Rhiienergie AG

Energieweg 1, 7015 Tamins

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Rhiienergie ist zuerst ein Energieversorgungsunternehmen (EVU) und erst in zweiter Linie ein Solarinstallateur, und genau das macht das Angebot interessant. Der Betrieb aus Tamins beliefert das Bündner Rheintal seit Jahren mit Strom, Netzdienstleistungen und Wärme, und hat daraus eine eigene Solarsparte namens rhii.solar aufgebaut. Auf der eigenen Website beziffert das Unternehmen den Anteil seiner Stromkunden, die bereits ökologischen Strom beziehen, mit über 80 Prozent, ein Hinweis darauf, dass Nachhaltigkeit nicht erst mit der Solarsparte begonnen hat. Wer eine Photovoltaikanlage sucht, bekommt hier zwei getrennte Wege angeboten: die Anlage direkt von Rhiienergie bauen lassen, oder sich an einen anderen Installateur vermitteln lassen, wenn der Kunde das lieber so möchte. Diese zweite Option, eine ausdrückliche Vermittlung Photovoltaik neben dem eigenen Baugeschäft, ist ungewöhnlich für einen Anbieter, der ebenso gut versuchen könnte, jeden Auftrag selbst zu behalten.

Was rhii.solar konkret anbietet

Die Solaranlage lässt sich kaufen oder pachten. Beim Pachtmodell übernimmt Rhiienergie die Vorfinanzierung, Lieferung, Montage und Inbetriebnahme, der Kunde bezahlt danach eine monatliche Pachtgebühr, die laut Website bereits ab CHF 181.00 im Monat beginnt. Damit gehört die eigene Solaranlage dem Kunden, ohne dass er die Investitionssumme auf einen Schlag aufbringen muss. Wer stattdessen kauft, bekommt dieselbe Rundum-Leistung als einmaliges Projekt.

Für Mehrparteienhäuser gibt es den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), inklusive eines eigenen Anmeldeformulars zum Download, mit dem sich mehrere Wohnungen oder Gewerbeeinheiten den produzierten Solarstrom teilen. Ein Solarrechner auf der Website erlaubt es Interessenten, Produktion, Wirtschaftlichkeit und Kosten der eigenen Anlage vorab zu simulieren, bevor überhaupt ein Beratungstermin vereinbart wird. Wer die Anlage bereits betreibt, kann sie über ein Fernüberwachungssystem laufend kontrollieren und hat jederzeit Zugriff auf die wichtigsten Produktionsdaten, ein Detail, das bei kleineren Anbietern oft fehlt.

Zwei Bündner Gemeinden, Felsberg und Rhäzüns, sind offiziell als Energiestadt anerkannt und unterstützen Photovoltaik-Projekte zusätzlich mit einem eigenen Förderbeitrag. Rhiienergie weist Kunden aus diesen Gemeinden ausdrücklich darauf hin. Die Website nennt keinen genauen Frankenbetrag für diese kommunale Förderung, weshalb sich der genaue Betrag nur bei der jeweiligen Gemeinde direkt erfragen lässt.

Mehr als nur Solar

Rhiienergie ist daneben auch im Bereich E-Mobilität aktiv (rhii.mobil), mit Ladestationen für Eigenheim und Gewerbe sowie einem eigenen Online-Rechner für Ladeinfrastruktur. Dazu kommen rhii.wärme für Wärmelösungen und rhii.wasserstoff, ein Angebot, das in der Bündner Energiebranche noch selten ist. Diese Angebotsbreite bedeutet für Solarkunden, dass die Ladestation fürs Elektroauto und die Solaranlage aus einer Hand kommen können, statt zwei getrennte Anbieter koordinieren zu müssen. Ein dokumentiertes Beispiel aus Churwalden zeigt das direkt: Dort wurde eine Anlage mit 9,2 kWp realisiert, deren Solarstrom unter anderem eine 11-kW-Ladestation für das Elektroauto speist, ergänzt durch einen Batteriespeicher zur Erhöhung des Eigenverbrauchs.

Bei den reinen Solarprojekten zeigen die auf der Website dokumentierten Referenzen eine deutliche Bandbreite. In Domat/Ems produziert eine knapp 8-kWp-Anlage einen Jahresertrag von 9'460 kWh, in Felsberg liefern 28 nach Ost/West ausgerichtete 440-Watt-Module rund 11'000 kWh im Jahr, gepuffert durch einen 7.7-kWh-Speicher. In Bonaduz wurde eine Anlage mit 11.1 kWp realisiert, bei der überschüssiger Solarstrom das eigene Elektroauto lädt und die restliche Energie im Hausspeicher für die Nacht bleibt: 29 Module des Typs Meyer Burger mit je 385 Watt, ein Wechselrichter von Fronius, eine jährliche Produktion von rund 11'200 kWh und eine berechnete CO2-Ersparnis von 854 Kilogramm pro Jahr. Solche Detailangaben zu Modulzahl, Wechselrichtertyp und CO2-Bilanz veröffentlicht Rhiienergie zu einem grossen Teil seiner Referenzprojekte, was Interessenten einen realistischen Eindruck vermittelt, statt nur mit Rundungen wie "spart viel CO2" zu werben. Die Bandbreite an Referenzen reicht von privaten Einfamilienhäusern bis zu gewerblichen Dachflächen, was für ein Montageteam spricht, das unterschiedliche Anlagengrössen gewohnt ist.

Kundendienst und Erreichbarkeit

Weil Rhiienergie in erster Linie ein Netzbetreiber ist, gehört eine funktionierende Störungsannahme zum Kerngeschäft, nicht zur Kür. Störungen im Versorgungsgebiet werden über eine eigene Pikett-Nummer entgegengenommen, getrennt von der allgemeinen Firmennummer, damit ein Stromausfall nicht in einer normalen Warteschlange landet. Über das Kundenportal rhii.kundenportal lassen sich ausserdem Adressänderungen und Zählerablesungen selbst erledigen, was für Solarkunden praktisch ist, sobald die eigene Anlage misst und einspeist und ein Wechsel oder Umzug ansteht. Diese Kombination aus Solarabteilung und bestehender Netzinfrastruktur bedeutet auch, dass ein Kunde bei technischen Rückfragen zur Einspeisung nicht zwischen zwei getrennten Firmen vermitteln muss: Installateur und Netzbetreiber sind hier ein und dasselbe Unternehmen.

Qualitätslabel und Team

Am 6. Juli 2023 vermeldete Rhiienergie, ab sofort zu den rund 500 Firmen schweizweit zu gehören, die von Swissolar das Qualitätslabel «Die Solarprofis» erhalten haben, eine Zertifizierung für Unternehmen, die hochwertige Solaranlagen planen, installieren oder verkaufen und dazu eine umfassende Kundenberatung anbieten. Das eigene Solarteam wird auf der Website mit rund 20 Personen beschrieben, die sich um Planung, Montage und Wartung kümmern. Die Firma bildet auch selbst aus: Am 12. August 2026 startete der erste eigene Solarinstallateur-EFZ-Lernende seine Ausbildung, begleitet vom Leiter Solar und dem Ausbildungsverantwortlichen für die praktische Arbeit. Rhiienergie nennt in seinen Projektbeiträgen zudem regelmässig die Marken, mit denen es arbeitet, darunter Fronius, Meyer Burger, BYD und Novotegra, was zumindest zeigt, dass die Montageteams nicht nur mit einem einzigen Modul- oder Wechselrichterhersteller vertraut sind.

Was dagegen spricht

Der grösste Unterschied zu einem reinen Solarspezialisten ist, dass Photovoltaik hier eine von mehreren Sparten neben Strom, Wärme, Wasserstoff und E-Mobilität ist. Wer eine Firma sucht, für die Solar das einzige Geschäft ist, findet an anderer Stelle in Graubünden spezialisiertere Anbieter. Und wer sich für die Vermittlung statt die direkte Installation entscheidet, bekommt am Ende einen anderen Installationsbetrieb vor die Tür gestellt, dessen Qualität Rhiienergie selbst nicht mehr in der Hand hat. Die Website nennt zudem keine Garantiezeiten oder detaillierten Vertragsbedingungen für das Pachtmodell, diese müssen im persönlichen Beratungsgespräch geklärt werden.

Fazit

Für Bündner Rheintal-Haushalte, die ohnehin schon Kunde des lokalen Energieversorgers sind, bietet Rhiienergie einen naheliegenden Einstieg in die eigene Solarstromproduktion: ein Anbieter, ein Ansprechpartner, eine Rechnung, egal ob es um Strom, Solaranlage oder Ladestation geht. Das Pachtmodell ab CHF 181.00 im Monat senkt die Einstiegshürde für alle, die keine grössere Investition auf einmal stemmen wollen, und die Vermittlungsoption sorgt dafür, dass auch Kunden mit einem bevorzugten anderen Installateur nicht komplett aussen vor bleiben. Wer stattdessen einen reinen Solarspezialisten ohne Nebengeschäfte sucht, sollte allerdings weiterschauen.

Gerade weil rhii.solar aus einem bestehenden Versorgungsbetrieb heraus entstanden ist und nicht als eigenständiges Start-up, wirkt das Angebot insgesamt bodenständiger als bei manchem reinen Solarhändler: eine Website mit realen Referenzprojekten samt Modulzahlen und Wechselrichtertyp statt nur Stockfotos von Dächern, ein Team, das im Rheintal ansässig bleibt, und eine Rufnummer für den Ernstfall, die schon vor der ersten Solaranlage existiert hat. Interessenten sollten trotzdem selbst nachfragen, wie lang die Vertragslaufzeit beim Pachtmodell konkret ausfällt, denn diese Angabe fehlt auf der öffentlichen Website.

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