solplan ag
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David Utzinger installierte ab 2009 auf eigene Rechnung Solaranlagen, ohne eigene Firma im Rücken. "Seit 2009 installiere ich selbständig Solaranlagen", schreibt er selbst über diese Zeit. Drei Jahre später folgte der Schritt zur eigenen Firma: "Mit der Gründung meiner eigenen Firma solplan ag im 2012 habe ich mir einen Traum erfüllt." Aus dem Ein-Mann-Betrieb ist inzwischen ein kleiner Familienbetrieb geworden: Sohn Manuel schreibt über sich selbst, "Als gelernter Elektro-Installateur EFZ arbeite ich seit März 2023 bei der Firma solplan ag meines Vaters." Sohn Simon folgte etwas mehr als ein Jahr später, "ab Juni 2024 können wir auch Sohn Simon zu unserem solplan-Familienteam zählen." Wer heute in Mels anruft, bekommt also mit einiger Wahrscheinlichkeit einen Utzinger ans Telefon, und mit Manuel einen gelernten Elektriker, der genau zu der Fachkompetenz passt, die solplan für die Elektroarbeiten in Anspruch nimmt.
Alles selbst, nichts subunternommen
Der eigentliche Kern des Angebots ist nicht die Planung allein, sondern dass solplan den kompletten Weg von der ersten Skizze bis zum eingeschalteten Wechselrichter selbst geht. Auf der eigenen Seite beschreibt die Firma den Ablauf so: Zuerst wird geprüft, "ob die Anlage überhaupt gebaut werden darf und die Netzanforderungen gegeben sind", dann folgen die nötigen "Anzeige- und Bewilligungsformulare". Erst wenn alle Bewilligungen vorliegen, wird die Anlage terminiert, bestellt, geliefert, gebaut und angeschlossen. Nach der Inbetriebnahme meldet solplan die Anlage selbst "bei der Pronovo AG für die Förderung (Einmalvergütung)" an.
Der Punkt, den solplan selbst am stärksten betont, ist, dass dabei keine fremde Firma zum Zug kommt: "Die komplette Montage der Anlage und auch der Elektroanschluss wird durch uns selbst ausgeführt." Möglich wird das laut eigener Darstellung nur, weil die Firma gelernte Fachkräfte fest angestellt hat, "Dachdecker EFZ und Elektroinstallateur EFZ", statt für diese Arbeitsschritte externe Handwerker zu beauftragen. In einer Branche, in der Dachdeckerarbeiten und der Elektroanschluss oft an zwei verschiedene Subunternehmer vergeben werden, mit entsprechenden Schnittstellen und Terminabsprachen, ist das ein nachvollziehbarer Unterschied: ein Anruf, ein Team, eine Verantwortung. solplan formuliert es selbst so: "Nach erfolgter Inbetriebnahme sind wir Ihr einziger Ansprechpartner für Sie."
Diese Leadbehauptung, eigene Dachdecker und Elektriker statt Subunternehmer, hält damit der Prüfung auf der eigenen Website stand und wird nicht korrigiert.
Regionale Kompetenz: der Schneelastrechner
Ein kleines, aber sprechendes Detail auf der Website ist der eigene "Schneelastrechner", den die Firma kostenlos zur Verfügung stellt: "Sie planen eine Solaranlage? Benutzen Sie gratis unseren Schneelastrechner!" Ergänzt wird das um einen Verweis auf eine Karte für die Windlast in der jeweiligen Region. Für eine Firma mit Sitz im Sarganserland, wo Schneelasten auf Dächern eine reale Grösse in der Statik sind, ist das ein naheliegendes, aber nicht selbstverständliches Werkzeug: viele Mitbewerber verweisen bei solchen Fragen auf externe Rechner oder auf den Bauingenieur, solplan bietet das Tool direkt auf der eigenen Seite an.
SolarShop Inselanlage: das zweite Standbein
Neben der klassischen netzgekoppelten Photovoltaikanlage betreibt solplan mit dem "SolarShop Inselanlage" einen eigenen Online-Shop für Komponenten, die ausserhalb des Stromnetzes eingesetzt werden. Die Navigation der Seite listet die Warengruppen einzeln auf: Batterien, Module, Laderegler und Wechselrichter. Das Angebot richtet sich damit an Kundschaft, die eine autonome Inselanlage aufbauen will, etwa für eine Alphütte, ein Wochenendhaus oder ein Fahrzeug ohne Netzanschluss, und nicht an den klassischen Einfamilienhausbesitzer mit Netzanschluss, für den die Firma die vorne beschriebene Rundum-Montage anbietet. Zu Preisen, Marken oder Modellreihen innerhalb dieser Kategorien macht die Website an der Stelle, die sich abrufen liess, keine Angaben, die Kategorienamen allein sind das, was sich seriös zitieren lässt.
Was die Förderung angeht
Zur Einmalvergütung, die solplan nach eigener Aussage für seine Kundschaft anmeldet, nennt die Firma auf einer eigenen Seite die allgemeinen Eckwerte des schweizweiten Programms: "Alle PV-Anlagen ab 2000Watt werden durch eine Einmalvergütung gefördert" und "Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von weniger als 30 kW werden mit Einmalvergütungen gefördert." Zur Höhe schreibt die Seite, dass die Vergütung "höchstens 30% der Investitionskosten einer Referenzanlage" beträgt. Wichtig für die Einordnung: Das sind die allgemeinen Rahmenbedingungen des Bundesprogramms, wie solplan sie selbst wiedergibt, keine firmenspezifische Preisangabe. Wie viel eine konkrete Anlage von solplan kostet oder wie lange sich eine Investition amortisiert, nennt die Website nirgends, und diese Zahlen werden hier deshalb auch nicht geschätzt.
Eigene Referenzen live auf der Website
Ungewöhnlich transparent ist die Unterseite mit "Gebaute Anlagen-Live Daten": solplan zeigt dort eine Handvoll eigener Anlagen mit laufenden Ertragsdaten direkt auf der Website, "Einige Anlagen von solplan sind stets online." Die aufgeführten Standorte liegen nicht nur in Mels selbst, sondern reichen über das Sarganserland hinaus bis ins Bündnerland: genannt werden unter anderem Adressen in Pfäfers, Heiligkreuz und Wangs im Sarganserland sowie in Savognin und Vicosoprano in Graubünden. Das zeigt ein Einzugsgebiet, das über die unmittelbare Nachbarschaft von Mels klar hinausgeht, auch wenn die Firma selbst keine explizite Aussage zu ihrem Einsatzradius trifft. Wer eine eigene Anlage ergänzen möchte, wird auf derselben Seite eingeladen, sich zu melden: "Deine Anlage ist noch nicht dabei? Dann melde Dich schnell an und morgen erscheint Deine PV-Anlage an dieser Stelle."
Wie es sich einordnet
solplan ist kein Vollsortimenter mit grossem Ausstellungsraum und mehreren Niederlassungen, sondern ein gewachsener Familienbetrieb, der sein Geschäftsmodell auf zwei einfache Aussagen stützt: alles selbst gemacht bei der Montage, und ein zusätzlicher Shop für alle, die sich unabhängig vom Netz versorgen wollen. Die erste Aussage lässt sich anhand der eigenen Seite nachvollziehen und wirkt für einen Betrieb dieser Grösse, drei Familienmitglieder plus die genannten Fachkräfte, glaubwürdig: Wer eigene Dachdecker und Elektriker fest anstellt, tut das in der Regel, weil er selbst genug Aufträge hat, um sie ganzjährig zu beschäftigen. Was auf der Website fehlt, sind harte Zahlen zur Betriebsgrösse, etwa eine genaue Mitarbeiterzahl, sowie jede Art von Preisangabe zur eigenen Montageleistung.
Für wen sich das eignet
Wer in der Region Sarganserland oder im angrenzenden Bündnerland eine Aufdach- oder Indach-Anlage sucht und Wert darauf legt, dass Montage und Elektroanschluss aus einer Hand kommen statt über zwei getrennte Gewerke koordiniert zu werden, findet in solplan einen Anbieter, der genau das offen als sein Unterscheidungsmerkmal benennt. Wer stattdessen eine autonome Inselanlage ohne Netzanschluss plant und nur Komponenten braucht, kann den SolarShop separat nutzen, ohne gleich ein komplettes Montageprojekt zu beauftragen.
Fazit
Der überprüfbare Kern der Selbstbeschreibung, eigene Dachdecker- und Elektrofachkräfte statt Subunternehmer, hält der Prüfung stand und ist für einen Betrieb dieser Grösse ein reales Unterscheidungsmerkmal. Die Familiengeschichte von David, Manuel und Simon Utzinger gibt der Firma ein Gesicht, das grössere Anbieter in der Region nicht bieten. Wer jedoch eine feste Preisvorstellung oder eine Amortisationsrechnung sucht, muss dafür ein persönliches Angebot einholen: Auf der Website selbst steht dazu nichts.