung sind für Solarinteressenten die relevantesten Sparten, aber nicht die einzigen. NeoVac ist ursprünglich im Tankschutz gross geworden: Leckschutz, Kathodenschutz, Tankrevision und Tanksanierung für Öltanks gehören ebenso zum Angebot wie Hochwasser- und Löschwasserbarrieren für den Umweltschutz sowie die Reinigung und Sanierung von Trinkwasserreservoirs in der Wassertechnik-Sparte. Diese Breite erklärt, weshalb die Gruppe mit 645 Mitarbeitenden deutlich grösser ist als ein typischer regionaler Solar- oder Elektrobetrieb, und weshalb sie sich selbst als Komplettanbieter für Energie- und Wasserflüsse in Gebäuden positioniert statt als reiner Solar- oder E-Mobility-Spezialist.

Was die Website offen lässt

Bei aller Detailtiefe zu Produkten bleibt die eigentliche Preisstruktur für die meisten Leistungen unklar. Ausser dem Fairplay!-Einstiegspreis für die Heizkostenabrechnung nennt NeoVac auf den öffentlichen Seiten keine Tarife für ZEV-Abrechnung, Ladeinfrastruktur-Installation oder die «Go!»-Servicegebühr; Interessierte müssen dafür ein individuelles Angebot einholen. Ebenso wenig verrät die Website, welcher Anteil der 49'395 verbauten Zähler tatsächlich in ZEV-Konstellationen mit eigener Solarproduktion steht, die Zahl beschreibt das gesamte Messgeschäft der Gruppe, nicht speziell das Solarsegment. Auch zur Vertragsdauer der einzelnen Abrechnungsmodelle oder zu Mindestlaufzeiten schweigt sich die Website aus.

Für wen sich NeoVac eignet

NeoVac richtet sich klar an Eigentümerschaften, Verwaltungen und Bauherrschaften von Mehrfamilienhäusern, Stockwerkeigentum und gewerblichen Arealen, weniger an Einfamilienhausbesitzer, die eine einzelne PV-Anlage planen. Wer im Rheintal oder anderswo in der Schweiz eine Liegenschaft mit ZEV betreibt oder eine Tiefgarage mit mehreren Parteien elektrifizieren will, bekommt hier einen Anbieter, der Messung, Abrechnung und Ladetechnik aus einer Hand kombiniert, mit einem Netz an Servicestandorten im Rücken statt einem einzelnen Elektriker vor Ort. Für die reine PV-Montage selbst braucht es trotzdem einen zusätzlichen Solarinstallateur, NeoVac tritt hier als Ergänzung zum Anlagenbauer auf, nicht als Ersatz dafür.

Fazit

Als reiner Photovoltaik-Anbieter taugt NeoVac nicht, dafür aber als spezialisierter Partner für alles, was nach der Installation kommt: die faire Verteilung des Solarstroms in einem ZEV und die Elektrifizierung des Parkplatzes mit einem Lastmanagement, das den bestehenden Hausanschluss schont. Die Kombination aus 50 Jahren Messerfahrung, einem dokumentierten Referenzportfolio quer durch die Deutschschweiz und einem schweizweiten Servicenetz macht die Gruppe zu einer soliden Wahl für Mehrparteien-Liegenschaften, sofern man bereit ist, für die konkreten Kosten eine individuelle Offerte einzuholen statt eine Preisliste zu finden.

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