Solpic AG
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Solpic sitzt buchstäblich neben dem Bahnhof Ilanz, und genau dort hat die Firma auch gleich ihren sichtbarsten Auftritt aufgebaut: eine eigene Schnellladestation für Elektroautos. Das ist ein ungewöhnlicher Einstieg für einen Solarbetrieb, aber er passt zum Profil der Firma, die sich nicht nur um Dächer kümmert, sondern gleich mehrere Energiethemen unter einem Dach zusammenführt: Photovoltaik, Inselanlagen, Elektroinstallationen, E-Mobilität und Energiemanagement.
Inselanlagen für Orte ohne Netzanschluss
Der Kernpunkt, der Solpic von vielen anderen Bündner Solarfirmen unterscheidet, ist die Spezialisierung auf Inselanlagen. Die Firma beschreibt das Prinzip auf ihrer Website so: Die Stromversorgung von netzfernen Objekten wie Berghütten, Ferienhäusern, Notrufsäulen und Parkgeldautomaten erfolgt durch autonome Solaranlagen mit Elektrizitätsspeichern, also Batterien. In dieser Kombination spricht man von einer Inselanlage, weil der Standort keinen Zugang zum öffentlichen Stromnetz hat. Für die Surselva mit ihren zahlreichen abgelegenen Alphütten und Berggebieten ist das kein Nischenprodukt, sondern eine naheliegende Lösung dort, wo eine Netzleitung schlicht zu teuer oder zu aufwendig wäre.
Daneben deckt Solpic auch das klassische Geschäft ab: Photovoltaikanlagen für Eigenheime und Geschäftsräume, geplant, projektiert und installiert aus einer Hand. Nach eigener Aussage beschäftigt sich die Firma bereits seit ihrer Gründung intensiv mit der Photovoltaik, was sich in der Kompetenzliste widerspiegelt: Neben Solar stehen auch Elektroinstallationen und ein eigenes Energiemanagement-Angebot, das die Effizienz steigern und die Energiekosten senken soll, indem Ressourcen möglichst klimaschonend eingesetzt werden. Energiemanagement ist bei Solpic keine reine Zusatzdienstleistung, sondern wird als Querschnittsthema verstanden, das die gegebenen Ressourcen so einsetzt, dass der Energiebedarf trotzdem gesichert bleibt, egal ob der Strom aus dem Netz, von der eigenen Solaranlage oder aus einem Speicher kommt.
Für Kundinnen und Kunden, die konventionellen Strom bevorzugen, bietet Solpic ausdrücklich beides an: "Bevorzugen Sie konventionelle oder Solarenergie? Egal für welchen Strom Sie sich entscheiden, wir unterstützen und beraten Sie", schreibt die Firma selbst. Das ist eine ehrliche Positionierung für ein Unternehmen, das Solaranlagen verkauft, aber niemandem eine reine Solarlösung aufdrängen will, wenn die individuelle Situation etwas anderes verlangt.
Der erste Hypercharger der Surselva
Im Dezember 2023 eröffnete direkt neben der Geschäftsstelle von Solpic, unmittelbar beim Bahnhof Ilanz, die erste Schnellladestation für Elektroautos in der ganzen Surselva. Betrieben wird dieser sogenannte Hypercharger von Solpic selbst, mit einem der günstigeren Tarife der Region, wie die Firma schreibt. Für eine Talschaft, die touristisch stark auf Wintersport und Ausflugsverkehr setzt, ist eine solche Infrastruktur ein sichtbares Statement: Wer mit dem Elektroauto anreist, hat hier eine verlässliche Lademöglichkeit, direkt verknüpft mit einem Unternehmen, das gleichzeitig Solaranlagen und Ladestationen für Zuhause plant.
Ein Weltrekord auf Solarbasis
Eine der ungewöhnlicheren Referenzen auf der Solpic-Website betrifft nicht ein Dach, sondern eine Expedition: Am 3. Dezember 2023 erreichte das Team von Peak Evolution mit seinem selbst entwickelten Elektrofahrzeug namens Terren eine Höhe von 6'510 Metern über Meer am Vulkan Ojos del Salado in Chile und stellte damit einen neuen Weltrekord für Elektrofahrzeuge auf. Das Fahrzeug, ein modifizierter Aebi-VT450-Transporter, war mit zwei Elektromotoren zu je 120 kW Leistung und einer 90-kWh-Lithium-Ionen-Batterie ausgestattet. Die Energieversorgung erfolgte komplett autark über ein mobiles Solarsystem mit 7,4 kWp Gesamtleistung, bestehend aus fest installierten Dachmodulen und zusätzlichen ausklappbaren Solarmodulen. Über 700 Kilometer durchquerte das Team dabei durch die chilenische Wüste, ausschliesslich mit Sonnenkraft. Solpic nennt sich auf der Website im Zusammenhang mit diesem Projekt nicht als Hauptakteur, zeigt es aber prominent als Referenz für mobile Solartechnik unter Extrembedingungen.
Referenzen über die Surselva hinaus
Auf der Projektseite zeigt Solpic eine Auswahl an Referenzen, die deutlich über das übliche Einfamilienhaus-Dach hinausgeht: eine Stromversorgung für ein Schulhaus in Nepal, eine Winterstromproduktion bei Punt dal Gall an der Grenze zu Italien, ein Projekt mit dem Titel "Bündner Know-how in Zürich" sowie eine Anlage für erneuerbare Energie bei den Davos Kosters Mountains. Diese Bandbreite, von einem Entwicklungsprojekt in Nepal bis zu einem Auftrag im Bündner Bergbahngebiet, zeigt, dass das Team nicht nur klassische Aufdachanlagen auf Wohnhäusern realisiert, sondern auch Sonderprojekte mit besonderen Anforderungen an Standort und Logistik übernimmt. Details zu Leistung oder Kosten dieser einzelnen Projekte veröffentlicht die Firma allerdings nicht, weshalb sich daraus keine belastbaren Zahlen zitieren lassen, nur die Projektnamen selbst sind gesichert.
Ausbildung und kantonale Förderung
Solpic bildet selbst aus, in gleich vier Berufen: Elektroinstallateur/-in EFZ, Montageelektriker/-in EFZ, Solarinstallateur/-in EFZ und Solarmonteur/-in EBA. Das ist eine ungewöhnlich breite Ausbildungspalette für einen Betrieb dieser Grösse und deutet auf einen soliden Unterbau in der Belegschaft hin, statt nur auf zugekaufte Subunternehmer zu setzen.
Für 2026 hat der Kanton Graubünden mehrere neue Förderprogramme angekündigt, über die Solpic auf der eigenen Website informiert. Für Ladeinfrastruktur bei Mehrfamilienhäusern und gewerblich genutzten Fahrzeugen gibt es einen Förderbeitrag von CHF 400 pro ausgerüstetem Parkfeld, gedeckelt auf maximal CHF 50'000 pro Projekt. Für Photovoltaikanlagen, die speziell auf Winterstrom ausgelegt sind, winken CHF 300 pro kWp bei einer Mindestanlagengrösse von 3 kWp, sofern Neigungswinkel und Ausrichtung den kantonalen Vorgaben entsprechen. Wer das vorhandene Dachflächenpotenzial über den Eigenbedarf hinaus nutzt, kann zusätzlich CHF 150 pro kWp erhalten. Wichtig dabei: Alle drei Programme verlangen, dass das Beitragsgesuch vor Baubeginn eingereicht wird, eine frühzeitige Planung ist also keine Kür, sondern Voraussetzung für die Förderung.
Was zu beachten bleibt
Solpic veröffentlicht auf der Website keine Preisliste und keine pauschalen Angaben zu Amortisationszeiten für eigene Solarprojekte, diese Angaben müssen im persönlichen Beratungsgespräch eingeholt werden. Auch zur Teamgrösse macht die Firma keine konkrete Zahlenangabe in Textform, weshalb sich die Belegschaftsstärke von aussen nicht seriös beziffern lässt.
Fazit
Solpic ist die naheliegende Anlaufstelle für alles, was in der Surselva keinen normalen Netzanschluss hat oder haben soll, von der Alphütte bis zur Notrufsäule, kombiniert mit einem ganz gewöhnlichen Photovoltaikgeschäft für Ein- und Mehrfamilienhäuser. Die Nähe zum Bahnhof Ilanz und der eigene Hypercharger machen die Firma zusätzlich zu einem sichtbaren Fixpunkt der lokalen Energiewende, und die breite Ausbildungspalette spricht für einen Betrieb, der auf eigenen Nachwuchs statt nur auf externe Handwerker setzt. Wer eine reine Auftragsabwicklung ohne persönliche Beratung sucht, wird bei einer Firma dieser Grösse ohnehin nicht fündig, hier lohnt sich stattdessen das direkte Gespräch vor Ort.
Für ein Bergtal wie die Surselva, in dem viele Standorte abseits der Haupterschliessung liegen, ist gerade die Kombination aus netzgebundener Photovoltaik und autonomer Inselanlage ein Argument, das ein reiner Stadtinstallateur ohne Erfahrung mit Berghütten und Notrufsäulen so nicht bieten kann. Wer in der Region ein Projekt ohne Netzanschluss plant, findet in Solpic damit einen Anbieter, der genau diese Situation aus wiederholter eigener Praxis kennt, nicht nur aus dem Prospekt.