Sunig GmbH
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Wer bei Sunig eine Solaranlage bestellt, kann sie auch selbst aufs Dach tragen. Der Frauenfelder Betrieb bietet dafür einen eigenen, 2-tägigen Selbstbau-Kurs an, der jeweils an einem Freitag und Samstag stattfindet: Der nächste Termin ist am 18. und 19. September 2026, in der Nähe von Warth-Weiningen bei Frauenfeld. Wer den Kurs besucht oder sich für das Selbstbau-Modell entscheidet, kann laut Sunig bis zu 40 Prozent gegenüber einer schlüsselfertigen Anlage sparen. Konkret beziffert die Website das für eine typische 10-kWp-Anlage: Die Ersparnis zwischen Selbstbau und Schlüsselfertig-Modell liegt demnach bei rund 8'000 Franken, was die Website selbst als über 40 Prozent bezeichnet. Selbstbau ist laut Website zudem die beliebteste der 3 angebotenen Optionen.
Der Kurs kostet entweder 375 Franken oder wird mit 7,5 Arbeitsstunden pro Kurstag abgegolten. Getränke, Kaffee und ein kleines Mittagessen sind laut Website inbegriffen. Über 2 Tage à 7,5 Stunden lernen Teilnehmende die Grundlagen der Solartechnik, die Dachanalyse mit 3D-Drohnenmodellen, Energiemanagement und praktisch das Montieren von Modulen auf einem echten Dach. Kursleiter ist Christian Bärtschi ("Chris"), der laut Sunig sein Wissen aus über 60 realisierten Anlagen einbringt und die ESTI-Prüfung nach Artikel 14 abgelegt hat, womit er der Firma die Installationsberechtigung gesichert hat. Sunig hält diese Berechtigung nach eigenen Angaben seit 2022. Als Fachleiter unterstützen ihn Siegfried Frei ("Sigi"), der zugleich Geschäftsführer ist, sowie Fabian Söhner, der seit 2025 als Anlageplaner bei Sunig arbeitet und sich auf Automation und Eigenverbrauch spezialisiert hat. Für die Sicherheit auf der Baustelle ist laut Team-Seite Martin Sprecher zuständig: Er sorgt dafür, dass die SUVA-Anforderungen eingehalten werden und das passende Material rechtzeitig am richtigen Ort ist.
Wer nicht selbst bauen will
Wer nicht selbst aufs Dach will, kann zwischen den 2 anderen Modellen wählen. Beim Modell "Mithilfe" übernimmt das Sunig-Team Montage und Verantwortung, während Kundinnen und Kunden im Komfortbereich mitarbeiten, etwa beim Modultransport oder beim Zuschneiden von Schienen; laut Website spart dieses Modell gegenüber der Schlüsselfertig-Variante bei einer typischen 10-kWp-Anlage rund 4'000 Franken. Beim dritten Modell, "Schlüsselfertig", übernimmt Sunig Planung, Material, Montage und Inbetriebnahme komplett; ein Elektriker schliesst die Anlage ans Netz an, und Sunig kümmert sich laut Website um Sicherheitsnachweis, Beglaubigung und die Anmeldung bei Pronovo für die Förderung. Für die Montage selbst nennt die Website 3 eigene Bautrupps sowie ein Team aus Planern, IT und Logistik.
Was Sunig installiert
Sunig plant und montiert Photovoltaikanlagen auf dem Dach oder in die Dachhaut integriert, für Einfamilienhäuser (laut Website typischerweise 8 bis 15 kWp), Mehrfamilienhäuser (15 bis 50 kWp) und für Landwirtschafts- und Gewerbebauten (30 bis über 100 kWp). Bei den Wechselrichtern arbeitet die Firma nach eigenen Angaben herstellerunabhängig mit Fronius, GoodWe, Huawei, Kostal, SMA und SolarEdge, bei den Modulen unter anderem mit Aiko, Megasol, LONGi Solar, Jinko Solar, Trina Solar und JA Solar, beliefert über die Grosshändler Solarmarkt, Krannich Solar und Fankhauser Solar (IBC). Für Batteriespeicher setzt Sunig auf BYD-Systeme; ein typisches Einfamilienhaus kommt laut Website mit 5 bis 30 kWh aus und erhöht den Eigenverbrauch damit auf 60 bis 80 Prozent. Zur Anlage gehört eine App zur Echtzeit-Überwachung von Produktion, Verbrauch, Eigenverbrauchsquote und Netzeinspeisung; bei Anomalien werden laut Website sowohl der Kunde als auch Sunig selbst automatisch benachrichtigt. Für die Eigenverbrauchsoptimierung sorgt laut Sunig eine automatische Steuerung, die Wärmepumpe, Boiler und Elektroauto bei Solarstromüberschuss zuschaltet. Zu den Partnern für Gebäudeautomation und Energiemanagement zählt die Firma laut eigener Partnerliste unter anderem Söhner Smart Solutions.
Ein weiterer Geschäftsbereich sind Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV, laut Website möglich seit 2018) und lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG, laut Website das neue Modell ab 2025 für Gebäude, die nicht direkt nebeneinander stehen). Sunig übernimmt hier auf Wunsch die komplette Planung der Messtechnik und der Abrechnungslösung sowie, falls gewünscht, Gründung und Verwaltung der Gemeinschaft, etwa für Mehrfamilienhäuser oder Stockwerkeigentümergemeinschaften.
Bilanz und Herkunft
Zur eigenen Bilanz macht die Website widersprüchliche Angaben. Die Startseite nennt 65+ realisierte Projekte, während die Team-, die Leistungs- und die Referenzenseite übereinstimmend von "über 60" beziehungsweise "60+" realisierten Solaranlagen sprechen, die laut Team-Seite zusammen genug Strom für rund 1'600 Personen liefern. Welche Zahl aktuell gilt, klärt die Website nicht, die beiden Angaben stehen unvermittelt nebeneinander.
Die Referenzenliste selbst reicht von einer 6-kWp-Anlage auf einem Gartenhaus bis zu einer 99-kWp-Anlage auf einem landwirtschaftlichen Gebäude und einer 93-kWp-Anlage auf der Scheune eines Gutsbetriebs. Dazwischen liegen unter anderem ein 55-kWp-Flachdachprojekt, eine 34-kWp-Anlage mit 20-kWh-Speicher auf einem Scheunendach sowie eine nachträgliche 32-kWh-Batterie-Modernisierung. Zur eigenen Herkunft schreibt Sunig, ihr Ursprung liege bei der SKGS, die seit 1991 eine der ältesten Solaranlagen der Schweiz betreibe: eine 5.6-kWp-Anlage mit damaligen Baukosten von 120'000 Franken. Ein eigenes Gründungsjahr für die sunig GmbH selbst nennt die Website an keiner Stelle.
Kosten und Förderung
Einen Systempreis pro Kilowattpeak nennt die Website nicht, nur die beiden genannten Ersparnisbeispiele für eine 10-kWp-Anlage. Zur Förderung schreibt Sunig, Kundinnen und Kunden könnten eine Einmalvergütung über Pronovo und die Wohngemeinde erhalten, und die Investition sei bei Bund und Kanton steuerlich absetzbar; eine konkrete Höhe nennt sie dafür nicht. Die Rendite gibt die Website mit 4 bis 15 Prozent an, je nach gewähltem Modell und Strompreis, ohne das für den Einzelfall zu beziffern. Bei den Garantien verweist Sunig auf die Herstellergarantien der Komponenten: 25 bis 30 Jahre auf die Module, 10 bis 15 Jahre auf die Wechselrichter. Für die reine Montage rechnet die Website bei einer typischen Einfamilienhausanlage mit 1 bis 2 Tagen, bei grösseren Landwirtschaftsprojekten mit 3 bis 5 Tagen.
Sunig ist nach eigenen Angaben Mitglied bei Swissolar und beim VESE, dem Verband unabhängiger Energieerzeuger, und bezeichnet sich selbst als Produzenten, also nicht nur als Installationsbetrieb, sondern auch als Betreiber eigener Anlagen. Die Firma bietet zudem Wartung, Fehlersuche, Erweiterung und Demontage von Solaranlagen an, ausdrücklich auch für Anlagen, die von anderen Anbietern gebaut wurden.
Fazit
Für alle, die selbst mit anpacken wollen, ist der Selbstbau-Kurs ein ungewöhnlich konkretes Angebot: fester Termin, feste Kosten, praktische Arbeit auf einem echten Dach statt einer allgemeinen Informationsveranstaltung. Wer lieber zuschaut, findet mit dem Schlüsselfertig-Modell trotzdem einen Anbieter, der Beratung, Planung, Montage und Pronovo-Anmeldung aus einer Hand liefert und sich um ZEV- und LEG-Zusammenschlüsse ebenso kümmert wie um die Wartung fremder Anlagen. Die widersprüchlichen Angaben zur Zahl der realisierten Projekte und das fehlende Gründungsjahr der Firma selbst sind kleine, aber echte Lücken in einer sonst detaillierten Selbstdarstellung. Wer sich für Sunig interessiert, bekommt fürs eigene Dach am ehesten über das kostenlose Erstgespräch eine verbindliche Zahl statt der beiden Beispielrechnungen von der Website.