Sonnbau AG
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Sonnbau AG aus Chur ist ein Ein-Themen-Betrieb: Die ganze Website dreht sich um Photovoltaik, von der Auslegung über die Montage bis zur kleinsten Balkonanlage. Anders als grosse Elektrofirmen mit breitem Sortiment konzentriert sich Sonnbau ausschliesslich auf Solarstrom, und diese Fokussierung zeigt sich in zwei selbst entwickelten Angeboten, die man so nicht bei jedem Anbieter findet: einem eigenen Auslegungswerkzeug namens Optisizer und einer selbst gebauten Unterkonstruktion namens Solevator.
Der Optisizer: Anlagengrösse statt Bauchgefühl
Auf der Startseite wirbt Sonnbau prominent damit, die Anlagengrösse zu optimieren, bevor überhaupt gebaut wird. Wörtlich heisst es, man solle die künftige Anlage und den Eigenverbrauch mit dem Optisizer optimieren. An anderer Stelle erläutert die Website das genauer: Kleingewerbe könnten anhand ihres eigenen Verbrauchsprofils sehr genau von ihrem Installateur berechnen lassen, wie viele Kilowattstunden sie mit Sonnenstrom einsparen und wie sie davon profitieren, rein wirtschaftlich betrachtet, ohne dass ökologische Überlegungen dafür nötig wären. Der Optisizer ist damit kein Marketingbegriff ohne Substanz, sondern eine konkrete Auslegungsberatung, die verhindern soll, dass eine Anlage zu klein dimensioniert wird und Potenzial verschenkt, oder zu gross und damit unnötig teuer wird. Konkrete Beispielrechnungen oder eine Eingabemaske für Verbrauchsdaten liefert die Website an dieser Stelle allerdings nicht, das Werkzeug wird im Beratungsgespräch angewendet, nicht online.
Solevator: die eigene Unterkonstruktion
Für Dächer, auf denen Standardmontagesysteme nicht optimal passen, hat Sonnbau eine eigene Lösung entwickelt. Solevator wird auf der Website als die massgefertigte Aufständerung für die eigene Photovoltaikanlage beschrieben. Auf der zugehörigen Unterseite bietet die Firma dazu einen eigenen Flyer zum Download an, mit weiterführenden technischen Angaben, die im sichtbaren Seitentext selbst aber nicht ausformuliert sind. In den Referenzprojekten taucht Solevator mehrfach auf, etwa bei einer Flachdachanlage in Chur mit 60 kWp und rund 66'000 Kilowattstunden Jahresertrag sowie bei einem gegenläufigen Pultdach im thurgauischen Homburg mit 43.8 kWp und rund 45'000 Kilowattstunden Jahresertrag. Diese beiden Projekte zeigen, dass Solevator nicht nur für kleine Einfamilienhausdächer gedacht ist, sondern auch grössere Flachdach- und Pultdachprojekte trägt.
Plug-and-Play für alle, die kein Dach besitzen
Der vielleicht ungewöhnlichste Teil des Sonnbau-Angebots richtet sich an Menschen, die kein eigenes Dach haben, etwa Mieterinnen und Mieter. Die Website beschreibt eine Mini-Solaranlage, die wie ein Föhn in die Steckdose gesteckt werden kann. Konkret braucht es dafür laut Website nur zwei Module mit je einem Modulwechselrichter, in der Grösse eines Küchenbretts, das hinter die Module montiert wird. Die Kosten dafür liegen laut eigener Angabe bei rund 840 Franken, und die Leistung dieser Plug-and-Play-Anlagen ist bewusst auf 600 Watt begrenzt. Der Grund dafür wird auf der Website ebenfalls genannt: Wer grössere Leistungen installiert, wird laut Sonnbau mit Formalitäten konfrontiert, deren Aufwand den Wert der Anlage übersteigen würde. Die Firma empfiehlt trotzdem, sich vor der Installation informell mit der Nachbarschaft und gegebenenfalls mit der Baubehörde abzusprechen, auch wenn für die Anlage selbst kein Papierkram nötig sei. Für eine Mini-Anlage bietet Sonnbau zudem einen eigenen Flyer zum Download an.
Grössere Referenzprojekte im Überblick
Auf der Referenzenseite listet Sonnbau eine ganze Reihe realisierter Anlagen, überwiegend im Raum Chur und im Bündner Rheintal, mit genauen Angaben zu Leistung und Jahresertrag. Genannt werden unter anderem eine Indach-Anlage vom Typ Arres mit 32 kWp und rund 30'000 Kilowattstunden Jahresertrag in Scharans, eine Indach-Anlage vom Typ Sunstyle mit 9.2 kWp in Tomils, eine weitere Indach-Anlage vom Typ Elektra Soltop mit 14.4 kWp ebenfalls in Scharans sowie eine Aufdachanlage vom Typ Heckert mit 24 kWp in Gams. Auch eine Anlage mit Absturzsicherung auf einem Flachdach in Chur mit 32.4 kWp und ein System des Herstellers Megasol Nicer mit 20.4 kWp im bündnerischen Poschiavo sind aufgeführt. Die schiere Zahl unterschiedlicher Modulhersteller und Montagearten in dieser Liste, von Arres über Sunstyle, Soltop, Heckert bis Megasol, deutet darauf hin, dass Sonnbau nicht auf einen einzigen Modulhersteller festgelegt ist, sondern je nach Dachsituation und Kundenwunsch unterschiedliche Systeme verbaut.
Speicher und rechtlicher Rahmen
Für den Einsatz eines Batteriespeichers verweist die Website auf den Hersteller BYD und stellt in Aussicht, dass damit auch Notstrom möglich werde. Zum regulatorischen Umfeld ordnet Sonnbau ein, dass die Photovoltaik durch die Abstimmung zur Energiestrategie 2050 zwar nicht unbedingt höhere Vergütungen erhalten habe, aber fairere Rahmenbedingungen. Als Beispiel nennt die Website die Möglichkeit, Solarstrom bei Stockwerkgemeinschaften direkt in einzelne Wohnungen zu verteilen, was den Eigenverbrauch erhöht und unter dem Kürzel ZEV, Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, bekannt ist. Zudem verweist Sonnbau darauf, dass der Grosse Rat von Graubünden im Februar des Jahres 2020 eine gesetzliche Solarpflicht für Neubauten beschlossen habe, deren konkrete Umsetzung die Website selbst mit einer gewissen Distanz kommentiert, wörtlich: man sei gespannt, wie das dann umgesetzt werde.
Die Firma dahinter
Handelsregisterlich firmiert der Betrieb als Sonnbau AG mit Sitz an der Saluferstrasse 7 in Chur, eingetragen beim Handelsregisteramt Chur unter der UID-Nummer CH-374.790.129. Als vertretungsberechtigte Person nennt das Impressum Jürg Zürcher als Inhaber, was auf eine sehr überschaubare Führungsstruktur schliessen lässt, ohne dass die Website eine Gesamtzahl der Mitarbeitenden nennt. Auf der Kontaktseite listet Sonnbau zudem eine ganze Reihe von Partnern und Fachverbänden, bei denen die Firma Mitglied ist oder mit denen sie zusammenarbeitet, darunter Swissolar als Branchenverband, der Verband Energieerzeuger Vese sowie Pronovo für die Vergütungsabwicklung. Bei den verbauten Komponenten nennt die Kontaktseite unter anderem Wechselrichter von Fronius, Batterien von BYD sowie Module der Marken Axsun, Sunstyle und Heckert. Als Planungspartner nennt dieselbe Seite zudem Vasella Energie sowie ars solaris hächler, was zeigt, dass Sonnbau bei grösseren Projekten offenbar auch mit externen Planungsbüros zusammenarbeitet, statt jede Auslegung ausschliesslich intern über den Optisizer abzuwickeln.
Wer zu Sonnbau passt
Für Eigentümerinnen und Eigentümer, die vor der Investition wissen wollen, ob sich eine grössere oder eine kleinere Anlage lohnt, bietet der Optisizer einen strukturierten Ausgangspunkt, auch wenn die eigentliche Berechnung erst im persönlichen Gespräch erfolgt. Wer ein Dach hat, das mit Standardsystemen schlecht zurechtkommt, findet mit Solevator eine firmeneigene Alternative, belegt durch reale Projekte bis über 60 kWp. Und wer selbst kein Dach besitzt, aber trotzdem eigenen Solarstrom erzeugen möchte, bekommt mit der 600-Watt-Minianlage für rund 840 Franken einen der günstigsten Einstiegspunkte, die sich auf einer Schweizer Solarfirmen-Website finden lassen, wenn auch mit bewusst begrenzter Leistung. Wer dagegen ein Rundum-Sorglos-Angebot mit Heizung, Sanitär oder Elektroinstallation aus einer Hand sucht, ist bei diesem reinen Solarspezialisten an der falschen Adresse.