AlpenEnergie

Gewerbestrasse 7, 4147 Aesch

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

AlpenEnergie aus Aesch nennt sich selbst eines der am schnellsten wachsenden Solarunternehmen der Nordwestschweiz, und dahinter stehen konkrete Zahlen: Seit 2021 hat die Firma über 280 Solarprojekte in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau, Solothurn und Zürich realisiert. Ein Detail, das man nicht sofort erwartet: AlpenEnergie ist nach eigenen Angaben der einzige Solarbetrieb der Schweiz mit Platin-Status bei SwissWatt One AG, eine Auszeichnung, die der Hersteller nur seinen stärksten Handelspartnern verleiht.

Der Hauptsitz liegt an der Gewerbestrasse in Aesch im Baselbiet, ergänzt durch 2 weitere Standorte in Röthenbach im Kanton Bern und in Mellingen im Kanton Aargau. Von dort aus plant und installiert die Firma Photovoltaikanlagen, Stromspeicher und Wärmepumpen vor allem für private Eigenheimbesitzer in der Region Basel, laut eigener Darstellung mittlerweile aber schweizweit.

Was man bekommt

AlpenEnergie beschreibt sein Angebot als ein zusammenhängendes System statt als lose Einzelkomponenten: Photovoltaik, Stromspeicher, Wärmepumpe, Ladestation fürs Elektroauto und ein Energiemanagementsystem werden gemeinsam geplant. Für den Hausbesitzer heisst das praktisch eine Ansprechperson für die ganze Anlage, vom ersten Beratungsgespräch bis zur Wartung danach. Bei den Komponenten setzt die Firma nach eigenen Worten ausschliesslich auf 3 Hersteller: SwissWatt für Solarmodule und Speicher sowie Ecoflow und Buderus für Wärmepumpen. Wer eine andere Marke verbaut haben möchte, findet bei AlpenEnergie also keine Auswahl, dafür laut Website bis zu 40 Jahre Garantie auf die verbaute Premium-Technik.

Der erste Schritt läuft laut Website über einen Online-Rechner, mit dem Interessierte vorab eine grobe Ersparnis schätzen können, bevor überhaupt ein Termin vereinbart wird. Auf eine eingereichte Offertanfrage will sich die Firma nach eigener Aussage innerhalb von 24 Stunden zurückmelden. Ob diese Frist in der Praxis eingehalten wird, lässt sich von aussen nicht prüfen, sie ist aber die einzige konkrete Reaktionszeit, die AlpenEnergie selbst nennt.

Was auffällt

Der grösste Unterschied zu vielen Mitbewerbern liegt im Tempo. AlpenEnergie gibt an, ein Projekt von der ersten Anfrage bis zur betriebsbereiten Anlage in 6 bis 10 Wochen abzuschliessen, während der Schweizer Branchendurchschnitt nach Angaben der Firma bei 6 bis 12 Monaten liegt. Aufgeschlüsselt sieht das laut der eigenen FAQ so aus: 4-6 Wochen für Bewilligungen, Netzanmeldung und Materialbestellung, danach 2-4 Wochen Bauphase bis zur Inbetriebnahme. Die eigentliche Montage auf dem Dach dauert davon nur 2-4 Tage und wird nach Angaben von AlpenEnergie ausschliesslich vom eigenen, 30-köpfigen Team ausgeführt, ohne Subunternehmer. Unabhängig lässt sich das nicht nachprüfen, es deckt sich aber mit dem Versprechen, alles aus einer Hand zu liefern. Ein weiteres Detail für Haushalte, die auf Versorgungssicherheit Wert legen: Bei einem Stromausfall soll das System laut Hersteller in unter 1 Sekunde auf Notstrom umschalten.

Was Kundinnen und Kunden berichten

Auf der Website sind mehrere Kundenstimmen mit Vorname, Nachnamens-Initiale und Wohnort veröffentlicht. Eine davon berichtet, dass zwischen dem ersten Kontakt und der fertigen Modulmontage auf dem Dach nur rund 3 Wochen vergangen seien und die Solaranlage inzwischen die eigene Wärmepumpe mit Strom versorgt. Eine andere Familie beschreibt den Wechsel von einer Ölheizung weg als Grund für den Auftrag und lobt, über die App jederzeit einsehen zu können, wie viel Strom im Haus selbst erzeugt wird. Namen und Wohnorte lassen sich nicht unabhängig verifizieren, sie stammen ausschliesslich von der Firma selbst veröffentlichten Zitaten.

Wie es organisiert ist

Die Firma ist Mitglied bei Swissolar, dem Schweizer Fachverband für Sonnenenergie, und übernimmt nach eigener Aussage den administrativen Teil eines Projekts komplett: die Pronovo-Einmalvergütung, allfällige kantonale Förderbeiträge sowie die Netzanmeldung beim zuständigen Netzbetreiber, in Basel-Stadt und Basel-Landschaft etwa bei IWB oder der EBL. Die Kundschaft muss sich damit laut Firma um keinen dieser Anträge selbst kümmern. Die Montage übernimmt anschliessend, wie oben beschrieben, das eigene Team.

Zahlen zur Einordnung

AlpenEnergie beziffert die eigene Leistung so: über 280 installierte Anlagen mit mehr als 4'000 verbauten Modulen, die zusammen über 2'600 MWh sauberen Strom pro Jahr erzeugen sollen, was laut Firma dem Verbrauch von rund 650 Schweizer Haushalten entspricht. Bei Google kommt das Unternehmen auf eine Bewertung von 4,9 von 5 Sternen aus mehr als 50 Rezensionen. Alle diese Zahlen stammen von AlpenEnergie selbst, eine unabhängige Prüfung der Rezensionsbasis oder der genannten Ertragswerte war im Rahmen dieser Recherche nicht möglich.

Was es kostet

Konkrete Frankenbeträge nennt die Website nirgends, weder für die Anlage noch für die Installation. Die einzige Grössenordnung, die AlpenEnergie selbst angibt, ist die Amortisationszeit: Nach rund 8 Jahren soll eine Anlage reinen Gewinn abwerfen. Was das für ein konkretes Einfamilienhaus in Franken bedeutet, verrät die Seite nicht, das lässt sich nur über eine persönliche Offerte klären.

Eine Unstimmigkeit im eigenen Auftritt

Die Website ist sich nicht ganz einig, wie gross das Einsatzgebiet tatsächlich ist. An einer Stelle heisst es, das Team sei "in der gesamten Schweiz zuhause" und AlpenEnergie sei "von Basel aus für alle 26 Kantone" im Einsatz. An anderer Stelle, wo die Firma ihre bisherige Bilanz zieht, spricht sie ausdrücklich nur von den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau, Solothurn und Zürich, in denen die über 280 realisierten Projekte entstanden seien. Für die Region Basel ändert das nichts an der Einschätzung, wer aber aus einem Kanton ausserhalb dieser 5 anfragt, sollte vor der Offerte klären, ob das Team dort tatsächlich vor Ort tätig wird oder nur telefonisch berät.

Für wen sich das eignet

Vor allem für Eigenheimbesitzer in der Region Basel, Aargau, Solothurn oder Zürich, die eine schlüsselfertige Lösung ohne mehrere Vertragspartner suchen und die kurze Bauzeit höher gewichten als eine freie Wahl der Marke. Wer eine Anlage auf einem Mehrfamilienhaus oder in einem Gewerbebau plant, findet auf der Website keinen eigenen Leistungsbereich dafür, das Angebot richtet sich durchgehend an Eigenheimbesitzer. Wer stattdessen gezielt ein bestimmtes Modul oder einen bestimmten Speicher verbaut haben möchte, ist bei einem markenoffeneren Anbieter besser aufgehoben, denn AlpenEnergie hat sich fest auf sein 3-Marken-Sortiment festgelegt. Ansprechpartner im Vertrieb ist laut Website Vincent Müller.

Fazit

AlpenEnergie positioniert sich klar über Tempo und Vollservice statt über Markenvielfalt. Die eigenen Zahlen, vom Modulbestand bis zur Google-Bewertung, zeichnen das Bild einer Firma, die in wenigen Jahren stark gewachsen ist, auch wenn sich keine dieser Angaben unabhängig gegenprüfen liess. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, dass Preise erst nach einem Beratungsgespräch auf dem Tisch liegen, bekommt hier einen Anbieter, der Planung, Förderanträge, Montage und Wartung tatsächlich unter einem Dach anbietet, mit einem eigenen Team statt einem Netz aus Subunternehmern.

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