Planeco
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Eines der auf der eigenen Website gezeigten Referenzprojekte von Planeco liegt nicht in der Nordwestschweiz, sondern hoch über Klosters: Madrisa Solar, eine alpine Photovoltaikanlage mit 11'000 kWp, die laut Planeco die Bergbahnen und Skilifte der Madrisa direkt vor Ort mit Solarstrom versorgt und, weil sie über der Nebeldecke liegt, auch im Winter zuverlässig produzieren soll. Das ist ein ungewöhnlich grosser Massstab für einen Anbieter, der von Arlesheim aus operiert, und es zeigt, wie breit das Unternehmen sein Spektrum selbst definiert.
Was es ist
Planeco mit Sitz in Arlesheim beschreibt sich als Spezialistin für Solaranlagen, die ästhetische PV-Systeme für anspruchsvolle Bauprojekte plant und realisiert, ausdrücklich für Architekturbüros, Gewerbebauten und Wohnimmobilien gleichermassen. Die Firma richtet sich damit an eine breitere Kundschaft als ein reiner Einfamilienhaus-Installateur: Auf der eigenen Seite werden explizit auch Unternehmen, Genossenschaften, Immobilienverwaltungen und Architekten als Zielgruppe genannt.
Was man bekommt
Das Angebot deckt laut Website die volle Bandbreite an Montagearten ab. Fassadenanlagen setzen laut Planeco optische Akzente durch Farben und Muster und machen Nachhaltigkeit am Gebäude sichtbar. Indachanlagen übernehmen gleichzeitig die Funktion der Dachdeckung und der Stromerzeugung, was die Firma besonders für Dachsanierungen und Neubauten empfiehlt. Aufdachanlagen, nach eigener Beschreibung die meistverbaute Lösung, werden direkt auf Schräg- oder Flachdächern montiert. Dazu kommen laut Eigenwerbung Anlagen aller Grössenordnungen, vom Einfamilienhaus über Gewerbeimmobilien bis zu alpinen Solarprojekten wie eben Madrisa.
Was auffällt
Planeco bezeichnet sich selbst als schweizweite Marktführerin im Bau von Solarfassaden, eine Aussage, die sich von aussen nicht unabhängig nachprüfen lässt, die aber zumindest zu den gezeigten Referenzen passt. Bei den beiden anderen veröffentlichten Referenzprojekten geht es nicht um Fassaden, sondern um grossflächige Dachanlagen: Auf den Hallendächern der Terraviva in Kerzers realisierte die Firma eine PV-Anlage mit 959 kWp auf einem begrünten Dach, die den Solarstrom für die Verarbeitung von Bio-Gemüse liefert. Bei der Firma Rhenus in Möhlin sind es 990 kWp, ebenfalls kombiniert mit einem Gründach. Beide Projekte verbinden damit Stromerzeugung mit einer ökologischen Dachbegrünung, ein Ansatz, den Planeco offenbar gezielt anbietet und nicht nur bei diesen 2 Kunden umgesetzt hat, auch wenn die Website selbst nur diese beiden konkret benennt.
Die Firma wirbt zudem mit hoher Flexibilität durch eigene Montageteams und mit Erfahrung durch den Bau, wie es die Website formuliert, hunderter Photovoltaikanlagen. Eine genaue Zahl nennt Planeco dafür nicht, weshalb sich daraus keine belastbare Grössenordnung ableiten lässt, ausser dass es sich um deutlich mehr als nur die 3 öffentlich gezeigten Referenzen handelt.
Auf der Website betreibt Planeco zudem einen eigenen News-Bereich, in dem unter anderem ein Beitrag zum St. Albantal in Basel, im Volksmund Dalbeloch genannt, erklärt, wie sich dort ein historisches Modell der gemeinsamen Energienutzung, früher über Mühlen und Wasserrechte organisiert, heute in einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) oder einer Lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) fortsetzt. Das ist kein eigenes Referenzprojekt, zeigt aber, dass sich die Firma inhaltlich mit genau den rechtlichen Konstrukten befasst, die für mehrere Parteien an einem Basler Netzanschluss relevant werden, etwa wenn ein Mehrfamilienhaus oder ein Gewerbeareal den selbst produzierten Solarstrom unter mehreren Abnehmern aufteilen will.
Wie es organisiert ist
Auffällig ist die Aufteilung der Kontaktkanäle: Auf der Website sind 4 separate Telefonnummern für Sales, Service, Lager und Unternehmen aufgeführt, was auf eine Firma mit mehreren getrennten Abteilungen statt auf ein reines 2-Personen-Büro hindeutet, auch wenn eine konkrete Mitarbeiterzahl nirgends genannt wird. Für Privatpersonen mit einem geeigneten Dach führt die Website einen eigenen, einfacheren Einstieg: "Sie sind Privatperson? Und besitzen ein Dach, das sich für die Energiegewinnung eignet?" heisst es dort, gefolgt vom Versprechen, die Kundschaft von der ersten Idee bis zur fertigen Photovoltaikanlage zu begleiten. Ein Online-Solarrechner liefert dazu erste Kennzahlen, bevor überhaupt ein persönliches Gespräch stattfindet, ein deutlich niedrigschwelligerer Einstieg als der Weg über Architekturbüro oder Immobilienverwaltung, den die Firma für die gewerbliche Kundschaft beschreibt.
Was es kostet
Konkrete Preise, Fördersummen oder eine Amortisationsdauer in Jahren nennt die Website nirgends. Für gewerbliche Kundschaft schreibt Planeco lediglich allgemein, dass sich Solarenergie umso mehr lohne, je höher der Strombedarf eines Unternehmens sei, weil sich die Amortisationszeit dann verkürze. Eine belastbare Zahl, mit der sich das für den eigenen Betrieb durchrechnen liesse, liefert dieser Satz nicht, das bleibt eine allgemeine Aussage ohne Beleg.
Wie es sich vergleicht
Im Vergleich zu einem klassischen Aufdach-Installateur für Einfamilienhäuser deckt Planeco mit Fassaden-, Indach- und Aufdachanlagen sowie explizit alpinen Grossprojekten ein breiteres technisches Spektrum ab. Das lohnt sich vor allem, wenn die Optik der Anlage eine Rolle spielt, etwa bei einem Neubau mit Architekturanspruch, oder wenn ein Gewerbedach mit ungewöhnlicher Form oder Grösse bebaut werden soll. Für ein Standard-Einfamilienhaus mit einfachem Satteldach dürfte der Mehrwert gegenüber einem reinen Aufdach-Spezialisten geringer ausfallen, weil genau dieses einfachste Segment auf der Website am wenigsten im Vordergrund steht.
Was die Website offen lässt
Ein Gründungsjahr, eine Mitarbeiterzahl oder ein unabhängiges Gütesiegel nennt die Website an keiner Stelle. Die Behauptung, schweizweite Marktführerin im Solarfassadenbau zu sein, steht damit ohne Beleg im Raum, ebenso wie die Aussage, es seien bereits hunderte Anlagen gebaut worden. Das muss nichts über die tatsächliche Qualität der Arbeit aussagen, es bedeutet aber, dass sich Interessierte bei diesen beiden Punkten allein auf die Selbstdarstellung der Firma verlassen müssen und nicht auf eine Zahl, die sich anderswo gegenprüfen liesse.
Für wen sich das eignet
Am besten passt Planeco zu Bauherrschaften, Architekturbüros, Immobilienverwaltungen und Gewerbebetrieben, die eine optisch durchdachte oder technisch anspruchsvolle PV-Lösung suchen, sowie zu Betreibern grösserer Dachflächen, die eine Kombination aus Solarstrom und Dachbegrünung erwägen. Wer nur eine einfache, günstige Aufdachanlage auf einem Einfamilienhaus will und primär auf einen niedrigen Preis achtet, findet auf der Website weniger konkrete Anhaltspunkte als bei einem auf dieses Segment spezialisierten Anbieter.
Fazit
Planeco positioniert sich zwischen technischer Ästhetik und grossem Massstab: Solarfassaden auf der einen Seite, ein alpines 11'000-kWp-Projekt für eine Bergbahn auf der anderen, dazu 2 begrünte Gewerbedächer in Kerzers und Möhlin. Wer diesen Anspruch teilt oder ein Gewerbedach mit besonderen Anforderungen hat, findet hier einen Anbieter mit einschlägigen, konkret benannten Referenzen statt nur allgemeiner Werbesprache. Bei Preisen, Amortisationszeiten, Teamgrösse und Gründungsjahr bleibt die Website dagegen bewusst vage oder schweigt ganz; das lässt sich nur über eine persönliche Offerte oder einen Handelsregisterauszug klären, nicht über die Website selbst, und wer genau diese Angaben vor einem Erstgespräch sucht, wird hier vorerst nicht fündig.