F. Kaufmann AG

Unterdorfstrasse 30, 9507 Stettfurt · seit 1977

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F. Kaufmann AG nennt sich selbst "Ihr Haustechniker und Energieberater im Gebiet Frauenfeld", und das Wort Haustechniker trifft es besser als Solarfirma: Die Firma aus Stettfurt bearbeitet Heizung, Sanitär, Lüftung, Wärmepumpen und Solaranlagen als ein zusammenhängendes System, nicht als getrennte Produkte. "Seit 1977 holen wir aus allen nachhaltigen Quellen Energie, um Häuser zu heizen und Warmwasser zu erzeugen", schreibt die Firma über sich selbst, und stellt sich damit als frühen Anbieter nachhaltiger Haustechnik in der Region dar, lange bevor Solar und Wärmepumpe zum Standard wurden.

Eine Zahl, die nicht ganz zusammenpasst

Die Website nennt an zwei Stellen ausdrücklich "seit 1977" als Startpunkt, auf der Startseite und nochmals auf der Firmenseite. Im selben Abschnitt der Startseite steht aber auch: "Als Pionier auf dem Feld der alterntiven Energiquellen und umweltschonenden Heizungen verfügen wir über 30 Jahre Erfahrung." Von 1977 bis heute sind es rund 49 Jahre, "über 30 Jahre" ist damit zwar nicht falsch, aber eine auffällig zurückhaltende, vermutlich seit längerem nicht aktualisierte Formulierung für eine Zeitspanne, die eigentlich deutlich länger ist. Beide Angaben stehen unverändert nebeneinander auf derselben Seite, eine Unstimmigkeit, die dieser Text deshalb offenlegt statt sie stillschweigend zu glätten.

Solar allein, mit Batterie, oder mit Wärmepumpe

Beim eigentlichen Solarangebot ist die Formulierung der Firma klar: Solar geht "alleine, mit Batterie oder in Kombination mit einer Wärmepumpe", denn aus einem umweltschonenden Energiehaushalt sei die Solaranlage nicht mehr wegzudenken. Auf der eigenen Solarseite unterscheidet F. Kaufmann zusätzlich zwischen zwei völlig unterschiedlichen Nutzungsarten: thermischen Solaranlagen, mit denen sich Häuser heizen, Warmwasser erzeugen und sogar Erdsondenanlagen regenerieren lassen, und photovoltaischen Anlagen zur reinen Stromerzeugung, die die Firma als "logische Folge eines modernen Hauses" bezeichnet. Bei Komplettsanierungen oder Neubauten bietet die Firma dafür "Gesamtpakete an, bestehend aus Solaranlage, Wärmepumpe und Batterie" an, also die Vollversion des Angebots aus einer Hand statt getrennter Aufträge bei getrennten Firmen.

Bei der Montage nennt die Website zwei Wege mit klarem Kostenunterschied: Die Aufdach-Montage sei "auch die günstigste Lösung bei einer Nachträglichen Installation", während sich bei Neubauten eine ins Dach integrierte Anlage anstelle der Ziegel lohne, weil das "optisch eine schöne Lösung" sei. Der Unterschied liegt also nicht nur im Preis, sondern auch im Zeitpunkt: Wer bereits ein fertiges Dach hat, montiert von aussen auf die bestehenden Ziegel, wer neu baut, plant die Solarfläche gleich als Ersatz für die Dacheindeckung ein. Zwei weitere Varianten werden ausdrücklich genannt, aber ohne weitere Details: die Montage an einem Haag (einer Hecke oder Einfriedung) und die Überdachung einer Pergola. Beide zeigen, dass die Firma Solarstrom nicht nur auf dem klassischen Steildach denkt, sondern auch auf Nebenflächen, die andere Anbieter gar nicht erst ansprechen. Konkrete Preise, eine Modulmarke oder eine Leistungsangabe in kWp veröffentlicht die Seite zu keiner dieser Varianten.

Wärmepumpen: vier Wärmequellen im Vergleich

Wer statt Solar oder zusätzlich zu Solar eine Wärmepumpe sucht, findet auf der eigenen Wärmepumpenseite vier Varianten nach Energiequelle: Erdsonde, Erdregister, Graben und Luft. Bei der Erdsonde wird die Energie "aus einer Erdsonde gewonnen, die in einer bis zu 300 Metern tiefen Bohrung abgetäuft wird", bei minimalem Platzbedarf an der Oberfläche, was sie für kleine Grundstücke interessant macht, auf denen für einen Graben schlicht kein Platz wäre. Die Grabenvariante verlegt die Leitungen stattdessen in einem "1.5 Meter tiefen Graben", das Erdregister legt sie flächig statt in die Tiefe aus, beide brauchen also deutlich mehr unbebaute Fläche als eine einzelne Bohrung. Die Luftwärmepumpe braucht laut Firma weder Grabung noch Bohrung und ist "die kostengünstigste Variante", dafür ohne die im Erdreich gespeicherte, gleichmässigere Temperatur der anderen drei Systeme. Ergänzend erwähnt die Seite, dass sich Häuser über die Erdsondenanlage auch kühlen oder überschüssige Energie zurückspeisen lässt, ohne das an einer konkreten Anlage zu belegen. Welche der vier Varianten zum eigenen Grundstück passt, hängt an der verfügbaren Fläche und dem Baugrund, dazu äussert sich die Seite selbst nicht mit einer Faustregel, sondern verweist auf das persönliche Gespräch.

Der Beweis am eigenen Betrieb

Am überzeugendsten ist, was F. Kaufmann über den eigenen Standort in Stettfurt schreibt: "Der gesamte Strombedarf unserer Firma wird über Solaranlagen abgedeckt", inklusive des firmeneigenen Elektrofahrzeugs, das ebenfalls mit selbst erzeugtem Solarstrom lädt. Nachts läuft der Betrieb nach eigener Aussage von gespeichertem Batteriestrom: "Nachts beziehen wir den gespeicherten Strom aus den Batterien, die tagsüber von der Sonne aufgeladen werden. Im Gesamten beziehen wir keinerlei Fremdstrom und haben sogar einen grossen Überschuss." Wer eine Solarfirma sucht, die die eigene Technik im Alltag nutzt statt sie nur zu verkaufen, hat hier ein konkretes, überprüfbares Beispiel statt einer allgemeinen Umweltaussage. Dazu passt die "einzigartige fahrbare Werkstatt", mit der die Monteure direkt zur Baustelle fahren, statt für jedes Werkzeug zurück zur Zentrale zu müssen.

Klein, persönlich, ohne grosse Versprechen

F. Kaufmann beschreibt sich selbst ausdrücklich als "Kleinfirma": "Als Kleinfirma stehen wir persönlich für unsere erbrachten Leistungen ein. Uns ist es wichtig, dass Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben und dass Sie sich auf uns verlassen können. Wir machen keine Versprechen, die wir nicht auch einhalten können." Eine Teamgrösse in Zahlen nennt die Seite nirgends, sodass sich daraus keine Mitarbeiterzahl ableiten lässt, aber die Selbstbeschreibung als Kleinfirma mit persönlicher Haftung für die eigene Arbeit ist ein bewusster Gegenentwurf zum anonymen Grossbetrieb.

Was die Seite offen lässt

Zu Preisen, Garantiedauer, Modulherstellern oder zur Grösse bereits realisierter Anlagen sagt die Website nichts. Es gibt keine Referenzgalerie mit konkreten Projekten samt Leistungsangabe, nur die allgemeine Galerie-Rubrik im Menü, die Bilder statt Zahlen zeigt. Wer eine Hausnummer für die Investition braucht, muss das persönliche Gespräch suchen, das laut Eigendarstellung ohnehin der bevorzugte Weg dieser Firma ist, denn ein Kostenrechner oder ein öffentliches Angebotsformular fehlt auf der Seite komplett.

Fazit

F. Kaufmann AG ist ein Frauenfelder Haustechniker alter Schule, der Solar, Wärmepumpe und Batterie konsequent als ein einziges zusammenhängendes System denkt und dabei sogar den eigenen Betrieb komplett mit selbst erzeugtem Strom versorgt, inklusive Firmenfahrzeug. Das ist ein seltener, konkreter Beleg für die eigene Kompetenz. Der Wermutstropfen bleibt zweifach: Zahlen zu Preisen und Leistung fehlen komplett, und die eigene Angabe zur Erfahrung, "über 30 Jahre" bei einem wiederholt genannten Gründungsjahr 1977, das rund 49 Jahre Firmengeschichte ergäbe, wirkt seit langem nicht mehr aktualisiert.

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