SUNECO AG
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Die meisten Photovoltaikfirmen in dieser Region richten sich in erster Linie an Einfamilienhäuser. SUNECO AG aus Rapperswil-Jona wirbt zusätzlich mit einem Angebot, das eher aus dem B2B-Energiemanagement stammt als aus dem klassischen Solargeschäft: "Wir analysieren für Industrie- und Gewerbebetriebe das Lastgang-Profil und optimieren so Ihren Stromaufwand." Das Lastgang-Profil zeigt, wie sich der Stromverbrauch eines Betriebs über den Tag verteilt, mit Lastspitzen, die bei vielen Tarifmodellen überproportional teuer sind. Wer dieses Profil kennt, kann eine Solaranlage und einen Speicher gezielt so dimensionieren, dass sie genau diese Spitzen abdecken, statt einfach eine möglichst grosse Anlage aufs Dach zu bauen.
Vom Sanitär- und Solarnetzwerk zur eigenen Firma
Auf der eigenen "Über uns"-Seite beschreibt sich SUNECO AG so: "Die SUNECO AG wurde von Christoph Rothlin gegründet und bündelt eine Vielzahl von Spezialisten: Monteure, Finanzfachmann, Ingenieure, Solateure, Juristen, die eines gemeinsam haben: Der Glaube an einen sinnvollen, erfolgreichen und effizienten Ausbau erneuerbarer Energien in der Schweiz." Diese Aufzählung ist ungewöhnlich breit für einen Betrieb dieser Grösse: Neben den erwarteten Solateuren und Ingenieuren nennt die Seite explizit auch einen Finanzfachmann und Juristen als Teil des Netzwerks. Das passt zur Selbstbeschreibung als Firma, die nicht nur Module montiert, sondern auch die wirtschaftliche und rechtliche Seite eines Projekts mitdenkt, etwa bei Fördermitteln oder Vertragsfragen bei grösseren Gewerbeanlagen. Ein konkretes Gründungsjahr nennt die Website nicht, weshalb hier auf die Angabe eines Datums verzichtet wird.
Was über die reine Anlage hinausgeht
Auf der Startseite kündigt SUNECO ein "erweitertes Leistungsangebot" an: "Erstellen von Energiekonzepten und Beratung in Gebäudetechnik." Beide Punkte stehen als eigene Aussagen nebeneinander, die Website verknüpft sie nicht zu einem einzigen Leistungspaket, weshalb hier auch getrennt berichtet wird: Energiekonzepte einerseits, Gebäudetechnikberatung andererseits. Für Gewerbe- und Industriekunden ergänzt das die eingangs beschriebene Lastgang-Analyse zu einem Angebot, das über die reine "PV-Modul-und-Wechselrichter"-Ebene hinausgeht und stattdessen auf das ganze Energiesystem eines Betriebs schaut, von der Erzeugung über die Speicherung bis zur Gebäudetechnik.
Für Privatkunden erklärt die Website den technischen Ablauf einer Anlage im Detail: "Eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) wandelt mit Hilfe von Solarzellen Sonnenlicht in elektrischen Strom um. Sobald das Sonnenlicht auf die Solarzellen fällt, entsteht eine Gleichspannung in den Siliziumscheiben der Zelle. Der erzeugte Gleichstrom fliesst zu einem Wechselrichter, der ihn in Wechselstrom mit einer Spannung von 230 Volt umwandelt." Diese Erklärung ist bewusst technisch gehalten und weniger verkäuferisch als bei vielen Konkurrenten, was zur Selbstdarstellung als Firma mit Ingenieurhintergrund passt.
Komponenten aus einem breiten Herstellernetzwerk
Bei den verwendeten Komponenten nennt SUNECO auf der eigenen Photovoltaik-Seite eine ganze Reihe von Herstellern: Bei den Modulen LG Electronics, Axsun, WINAICO und MeyerBurger, bei den Unterkonstruktionen K2 Systems, Ernst Schweizer AG, montavent und Smartvolt AG, bei den Wechselrichtern Solaredge, Kostal und ABB, und bei der Überwachung Solar-Log und Smartfox. Diese Kombination aus etablierten europäischen und asiatischen Modulherstellern mit Schweizer Unterkonstruktionsanbietern wie Ernst Schweizer AG deutet auf ein Sortiment hin, das sich nicht auf ein einzelnes Fabrikat versteift, sondern je nach Dachtyp und Projekt unterschiedliche Systeme kombiniert.
Referenzprojekte mit konkreten Leistungsangaben
Auf der Unterseite zu installierten Anlagen listet SUNECO mehrere abgeschlossene Projekte mit genauer Leistungsangabe in Kilowatt-Peak. Im November 2016 entstand in Rapperswil-Jona eine Anlage mit einer Leistung von 29,5 kWp, im Mai 2018 folgte in Rüti ZH eine Anlage mit 51,59 kWp. Im August 2018 wurde in Freienbach eine deutlich grössere Anlage mit 214,4 kWp realisiert, im September und Oktober desselben Jahres kamen in Rapperswil-Jona zwei weitere Projekte mit 28,615 kWp und 48,97 kWp hinzu, dazu im Oktober 2018 eine Anlage in Rüti ZH mit 99 kWp. Im Mai 2019 folgte in Pfäffikon SZ ein Projekt mit 87,435 kWp. Neben den reinen Photovoltaikprojekten führt die Referenzliste im März 2017 auch eine Arbeit im Bereich Gebäudetechnik auf: "Planung und Installation von drei Dachventilatoren." Diese Bandbreite, von der kleinsten gelisteten Anlage mit 28,615 kWp bis zur grössten mit 214,4 kWp, zeigt, dass SUNECO sowohl kleinere Gewerbedächer als auch grössere Industrieprojekte realisiert hat.
Speicher, Eigenverbrauch und die Einspeisevergütung
Zum Zusammenhang zwischen Speicher und Eigenverbrauch schreibt die Website: "Stromspeicherlösungen und Eigenverbrauch sind eng miteinander verbunden. Ziel von beiden ist es: Den von der Photovoltaik-Anlage produzierten Strom selber zu verbrauchen." Zur Begründung, warum Eigenverbrauch für viele Kundinnen und Kunden wichtiger geworden ist als die reine Netzeinspeisung, verweist SUNECO auf die Entwicklung bei der Rückspeisung: "Die direkte Einspeisung ins öffentliche Stromnetz wird infolge langer Wartezeiten bei der Variante Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) immer uninteressanter, auch wegen sinkenden Einspeisetarifen." Diese Einschätzung erklärt zugleich, warum die Firma Speicherlösungen als eigenständigen Menüpunkt neben Photovoltaik und Eigenverbrauch führt statt sie nur als Zubehör zu erwähnen.
Kontaktaufnahme
Wer über das Kontaktformular eine Offerte anfragen will, wird auf eine Zeichenbeschränkung hingewiesen: "Hinweis: Nachricht ist auf 600 Zeichen begrenzt." Für eine erste Anfrage reicht das in der Regel aus, für eine detaillierte Beschreibung einer komplexeren Gewerbeanlage mit individuellem Lastgang-Profil dürfte das knapp werden, hier bietet sich eher der direkte Anruf unter der oben genannten Nummer an. Neben dem Kontaktformular verweist die Seite auf ein separates "Datenerfassungs-Formular", ohne dessen Inhalt öffentlich zugänglich zu machen, was auf einen strukturierten Erstaufnahmeprozess für Projektanfragen hindeutet.
Was zum Preis bekannt ist
Zu konkreten Preisen pro Kilowatt-Peak, zu Förderbeiträgen oder zu einer typischen Amortisationszeit macht die Website keine öffentliche Angabe. Die Startseite verweist stattdessen auf die direkte Kontaktaufnahme über die Telefonnummer +41 55 212 99 11 oder über das Kontaktformular. Bei einem Geschäftsmodell, das laut eigener Beschreibung stark auf individueller Lastgang-Analyse und massgeschneiderten Energiekonzepten für Gewerbekunden aufbaut, ist ein pauschaler Preis pro Kilowatt ohnehin wenig aussagekräftig, jedes Projekt hängt vom individuellen Verbrauchsprofil ab.
Für wen sich das eignet
Am stärksten profitieren dürften Gewerbe- und Industriebetriebe mit einem unregelmässigen, aber messbaren Stromverbrauch, für die sich eine Lastgang-Analyse überhaupt lohnt, etwa Betriebe mit Produktionsspitzen zu bestimmten Tageszeiten. Auch Bauherrschaften, die neben der reinen Solaranlage ein Energiekonzept für das ganze Gebäude oder eine Gebäudetechnikberatung suchen, finden bei SUNECO ein Angebot, das über die reine Modulmontage hinausgeht. Wer dagegen ausschliesslich eine einfache Aufdachanlage auf einem Einfamilienhaus ohne besonderen Beratungsbedarf sucht, für den ist das erweiterte Leistungsangebot weniger entscheidend, wobei die Firma laut eigener Website auch klassische Photovoltaik-, Speicher- und Eigenverbrauchslösungen für Privatkunden anbietet.
Fazit
SUNECO AG positioniert sich in Rapperswil-Jona als Solarfirma mit einem klaren Zusatzangebot für Gewerbe- und Industriekunden: Lastgang-Analyse, Energiekonzepte und Gebäudetechnikberatung neben der eigentlichen Photovoltaikanlage. Die veröffentlichten Referenzprojekte zwischen 28,615 und 214,4 kWp belegen praktische Erfahrung mit unterschiedlich grossen Anlagen. Wer konkrete Zahlen zu Preis oder Amortisation vor dem ersten Gespräch sucht, wird auf der Website nicht fündig und muss den direkten Kontakt suchen.