Grüner Deal Swiss GmbH
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Die meisten Solarfirmen in dieser Liste montieren Module aufs Dach. Grüner Deal Swiss GmbH baut die Solarzelle stattdessen in die Fassade, ins Fenster oder ins Vordach selbst ein. Das Unternehmen mit Sitz in Herrliberg am Zürichsee hat sich auf gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) spezialisiert: Solarglas-Fassaden, Solar-Fenster und -Dächer, die laut eigener Darstellung Wetterschutz, Architektur und Stromerzeugung in einem Bauteil vereinen. Für Bauherrschaften, die eine Liegenschaft nach ESG-Kriterien sanieren oder neu bauen, ist das ein anderes Angebot als ein reiner Modulmontagebetrieb.
Was das Unternehmen anbietet
Grüner Deal beschreibt sich selbst als zentralen Ansprechpartner für erneuerbare Energien, von der ersten Analyse (Screening) bis zur Gründung von Energiegemeinschaften. Neben der integrierten Photovoltaik listet die Website 4 weitere Leistungsfelder: E-Mobilität, Energiespeicher, Energie-Gemeinschaften sowie Monitoring und Wartung. Bei der E-Mobilität wirbt die Firma ausdrücklich mit bidirektionalem Laden, also der Möglichkeit, gespeicherten Strom aus einem Fahrzeugakku bei Bedarf wieder ins Gebäude oder Netz zurückzuspeisen. Konkrete Ladeleistungen, unterstützte Fahrzeugtypen oder Anbieter der Ladestationen nennt die Website dazu allerdings nicht, sodass sich diese Aussage nur als Absichtserklärung und nicht als geprüftes Leistungsmerkmal lesen lässt. Die Firma positioniert sich damit nicht als reiner Installationsbetrieb, sondern als Gesamtplaner, der eine Liegenschaft von der Bedarfsanalyse bis zum Betrieb begleitet. Wie viele Mitarbeitende dafür im Einsatz stehen oder seit wann die Firma besteht, nennt die Website nicht, ein Gründungsjahr in Zahlen fehlt.
Der Grundgedanke hinter dem Angebot ist die gebäudeintegrierte Bauweise: Statt eine Aufständerung auf ein bestehendes Dach zu setzen, wird die Solarzelle Teil der Gebäudehülle. Das eignet sich besonders dort, wo eine sichtbare Modulfläche architektonisch unerwünscht ist oder wo eine Fassadensanierung ohnehin ansteht und die neue Fassade gleich Strom liefern soll. Für Eigentümerschaften mit ESG-Berichtspflicht wirbt die Firma damit, dass sich Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien mit einer sichtbaren baulichen Massnahme verbinden lassen.
3 Themen ziehen sich durch die Website als eigene Kacheln: Reduktion von CO2-Emissionen, Energieunabhängigkeit für Gebäude und die Einhaltung von ESG-Nachhaltigkeitsstandards. Bei der Energieunabhängigkeit stellt Grüner Deal die Liegenschaft als möglichst autarke Stromquelle dar, die eine Eigentümerschaft weniger abhängig von externen Energieversorgern machen soll. Bei den ESG-Standards argumentiert die Firma, dass eine integrierte Photovoltaik-Lösung gleichzeitig den Immobilienwert und die Zukunftsfähigkeit einer Liegenschaft steigert. Auch hier bleibt die Website auf der Ebene der Absichtserklärung: Zu keinem der 3 Themen liefert sie eine eigene Fallstudie mit Zahlen zur tatsächlich erreichten Autarkiequote oder CO2-Einsparung.
Referenzprojekte
Auf ihrer Website nennt Grüner Deal 4 Referenzprojekte: JED Schlieren, Sonnenkraft Campus, Appenzeller Huus und Amber. Die Firma zeigt sie nur als Namen ohne weitere Projektbeschreibung, ohne Leistungsangaben in kWp und ohne Baujahr, weshalb sich zu Umfang, Auftragsart oder installierter Leistung dieser Projekte nichts Belastbares sagen lässt. Für eine Firma, die gebäudeintegrierte Lösungen anbietet, ist allein die Nennung eines Projekts wie "Sonnenkraft Campus" neben einem klassischen Gewerbebau wie "JED Schlieren" aber immerhin ein Hinweis darauf, dass das Angebot über Einfamilienhäuser hinausgeht und auch grössere, gewerblich genutzte Bauten umfasst.
Die Sache mit der österreichischen Produktion
Ein eigener Abschnitt der Website trägt den Titel "Produktion in Österreich" und wirbt mit einer "Solarindustrie in Sankt Veit", die mit über 1 Million installierten Solaranlagen auf Wachstumskurs sei und das Ziel verfolge, der grösste Anbieter und Hersteller von Solarenergiesystemen in Europas zu werden. Das liest sich zunächst wie ein Hinweis auf einen konkreten Modullieferanten aus Sankt Veit an der Glan, Österreich. Die Website nennt diesen Hersteller an dieser Stelle aber nicht namentlich, sie spricht allgemein von "der Solarindustrie in Sankt Veit" und ruft dazu auf, auf "lokale Produktion" zu setzen. Wer eine belastbare Aussage über den tatsächlichen Modullieferanten sucht, findet sie auf dieser Seite nicht, nur die Behauptung einer über 1 Million Anlagen starken Branche am Standort. Das ist eine schwächere Aussage, als sie auf den ersten Blick wirkt, und sollte als Marketingaussage zur Herkunftsregion gelesen werden, nicht als geprüfte Lieferantenangabe.
ESG als roter Faden
Durch die gesamte Website zieht sich das Argument, dass eine Liegenschaft mit integrierter Photovoltaik ihre Klimabilanz verbessert und gleichzeitig als Kapitalanlage an Wert gewinnt. Grüner Deal verspricht dazu "beständige Qualität" durch "optimierte und standardisierte Prozesse" sowie kurze Kommunikationswege, die Projektlaufzeit und Kosten senken sollen. Konkrete Zahlen zu Projektlaufzeiten, zu Kosten pro Quadratmeter Solarglas oder zu erzielbaren Einsparungen liefert die Website nicht. Wer sich für gebäudeintegrierte Photovoltaik interessiert, sollte deshalb eine eigene Offerte einholen, bevor er mit einer konventionellen Aufdachanlage vergleicht: BIPV-Fassadenelemente sind in aller Regel teurer pro installiertem Kilowatt als Standardmodule auf einem Ziegeldach, weil sie zusätzlich die Funktion der Gebäudehülle übernehmen müssen. Grüner Deal selbst äussert sich zu diesem Kostenunterschied auf der Startseite nicht.
Was fehlt
Auffällig ist, was auf der Website fehlt: Es gibt keine Angabe zur Firmengrösse, kein Gründungsdatum, keine Fallstudie mit Leistungsdaten und keine Kundenstimme mit Name und Ort. Auch zu Garantien auf Solarglas-Elemente oder zu Wartungsintervallen der integrierten Systeme äussert sich die Startseite nicht. Für eine bauliche Massnahme dieser Grössenordnung, bei der die Solarzelle Teil der Gebäudehülle wird und ein Ausfall damit potenziell auch die Witterungsdichtigkeit der Fassade betrifft, wäre das für Interessierte eine der ersten Fragen im Erstgespräch.
Für wen sich das Angebot eignet
Grüner Deal richtet sich klar an Eigentümerschaften, die eine Fassaden- oder Dachsanierung ohnehin planen und dabei die Gelegenheit nutzen wollen, die neue Gebäudehülle gleich zur Stromproduktion zu nutzen, sowie an Bauherrschaften mit ESG-Reporting-Pflicht, die eine sichtbare, architektonisch integrierte Massnahme suchen. Wer schlicht die günstigste Kilowattstunde vom eigenen Dach sucht, ist bei einem klassischen Aufdach-Anbieter im Vergleich meist besser bedient, schon weil gebäudeintegrierte Elemente aufwendiger zu planen und zu montieren sind. Für Gewerbebauten, Neubauprojekte mit Glasfassaden oder Sanierungen mit hohem gestalterischem Anspruch ist die Nische, in der sich Grüner Deal bewegt, dagegen genau die richtige.
Fazit
Grüner Deal bedient mit gebäudeintegrierter Photovoltaik eine Nische, die viele grössere Solarfirmen im Portfolio gar nicht führen, und die 4 genannten Referenzprojekte deuten darauf hin, dass das Angebot auch im gewerblichen Massstab funktioniert und nicht nur bei einzelnen Villen zum Einsatz kommt. Wer sich dafür interessiert, sollte aber wissen, dass die Website selbst wenig Substanz zu Leistungsdaten, Kosten und zur genauen Herkunft der Module liefert. Ein Erstgespräch mit konkreten Fragen zu Referenzprojekten, Garantiebedingungen und Kosten pro Quadratmeter lohnt sich hier mehr als bei einem Anbieter, der seine Zahlen bereits öffentlich zeigt.