Solarfeger
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Solarfeger ist kein Solarteur, der Anlagen baut, sondern eine Reinigungsfirma, die sich ausschliesslich um bestehende Photovoltaik-Module kümmert. Betrieben wird sie von Matthias Hofstetter unter dem Namen Hofstetter solarfeger.ch mit Sitz an der Murtenstrasse 24 in 3270 Aarberg. Wer hier anruft, bekommt keine Offerte für eine neue Anlage, sondern für deren Pflege: Reinigung, Flechtenentfernung und, wo nötig, eine Hebebühne für schwer erreichbare Dächer.
Reinigung mit Umkehrosmose statt Hochdruckreiniger
Der Kern des Angebots ist die Wasseraufbereitung. Weil Leitungswasser in der Schweiz stark kalkhaltig ist, gewinnt Solarfeger daraus per Umkehrosmose reines, kalkfreies Wasser und reinigt damit rückstandsfrei, ohne Chemie einzusetzen. Auf der eigenen Website nennt die Firma dafür keine Prozentzahl zum Reinheitsgrad des Wassers und auch keine weiche Bürste als Werkzeug, anders als es ein erster Rechercheansatz nahelegte. Diese 99-Prozent-Angabe zur Umkehrosmose und die Erwähnung einer weichen Bürste stammen tatsächlich von einem anderen Solarreiniger im Kanton Bern, nicht von solarfeger.ch, und werden deshalb hier nicht übernommen. Was Solarfeger stattdessen konkret einsetzt, ist mechanisch benannt: eine Rotationsbürste vom Typ SOLA-TECS C mit einer Leistung von 300 Litern Reinwasser pro Stunde für die manuelle Reinigung, ein mobiles Osmosegerät namens OSMOBIL PRO X mit 410 Litern Reinwasser pro Stunde sowie 2 Reinigungsroboter der Serie hyCLEANER solarROBOT, einer für kleine bis mittelgrosse Anlagen, einer für grosse Dachflächen.
Ein eigenes Gerät gegen Flechten
Für das hartnäckigste Problem auf Solardächern, Flechtenbewuchs am Rand der Module, hat Solarfeger ein drittes Gerät im Einsatz: den hyCLEANER solarROBOT Flechtenentferner. Er arbeitet mit relativ niedrigem Druck, konstantem Abstand zum Panel und einem gleichbleibenden Aufprallwinkel von 90 Grad, wodurch die Reinigung schonend bleiben soll. Wirbel- und Rotationsdüsen verleihen dem Wasser einen Drall, der die Flechte auch bei niedrigem Druck vom Modulrand löst. Für kleine oder steile Flächen setzt die Firma ergänzend ein Gerät des Herstellers Cleantecs ein, das über 5 Rotationspunktstrahldüsen verfügt und mit einem nadelfeinen Hochdruckstrahl bei maximal 120 Bar Arbeitsdruck arbeitet. Beide Verfahren kommen ohne Chemie aus, was bei Flechtenentfernung sonst häufig der naheliegendere, aber laut Solarfeger problematischere Weg wäre.
Warum sich Flechten überhaupt festsetzen, erklärt die Website mit einem Blick auf die Umgebung: Ihre Sporen setzen sich im Schlitz zwischen Glas und Modulrahmen fest, wachsen dort geschützt und verankern sich bis in die Eindichtung. Besonders betroffen sind laut Solarfeger Anlagen in der Nähe von Landwirtschaftsbetrieben, weil Futtermittelstäube, undichte Silos und Ammoniak aus Ställen einen klebrigen Nährboden auf den Modulen hinterlassen, der pflanzliches Wachstum begünstigt.
Warum nicht selber putzen
Solarfeger begründet den Verzicht auf Eigenreinigung nicht nur mit dem Reinigungsergebnis, sondern mit der Arbeitssicherheit. Die Website verweist auf die Suva, die Dacharbeiten einschliesslich Installation und Wartung von Solaranlagen als Tätigkeiten mit hohem Absturzrisiko einstuft und Kollektivschutz wie Geländer oder Fassadengerüste vor individuellem Anseilschutz verlangt. Die Bauarbeitenverordnung regelt das in Artikel 41 und Artikel 58 im Detail, abhängig von der Dachneigung; ab einer Neigung von über 60 Grad ist Arbeit nur noch von Gerüsten oder Hubarbeitsbühnen aus zulässig. Solarfeger weist zusätzlich auf ein oft übersehenes Risiko hin: Bei Wellplattendächern aus Faserzement oder bei Gebäuden, die vor 1990 erbaut wurden, ist die Tragfähigkeit oft nicht durchbruchsicher und möglicherweise ist Asbest verbaut. Wer ohne korrekte Absturzsicherung aufs Dach steigt und sich dabei verletzt, riskiert laut Firmenangabe zudem, dass die Unfallversicherung die Haftung wegen Fahrlässigkeit ablehnt.
Wer hinter der Firma steht
Solarfeger ist ein Unternehmen von Matthias Hofstetter, der daneben auch die Kaminfeger & Energietechnik GmbH führt, ein Betrieb, dessen Tradition laut Website mehr als 50 Jahre zurückreicht. Ein konkretes Gründungsjahr für Solarfeger selbst nennt die Website nicht, nur diese relative Zeitspanne für das Schwesterunternehmen im Kaminfegerhandwerk. Die Kombination aus Kaminfegerei und Solarreinigung ist naheliegend: Beide Tätigkeiten verlangen Dachzugang, Absturzsicherung und Erfahrung im Umgang mit Höhenarbeit.
Warum Regen nicht reicht und woran man den Reinigungsbedarf erkennt
Solarfeger begegnet dem naheliegenden Einwand, Regen wasche die Module doch von selbst sauber, mit einem Alltagsvergleich: Wer sein Auto nur vom Regen waschen lässt, weiss, wie es danach aussieht, und dasselbe gilt für ein Dachfenster oder das Glasdach eines Wintergartens. Als weiteres Argument für professionelle statt keiner Reinigung verweist die Website darauf, dass Jinko Solar, nach eigener Darstellung der grösste Solarmodul-Hersteller der Welt, eine jährliche professionelle Reinigung empfiehlt, auch wenn Solarfeger selbst für die meisten Lagen einen selteneren Rhythmus für ausreichend hält. Ein praktisches Erkennungszeichen für Handlungsbedarf nennt die Firma ebenfalls: Schaltet sich die Anlage morgens spürbar später ein und abends früher aus, als es die verfügbare Tageshelligkeit erwarten liesse, deutet das auf Verschmutzung hin, die die automatische Steuerung ausbremst. Zur Sorge, die Reinigung könnte die Module selbst beschädigen, hält Solarfeger fest, dass die eigenen Geräte darauf ausgelegt sind, keine Schäden zu verursachen, weil das kalkfreie, reine Wasser keine Rückstände hinterlässt und keine Chemie zum Einsatz kommt, die die Funktion der Zellen beeinträchtigen könnte.
Kosten und Reinigungsrhythmus
Für die Kosten gibt Solarfeger eine grobe Faustregel an, ausdrücklich nur als Richtwert: Bis zu einer Fläche von 50 Quadratmetern rechnet die Firma mit rund 10 Franken pro Quadratmeter, ab 50 Quadratmetern mit rund 8 Franken pro Quadratmeter. Das konkrete Objekt, seine Zugänglichkeit und der Verschmutzungsgrad verändern diesen Wert; für ein verbindliches Angebot verweist Solarfeger auf den eigenen Online-Rechner und das Kontaktformular. Zum Reinigungsintervall nennt die Website keinen starren Wert, sondern einen Bereich von 2 bis 4 Jahren für die meisten Lagen, mit jährlicher Reinigung als Empfehlung für Anlagen in der Nähe von Landwirtschaftsbetrieben, Wäldern oder Industrieanlagen. Ohne Reinigung beziffert Solarfeger den möglichen Leistungsverlust durch Verschmutzung auf 5 bis 30 Prozent, abhängig von Region und Standort. Technisch verlangt die Reinigung einen Wasseranschluss mit Leitungswasser (Brunnen- oder Quellwasser reicht laut Solarfeger qualitativ nicht) sowie einen mit 10 Ampere abgesicherten 230-Volt-Stromanschluss.
Einordnung
Im Vergleich zu anderen Berner Anbietern, die Solarreinigung und Planung oder Installation aus einer Hand anbieten, bleibt Solarfeger bewusst auf die Pflege einer bestehenden Anlage beschränkt und bringt dafür mit dem eigenen Flechtenentferner-Roboter und der Hebebühne bis 18 Meter Arbeitshöhe Geräte mit, die nicht jeder Mitbewerber im gleichen Umfang vorhält. Für Eigentümer, die eine verschmutzte oder von Flechten befallene Anlage wieder auf volle Leistung bringen wollen, ohne dabei einen neuen Anlagenbauer zu suchen, ist das ein klarer Fokus. Wer dagegen eine neue Photovoltaikanlage plant oder Reinigung und Installation bei derselben Firma bündeln möchte, findet das Angebot hier nicht, denn Solarfeger tritt ausschliesslich als Reinigungs- und Pflegespezialist auf, nicht als Anlagenbauer.