Solarspar
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Solarspar ist kein gewinnorientiertes Unternehmen, sondern ein gemeinnütziger Verein, und das prägt das ganze Angebot. Statt Aktionären eine Rendite zu schulden, schuldet Solarspar seinen über 10'000 Mitgliedern die Förderung erneuerbarer Energien, und das seit der Gründung 1991. Wer Solarspar für ein Dach-Contracting anfragt, bekommt also nicht in erster Linie einen Vertragspartner, sondern eine Klimaschutzorganisation mit einem konkreten Geschäftsmodell für Solarstrom.
Was Solarspar anbietet
Im Kern beschreibt Solarspar sein Contracting-Geschäft so: "Wir planen, bauen, finanzieren und betreiben Anlagen auf Gewerbe, Wohnbauten, Gebäuden der öffentlichen Hand und Landwirtschaftsbetrieben." Der Gebäudebesitzer stellt die Dachfläche zur Verfügung, Solarspar übernimmt Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb der Photovoltaikanlage vollständig. Für den Eigentümer bleibt danach die Wahl zwischen zwei Vorteilen: entweder bezieht er den auf dem eigenen Dach erzeugten Solarstrom zu attraktiven Konditionen selbst, oder er erhält von Solarspar eine jährliche Miete für die zur Verfügung gestellte Fläche. In beiden Fällen fällt für den Gebäudeeigentümer keine eigene Investition an, was das Modell gerade für Betriebe interessant macht, die keine Mittel für eine Solaranlage binden wollen, aber trotzdem von der eigenen Dachfläche profitieren möchten.
Die Website nennt vier weitere Standbeine neben dem Contracting-Geschäft: faire Investitionsmöglichkeiten über das Zeichnen von Partizipationsscheinen, internationale Projekte zusammen mit anerkannten Entwicklungsorganisationen, gezielte Förderung von Forschungsprojekten rund um neue Einsatzmöglichkeiten der Photovoltaik, sowie Wissensvermittlung, unter anderem über ein eigenes Magazin, das viermal jährlich erscheint. Für Mitglieder, die selbst eine Anlage planen, bietet Solarspar zudem kostenlose Unterstützung samt Berechnungen an, empfiehlt kompetente Solarteurinnen und Solarteure für den Bau und prüft und vergleicht auf Wunsch eingeholte Offerten.
Die Vereinsstruktur, nicht nur ein Marketingbegriff
Dass Solarspar sich "gemeinnütziger Verein" nennt, ist keine reine Formsache. Auf der Website steht es ausdrücklich: "Solarspar ist ein gemeinnütziger Verein mit über 10'000 Mitgliedern, der sich seit seiner Gründung im Jahr 1991 für die Förderung erneuerbarer Energien und den Klimaschutz in der Schweiz sowie weltweit einsetzt." Wer selbst Mitglied werden möchte, kann das direkt über die Website tun und unterstützt damit nach eigener Beschreibung des Vereins dessen Engagement für Umwelt und Klimaschutz. Diese Vereinsform bedeutet auch, dass Solarspar sich Kapital für seine Projekte nicht über klassisches Eigenkapital, sondern über die erwähnten Partizipationsscheine beschafft, über die Interessierte ihr Kapital nach eigener Einschätzung sinnvoll investieren können.
Über die Schweizer Grenze hinaus
Neben dem inländischen Contracting-Geschäft engagiert sich Solarspar seit mehr als 30 Jahren auch international. Zusammen mit Partnerorganisationen wurden nach eigenen Angaben Projekte in 28 Ländern unterstützt und umgesetzt. Solarspar beschreibt den Effekt dieser Projekte konkret: Elektrifizierung vorantreiben, ökologische Nahrungsmittelproduktion fördern und die medizinische Versorgung verbessern, wobei jeweils auf Technologie- und Wissenstransfer gesetzt wird und sowohl lokale Akteure als auch die Bevölkerung selbst in Planung, Realisierung und Betrieb eingebunden werden. Diese internationale Arbeit läuft klar getrennt vom Schweizer Contracting-Geschäft, wird aber vom gleichen Verein finanziert und getragen, was für eine Organisation dieser Grösse ungewöhnlich ist.
Forschung als eigener Bereich
Solarspar betreibt zudem einen eigenen Forschungsbereich. Zusammen mit Partnerinnen und Partnern werden gezielt Pilot- und Forschungsprojekte gefördert, die neue Anwendungsmöglichkeiten für Solarstrom erschliessen oder die Effizienz bestehender Anlagen steigern sollen. Als konkretes Beispiel nennt die Website kombinierte Photovoltaik-Gründächer, bei denen Solarmodule und eine bepflanzte Dachfläche auf derselben Fläche kombiniert werden. Für ein Contracting-Unternehmen ist ein eigener Forschungszweig ungewöhnlich; er passt aber zum Vereinszweck, der ausdrücklich über das reine Anlagengeschäft hinausgeht.
Was ein Gebäudeeigentümer konkret bekommt
Wer eine eigene Dachfläche zur Verfügung stellt, bekommt von Solarspar den gesamten Prozess von der ersten Idee bis zum fertigen Solarkraftwerk begleitet. Die Website fasst das Leistungsversprechen so zusammen: "Solarspar ist Spezialist für Solar-Contracting und begleitet Sie von der Idee bis zum fertigen Solarkraftwerk." Praktisch bedeutet das: Solarspar übernimmt Planung, Baubetreuung, Finanzierung und den späteren technischen Betrieb der Anlage, während der Eigentümer selbst weder Kapital noch eigenes Fachwissen einbringen muss. Vereinsmitglieder profitieren dabei zusätzlich von der kostenlosen Erstberatung samt Wirtschaftlichkeitsrechnung, unabhängig davon, ob am Ende ein Contracting-Vertrag mit Solarspar selbst oder eine eigenfinanzierte Anlage mit einem von Solarspar empfohlenen Solarteur zustande kommt.
Kontakt und Erreichbarkeit
Solarspar hat seinen Sitz an der Hinteren Bahnhofstrasse 81 in Aarau. Auf der Website angegeben ist eine Telefonnummer mit der Basler Vorwahl +41 61 205 19 19, was auf eine historisch engere Verbindung zur Region Basel hindeuten könnte, auch wenn der aktuelle Sitz in Aarau liegt; die Website selbst erklärt diese Diskrepanz nicht, weshalb sie hier lediglich festgehalten und nicht gedeutet wird.
Wie sich Solarspar von einem gewinnorientierten Anbieter unterscheidet
Ein klassischer Contracting-Anbieter muss seinen Kapitalgebern eine Rendite erwirtschaften, und diese Erwartung fliesst in jede Kalkulation ein, von der Vertragslaufzeit bis zur Höhe der Dachmiete. Bei Solarspar entfällt dieser Mechanismus grundsätzlich, weil der Verein keine Aktionäre hat, denen ein Gewinn ausgeschüttet werden müsste. Das heisst nicht automatisch, dass ein Vertrag mit Solarspar günstiger ausfällt als bei einer kommerziellen Alternative, denn auch ein Verein muss seine laufenden Kosten decken und die eigene Kapitalbasis über die Partizipationsscheine erhalten. Es bedeutet aber, dass die Interessen von Solarspar stärker an der eigenen Vereinsmission ausgerichtet sind, nämlich der Förderung erneuerbarer Energien und des Klimaschutzes, als an einer möglichst hohen Kapitalrendite für aussenstehende Eigentümer. Für einen Gebäudeeigentümer, der ohnehin plant, seine Dachfläche im Rahmen eines Contracting-Modells zur Verfügung zu stellen, kann dieser Unterschied bei der Wahl des Partners relevant sein, insbesondere wenn ihm die zusätzliche gesellschaftliche Wirkung eines Anbieters wichtig ist und nicht nur der reine Preis pro Kilowattstunde.
Für wen sich Solarspar eignet
Solarspar passt am besten zu Eigentümerinnen und Eigentümern von Gewerbe-, Wohn-, öffentlichen oder landwirtschaftlichen Gebäuden, die eine ungenutzte Dachfläche haben und lieber eine laufende Vergünstigung beim eigenen Stromverbrauch oder eine Mietzahlung erhalten möchten, statt selbst in eine Anlage zu investieren. Wer zusätzlich Wert darauf legt, mit einer gemeinnützigen statt gewinnorientierten Organisation zusammenzuarbeiten und deren breiteres Engagement für Klimaschutz im In- und Ausland mitträgt, findet in Solarspar einen Anbieter mit einem klar erkennbaren Vereinsprofil statt einer reinen Firmenlogik. Wer dagegen ausschliesslich den günstigsten Anbieter für eine Contracting-Anlage sucht und ihm die internationale und die Forschungsarbeit von Solarspar egal ist, sollte trotzdem eine Offerte einholen und diese mit anderen Contracting-Anbietern vergleichen, weil die Website selbst keine konkreten Zahlen zu Mietpreisen, Vertragslaufzeiten oder Rückkaufkonditionen nennt.
Das Fazit
Solarspar ist ein Sonderfall unter den Schweizer Solar-Contractoren: ein Verein mit über 10'000 Mitgliedern, der sein Kerngeschäft, Dachflächen-Contracting seit 1991, mit einem breiten zusätzlichen Engagement in Forschung und internationaler Entwicklungsarbeit verbindet. Für Gebäudeeigentümer bedeutet das ein Angebot, das inhaltlich klassisches Contracting ist, aber organisatorisch anders funktioniert als bei einer gewinnorientierten Aktiengesellschaft. Wer bereit ist, sich auf diese Vereinsstruktur einzulassen, bekommt dafür einen Partner mit langer Geschichte im Bereich und einer nachvollziehbaren, öffentlich dokumentierten Mission. Konkrete Vertragskonditionen muss ein Interessent trotzdem direkt bei Solarspar erfragen, denn diese stehen auf der öffentlichen Website nicht.