Kippel (Lauber IWISA AG, Zweigniederlassung Kippel)

Industriestrasse 53, 3952 Susten · seit 1969

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Hinter dem Namen Kippel steckt heute die "Kippel, ZNL der Lauber IWISA AG", eine Zweigniederlassung von Lauber IWISA AG mit Sitz an der Industriestrasse 53 in Susten. Die eigene Startseite fasst das Leistungsversprechen so zusammen: "Unsere Kernkompetenzen liegen in der Heizungs- und Sanitärtechnik sowie in der Installation von Solaranlagen." Solar ist damit eine von 3 tragenden Sparten, nicht das alleinige Geschäft, und wird in Kombination mit Heizungs- und Sanitärarbeiten angeboten.

Von der Einzelfirma in Leuk zur Burkhalter-Gruppe

Die Firmengeschichte, wie sie die eigene Seite "Geschichte" darstellt, reicht deutlich weiter zurück als der Standort in Susten selbst nahelegt. 1969 gründete Leo Kippel eine Einzelfirma in Leuk ("Leo Kippel gründet 1969 eine Einzelfirma in Leuk"), nicht in Susten. 1993 wurde daraus eine Aktiengesellschaft: "Die Einzelfirma von Leo Kippel wird zur «KIPPEL Leo & Söhne AG»." Erst 2004 bezog die Firma die neue Werk- und Lagerstätte im Sustener Industriegebiet, an jenem Standort, an dem sie heute noch sitzt. 2008 zog sich Leo Kippel aus dem Tagesgeschäft zurück und übergab die Geschäftsleitung an seine Söhne Flavian und Adolf Kippel. 2024 beging die Firma ihr 55-Jahre-Jubiläum als "KIPPEL Leo & Söhne AG", und 2025 folgte der jüngste und einschneidendste Schritt: der Zusammenschluss mit der Burkhalter Gruppe und die Integration in die Lauber IWISA AG als Zweigniederlassung.

Diese Zeitlinie erklärt gleich zwei Dinge: Die Aussage "Seit 1969 geben wir täglich unser Bestes und sind für unsere Kundinnen und Kunden im Einsatz", die auf der Startseite prominent steht, bezieht sich auf die Gründung durch Leo Kippel und ist durch die eigene Geschichtsseite mit Jahreszahl und Ortsangabe belegt. Und die aktuelle Rechtsform als Zweigniederlassung eines grösseren Konzerns ist keine gewachsene Struktur seit 1969, sondern das Ergebnis einer erst 2025 vollzogenen Übernahme. Wer mit einer traditionsreichen, aber inzwischen konzernangebundenen Firma rechnet, liegt damit richtig; wer eine durchgehend eigenständige Familienfirma erwartet, sollte diesen Schritt aus dem Jahr 2025 kennen.

Zahlen zum Betrieb, direkt von der Website

Auf einer eigenen Kennzahlenübersicht nennt die Website: 1969 als Gründungsjahr, 20 Mitarbeitende, 4 Lernende und einen 24-Stunden-Pikettdienst. Zuständig für den Standort ist laut Website David Werlen, "Abteilungsleiter Zweigniederlassung Kippel", der mit einem kurzen Statement zitiert wird: "Wir sind regional verwurzelt und familiär verbunden. Durch den Austausch von Erfahrung und Wissen wachsen wir." Das ist eine Selbstbeschreibung, keine unabhängig geprüfte Aussage, wird hier aber als das wiedergegeben, was sie ist: das eigene Selbstverständnis des Standorts.

Rechnet man die beiden Zahlen aus derselben Übersicht gegeneinander, kommt gut jeder fünfte Mitarbeitende als Lernender aus der Ausbildung: 4 von 20 Personen im Betrieb. Für einen Standort dieser Grösse ist das eine überdurchschnittlich hohe Ausbildungsquote, die zur separaten Aussage auf der Karriereseite passt, wonach Ausbildungen im Bereich Gebäudetechnik und Gebäudehülle aktiv beworben werden.

Neben der Geschichte listet die Navigation unter "Über uns" auch eigene Unterseiten für Ansprechpersonen, Standards, Sponsoring und Netzwerk, ein für einen Handwerksbetrieb dieser Grösse ungewöhnlich ausgebautes Selbstdarstellungsangebot. Nicht jede dieser Unterseiten wurde im Rahmen dieser Recherche im Detail abgerufen; ihre blosse Existenz zeigt aber, dass Kippel die eigene Aussendarstellung ernster nimmt als ein reines Kontaktformular mit Telefonnummer.

3 Sparten, ein Anfrageweg

Unter "Heizung" bietet der Betrieb Heizungssanierung, Holzfeuerung, Wärmepumpen und Wärmepumpen-Boiler an, dazu einen eigenen Online-Heizungsrechner. Unter "Solar" steht neben der Installation ein eigener Solarrechner. "Sanitär" beschränkt sich in der Aufzählung auf Badumbauten. Der Kundendienst deckt Boiler-Wartung ab, ergänzt um ein Anfrageformular und eine Kundenumfrage. Alle 3 Sparten laufen sichtbar über dieselbe Kontaktstruktur: eine allgemeine Telefonnummer, die zugleich als Notfallnummer für den Pikettdienst dient, und ein zentrales Anfrageformular für alle Dienstleistungen.

Zu den Kosten schreibt die Website selbst nur so viel: "Was kostet eine neue Heizung oder eine Solaranlage? Unsere Rechner machen Kosten leicht kalkulierbar!" Es handelt sich also um ein Online-Rechentool für eine unverbindliche Kostenschätzung, nicht um veröffentlichte Preislisten oder Beispielrechnungen. Eine konkrete Zahl zu Anschaffungskosten, Förderbeiträgen oder einer Amortisationsdauer für eine Solaranlage nennt die Seite an keiner Stelle, und diese Lücke wird hier nicht mit einer Schätzung gefüllt.

Nachwuchs statt nur Werbung

Auffällig viel Raum räumt die Website dem Thema Ausbildung ein: "Deine Traumlehrstelle wartet: Bei uns kannst du coole Ausbildungen im Bereich Gebäudetechnik und Gebäudehülle absolvieren." Zusammen mit den 4 Lernenden aus der Kennzahlenübersicht ergibt das ein konsistentes Bild eines Betriebs, der sichtbar in den eigenen Nachwuchs investiert, statt Ausbildung nur als Randnotiz zu erwähnen. Für die Solarbranche im Wallis, die auf Fachkräfte angewiesen ist, ist das ein Kontext, der über die reine Dienstleistung hinausgeht, aber die längerfristige Verlässlichkeit eines Betriebs mitbestimmt.

Was die Website nicht sagt

Konkrete Referenzprojekte mit Adresse, Modulanzahl oder Anlagengrösse in kWp listet die Seite nicht, anders als kleinere Walliser Solarspezialisten, die einzelne Installationen bewusst mit Zahlen zeigen. Auch zu Modul- oder Wechselrichtermarken, zu Garantiezeiten oder zu einer typischen Installationsdauer für eine Solaranlage äussert sich die Website an keiner Stelle. Wer solche Details braucht, muss sie über das Anfrageformular oder direkt telefonisch klären, bevor eine Offerte eingeholt wird.

Für wen sich Kippel eignet

Am ehesten passt der Betrieb zu Kundschaft im Lötschental- und Sustener Raum, die eine Solaranlage im selben Zug mit einer Heizungssanierung oder einer Wärmepumpe plant und einen einzigen regionalen Ansprechpartner mit Pikettdienst rund um die Uhr sucht. Wer ausschliesslich eine spezialisierte Solarfirma mit dokumentierten Referenzprojekten sucht, findet bei Kippel zwar die Konzernstärke der Burkhalter Gruppe im Hintergrund, aber keine öffentlich bezifferten Solarprojekte, an denen sich die eigene Erfahrung direkt ablesen liesse.

Wer den 24-Stunden-Pikettdienst als Argument gewichtet, sollte bedenken, dass die Website nicht sagt, ob dieser Dienst auch für Störungen an einer Solaranlage gilt oder sich auf Heizung und Sanitär beschränkt. Diese Abgrenzung dürfte sich am ehesten telefonisch klären lassen, bevor eine Anlage tatsächlich in Betrieb geht.

Fazit

Kippel verbindet eine über 55 Jahre alte, gut dokumentierte Firmengeschichte, die 1969 in Leuk begann und über mehrere Etappen bis zur heutigen Zweigniederlassung der Lauber IWISA AG führt, mit einem breiten, aber wenig detailliert bezifferten Solarangebot. Wer Wert auf regionale Verwurzelung, einen 24-Stunden-Pikettdienst und die Möglichkeit legt, Heizung, Sanitär und Solar bei einem Anbieter zu bündeln, bekommt hier einen Betrieb mit nachvollziehbarer, seit 2025 konzernangebundener Geschichte. Zu konkreten Solarprojekten oder Kostenbeispielen bleibt die Website jedoch stumm, und das sollte man vor der Anfrage wissen.

Mehr aus Wallis

Alle ansehen