Hassler Energia Alternativa AG
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Die Geschichte von Hassler Energia beginnt nicht in einem Ingenieurbüro, sondern auf einer Bündner Alp. 1985 gründete der gelernte Radiotechniker Christian Hassler in Andeer die Firma «Hassler Energia Alternativa», nachdem er zuvor seine Sommer auf der Alp digl Oberst verbracht und nach einer Möglichkeit gesucht hatte, Solarenergie dort als eigenständige Stromquelle zu nutzen, weit weg vom nächsten Netzanschluss. Der Start war ein Gewölbekeller mit Naturboden, ein kleiner Holztisch mit Schreibmaschine und eine Werkbank zum Tüfteln. Vierzig Jahre später ist daraus ein Team von 25 Mitarbeitenden geworden, das über die Kantonsgrenzen hinaus im Einsatz ist.
Vier Mal der Schweizer Solarpreis
Was diese Firmengeschichte von den meisten Solarbetrieben in Graubünden unterscheidet, ist die Häufung an Auszeichnungen. Bereits vier Mal erhielt Hassler Energia den Schweizer Solarpreis: 2000 zeichnete der damalige Bundesrat Adolf Ogi die Firma für ihren "unermüdlichen Pioniergeist im Interesse einer lebenswerten Zukunft" aus. 2012 realisierte Hassler Energia in Tenna den nach eigener Angabe weltweit ersten Solarskilift, eine Anlage am Eingang zum Safiental, die bis heute in Betrieb ist und dafür im selben Jahr den Schweizer Solar- und Umweltpreis erhielt. 2015 nahm Christian Hassler den Preis persönlich entgegen, für sein Engagement und seinen Pioniergeist: Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er über 3'000 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 15 Megawatt installiert, was laut Firmenangabe rund 225 Gigawattstunden erneuerbarer Energie und einer CO2-Reduktion von etwa 120'000 Tonnen entspricht. 2019 folgte eine vierte Auszeichnung, zusammen mit dem Verein Schweizer Partnerschaft HAS Haiti, für ein Solarprojekt am Albert-Schweitzer-Spital und im Dorf Deschapelles auf Haiti, wohin Christian Hassler 2018 während sieben Wochen als Freiwilliger gereist war.
Solar für Berggebiete ohne Netzanschluss
Der Kern des heutigen Angebots liegt weiterhin dort, wo die Firma angefangen hat: bei Standorten ohne Netzanschluss. Die eigene Kategorie Inselanlagen richtet sich ausdrücklich an Berggebiete und verspricht sicheren Solarstrom dort, wo kein Kabel hinführt. Für gewöhnliche Gebäude deckt Hassler Energia praktisch jede Montageart ab: geneigte Dächer bei Einfamilienhäusern, Flachdächer bei Mehrfamilienhäusern und Gewerbebauten, Fassaden an Wohnhäusern, Balkonen oder Stützmauern, sowie Anlagen im öffentlichen Raum wie Staumauern, Parkplätzen oder Überdachungen. Für die Landwirtschaft nennt die Firma explizit Alphütten, Ställe, Sennereien und Maiensässe als typische Einsatzorte, was zur bergigen Topografie des Kantons passt. Wer ein Mehrfamilienhaus oder ein Wohnareal betreibt, kann zudem einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) oder eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) einrichten lassen.
Bei den Referenzprojekten auf der eigenen Website finden sich konkrete Zahlen statt vager Beschreibungen: Das Recyclingcenter Unterrealta erhielt 195 Module auf dem Flachdach plus 93 weitere Module und produziert damit bis zu 124,77 kWp Sonnenenergie. In Tschappina wurde auf 1400 Metern Höhe ein Neubau mit PV-Modulen der neuesten Generation von Solnow ausgestattet, dem hauseigenen Indach-System. Das Tiefbauamt Graubünden in Chur bekam eine neue Solaranlage für den Eigenverbrauch, deren Bauteile per Helikopter angeliefert wurden. Bei einer Dachsanierung in Präz am Heinzenberg montierte die Firma 6,4 kWp für ein Einfamilienhaus, an einer Stützmauer im Domleschg entstand eine Fassadenlösung mit bis zu 9,5 kWp, und auch das Schulhaus in Zillis, direkt am Firmensitz, trägt inzwischen eine Solaranlage von Hassler Energia.
Integrierte Systeme statt Aufdach-Lösung
Ein eigener Schwerpunkt liegt auf integrierten Anlagen, bei denen die Photovoltaik-Module die Gebäudehülle selbst ersetzen, statt einfach darauf montiert zu werden. Solche Indach-Module kommen vor allem bei Neubauten mit Schrägdach zum Einsatz, lassen sich laut Firma aber auch bei bestehenden Gebäuden und Sanierungen integrieren. Diese Idee geht direkt auf Christian Hassler selbst zurück: Nachdem er die operative Leitung 2017 an seinen Sohn Christ-Andri übergeben hatte, entwickelte er ab 2022 unter der Marke Solnow ein System, das komplizierte Aufdach-Konstruktionen überflüssig machen sollte, unter dem Motto "Ziegel weg, Solnow drauf". Solnow ist inzwischen als eigenständige Firma vom Markt unabhängig unterwegs und gewann 2025 den Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Innovation von Naturpark Beverin und Viamala Tourismus.
Ein Umbau im eigenen Geschäftsmodell
Bemerkenswert ist auch ein Schritt aus dem Jahr 2024: Hassler Energia lagerte den Geschäftsbereich Solarthermie an die Partnerfirma Lucchinetti Haustechnik in Cazis aus und konzentriert sich seither auf Solarstrom, während sie die Bereiche E-Ladestationen, Batterielösungen und ZEV/LEG gezielt ausbaut. Pelletheizungen bietet die Firma weiterhin zusätzlich an. Wer also gezielt eine thermische Solaranlage sucht, landet bei Hassler Energia nicht mehr am richtigen Ort, wohl aber bei Photovoltaik, Speicherlösungen und Ladeinfrastruktur.
Die operative Geschäftsleitung liegt aktuell bei Christ-Andri Hassler und Christian Allemann, beide mit eigener Durchwahl erreichbar. Amortisationszeiten nennt die Firma nur als allgemeine Grössenordnung: Nach eigener Aussage rechnet sich eine Solaranlage in der Regel nach acht bis fünfzehn Jahren, je nach Eigenverbrauch teils deutlich schneller, etwa bei gleichzeitiger Nutzung einer eigenen E-Ladestation.
Was Kundinnen und Kunden dazu sagen
Auf der eigenen Website veröffentlicht Hassler Energia mehrere Kundenstimmen mit vollem Namen statt anonymer Sternebewertungen. Leo und Irene Dönz Beeli etwa schreiben, kompetenter gehe es in Beratung und Ausführung kaum, und Dorli und Gion Item-Ramser aus Rhäzüns loben zuverlässiges Einhalten von Terminen und engagierte Monteure. Ursina und Andrea Caviezel heben die "vollmotivierten Fachkräfte" hervor, während ein Ehepaar aus Zusammenarbeit mit dem Energieversorger ewz eine "top Anlage" beschreibt, geplant und in Betrieb genommen mit professionellen und freundlichen Monteuren vor Ort. Dass mehrere dieser Stimmen konkrete Nachnamen und Wohnorte tragen, statt anonym zu bleiben, spricht zumindest dafür, dass es sich um echte Referenzen und nicht um generische Marketingtexte handelt.
Was zu beachten bleibt
Die Website nennt keine Fixpreise oder Pauschalangebote, jedes Projekt wird individuell offeriert, was Vergleiche mit pauschal beworbenen Konkurrenten erschwert. Wer 2026 gezielt Solarthermie statt Photovoltaik sucht, muss sich zudem bewusst sein, dass dieses Geschäftsfeld inzwischen bei der Partnerfirma in Cazis liegt und nicht mehr bei Hassler Energia selbst.
Fazit
Vierzig Jahre Firmengeschichte und vier Solarpreise sind in der Bündner Solarbranche eine seltene Kombination, und die Berggebiets-Spezialisierung auf Inselanlagen ohne Netzanschluss ist bis heute erkennbar dieselbe wie am ersten Tag auf der Alp digl Oberst. Für Kundinnen und Kunden aus Berg- und Landwirtschaftslagen, aber auch für gewöhnliche Ein- und Mehrfamilienhäuser im Tal, bietet Hassler Energia damit eine Erfahrungstiefe, die sich nicht kopieren lässt, auch wenn Solarthermie inzwischen woanders eingekauft werden muss.
Wer eine Solaranlage in einer abgelegenen Lage plant, findet bei kaum einem anderen Bündner Anbieter eine so lange, öffentlich nachvollziehbare Chronik an Referenzen, Preisen und benannten Ansprechpartnern wie bei diesem Familienbetrieb aus Zillis, dessen Ursprung buchstäblich auf einer Alp ohne Stromanschluss liegt.