Regio Energie Solothurn
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Regio Energie Solothurn ist zuerst ein städtisches Energieversorgungsunternehmen für Strom, Gas, Fernwärme und Trinkwasser und erst in zweiter Linie ein Photovoltaik-Anbieter: Die Solar-Angebote stehen als Unterpunkt "Eigenverbrauchsgemeinschaft/PV" innerhalb der Rubrik "Energie zu Hause", nicht als eigenständige Hauptsparte. Wer hier eine Solaranlage anfragt, tut das bei einem kommunalen Versorger, der gleichzeitig für die Strom- und Wärmeversorgung der ganzen Stadt zuständig ist.
Das Hybridwerk als Notversorgung
Die erste mustMention-Angabe hält der Prüfung stand, und der verlinkte Artikel liefert dazu erheblich mehr Substanz als die Anrisszeile auf der Startseite: "Aus Gas wird Strom und Wärme. Das neue Blockheizkraftwerk im Hybridwerk der Regio Energie Solothurn ergänzt die Notversorgung bei Ausfällen im Strom- oder Fernwärmenetz." Das Hybridwerk selbst ging laut Artikel bereits 2015 in Betrieb und steht auf der Aarmatt in Zuchwil, wo sich die Gas-, Strom-, Fernwärme- und Wassernetze der Regio Energie Solothurn kreuzen ("Netzkonvergenz"). Seit Frühling 2026 ergänzt ein zweites Blockheizkraftwerk die Anlage: ein 20-Zylinder-Gasmotor gekoppelt an einen Generator, der aus Gas gleichzeitig 2,3 Megawatt Strom und 2,3 Megawatt Wärme erzeugt. Thomas Häni, Projektleiter Netze Strom bei der Regio Energie Solothurn, wird zitiert: "Das BHKW kann bei Ausfällen im Stromnetz eingesetzt werden und unterstützt als Teil der Winterstromreserve des Bundes die nationale Stromversorgungssicherheit." Die vom Bund im Winter 2022/2023 eingeführte Winterstromreserve wird laut Artikel jährlich vom 15. Februar bis zum 30. April bereitgestellt; zusätzlich ist das neue BHKW für den Regelenergiemarkt der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid angemeldet, der kurzfristige Schwankungen im Übertragungsnetz ausgleicht, damit die Netzfrequenz stabil bei 50 Hertz bleibt.
Zwei Jahre vor der gesetzlichen Frist
Auch die zweite mustMention-Angabe ist korrekt: "Besseres Licht, weniger Verbrauch. Schon zwei Jahre vor dem Stichtag erfüllt die Regio Energie Solothurn die neuen gesetzlichen Stromsparvorgaben, mit cleverem Licht im öffentlichen Raum." Das betrifft die öffentliche Beleuchtung, nicht die Photovoltaiksparte direkt, zeigt aber, dass der Versorger bei Effizienzvorgaben schneller handelt als gesetzlich verlangt. Eine genaue Jahreszahl für den Stichtag selbst nennt diese Textstelle nicht, nur die Zweijahresmarge davor.
Was die PV-Eigenverbrauchsseite konkret anbietet
Auf der Unterseite "Selber Energie produzieren" unterscheidet Regio Energie Solothurn drei Modelle für gemeinsam genutzten Solarstrom: einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), bei dem mehrere Verbraucher über die Hausinstallation verbunden sind und private Stromzähler die Energie messen (die Abrechnung innerhalb des ZEV bietet Regio Energie Solothurn selbst nicht an); einen virtuellen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) für Eigentümer oder Mieter in verschiedenen Gebäuden mit gemeinsamem Netzanschlusspunkt, gemessen über eigene Smart Meter; sowie eine Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) für die Vermarktung von selbst erzeugtem Strom innerhalb eines Quartiers oder einer Gemeinde übers öffentliche Netz, mit einem laut eigener Angabe reduzierten Netznutzungstarif von 20 oder 40 Prozent auf dem bezogenen LEG-Strom. Zur Höhe der eigenen Einspeisevergütung für überschüssigen PV-Strom verweist die Seite auf eine weiterführende Unterseite, ohne dort selbst eine Zahl zu nennen; wer die Herkunftsnachweise verkaufen will, wird ebenfalls auf weiterführende Informationen verwiesen statt auf einen konkreten Rappenbetrag.
Contracting statt Kauf
Wer eine Solaranlage will, ohne selbst zu investieren, findet bei Regio Energie Solothurn ein Contracting-Angebot: "Möchten Sie investieren, ohne eigene Mittel einsetzen zu müssen? Wünschen Sie eine Lösung, um die Sie sich nie kümmern müssen? Dann ist unser Contracting-Angebot genau das Richtige für Sie." Die Website beschreibt dieses Contracting allgemein für Energielösungen, ohne es namentlich auf Photovoltaik oder auf Batteriespeicher einzugrenzen; ein separat benanntes "PV- und Speicher-Contracting"-Produkt, wie es der ursprüngliche Rechercheansatz für diesen Eintrag vermutete, lässt sich auf den geprüften Seiten nicht bestätigen. Eine eigene Illustrationsseite namens "SOclever-Haus" zeigt Stromproduktion, intelligente Steuerung und Energiespeicherung als Möglichkeiten im Überblick, ohne ein bestimmtes Speicherprodukt zu benennen oder eine Kapazität in kWh anzugeben. Auffällig ist, dass Regio Energie Solothurn sein Contracting-Angebot dreifach nach Zielgruppe trennt: eine eigene Contracting-Unterseite für Privatkunden, eine separate für Geschäftskunden und eine dritte eigens für Gemeinden, jeweils über die Hauptnavigation erreichbar, statt ein einziges, undifferenziertes Angebot für alle Kundengruppen zu führen.
Die Geschäftskunden-Seite zum Contracting wird konkreter als die private Variante, allerdings mit Fokus auf Heizsysteme statt ausdrücklich auf Photovoltaik: Planung, Bau, Betrieb und Finanzierung eines neuen Heizsystems liegen demnach in der Hand von Regio Energie Solothurn, mit planbaren Abo-Gebühren über die Vertragsdauer und kündbaren Verträgen. Wörtlich: "Sie werden nach 15 bis 20 Jahren Eigentümerin Ihres Heizsystems." Dazu verspricht die Seite "24h Pikett an 365 Tagen" und "Über 50 Jahre Erfahrung in den Bereichen Heizung, Sanitär und Elektro in einem Unternehmen, welches seit über 155 Jahren in der Region verankert ist." Diese letzte Zahl bleibt unklar zugeordnet: Ob sie sich auf Regio Energie Solothurn selbst oder auf eine an diesem Contracting-Angebot beteiligte Tochter- oder Partnerfirma bezieht, sagt die Seite an dieser Stelle nicht, weshalb dieser Eintrag die Zahl nennt, ohne sie einer bestimmten Rechtsperson zuzuordnen.
Das übrige Kerngeschäft
Neben Photovoltaik betreibt Regio Energie Solothurn das komplette städtische Energieportfolio: Stromnetz, Erdgas und erneuerbare Gase, Fernwärme, Elektromobilität samt Ladeinfrastruktur, Trinkwasserversorgung und ein eigenes Kundencenter für Umzugs- und Zählerstandsmeldungen. Für Geschäftskunden und Gemeinden bietet der Versorger zusätzlich eigene Contracting-Programme für Gebäudetechnik, Wärme und Elektromobilität an. Diese Bandbreite unterscheidet Regio Energie Solothurn deutlich von einem reinen Solarinstallateur: Photovoltaik ist hier eine von vielen Sparten eines Vollversorgers, nicht das Kerngeschäft.
Was es kostet
Weder auf der Startseite noch auf der geprüften PV-Eigenverbrauchsseite nennt Regio Energie Solothurn einen Kaufpreis, eine Preisspanne oder ein Beispiel für die Investitionskosten einer Photovoltaikanlage. Die genaue Höhe der Einspeisevergütung, ein konkreter Contracting-Tarif und eine kWh-Kapazität für Speicherlösungen fehlen auf den geprüften Seiten ebenfalls; wer diese Zahlen braucht, muss die verlinkten Folgeseiten öffnen oder den Solar- und Heizungsrechner der Website selbst nutzen.
Wie er sich einordnet
Im Vergleich zu unabhängigen Solarinstallateuren bringt Regio Energie Solothurn zwei Dinge mit, die ein privater Betrieb nicht hat: eine eigene Netzinfrastruktur, über die ZEV, vZEV und LEG unmittelbar abgewickelt werden können, und ein Contracting-Modell für Kunden, die nicht selbst investieren wollen. Dafür bleibt die eigentliche Photovoltaik-Beratung auf den geprüften Seiten eher konzeptionell (Erklärung der drei Eigenverbrauchsmodelle) als zahlenbasiert (keine Preise, kein konkreter Einspeisetarif).
Für wen sich das eignet
Am besten passt Regio Energie Solothurn zu Eigentümerinnen und Eigentümern oder Verwaltungen in der Stadt Solothurn, die eine gemeinschaftliche Photovoltaiklösung für ein Mehrparteienhaus oder ein Quartier prüfen (ZEV, vZEV oder LEG) oder die eine Anlage per Contracting ohne Eigenkapital realisieren wollen. Wer eine einzelne Anlage für ein Einfamilienhaus mit einem konkreten Preisbeispiel sucht, findet auf den geprüften Seiten wenig und sollte direkt nachfragen oder zusätzlich einen spezialisierten Installateur vergleichen.
Verdict
Regio Energie Solothurn punktet als städtischer Versorger mit einem seit 2015 laufenden, seit 2026 um ein zweites 2,3-Megawatt-Blockheizkraftwerk erweiterten Hybridwerk zur Notversorgung, das zugleich in die nationale Winterstromreserve und den Swissgrid-Regelenergiemarkt eingebunden ist, dazu vorzeitig erfüllten Stromsparvorgaben bei der öffentlichen Beleuchtung und einem ungewöhnlich differenzierten Angebot an gemeinschaftlichen Solarmodellen (ZEV, vZEV, LEG) samt Contracting-Option. Konkrete Zahlen zu Preis, Einspeisevergütung oder Speicherkapazität liefert die Website an den geprüften Stellen nicht, was für eine finanzielle Einschätzung eine direkte Anfrage nötig macht.