HEIZWERT AG

Grabenackerstrasse 4, 4142 Münchenstein

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Heizwert AG verkauft keine einzelnen Solarmodule, sondern Heizkonzepte, in die Solarwärme und Photovoltaik als eine von mehreren Komponenten einfliessen. Wer sich für diese Firma entscheidet, kauft in erster Linie eine Erneuerungsstrategie fürs ganze Haus, nicht ein einzelnes Produkt.

Was es ist

Heizwert AG bezeichnet sich selbst als "klassische, inhabergeführte KMU" mit Sitz "rund um Basel". Der Hauptsitz liegt an der Grabenackerstrasse 4 in Münchenstein, ergänzt um ein Stadtbüro an der St. Galler-Ring 184 in Basel selbst, mit einer gemeinsamen Kontaktnummer für beide Standorte. Die Firma beschreibt ihre Aufgabe als Zusammenführung mehrerer Themen unter einem Dach: Erneuerungsstrategie, Wärmeerzeugung und Wärmeverteilung, Solarwärme, Photovoltaik, Wärmepumpen (Luft-Wasser- ebenso wie Erdwärmepumpen), Erdsonden, Holzheizungen, Fernwärmesysteme, effiziente Kühlanlagen und die dazugehörigen Elektroinstallationen. Dazu kommen laut eigener Aussage auch die Themen Energiegesetze und Fördermittel, inklusive Baueingaben und Fördergesuchen, die die Firma für ihre Kundschaft mit übernimmt.

Was man bekommt

Solarwärme und Photovoltaik erscheinen bei Heizwert nicht als eigenständige Produktlinie, sondern als zwei von vielen Bausteinen innerhalb eines grösseren Heizkonzepts. Konkret positioniert sich die Firma bei zertifizierten Wärmepumpen-System-Modulen: "Eine Wärmepumpe, die gemäss dem Wärmepumpen-System-Modul zertifiziert ist, erhöht die Energieeffizienz. Das Modul beinhaltet geregelte und standardisierte Abläufe von der Planung bis zur Inbetriebnahme, umfassende Dokumentationen und stetig weitergebildete Fachleute." Heizwert AG beschreibt sich hier ausdrücklich als Pionierin für die Region Basel bei der Umsetzung dieser zertifizierten Module, was eine überprüfbare Systemzertifizierung ist und nicht nur ein Werbewort ohne Gegenstelle.

Das auffälligste Angebot ist der "Nanoverbund", entwickelt zusammen mit dem Basler Stromversorger IWB (Industrielle Werke Basel). Die Firma beschreibt ihn selbst so: "In eng bebauten Gebieten kann die Installation von erneuerbarer Energie eine Herausforderung darstellen. In enger Zusammenarbeit mit den Industriellen Werken Basel IWB lanciert Heizwert AG den Nanoverbund. Dies ist kein Car-, sondern ein Heizungs-Sharing." Praktisch bedeutet das: Statt jedes Gebäude einzeln mit einer eigenen Wärmepumpe oder Solaranlage auszustatten, schliessen sich Nachbargebäude zu einem Mini-Wärmeverbund zusammen. Nach eigenen Angaben lassen sich damit 90% des Wärmebedarfs über erneuerbare Energien decken, selbst wenn 2 von 3 angeschlossenen Heizungsanlagen noch mit Gas betrieben werden. Das ist eine konkrete, nachprüfbare Aussage zur Funktionsweise, auch wenn die Website keine Angabe macht, wie viele solcher Verbünde bereits realisiert wurden oder wie gross ein typisches Cluster ist.

Was auffällt

Ungewöhnlich für eine Heizungs- und Solarfirma ist der eigene Abschnitt zur Klimabilanz von Heizsystemen: "Oft werden moderne Wärmesysteme als umwelt- und klimafreundlich dargestellt, obwohl die Rohstoffproduktion teilweise grosse Umweltbelastungen mit sich bringt. Bis eine Heizung als umweltfreundlich bezeichnet werden kann, soll diese einen tiefen Primärenergiebedarf, sprich hohe Laufzeiten und saubere Betriebspunkte aufweisen." Statt Wärmepumpen und Solaranlagen pauschal als grün zu bewerben, benennt die Firma also selbst, dass die Herstellung dieser Systeme ökologisch nicht kostenlos ist, und schliesst den Absatz mit dem Satz: "Eine gute Beratung und seriöse Planung sind unerlässlich – hierfür ist Ihr Projekt bei Heizwert AG gut aufgehoben." Die eigene Beratung wird damit ausdrücklich zur Voraussetzung dafür erklärt, dass eine Anlage am Ende tatsächlich effizient läuft und nicht nur auf dem Papier umweltfreundlich ist.

Auch die Verbindung von Solarwärme und Photovoltaik unter einem Begriff "erneuerbare, bedarfsoptimierte Heizsysteme" bleibt konsequent: Die Website trennt an keiner Stelle einen eigenen Solarbereich vom übrigen Heizungsgeschäft ab, es gibt keine gesonderte Photovoltaik-Unterseite mit Modulen oder Wechselrichtern, wie sie reine Solarfirmen üblicherweise führen.

Wie es organisiert ist

Heizwert AG führt zwei Adressen, einen Hauptsitz in Münchenstein und ein Stadtbüro in Basel, was für ein Unternehmen dieser Grösse auf eine bewusste Präsenz sowohl im Baselbieter Umland als auch in der Stadt selbst hindeutet. Auf der Website findet sich ein "Interner Bereich" als eigener Navigationspunkt neben Dienstleistung, Referenzen, Firma und Kontakt, was auf ein Kundenportal oder einen Mitarbeiterzugang schliessen lässt, ohne dass die Startseite erklärt, wofür er konkret genutzt wird. Die eigentliche "Firma"-Unterseite mit Team oder Firmengeschichte liess sich für diese Bewertung nicht öffnen, weshalb hier keine Aussage zu Mitarbeiterzahl oder Gründungsjahr gemacht wird. In der Fusszeile verlinkt Heizwert AG zusätzlich eigene LinkedIn- und Facebook-Profile, ohne dass die Website selbst Angaben zu Follower- oder Abonnentenzahlen auf diesen Kanälen macht.

Wie es sich vergleicht

Eine reine Solarfirma verkauft eine Photovoltaikanlage unabhängig von der bestehenden Heizung. Heizwert denkt in die andere Richtung: Solarwärme und Photovoltaik sind bei dieser Firma Teil einer grösseren Erneuerungsstrategie, die auch Wärmeerzeugung, -verteilung und Fördergesuche umfasst. Der Nanoverbund mit IWB ist dabei ein Ansatz, den eine reine PV-Firma so nicht anbieten kann, weil er eine Zusammenarbeit mit dem lokalen Netzbetreiber und mehreren Nachbargebäuden voraussetzt. Der Nachteil dieser Breite: Wer ausschliesslich eine einzelne Solaranlage ohne Bezug zur Heizung sucht, findet auf der Website keine spezialisierte Photovoltaik-Beratung mit Modul- oder Wechselrichtervergleich, sondern wird in ein grösseres Beratungsgespräch zur gesamten Heizsituation eingebunden. Das Wärmepumpen-System-Modul-Zertifikat wiederum ist etwas, das eine reine Solarfirma gar nicht anbieten könnte, weil es sich ausschliesslich auf Wärmepumpen bezieht und Heizwert AG damit in einem Bereich punktet, der mit Photovoltaik im engeren Sinn nichts zu tun hat, aber zeigt, dass die Firma auch ausserhalb des Solarthemas auf dokumentierte Standards setzt.

Was es kostet

Die Website nennt an keiner Stelle einen Frankenbetrag für eine Solaranlage, eine Wärmepumpe oder den Nanoverbund, ebenso wenig eine Amortisationsdauer oder eine konkrete Fördersumme. Die Themen Energiegesetze und Fördermittel werden zwar ausdrücklich als Teil der eigenen Dienstleistung genannt, inklusive Baueingaben und Fördergesuchen, aber ohne dass die Website zeigt, mit welchen Beträgen typischerweise zu rechnen ist.

Für wen sich das eignet

Am ehesten für Liegenschaftsbesitzerinnen und -besitzer im Raum Basel, die ihre Heizung grundsätzlich erneuern wollen und dabei Solarwärme oder Photovoltaik als Teil einer Gesamtlösung statt als isoliertes Projekt sehen, besonders in dicht bebauten Quartieren, wo ein Nachbarschaftsmodell wie der Nanoverbund überhaupt infrage kommt. Wer stattdessen ausschliesslich eine einzelne, klar abgegrenzte Photovoltaikanlage ohne Heizungsbezug sucht, bekommt hier eher eine umfassende Energieberatung als eine schnelle PV-Offerte.

Fazit

HEIZWERT AG positioniert sich mit dem Nanoverbund und der eigenen Pionierrolle bei zertifizierten Wärmepumpen-System-Modulen als eine Firma, die Solartechnik in ein grösseres, mit dem lokalen Stromversorger IWB abgestimmtes Erneuerungskonzept einbettet, statt sie separat zu verkaufen. Der eigene, unaufgeregte Absatz zur Klimabilanz von Heizsystemen wirkt dabei glaubwürdiger als reine Marketingaussagen. Wer konkrete Zahlen zu Kosten oder Fördergeldern sucht, muss diese im persönlichen Gespräch einholen, da die Website durchgehend auf Beratung statt auf Preislisten setzt.

Mehr aus Basel & Nordwestschweiz

Alle ansehen